Die fremden Blutlinien sorgten leider nicht für das gewünschte Entwicklungstempo. Daher wurde die Zuchtpolitik erneut geändert, Hengste mit hohem Blutanteil wurden zugelassen, also einer hohen Prozentzahl von Vollblut-Anteil.
Da aber der Einsatz der Pferde in der Landwirtschaft nach wie vor sehr zentral blieb, wurde eine neue Abteilung eröffnet, die Pferde mit Vollblutanteil erfassen sollte.
Das wiederum hatte die Gründung des VLN-Sportstutbuchs im Jahre 1964 zur Folge, welches zunächst nur ein Vorregister sein sollte. Pferde aus diesem Register mit 50% Gelderländer/Groninger Blut konnten in das Gelderländer/Groninger Stutbuch eingetragen werden, und solche mit 75% Gelderländer/Groninger Blut wurden als reine Gelderländer/Groninger angesehen.
Die NWP folgte diesem Beispiel und legte ebenfalls ein Sport-Stutbuch auf. Als der Erfolg dieser neuen Zuchtrichtung deutlich wurde, hatte dies natürlich eine entsprechende Aufwertung des Sportregisters/Sport Stutbuchs, und schnell waren die ursprünglichen Groninger und Gelderländer Züchter überflügelt.
Gelderländer und Groninger Hengste wurden kaum noch eingesetzt und waren sehr schwer zu verkaufen. Ein Beispiel ist der wichtige Dressurpferd-Erzeuger Eufraat (Wachtmeester x Karolus van Wittenstein), Gelderländer Elitehengst, der 1976 zurückgezogen und aus dem Stutbuch entfernt wurde.
Die Zeiten wurden für das Groninger Pferd noch schwieriger als für das Gelderländer, weil die Blutlinien ursprünglicher und deshalb schwerer waren.
Gründung der KWPN und Entwicklung
Im Jahre 1969 fusionierten VLN und NWP zum "Koninklijk Warmbloed Paardenstamboek in Nederland" (KWPN), und 3 Register wurden eingerichtet: Reitpferde, Kutschpferde und das Gelderländer Vielseitigkeitspferd.
Das letzte Register wurde nach ein paar Jahren wieder aufgelöst, anschließend wieder eingeführt unter dem Namen "Basis Paard" oder Stammpferd.
Inzwischen ist dieses Register wieder unter dem Namen Gelderländer bekannt, aber die Größe ist fast zu vernachlässigen. Das KWPN drängte die Züchter dahin, das Gelderländer Blut soweit wie möglich zu verdrängen, indem andere Rassen eingekreuzt wurden.
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