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Leserbrief  2003 zu Ausgabe  489
12.08.08


Re: Leserbrief

Guten Abend Herr Popken und vielen Dank fuer Ihre ausfuehrliche Antwort!

Wahrscheinlich bin ich nicht mehr ganz auf dem aktuellen Stand: heute habe ich mit einem Traveller diesbezueglich geredet und die verwenden mittlerweile fast alle Nylon- (oder aehnliches Kunstmaterial) Geschirre und diese sind meist mit Clips ausgestattet um die Pferde bei einem Sturz oder Unfall in Sekundenschnelle zu befreien - das sind allerdings Geschirre fuer ihre irren Trabrennen und wuerden wahrscheinlich eh kein Marathon ueberleben.

Damals bei meinem Fahrbrevet nach Achenbach fuer 2 Spaenner wurde uns allen waermstens ans Herz gelegt, immer ein Messer dabei zu haben. Das ist lange her und wir fuhren damals fast ausschliesslich mit Kummet Geschirren und bei einem Sturz des Pferdes war die Gefahr des Erstickens recht gross und wir lernten, in Sekundenschnelle den Kumtguertel durchzuschneiden.

Heutzutage werden hier in Irland an allen Pferdemaerkten immer wieder neue und noch reissfestere Halfter angeboten und bei der Gelegenheit kam ich ins Gespraech mit einem sog. Crusty (sehr frei uebersetzt: alter und knorriger Irish Farmer), der sein ganzes Leben junge Pferde gestartet hat und auch er meinte: I don't like if it doesn't break at all: oft ist es besser wenn das Material reisst anstatt der Kopf ab ist - unter anderem daher kamen meine Bedenken wegen dem Unkaputtbar weil ein Pferd ist so schnell kaputtbar.

Nochmals Danke fuer Ihre immer interessante Themen und viele Gruesse
Caroline Neuenschwander.

 
Leserbrief  2002 zu Ausgabe  489
11.08.08


Leserbrief

Hallo Redaktion!

Wieder mal ein Klasse Editorial!

Ueber die Kameradschaft der Gleichgesinnten wenn Hilfe gefragt ist, alle Achtung.

Ein Problem habe ich mit dem Unkaputbar: Als unkaputbar werden auch oft Halfter angeboten (und hier in Irland auch immer mehr Geschirre) und klar ist es eher erfreulich wenn die Sachen nicht nach kurzer Zeit, wenig Pflege oder hoeherer Belastung den Geist aufgeben oder reissen aber gerade bei Extremsituationen ist oft das Reissen des Materials die Ueberlebens Chance der involvierten Pferde. Wie oft schnitt ich (als guter Schweizer mit dem allgegenwaertigen Sackmesser in der Hosentasche) Pferde in Extremsituationen vom Seil bevor ein Bein oder Kopf kaputt ging - klar, das Pferd war dann frei und ist weggerannt aber zumindest hat es ueberlebt.

Viele Irische Gruesse;
Caroline Neuenschwander.
Guten Morgen Frau Neuenschwander,

herzlichen Dank, daß Sie mich und die Leser darauf hinweisen! Sie haben natürlich vollkommen recht! Dieser Ausdruck war unüberlegt und im Grunde ironisch gemeint; bestimmt wird auch dieses Material irgendwann reißen.

Die Kaltblut-Experten waren nur der Meinung, daß es dem üblicherweise verwendeten - also Leder und Eisenketten - deutlich unterlegen ist und deshalb für ernsthafte Wettbewerbe gar nicht in Betracht gezogen werden kann. Diesem Vorurteil ist der Produzent durch den Gegenbeweis entgegengetreten. Ich bin darauf auch nur aufmerksam geworden, weil der Kommentator des Zugleistungswettbewerbs ausdrücklich darauf hingewiesen hat.

Es hält also solche Belastungen aus - ob es in Gefahrensituationen rechtzeitig reißt, ob dafür eventuell Sollbruchstellen eingebaut werden müssen, könnte man erfragen. Ob man sich bei herkömmlichen Geschirren solche Gedanken machen mußte?

Fakt ist aber wohl, daß die meisten Fahrer dieser Lösung skeptisch gegenüberstehen. Für Dietmar Krüger ist das nicht so wichtig; er betreut als Sozialpädagoge schwierige Jugendliche und bietet denen durch dieses Projekt eine sinnvolle Aufgabe. Das wollte ich im Editorial nicht auch noch auswalzen und habe das nur kurz angedeutet.

Mit freundlichen Grüßen

Werner Popken

 
Leserbrief  2001 zu Ausgabe  489
11.08.08


Leserbrief

Der Beitrag "Geländereiten" (PfZ 489.08 - Geländereiten) enthält eine irritierende Komponente. Die Aufforderung "Wenn sich Dir also bei Ritten in Wald und Feld eine entsprechende Gelegenheit [Anm.: zum Geländereiten] bietet, dann nimm sie wahr (....)!" erweckt den Eindruck, als sei so etwas regelmäßig erlaubt. Das Gegenteil ist der Fall, in der Regel darf nur auf Wegen und Straßen geritten werden (vgl. z.B. §14 BundeswaldG). Man achte also darauf, daß eine "entsprechende Gelegenheit" zum Geländeritt nicht jeweils eine illegale Gelegenheit ist. Ausnahmen hinsichtlich des Reitens auf Flächen abseits der Wege regelt man ggf. mit den Besitzern dieser Flächen und - je nach Landesrecht - einvernehmlich mit Forst-, Landwirtschafts- oder/und Naturschutzbehörde.

Tilman Kluge, Bad Soden Ts.

 
Leserbrief  2000 zu Ausgabe  485
14.07.08


An die Redaktion

Guten Abend Herr Popken;

alle Achtung vor Ihrem klasse Artikel diese Woche ueber Heilung und Linderung!

Bin zwar erst druebergeflogen und werde mich hoffentlich im Laufe der Nacht durch die links lesen, aber trotzdem schon mal dickes Lob fuer den Artikel und die aussagekraeftigen Fotos der aktuellen Pferdezeitung.

Immer wieder sehr motivierend und anregend, neue und nicht nur bequeme (sg. Sofa) Themen zu lesen, da koennten sich viele eine Scheibe abschneiden.

Heute war ich an einem Irischen Pferdemarkt und wurde wieder einmal, neben hunderten von Pferden, mit etlichen behinderten Menschen konfrontiert, die hier in Irland einen eher grossen (verglichen mit BRD veilleicht) konstanten Bestandteil ausmachen. Das Gesundheitssystem in Irland wurde meiner Meinung nach erst nach dem EU Beitritt eingermassen saniert und hier sieht man viele behinderte Menschen, die nie irgendwelche aerztliche Unterstuetzung bekamen und daher einfach mir ihren Behinderungen leben, ob angeboren oder durch einen Unfall verursacht. Diese Leute sind hier voll im Leben und Geschehen integriert und da ist keiner, der komisch kuckt sondern man respektiert diese Personen wie jede andere auch und muss vielleicht 2 mal fragen oder so oder ein bisschen aufpassen, dass nichts passiert im Getuemmel, aber sie gehoeren zum Gesamtgeschehen und keiner macht da einen grossen Tanz von wegen der schaut doch komisch aus oder kann nicht richtig laufen - hier wird damit gelebt und alle sind akzeptiert und auch respektiert.

Mit freundlichen Gruessen
Caroline Neuenschwander.
» www.colouredheavies.com

 
Leserbrief  1999 zu Ausgabe  484
10.07.08


 
Engelsskulptur in Ardmore, Irland
 
 
Engel

Was fuer ein Wort was nichts heisst und doch so viel bedeutet.

Ein Engel ist sicher keine sich vorzustellende Menschengestalt, auch wenn er oder sie oft so dargestellt wird. Dazu noch mit Fluegeln am Ruecken. Die sind wohl eher da, zu zeigen dass ein Engel ueberall und geschwind praesent sein kann,

Engel heisst Liebe und auftaucht ueberall dort, wo Liebe gefragt ist und Kreaturen sich um andere Kreaturen kuemmern; Engel sind oft Menschen, die einfach nur leben und anderen Menschen Glueck bringen, in welcher Form auch immer.

Engel ist ein Wort welches wir verwenden um Glueck weiterzugeben; wenn wir sagen: er oder sie ist ein Engel, meinen wir das dieser Mensch SEHR lieb ist in unserem Herzen und uns nur Gutes will oder wir diesen Menschen aus was fuer Gruenden auch immer innig lieben...

Ein Engel kann fuer uns das absolute Glueck auf Erden bedeuten auch wenn es das fuer andere nicht ist, das spielt keine Rolle.

Engel stehen in sehr vielen Friedhoefen als Symbol fuer (ja was nun eigentlich?) Frieden und was genau? Ich bin Atheist und habe da einen Luecke.

Sind Engel die, die uns in das naechste Leben begleiten sollen? Dann sind sie doch die, die uns zeigen und erzaehlen dass es nach dem Tod ein naechstes Leben geben wird, wo auch immer. Glauben wir deshalb an Engel, die uns begleiten?

Das Symbol Engel spendet Trost, ob in der Kirche oder auf Friedhoefen, wenn wir sie sehen halten wir inne und schauen, fragen uns und ueberlegen - das ist doch schon mal sehr viel.

Auf unserem alten Familiengrab steht ein wachender Engel.

Ein ganz lieber und leider verstorbener Freund von mir wuenschte sich auf seinem Grab eine Engelsskulptur.

Ich denke das Wort Engel steht fuer die meisten Menschen als Symbol fuer Liebe als solche und das ist denke ich gut so.

Caroline Neuenschwander
» www.colouredheavies.com

 
Leserbrief  1998 zu Ausgabe  478
30.05.08


Erkrankung der Hufrolle / Strahlbeinlahmheit / Podotrochlose

Hallo Redaktion,

da momentan in ihren  Tipps über Hufrollenerkrankung gesprochen wird, möchte ich mit diesem Leserbrief ein bisschen Grundwissen (persönlicher Text - copyright also bei mir) sowie meine persönlichen Erfahrungen dazu beitragen:

Die "Hufrolle" besteht aus Kronbein, Hufbein, Strahlbein, Schleimbeutel und tiefer Beugesehne. Die tiefe Beugesehne führt über den Schleimbeutel über das Strahlbein hinunter zum Hufbein, an dem sie breitflächig angewachsen ist. So wirkt das Strahlbein mit Schleimbeutel quasi als Umlenkrolle für die tiefe Beugesehne. Beim Abfußen (Abstoßen vom Boden mit dem Huf) wird durch den Zug der tiefen Beugesehne der Schleimbeutel an das Strahlbein gepresst. Es entstehen also bei jedem Schritt des Pferdes enorme Zug- und Druckkräfte auf Sehne, Schleimbeutel und Strahlbein.

Bei einer Erkrankung der "Hufrolle" ist in erster Linie der schiffchenartige Knochen des Strahlbeines betroffen. Der Begriff Hufrollenentzündung ist dabei nicht treffend, da es sich nicht um entzündliche Prozesse handelt, sondern um eine Abnutzungserscheinung. Mittlerweile haben sich die Begriffe "Hufrollensydrom" oder "Strahlbeinlahmheit" eingebürgert. Der wissenschaftliche Name für die Abnutzungserscheinung des Strahlbeines ist "Podotrochlose". Als Ursache für die Strahlbeinlahmheit gelten vor allem Überbelastung des Pferdes, falsche oder zu frühe Reitausbildung, Fehler in der Hufzubereitung bzw. beim Hufbeschlag und nicht pferdegerechte Haltungsbedingungen. Die Strahlbeinlahmheit tritt vor allem an den Vordergliedmaßen auf, da diese nicht über so viel Flexibilität verfügen wie die Hintergliedmaßen. Die Vorderhand des Pferdes ist stützend gebaut, die komplette Stoßdämpfung erfolgt über den unteren Bereich des Beines und den Huf.

Wenn das Pferd durch die Strahlbeinschädigung Lahmheit zeigt, ist der Prozess oft schon so weit fortgeschritten, dass eine Heilung nicht mehr möglich ist. Der dämpfende Schleimbeutel ist zerstört, die Sehne "reibt" am Strahlbein entlang. Dieses ist für Sehne und Strahlbein schädlich und schmerzhaft. Am Strahlbein entstehen deshalb krankhafte Knochenveränderungen, die tiefe Beugesehne fasert auf.

Meine Lea habe ich nun seit August 1996. Bereits als sie zu mir kam, wurde Strahlbeinlahmheit diagnostiziert. Da ich meine Lea ihren Bedürfnissen entsprechend bewegt habe und bewege, sie nicht überfordere und auf sie eingehe, verschlimmert sich der Zustand nur langsam, doch leider stetig. Jedes zweite Jahr werden Röntgenbilder erstellt, um die Veränderungen des Strahlbeines zu überprüfen.

Ich möchte auch erwähnen, dass die Diagnose Hufrollenentzündung/Strahlbeinlahmheit oft eine Fehldiagnose ist. Es hat sich herausgestellt, dass viele ältere Pferde Veränderungen am Strahlbein haben, ohne deshalb lahm zu gehen.

Bei Lea hat der Tierarzt zusätzlich zu den Röntgenbildern den Bereich der Hufrolle betäubt, Lea ging danach auf dem entsprechenden Bein lahmfrei. Die Lahmheit ging auf das andere Bein über. Leider ist dies (fast) der Beweis, dass der Schmerz im Bereich der Hufrolle liegt. Eine Entzündung des Hufgelenkes muss im Vorfeld ausgeschlossen werden, da durch die Betäubung der unteren Beinbereiche auch das Hufgelenk schmerzfrei gemacht wird.

Wie bereits gesagt ist eine Heilung dieser degenerativen Erkrankung nicht möglich. Es besteht allerdings die Möglichkeit einer Besserung des Schmerzzustandes und einer "Verlangsamung" des Krankheitsfortschrittes.

Als erstes ist es hierzu wichtig, dem Pferd leichte Bewegung zu verschaffen, um die Durchblutung (also auch die Durchblutung der tiefen Beugesehnen) zu erhalten und zu fördern. Auch durchblutungsfördernde Medikamente sind empfehlenswert. Dem Pferd sollte die Möglichkeit gegeben werden die tiefe Beugesehne während des Gehens zu entlasten, es ist also sinnvoll, dem Pferd das "Abrollen" zu erleichtern. Dies geschieht am Besten durch einen stetig kurz gehaltenen Barhuf mit leicht berundeter Zehe.

Einen Beschlag lehne ich deshalb ab, weil die Durchblutung der Gliedmaßen dadurch erheblich beeinträchtigt wird, was ein schnelles Fortschreiten der "Krankheit" fördert. Des Weiteren wächst der Huf unter dem Beschlag in die Länge, dem Pferd wird also das Abrollen des Hufes erschwert, was die tiefe Beugesehne zusätzlich belastet. Besonders von Keilbeschlägen bin ich abgeneigt, da dadurch das ganze Pferdebein in eine unphysiologische Position gebracht wird – dadurch werden Gelenksentzündungen, Sehnenschäden, Muskelzerrungen, Knochenaufreibungen und vieles mehr befördert von der negativen Situation für den Huf ganz zu schweigen. Außerdem laufen die Pferde –meiner Erfahrung nach- mit den Keilbeschlägen sehr unsicher, staksik und klamm. Meine Lea war auch kurze Zeit lang mit Keilbeschlägen beschlagen und sie litt schwer darunter, sich auf ihren eigenen Beinen nicht sicher zu fühlen.

Den Schmerz komplett auszuschalten (durch Medikamente, Nervenschnitt, usw.) halte ich für unsinnig, da das Pferd die Gliedmaße dann nicht mehr schont und die Knochenveränderung noch schneller voranschreitet, dies kann bis zum Brechen des Strahlbeines oder zum Reißen der tiefen Beugesehe führen. Schmerz ist ein Schutz für den Körper, völlig sollte der Schmerz deshalb niemals "ausgeschaltet" werden.

Ein Pferd, das an einer Strahlbeinlahmheit leidet, muss aus der reiterlichen "Nutzung" genommen werden. Jedes "Nutzen" und "Fordern" eines solchen Pferdes ist –meiner Meinung nach- tierschutzwidrig. Meine Lea darf jederzeit selbst entscheiden, wie sie sich bewegen möchte. Sie bekommt unterstützend Naturheilmittel zur besseren Durchblutung und Knorpel/Sehnenunterstützung. Außerdem läuft Lea Barhuf und ihre Hufe werden wöchentlich so in Form gebracht, dass ein leichtes Abfußen ermöglicht wird, so wird die tiefe Beugesehne und damit der Hufrollenbereich entlastet.

Ich hoffe Lea wird die nächsten Jahre und länger auch noch so gut laufen.

Im Übrigen bin ich der Meinung, auch ein nicht-reitbares Pferd braucht sinnvolle Beschäftigung, z.B. Bodenarbeit, Spaziergänge, etc.. Im Zweifelsfall Rücksprache mit dem Tierarzt halten oder noch besser: mehrere Tierärzte und auch alternative "Heiler" um Rat fragen!

"Unsere Hufgeschichte" sowie Bilder von meiner Lea finden Sie bei Interesse auf meiner privaten Homepage » www.meinPferdetraum.de.

Viele Grüße. Kelly

 
Leserbrief  1997 zu Ausgabe  477
30.05.08


Leserbrief

Hallo Redaktion!

Ihren Text  Würde der Kreatur habe ich mit großem Interesse gelesen.
Vielen Dank dafür!

Liebe Grüße und weiterhin alles Gute und viele begeisterte Leser.

Karin Kelly Rupprecht
» www.meinPferdetraum.de

 
Leserbrief  1996 zu Ausgabe  472
16.04.08


AW: Ihr Bericht ueber das Berufsreiterchampionat

Hallo! Danke. Fein. Ging ja rasend schnell und noch dazu direkt über meiner Freundin Kelly, die mir den Link geschickt hatte! [...]

Unter Leserzuschriften ist auch ein Bericht von Licorno über barhuf. Wenn Sie den Pferden dieses Herrn oder dieser Dame den Link übermitteln zu meinem Hufheilpraktiker, dann finden sich dort unter Rezensionen genug Berichte, die sauber beschreiben, wie es möglich ist, dass Pferde auf JEDEM Grund ohne Probleme laufen können ohne Eisen und OHNE Hufschuhe, wenn sie denn RICHTIG ausgeschnitten werden, nämlich physiologisch richtig. Das macht kein Schmied!

Ich jedenfalls kenne viele, aber keinen, der es richtig macht. Die Schmiede lernen es ja nicht anders! Steinchen in der Hufrille haben wir seit Jahren nicht mehr gehabt, das Horn wächst gerade und hart genug, im Sommer wässern wir sogar oft absichtlich, um die Geschmeidigkeit zu erhalten! Ich danke Ihnen für die Übermittlung, falls möglich, in Namen der Pferde :-)

LG. K. Bady

Anm. d. Red.:
» Hufheilpraktik Gröning: Nicht das Barhuf laufen tut weh, sondern das Laufen auf kranken Hufen!
» Kunden Rezensionen

 
Leserbrief  1995 zu Ausgabe  472
16.04.08


Kommentar Abo

Großer Beifall für die kritischen Bilder und Berichte! Deshalb abonniere ich. Also bitte weiter so. Es wird Zeit, daß mehr Leute mit Einfluß die Mißstände dieses eigentlich so wunderbaren Sports/Hobbys aufdecken und die Menschen wachrütteln, dies nicht länger hinzunehmen. Bravo. Habe selbst jahrelang Turnier geritten, kümmere mich nun um die solide und respektvolle Ausbildung junger Pferde und Reiter. Lg Monika
( Aufmerksam gemacht auf Ihre Internetseite von Karola Bady )

 
Leserbrief  1994 zu Ausgabe  472
16.04.08


Ihr Bericht ueber das Berufsreiterchampionat

Hallo, Herr Dr. Popken.

Nach Einführung Ihrer Idee eines Abonnements habe ich es versäumt, häufig auf Ihre Pferdezeitung zu klicken. Sie kennen meine Gründe dafür. Nun bekam ich aber von einer lieben Freundin den Hinweis auf Ihren Bericht über das Turnier in der Flutmulde, das ich kenne, seit ich in der Region gewohnt habe und mit dem Kurort eine andere, sportliche und private Verbindung hatte. Den Link dazu habe ich gleich Christoph Hess von der FN geschickt, vergnüglich, da ich seit über zwanzig Jahren kritische Gespräche mit der FN führe!

Gleich zu Beginn gesagt: Es freut mich, dass immer mehr Menschen neuerdings dem Turniersport etwas kritischer begegnen als all die kleinen Mädchen (bis Mitte 30 und Anfang 40!), die am Abreitplatz stehen und die Herrenreiter anhimmeln! Allerdings frage ich mich bei Ihrem Bericht nun: Was will uns der Autor genau sagen? Wissen Sie, es ist leider so, dass die Presseszene längst nicht mehr aus Profis besteht, die diesen Beruf gelernt haben, dazu das Rückgrat besitzen, alle Fakten kritisch zu beleuchten und die noch saubere Recherche betreiben. Verleger und Ressortleiter, die kritische Berichte publizieren, sind inzwischen rar. Dafür sind auch Zeitungschefs wie Stefan Aust verantwortlich, die ja selbst in der Pferdeszene durch die Gegend wandeln! Das ist die Ursache dafür, dass auch im Reitsport die Beteiligten mit dem Opfer Pferd machen können, was sie wollen. Bis sich ein Pferd gegen die Methoden eines Reiters wehrt, geht viel Zeit ins Land! Beispiel nenne ich nur anonym, da ich keine Lust habe, verklagt zu werden.

Reiter, die wiederholt als Dopingsünder, Touchierer und wegen anderer Delikte im Grenzbereich Tierschutz auffällig geworden sind, schmücken nach wie vor die deutschen Equipen. Reiterinnen, die sich immer wieder aus der Affäre ziehen konnten und aus zweifelhaften Gründen nicht verurteilt wurden (ein guter Anwalt findet immer Verfahrensfehler!), erfreuen sich nach wie vor ungehindert der Beliebheit von so genannten Pferdefans! Gerade habe ich das mit dem NDR, der Redaktion von Niedersachsen1930, erfolglos diskutiert, die jene Reiterin mit ihrem Pferd (bereits auffällig bei den WEG in Aachen/Pferdewechsel) wenige Minuten bei der Siegerehrung zeigten. Der Wallach war total von der Rolle, verdrehte die Augen, kaute nervig auf der scharfen Zäumung. Sinnlos, da noch als Berichterstatter mahnen zu wollen, wo fast alle Magazine im REitsport von solchen "Sportlern" nette, zahme Homestories machen!

Sehen Sie nun, warum ich vor dreizehn Jahren meinen Beruf gewechselt habe und mich von Reitturnieren fern halte, wo immer ich kann? Ich habe erkannt, dass ich mehr für Pferde tun kann, wenn ich "den Laden von Innen heraus" verändere. Heißt: Pferden, die so ein Schicksal hatten, wieder auf die Beine helfe.

Zu Ihrem Bericht kann ich nur explizit aus meiner Erfahrung beitragen: Ein Lkw für acht Pferde, wie Sie ihn vermutlich im Sielpark mehrfach gesehen haben, kann locker eine halbe Million und mehr kosten, mit Videoüberwachung und Komplettausstattung zum Kochen und Wohnen. Reiter, die da oben mitmischen wollen, haben meistens einen "Satz" von acht bis zehn Superpferden, die dann nicht jede Woche mit auf Turnier müssen. Schlimm genug, wenn es drei Wochen sind (je zu fünf Tagen!). Ich empfehle Ihnen nicht, ein Turnier der mittleren oder gar unteren Kategorie zu besuchen! Bei den Profis gehe ich wenigstens noch davon aus, dass die Pferde in Fütterung und medizinischer Betreuung 1a versorgt werden, dass Reiter und Ausbilder eine Ahnung von physiologischem Training haben sollten. Das ist bei den Halbprofis und Amateuren nicht der Fall! Sie glauben ja gar nicht, was ich bei FN-Fortbildungen so erlebe (und bei anderen, die in keinen Verbänden organisiert sind, erst recht!) und was für grauenhafte Bilder sich mir bei der Haltung und dem Unterricht in den Reitställen zeigen!

Bei einem Besuch in einem Stall in Ihrer Gegend wurde ich auf einen Hengst mit bester Qualität aufmerksam, der kurze Zeit zuvor von einem auch von Ihnen aufgezählten Profi ausprobiert worden war. Der Hengst hatte Hämatome in der Schenkellage, wo das Bein dieses fragwürdigen Profis gelegen hatte. Das Wort gelegen ist dabei allein schon ein Witz! Dieser Reiter war zuletzt in Atlanta wirklich erfolgreich (Definition von Erfolg?) und ist inzwischen wegen seiner antiquierten Reitweise mit viel Kraft auf weniger intelligenten Pferden bei wahren Pferdefreunden verpönt. Seine eigenen Reiterkollegen sagen über ihn, er bräuchte eine Art von dümmeren Pferden, die sich das gefallen lassen, wie er sie behandelt, und solche Pferde gibt es im Hochleistungssport kaum noch!

Diesen Text hier könnte ich noch um Seiten erweitern, tue es aber nicht aus Rücksicht auf Ihr Zeitbudget und meines. Meine Stute, die viele Jahre in dem umstrittenen Sport Vielseitigkeit trainiert wurde, ist heute auf den Tag 29 Jahre alt. Fragen Sie mal beim nächsten Turnier, wer Pferde im Sport kennt, die so ein Alter erreichen! Ich gehe jetzt mal raus zu ihr und gratuliere!

Ihnen wünsche ich das Stehvermögen und die nötige Härte, um den Gegendwind zu ertragen, der Ihnen nach Ihrem Bericht von Seiten der FN, den Reitern und den Veranstaltern von solchen Turnieren entgegen wehen wird! Trotzdem weiter so! Die Pferde brauchen Berichterstatter wie Sie! Ich habe mich gewundert, dass mich bei den Euroclassics in Bremen noch so viele Reiter respektvoll grüßen, denen ich zwei Jahrzehnte das Pferde quälen so schwer gemacht habe!!!

Ihre Stärke liegt in der Fotografie! Bieten Sie bitte mehr Ihrer Bilder den Kollegen der Fachpresse an, wenn Sie wirklich etwas verändern wollen!

Auszüge aus dieser Mail dürfen Sie gern als Leserbrief verwenden! Ich stehe zu meinem Wort und veröffentliche bei mir noch regelmäßige kritische Berichte zu Turnieren, Hengstpräsentationen, Stutenschauen und anderen Greuelterminen!

Herzliche Grüße
Ihre ehemalige Redaktions-"Kollegin" Karola Bady
(» www.karolabady.de)
» www.pferde-auf-die-couch.de

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Der Herausgeber ist nicht verantwortlich für Leserbeiträge und die Inhalte externer Internetseiten.
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