Einige Züchter wollten diese Wendung nicht mitmachen und stattdessen das leichte Kutschpferd weiterzüchten. Sie spalteten sich ab und begannen ein neues Zuchtbuch, welches wiederum GPS genannt wurde. Damit entstand ein starker Wettbewerb zwischen NSTg und GPS.
Neben eigenem Zuchtmaterial setzten NWP/NSTg Oldenburger und ostfriesische Stuten und Hengste ein. Im Jahre 1939 einigten sich NSTg und GPS und gründeten ein neues Stutbuch, das VLN, das seinerseits zwei Abteilungen hatte, eine für den Gelderländer Typ (Sgldt), die andere für die früheren NSTg-Züchter, die nach den Richtlinien des Groninger Stutbuchs arbeiteten (Sgrt).
| Neu registrierte Stuten 1957 | | VLN Sgldt | 738 | | VLN Sgrt | 616 | | NWP | 841 | | Gesamt | 2195, 1/3 Gelderländer, 2/3 Groninger |
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Diese beiden Gruppen unterschieden sich in der Betonung der Stabilität der Pferde, was sich natürlich auf die eingesetzten Blutlinien zurückführen läßt. Die Groninger Züchter setzten fremde Blutlinien ausschließlich aus Oldenburg ein, die Gelderländer akzeptierten hingegen auch andere, zum Beispiel Selle Francais und Anglo-Normannen.
Man kann die Gründe für zwei Zuchtrichtungen für Arbeitspferde besser verstehen, wenn man sich die Böden anschaut, auf denen die Pferde zu arbeiten hatten. Die Groninger Gegend ist gekennzeichnet durch schweren Lehmboden, der schwerere, stärkere Pferde erfordert, während andere Gegenden eher sandige Böden haben, die von leichteren Pferden gut bewältigt werden können.
Diese leichter gebauten Pferde findet man sowohl in den früheren Gelderländer als auch den Groninger Zuchten. Mit der Zeit hat sich der Unterschied zwischen den beiden Pferdetypen langsam verwischt, unter anderem auch deshalb, weil die Gelderländer alle Groninger Hengste akzeptiert haben.
Alle Pferde wurden im Hinblick auf Verwendbarkeit gezogen, und zwar von der Jugend bis zum hohen Alter, Gesundheit spielt eine große Rolle, leichte Haltung und ein guter, arbeitswilliger Charakter.
Die sehr strenge Auswahl begann bereits im Alter von drei Jahren, sobald die Pferde für die Arbeit in der Landwirtschaft bereit waren.
Ein wichtiger Hengst für das niederländische Zuchtprogramm war der Holsteiner Cicero II (1900), der von der NWP den Status "Präferent" erhielt, und der seinerseits den Hengst Cicero III zeugte, Vater des Hengstes Domburg.
Notiz Der bezüglich der Gelderländer kenntnisreichste Autor des letzten Jahrhunderts, E. van Muilwijk, schrieb 1934 über Domburg: "Diese Blutlinie wird noch lange Zeit geschätzt werden, solange es einen Bedarf für landwirtschaftliche Reitpferde gibt und solange unser geliebtes Land Pferde nutzt, die von Bauern in Tagen der Mobilisierung oder des Krieges gezogen werden." [1] | |
Domburg wurde später mit dem Hengst Ebert, der Groninger Abstammung ist, und dem ostfriesischen Hengst Colonel die Grundlage des zukünftigen Gelderländer Zuchtprogramms, das sich damals noch in der Entwicklung befand.
Notiz E. van Muilwijk beschrieb Ebert als "Er ist durch und durch Eleganz, und sein Trab an der Hand ist erhaben, ist ideal! Seine Beine sind hart und trocken, und sie bleiben hart und trocken, sogar nach harter Arbeit." [1]
Ebert ist der Groß-Großvater des Hengstes Oregon, den man ebenfalls in vielen KWPN-Blutlinien findet. | |
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