Im Winter 1999/2000 wurde es wieder ganz dramatisch. Zum einen bekam Smoky furchtbaren Husten. Er hatte eine Heuallergie entwickelt. Er bekam zwar das Heu nun immer befeuchtet, wurde aber nicht wirklich vom Husten befreit. Ausserdem wurde er immer dünner und sah kränklich und unzufrieden aus.
Hinzu kam, dass Pit fast gestorben wäre. Auch diese Krankheit kam plötzlich. Ich war am Nachmittag des vorherigen Tages am Stall gewesen. Erst am nächsten Tag erfuhr ich vom Bauern, dass Pit die Nacht beinahe nicht überlebt hätte.
Er hatte hohes Fieber, Husten und mochte sich kaum bewegen. Der Tierarzt hatte noch in der Nacht alles Mögliche für ihn getan, und er hatte sie tatsächlich überlebt. Fast einen Monat musste er nun auf Anordnung des Tierarztes in seiner Box stehen, um sich auszukurieren. Der Tierarzt erschien acht mal, und schickte eine Rechnung über 1400 Mark.
In der Zeit, in der er Boxenruhe verschrieben bekommen hatte, konnte ich nichts anderes tun, als ihn zu pflegen. Mit der Zeit ging es ihm auch wieder besser. Je mehr Energie er bekam, desto weniger konnte er es jedoch im Stall aushalten. Es war eine harte Zeit für ihn, vor allem, wenn die anderen hinaus durften.
Er begann mit zunehmenden Kräften, in seiner Box zu randalieren und riss sich bei einer Gelegenheit (auf welche Art auch immer) eine ca. einen Zentimeter lange Wunde unterm Kinn, die der Tierarzt umständlich nähte. Pit blieb sowohl bei dieser Prozedur als auch beim Ziehen der Fäden erstaunlich ruhig.
Nach Ablauf der Zeit durfte ich wieder anfangen, ihn zu bewegen: das hieß, dass ich anfangs Spaziergänge mit ihm machte, erst nur für zehn Minuten und dann immer ausgedehnter. Langsam aber stetig erholte er sich wieder - und hatte natürlich überhaupt keine Lust, sich immer nur im Schritt bewegen zu dürfen, wenn er schon endlich die Box verlassen durfte.
Da es Frühling wurde, nutzte ich die Spaziergänge, um ihn ein wenig grasen zu lassen. Er sollte sich langsam wieder an diese Nahrung gewöhnen. Auf der Weide des Bauern wuchs natürlich nicht genug Gras, um die Pferde zu ernähren. Sie war mehr dazu gedacht, die Tiere stundenweise (und einzeln natürlich) laufen zu lassen. Aber in Leevke und mir war ein Entschluss gereift.
Anfang Mai wollten wir Pit und Smoky wieder auf unsere eigene Weide bringen. Wir hatten das Gefühl, dass sie in einem ordentlichen Stall zwar gut behütet und gepflegt, aber immer unglücklicher wurden.
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