| | | | 1984, 1. German National Appaloosa Horseshow |  |  |  |
| | Nun sind die Quarter Horses gezielt auf die Viertelmeile gezüchtet; man darf also annehmen, daß Vollblüter über diese Distanz im allgemeinen unterlegen sind. We Go Easy war zur Hälfte Quarter Horse, und deshalb sollte dieses Ergebnis nicht allzu sehr überraschen. Im übrigen scheinen die Appaloosas nicht direkt gegen Vollblüter anzutreten. Dafür sind einige Rennen gegen Quarter Horses überliefert, von denen einige von Appaloosas gewonnen wurden. Wiederum kein so überraschendes Ergebnis. Möglicherweise sind diejenigen Appaloosas, die in Galopprennen eingesetzt werden, direkte Nachkommen von Vollblütern - Informationen darüber konnte ich jedoch nicht erlangen. Immerhin dürfen neben Quarter Horses noch Vollblüter und Vollblut-Araber uneingeschränkt in der Zucht eingesetzt werden. Irgendwo müssen sich diese Einflüsse ja auch bemerkbar machen. Auf der Seite » Appaloosa-Promotion habe ich ein Interview mit der bekannten Western-Ausbilderin » Ute Holm gefunden, die unter anderem bezüglich ihrer Erfahrungen mit Appaloosas und deren Eignung für die Arbeit mit Rindern befragt wurde: | [...] 1975 habe ich mit dem Reiten angefangen, auf Appaloosas in Tübingen, und zwar bei Heiko Reisgies und seiner Familie. [...] Zur Zeit habe ich meinen Schwerpunkt auf Rinderarbeit gelegt, junge und auch ältere Pferde für Cutting und Working Cowhorse auszubilden oder am Rind zu arbeiten – als Abwechslung für die Pferde. Das übrigens ist eine gute Sache, um Turniercracks wieder frisch und motiviert zu machen. Ich bin viel unterwegs, gebe viele Kurse bundesweit. Auch bei Reitern, die mit ihrem Pferd mal ins Cutting reinschnuppern wollen oder einfach wissen möchten, ob ihr Pferd Cowsense hat oder nicht. [...] Appaloosas sieht man nur sehr selten im Cutting. Es werden leider nur sehr wenige auf Rinderarbeit trainiert, die Besitzer geben ungerne das Trainingsgeld für diese eigentlich sehr vielseitigen und intelligenten Pferde aus. Appaloosas werden noch immer vermehrt von Freizeitreitern gekauft, die besonders die bunten Tiere lieben und nicht so sehr am Turniersport interessiert sind. [...] Natürlich bevorzuge ich "rinder-gezogene" Pferde, meist sind diese Appaloosas Nachkommen von guten Quarter Horse Cuttern, oft von DOC O LENA. [...] Gerne würde ich wieder mehr Appaloosas ausbilden, leider gibt es sehr wenige auf Cowsense gezogene Pferde bei den Appaloosas. Dazu kommt, dass die Ausbildung am Rind auch nicht gerade preiswert ist. [...] Das Interview entstand im Sommer 2005. » Über die Appaloosas zum Cutting | | | Cow-Sense ist also auch nicht gerade eine Stärke der Appaloosas, und wenn sie diese haben, so von ihren Quarter Horse-Vorfahren, wobei auch dort nur spezielle Zuchtlinien diese besonderen Eigenschaften besitzen. Die Faszination der Appaloosas scheint tatsächlich vor allen Dingen im Bereich der äußeren Erscheinung lokalisiert zu sein. Die besondere Spannung entsteht dadurch, daß sich das Erscheinungsbild (noch) nicht berechnen läßt. Zwar sind in dieser Hinsicht enorme Fortschritte erzielt worden (» Equine coat color genetics), aber ganz ist die Vererbung noch nicht aufgeklärt. Es ist aber bestimmt nur eine Frage der Zeit, bis man ziemlich genau berechnen kann, wie sich die äußeren Erscheinung bestimmen läßt (siehe » The Appaloosa Project).
| |