
| | W. Popken im Fenster Selbstportrait 08/2004 | | | | | 08.07.2007
PayPal
» PayPal ist ein echter Dienstleister und Problemlöser. Vor zehn Jahren, als die Kommerzialisierung des Internet gerade begann, war man sich der Problematik noch gar nicht so bewußt. Aber seit der weltweite Handel auch über das Internet abgewickelt wird, spürt jeder, der in einem fremden Land kaufen will, welche Probleme der Transfer von Geld bereiten kann.
Als ich vor wenigen Jahren Werbung mit Google ausprobierte, schickten die mir einen Scheck, den ich bei meiner Bank einlösen mußte. Wie umständlich! Und das bei einem Internetunternehmen vom Range Googles!
Inzwischen bietet Google ein eigenes Bezahlsystem mit dem Namen Gbuy an, was selbstverständlich von eBay als Kampfansage gegen PayPal aufgefaßt wurde - PayPal ist bekanntlich vor Jahren von eBay aufgekauft worden (» Google arbeitet an Bezahlsystem). Auch die Deutsche Telekom bietet über ihre Tochter (oder wie die ehemaligen Teile der Deutschen Post heute zusammenhängen) T-Com ein Bezahlsystem an: » T-Pay. Selbstverständlich sind das nicht die einzigen auf dem Markt. Wenn jemand ein wirkliches Problem gelöst hat, hat er Erfolg und andere machen es einfach nach - je mehr Nachahmer, desto bedeutender die Problemlösung des Pioniers. Google ist in diesem Fall also einfach ein Nachahmer.
Trendwende
Mittels PayPal kann man einfach, bequem und kostengünstig Geldbeträge in mehr als 50 Länder der Welt transferieren. Das ist gut. PayPal muß daran verdienen, so viel ist klar. Daß PayPal in diesem Jahr die Preise sehr stark erhöht hat, ist sicher nicht notwendig und hat viele Benutzer verärgert. Seither bitten wir unsere Leser, PayPal nur in solchen Fällen zu benutzen, wo es unvermeidlich ist. Mit anderen Worten, innerhalb Deutschlands und innerhalb der EU, wo Überweisungen problemlos möglich sind, sollte PayPal nicht mehr zum Einsatz kommen.
Das ist die Konsequenz, wenn man die Kunden zu stark schröpfen will. Man orientiert sich um. PayPal ist plötzlich einfach nicht mehr schick. Aber nicht nur PayPal ist nicht mehr schick, auch eBay ist inzwischen ziemlich out, wenn ich den Gerüchten glauben will. Immerhin interpretiere ich die Super-Sonderangebote von eBay als Eingeständnis der Flaute. Wenn sie es nicht nötig hätten, würden sie es nicht machen. Ein Power-Seller, der sich von eBay zurückgezogen hatte, erzählte mir, daß er binnen zwei Wochen zwei Anrufe von eBay bekommen hat. Zuletzt haben sie ihm sogar 50 EUR geboten, wenn er seinen Shop wieder betreibt. Wenn das kein alarmierendes Zeichen ist!
E-TAN-Software_2.68.zip
Neuerdings überraschte PayPal mit der Ankündigung, nun auch eine echte Bank zu sein. Interessiert mich das? Brauche ich noch eine Bank? Was bedeutet das für mich? Hoffentlich nichts! Selbstverständlich wurden dementsprechend die Geschäftsbedingungen geändert, die ich aber wirklich nicht lesen möchte.
Und gleich hängen sich die bösen Buben an diese Nachricht dran und versuchen, im Trüben zu fischen:
| Sehr geehrter PayPal Kunde,
sowie wir Ihnen bereits mitgeteilt haben, haben wir die langerwartete Banklizenz erhalten. Sie konnen selbstverstandlich wie gewohnt Ihr PayPal Konto weiternutzen.
Bitte beachten Sie die Einfuhrung einer neuen Sicherheitsmassnahme. Unsere Programmierer haben fur Sie ein ausgeklugeltes, elektronisches E-Tan System entwickelt, die Ihre Arbeit mit PayPal Banking noch sichere macht.
Wichtig Mit diesem Schreiben erhalten Sie einmalig ein Exemplar von Ihrem personlichen E-TAN Generator ID . Bitte installieren Sie umgehend ihre personlich Software und entfernen Sie aus Sicherheitsgründen diese Email aus ihren Postfach. Die Aktivierung der E-Tan Software wird gleich mit dem ersten Einloggen in Ihren PayPal Kundenbereich erfolgen.
WICHTIG - AUS SICHERHEITSGRUNDEN IST DAS PROGRAMM KEINE EXE DATEI - SIE KONNEN DIESE ABER ABSOLUT SICHER UND PROBLEMLOS INSTALLIEREN [...] | | |
Mit Sicherheit wird es naive Leute geben, die auf so etwas hereinfallen.
Lizenz zum Gelddrucken
Neulich habe ich verstanden, wie man mit Spam Geld verdienen kann - jedenfalls eine dieser Varianten. Haben Sie auch schon mal E-Mails bekommen, wo Sie aufgefordert werden, an einem bestimmten Termin eine bestimmte Aktie zu kaufen, die ganz billig ist? So etwas heißt man Penny-Stocks. In diesen E-Mails wird behauptet, daß an einem bestimmten Termin eine sogenannte Rallye beginnt.
Wer nun dumm genug ist und zu diesem Zeitpunkt kauft, sorgt dafür, daß der Kurs dieser Aktie steigt. Der Versender der E-Mails hat sich vorher mit Aktien dieser Sorte eingedeckt. Da er nun durch seine E-Mail die Rallye selbst gestartet hat, kann er garantiert der Gewinne mitnehmen, wenn er seine Aktien auf dem Höhepunkt der Rallye verkauft. Dadurch fällt natürlich der Kurs dieser Aktie entsprechend, und die naiven Käufer, die durch die E-Mail verführt worden sind, bleiben auf ihren wertlosen Papieren sitzen.
Soweit die Theorie; angeblich soll es gnadenlos funktionieren. Was nun der Trick der Leute mit der E-TAN-Software ist, weiß ich nicht, und ich möchte es auch nicht ausprobieren. Es wird sicherlich nicht zu meinem Besten sein.
Betrug beim Pferdekauf
Pferdehändler sind ja schon immer als Schlitzohren betrachtet worden - der Ausdruck Rosstäuscher spricht für sich. Ein wertloses Pferd für viel Geld zu verkaufen, ist ebenfalls eine Lizenz zum Gelddrucken. Wie man das macht? Ganz einfach. Man nehme zum Beispiel ein lahmendes Pferd. Es ist praktisch wertlos, schlimmer noch, es verursacht seinem Besitzer erhebliche Kosten. Dieser wird also froh sein, wenn er das Tier zu jedem Preis loswird.
Billiger Einkauf ist eine Seite des Geschäfts. Wenn das Pferd schick ist, kann man vielleicht jemanden verführen, viel Geld dafür auszugeben. Freilich muß das Tier zum Zeitpunkt des Verkaufs "gesund" sein. Kein Problem, man setzt das Tier unter Drogen, so daß es vorübergehend beschwerdefrei ist. Anschließend muß man noch eine kleine Hürde überwinden. Es muß unter allen Umständen vermieden werden, daß die Tatsache der Vertuschung ruchbar wird.
Das klingt schwieriger, als es ist. Man läßt im Zweifel ein tierärztliches Gutachten anfertigen, in dem der Tierarzt ausdrücklich bescheinigt, entsprechende Untersuchungen gar nicht angestellt zu haben. Wenn sich Wochen später dann herausstellt, daß die Krankheitssymptome lediglich unterdrückt worden sind, kann man die Vermutung des Doping meistens nicht mehr nachweisen. Pech aber auch! Lassen Sie sich gewarnt sein! Bauernfänger brauchen Dummköpfe, sonst funktioniert ihr Geschäft nicht, im Internet und im wahren Leben.

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