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Pferdezeitung

Zuchtregister

Pferderassen von A bis Z – alle Pferderassen mit Herkunft und Typ

Dieses Register führt die Pferderassen von A bis Z: mit Herkunft, Stockmaß, Zuchttyp und den Farbschlägen, an denen sich eine Rasse tatsächlich erkennen lässt. Es ist als Nachschlagewerk angelegt und nicht als Bildergalerie: Wer wissen will, worin sich zwei Pferderassen unterscheiden, findet die Merkmale nebeneinander statt in Fließtext verstreut.

Wie viele Pferderassen es weltweit gibt, hängt davon ab, wer zählt. Die Spannweite reicht je nach Quelle von rund dreihundert bis über achthundert. Der Grund liegt nicht in der Biologie, sondern in der Abgrenzung: Manche Zuchtverbände führen regionale Schläge als eigenständige Rasse, andere fassen sie zusammen. Hinzu kommt, dass Farbschläge wie Palomino oder Pinto häufig mitgezählt werden, obwohl sie keine geschlossene Zuchtpopulation bilden.

Drei Pferde unterschiedlichen Typs stehen im Profil nebeneinander vor schwarzem Hintergrund: ein schwerer Kaltbluttyp, ein feingliedriges Reitpferd und ein kleines robustes Pony
Kaltbluttyp, Reitpferdetyp und Pony im direkten Größenvergleich — dieselbe Anordnung wie im Register unten.

Pferderassen von A bis Z — A

CodeRassenbezeichnungUrsprungStockmaßTypMerkmale
TKM-01 Achal-Tekkiner Turkmenistan 150–160 cm Edelblut Ausdauernde Wüstenrasse, bekannt für den charakteristischen Metallglanz des Fells.
ESP-02 Andalusier (P.R.E.) Spanien 155–165 cm Barockpferd Iberisches Barockpferd, im Zuchtbuch als Pura Raza Española geführt.
ARA-03 Araber Arabische Halbinsel 145–158 cm Vollblut Ältestes Reinzuchtpferd der Welt; Ausdauer und Hitzeverträglichkeit prägen den Typ.

Pferderassen von A bis Z — B

CodeRassenbezeichnungUrsprungStockmaßTypMerkmale
RUS-01 Budjonny Russland 160–170 cm Warmblut Russische Reitpferderasse aus Don-Stuten und englischem Vollblut.

Pferderassen von A bis Z — C

CodeRassenbezeichnungUrsprungStockmaßTypMerkmale
FRA-01 Camargue-Pferd Frankreich 135–150 cm Landrasse Halbwild in der Camargue gehaltene Landrasse; Fohlen werden dunkel geboren.

Pferderassen von A bis Z — D

CodeRassenbezeichnungUrsprungStockmaßTypMerkmale
DEU-01 Deutsches Reitpferd Deutschland 160–175 cm Warmblut Sammelbezeichnung für die deutschen Warmblut-Zuchtpopulationen im Sportpferdetyp.
DEU-02 Deutsches Reitpony Deutschland 138–148 cm Pony Auf Reitpferdetyp gezüchtetes Pony für den Jugend- und Turniersport.
DEU-03 Dülmener Deutschland 125–135 cm Robustpony Halbwild im Merfelder Bruch lebende deutsche Wildpferdpopulation.

Pferderassen von A bis Z — F

CodeRassenbezeichnungUrsprungStockmaßTypMerkmale
NOR-01 Fjordpferd Norwegen 135–150 cm Robustpferd Norwegisches Robustpferd, durchgehend falben mit zweifarbiger Stehmähne.
NLD-02 Friese Niederlande 155–175 cm Barockpferd Mit markantem Behang an Beinen und langem, dichtem Langhaar.

Pferderassen von A bis Z — H

CodeRassenbezeichnungUrsprungStockmaßTypMerkmale
AUT-01 Haflinger Österreich (Südtirol) 138–150 cm Gebirgspferd Vielseitiges Gebirgs- und Freizeitpferd, einheitlich fuchsfarben gezüchtet.

Pferderassen von A bis Z — I

CodeRassenbezeichnungUrsprungStockmaßTypMerkmale
ISL-01 Islandpferd Island 132–145 cm Gangpferd Mit Tölt und Pass; auf Island gilt ein striktes Wiedereinfuhrverbot.

Pferderassen von A bis Z — K

CodeRassenbezeichnungUrsprungStockmaßTypMerkmale
POL-01 Konik Polen 130–140 cm Robustpony Mit Wildpferdmerkmalen, häufig in der Landschaftspflege eingesetzt.

Pferderassen von A bis Z — M

CodeRassenbezeichnungUrsprungStockmaßTypMerkmale
FRA-01 Mérens Frankreich (Ariège) 140–150 cm Gebirgspferd Schwarzes Gebirgspferd aus den Pyrenäen.

Pferderassen von A bis Z — N

CodeRassenbezeichnungUrsprungStockmaßTypMerkmale
GBR-01 New-Forest-Pony England 130–148 cm Pony Britisches Waldpony aus dem New Forest in Hampshire.

Pferderassen von A bis Z — O

CodeRassenbezeichnungUrsprungStockmaßTypMerkmale
DEU-01 Oldenburger Deutschland 165–175 cm Warmblut Großrahmiges deutsches Sportpferd aus dem Oldenburger Land.

Pferderassen von A bis Z — P

CodeRassenbezeichnungUrsprungStockmaßTypMerkmale
INT-01 Palomino international sehr variabel Farbschlag Keine eigenständige Rasse — die Goldfarbe beruht auf einer Kopie des Cream-Gens.
INT-02 Pinto international sehr variabel Farbschlag Kein geschlossener Rassetyp, sondern ein über die Scheckung definierter Farbschlag.

Pferderassen von A bis Z — Q

CodeRassenbezeichnungUrsprungStockmaßTypMerkmale
USA-01 Quarter Horse USA 145–160 cm Westernpferd Auf die Viertelmeile gezüchtetes Sprintpferd, Basis des Westernreitens.

Pferderassen von A bis Z — S

CodeRassenbezeichnungUrsprungStockmaßTypMerkmale
PRT-01 Sorraia Portugal 135–150 cm Landrasse Sehr kleine iberische Restpopulation mit ursprünglichen Wildpferdmerkmalen.

Pferderassen von A bis Z — T

CodeRassenbezeichnungUrsprungStockmaßTypMerkmale
USA-01 Tennessee Walking Horse USA 150–170 cm Gangpferd Mit dem charakteristischen Running Walk.
IRL-02 Tinker (Irish Cob) Irland 135–160 cm Robustpferd Irisches Robustpferd mit starkem Behang; als Irish Cob im Zuchtbuch geführt.
INT-03 Traber international 150–170 cm Rennpferd Auf Trabrennen im Sulky gezüchteter Leistungstyp.
DEU-04 Trakehner Ostpreußen / Deutschland 160–170 cm Warmblut Älteste deutsche Reitpferderasse, als Edelblutzucht ohne Fremdblutzufuhr geführt.
Balkengrafik: Stockmaß-Spannweiten der Zuchttypen von Robustpony bis Warmblut in Zentimetern, mit der Grenze von 148 Zentimetern zwischen Pony und Pferd
Die Spannweiten stammen aus dem Register auf dieser Seite: je Zuchttyp die Untergrenze der kleinsten und die Obergrenze der grössten geführten Rasse. Die 148-Zentimeter-Linie trennt formal Pony von Pferd — mehrere Typen liegen auf beiden Seiten.
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Die Grafik darf mit Quellenangabe übernommen werden. Code kopieren und im eigenen Beitrag einfügen:

Wie Pferderassen voneinander abgegrenzt werden

Ob eine Population als eigene Rasse geführt wird, entscheidet der zuständige Zuchtverband; es ist eine züchterische und organisatorische Festlegung, keine naturgegebene Grenze. Maßgeblich sind drei Dinge: ein geführtes Zuchtbuch, definierte Aufnahmekriterien und eine über Generationen stabile Abstammung. Wo eines davon fehlt, spricht man eher von einem Schlag, einem Typ oder einem Farbschlag.

Diese Systematik erklärt, warum Rassenlisten je nach Herkunftsland unterschiedlich ausfallen. Ein Pferd, das in einem Land als eigenständige Rasse geführt wird, kann anderswo als regionale Variante einer größeren Population gelten. Für die Praxis heißt das: Der Rassename allein sagt weniger über ein einzelnes Pferd aus, als viele annehmen.

Innerhalb jeder Rasse bleibt die individuelle Streuung erheblich. Zwei Pferde derselben Rasse können sich in Stockmaß, Temperament und Bewegungsveranlagung deutlicher unterscheiden als zwei Pferde verschiedener Rassen mit ähnlichem Zuchtziel. Wer ein Pferd sucht, sollte deshalb vom Verwendungszweck her denken und nicht vom Rassenamen. Das Register führt die Pferderassen von A bis Z genau aus diesem Grund mit Merkmalen statt mit Rangfolgen.

Deutsche Pferderassen und ihre Zuchtverbände

Die deutschen Pferderassen sind überwiegend Warmblutzuchten, die sich regional organisiert haben und über Zuchtverbände geführt werden. Sie definieren sich stärker über Zuchtziel und Leistungsprüfung als über eine geschlossene Ahnenreihe — Veredelung durch Vollblut ist ausdrücklich Teil des Zuchtprogramms.

Eine Ausnahme bildet der Trakehner: Die älteste deutsche Reitpferderasse wird als Edelblutzucht ohne Fremdblutzufuhr geführt und steht damit systematisch näher an den Reinzuchten. Neben den Warmblütern gehören auch Robustrassen zu den deutschen Pferderassen, etwa der Dülmener, der halbwild im Merfelder Bruch lebt.

Bei den Ponys ist das Deutsche Reitpony die wirtschaftlich bedeutendste Zucht: konsequent auf Reitpferdetyp gezüchtet und im Jugend- sowie Turniersport etabliert. Wer deutsche Pferderassen vergleicht, sollte Warmblut, Robustrasse und Reitpony als drei getrennte Zuchtlogiken lesen, nicht als Abstufungen derselben Sache. Deutsche Pferderassen sind damit weniger ein gemeinsamer Typ als ein gemeinsamer organisatorischer Rahmen.

Alle Pferderassen nach Typ geordnet

Für die Orientierung ist der Zuchttyp aussagekräftiger als die Herkunft. Vollblüter — Englisches Vollblut und Araber — sind Reinzuchten mit geschlossenem Zuchtbuch. Warmblüter sind die daraus veredelten Sportpferde. Kaltblüter bezeichnen die schweren Zugpferdetypen. Die Begriffe beschreiben Typ und Temperament, nicht die Bluttemperatur; das ist das häufigste Missverständnis überhaupt.

Daneben stehen Gruppen, die sich über ein besonderes Merkmal definieren. Gangpferde verfügen über zusätzliche Gangarten neben Schritt, Trab und Galopp; das Islandpferd mit Tölt und Pass ist das bekannteste Beispiel, das Tennessee Walking Horse mit seinem Running Walk ein weiteres. Barockpferde sind kompakter und aufgerichteter gebaut; Friese und Andalusier gehören hierher.

Robustrassen sind auf karge Haltung ausgelegt und kommen mit Witterung und magerem Futter zurecht. Und schließlich die Farbschläge: Palomino und Pinto sind über Fellfarbe beziehungsweise Scheckung definiert und treten in ganz unterschiedlichen Rassen auf. Wenn hier alle Pferderassen nebeneinander stehen, sind diese Kategorien deshalb bewusst getrennt ausgewiesen. Alle Pferderassen in einer einzigen Rangliste zu führen würde genau die Unterschiede verwischen, auf die es bei der Auswahl ankommt.

Stockmaß, Typ und Temperament richtig einordnen

Das Stockmaß wird am Widerrist gemessen und trennt formal Pony von Pferd. Die Grenze liegt in den meisten Regelwerken bei 148 Zentimetern. Für die Praxis ist diese Grenze weniger bedeutsam als oft angenommen: Ein kräftiges Pony trägt einen erwachsenen Reiter problemlos, während ein schmal gebautes Großpferd bei gleichem Gewicht an seine Grenze kommt. Entscheidend ist das Verhältnis von Fundament und Rumpf zur Last, nicht die Zahl allein.

Beim Temperament kursieren die hartnäckigsten Pauschalurteile. Rassebeschreibungen benennen Tendenzen einer Population, keine Eigenschaften eines Individuums. Ein als ruhig beschriebener Kaltblüter kann schreckhaft sein, ein Vollblut ausgesprochen gelassen. Aufzucht, Ausbildung und Haltung prägen das Verhalten stärker als die Abstammung — wer allein nach Rassebeschreibung auswählt, wird häufiger überrascht als bestätigt.

Aussagekräftiger ist die Bewegungsveranlagung. Sie ist züchterisch stabiler als das Temperament und lässt sich beim Vorstellen unmittelbar beurteilen: Taktreinheit, Raumgriff, Balance in der Wendung. Wer weiß, wofür das Pferd gedacht ist, erkennt an drei Gangarten mehr als an jedem Papier.

Farbschläge, Abzeichen und was sie nicht bedeuten

Fellfarbe ist genetisch gut verstanden und rassepolitisch trotzdem umstritten. Grundfarben sind Rappe, Brauner und Fuchs; alles Weitere entsteht durch Aufhellungs- und Scheckungsgene, die diese Grundfarben verändern. Der Falbe mit Aalstrich, der Schimmel, der über Jahre ausbleicht, der Palomino mit einem Cream-Gen; sie alle sitzen auf einer der drei Grundfarben.

Deshalb sind Palomino und Pinto keine Rassen. Sie beschreiben ein Erscheinungsbild, das in vielen Populationen auftritt, und werden über Zuchtverbände organisiert, die nach Farbe aufnehmen statt nach Abstammung. Wer beides verwechselt, sucht am Ende nach der falschen Kategorie.

Abzeichen an Kopf und Beinen dienen der Identifikation und stehen im Equidenpass. Sie sagen nichts über Qualität, Gesundheit oder Leistungsveranlagung aus — trotz aller Stallweisheiten über die Hufqualität weißer Beine, für die es keine belastbare Grundlage gibt.

Zuchtverbände, Zuchtbuch und Papiere

Ein Zuchtbuch ist mehr als eine Namensliste. Es legt fest, welche Tiere aufgenommen werden, welche Zuchtprüfungen verlangt sind und wie Abteilungen innerhalb der Population gegliedert sind. Über diese Regelwerke steuern Verbände das Zuchtziel, und über die Zeit verändern sie damit auch den Typ einer Rasse spürbar.

Für Käufer sind zwei Dokumente relevant. Der Equidenpass ist Pflicht und dient der Identifikation und der arzneimittelrechtlichen Einstufung; er ist kein Abstammungsnachweis. Die Zuchtbescheinigung dagegen weist die Abstammung nach und ordnet das Pferd einer Zuchtpopulation zu. Fehlt sie, ist das kein Mangel, aber es macht die Rassezugehörigkeit zur Behauptung.

Regional organisierte Verbände erklären auch, warum dieselbe Zuchtrichtung unter mehreren Namen läuft. Die deutschen Warmblutzuchten verfolgen weitgehend dasselbe Zuchtziel, führen aber getrennte Bücher mit eigener Herkunftsbezeichnung.

Robustrassen, Ponys und die Frage der Haltung

Robustrassen wie Konik, Dülmener, Fjordpferd oder Islandpferd stammen aus Regionen mit rauem Klima und magerem Futter. Ihr Stoffwechsel ist darauf ausgelegt, aus wenig viel zu ziehen — was in mitteleuropäischer Weidehaltung zum Problem wird. Auf fettem Gras nehmen diese Pferde schnell zu, und Übergewicht ist bei ihnen der wichtigste Risikofaktor für Stoffwechselerkrankungen.

Wer eine Robustrasse hält, plant deshalb die Fütterung von vornherein restriktiver: begrenzter Weidegang, strukturreiches Raufutter, kein Kraftfutter ohne Arbeitsbedarf. Umgekehrt vertragen diese Rassen Wind und Nässe deutlich besser als hoch im Blut stehende Sportpferde und kommen mit Offenstallhaltung meist besser zurecht als mit der Box.

Bei den Ponys ist zwischen Robustpony und Reitpony zu unterscheiden. Das Deutsche Reitpony ist auf Reitpferdetyp gezüchtet und hat mit einem Konik züchterisch wenig gemein, auch wenn beide unter dem Stockmaß von 148 Zentimetern bleiben. Die Haltungsansprüche unterscheiden sich entsprechend deutlich.

Für die Auswahl heißt das: Die Frage ist nicht nur, welche Rasse gefällt, sondern welche Haltungsform tatsächlich zur Verfügung steht. Eine Robustrasse in einer Anlage ohne Möglichkeit zur Weidebegrenzung ist eine absehbare Fehlentscheidung, egal wie gut das Pferd sonst passt.

Gangpferde: Tölt, Pass und Running Walk

Gangpferde beherrschen neben Schritt, Trab und Galopp mindestens eine weitere Gangart. Genetisch ist dafür in vielen Fällen eine Variante des DMRT3-Gens verantwortlich, die die Koordination der Gliedmaßen verändert. Das erklärt, warum die Fähigkeit vererbbar ist und sich über Zuchtauswahl verstärken lässt; sie ist keine Frage der Ausbildung allein, auch wenn erst das Training sie nutzbar macht.

Der Tölt des Islandpferds ist ein Viertakt in gleichmäßiger Folge ohne Schwebephase, weil immer mindestens ein Huf am Boden bleibt, sitzt der Reiter erschütterungsfrei. Der Pass dagegen ist ein Zweitakt, bei dem die Beine einer Körperseite gemeinsam vorgreifen — im Rennpass eine ausgesprochene Tempogangart, im Zeltpass unter dem Sattel unerwünscht. Beim Tennessee Walking Horse heißt die zusätzliche Gangart Running Walk und ist ein beschleunigter Schritt mit deutlichem Übertritt.

Weitere Gangpferderassen sind der Paso Fino und der Peruano mit ihren jeweils eigenen Gangvarianten, das Aegidienberger als deutsche Neuzüchtung sowie der Missouri Fox Trotter. In den Rassestandards ist jeweils festgelegt, welche Gangqualität erwartet wird: die Bewertung erfolgt über Taktreinheit und Gleichmaß, nicht über Tempo.

Für die Auswahl ist wichtig: Nicht jedes Pferd einer Gangpferderasse töltet gleich gut, und die Anlage sagt nichts über Rittigkeit. Wer ein Gangpferd sucht, lässt sich die zusätzliche Gangart bei der Besichtigung ausdrücklich zeigen, statt sie aus dem Rassenamen abzuleiten.

SCHRITT VIERTAKT ohne Schwebephase HL VL HR VR Fußfolge über Kreuz, immer zwei bis drei Beine am Boden. TRAB ZWEITAKT mit Schwebephase HL VL HR VR Diagonale Paare treten gemeinsam auf — daher das Durchschwingen im Sitz. TÖLT VIERTAKT ohne Schwebephase HL VL HR VR Dieselbe Fußfolge wie der Schritt, nur schneller. Weil nie alle vier Beine in der Luft sind, sitzt der Reiter erschütterungsfrei. PASS ZWEITAKT mit Schwebephase HL VL HR VR Die Beine einer Körperseite greifen gemeinsam vor. Im Rennpass eine Tempogangart, unter dem Sattel unerwünscht. Lime = Huf am Boden · ein Zyklus = ein vollständiger Bewegungsablauf · schematisch, keine Messdaten
Der Unterschied, auf den es ankommt, ist die Schwebephase: Schritt und Tölt haben keine — deshalb sitzt man im Tölt ruhig, obwohl das Tempo dem Trab entspricht.

Rassetypische Veranlagungen und was sie für die Gesundheit bedeuten

Geschlossene Zuchtpopulationen bringen es mit sich, dass bestimmte Veranlagungen in einer Rasse häufiger auftreten als in der Gesamtheit aller Pferde. Das ist kein Makel einzelner Zuchten, sondern eine Folge begrenzter Genpools, und in vielen Fällen inzwischen über Gentests beherrschbar, weil die verantwortlichen Mutationen bekannt sind.

Bei den Quarter Horses und verwandten Westernrassen sind mehrere solcher Anlagen identifiziert und werden über Testpflichten in den Zuchtprogrammen gesteuert. Robustrassen und Ponys neigen stärker zu Stoffwechselproblemen, weil ihr Energiehaushalt auf karges Futter ausgelegt ist; auf nährstoffreicher Weide entsteht daraus Übergewicht und in der Folge ein erhöhtes Hufreherisiko. Bei Schimmeln aller Rassen steigt mit dem Alter die Wahrscheinlichkeit von Melanomen, weil die Aufhellung über ein Gen läuft, das die Pigmentzellen betrifft.

Für Käufer folgt daraus ein praktischer Umgang statt einer Ausschlussliste. Bei Rassen mit bekannten Testverfahren gehört die Frage nach den Testergebnissen der Elterntiere in das erste Gespräch. Bei allen übrigen entscheidet die Ankaufsuntersuchung beim Pferdekauf über den tatsächlichen Zustand — die Rassezugehörigkeit liefert nur die Hinweise, worauf besonders zu achten ist.

Welche Rasse zu welchem Reitzweck passt

Die Zuordnung von Rasse und Verwendung ist eine Wahrscheinlichkeitsaussage, keine Regel. Warmblutzuchten sind auf Dressur- und Springveranlagung selektiert und bringen dafür die passende Grundausstattung mit; Westernrassen sind auf Wendigkeit, kurze Reaktion und ruhiges Arbeiten am langen Zügel gezüchtet. Gangpferde zielen auf Bequemlichkeit im Gelände über lange Strecken, Barockpferde auf Versammlungsbereitschaft und aufgerichtete Haltung.

Für den Distanzsport werden traditionell Araber und deren Anpaarungen gesucht, weil Ausdauer und Thermoregulation dort züchterisch im Vordergrund standen. Im Fahrsport spielen Kaltblüter und schwere Warmblüter weiterhin eine Rolle, im Voltigieren großrahmige, taktsichere Pferde mit ruhigem Grundtempo.

Wichtiger als die Rassezuordnung bleibt in jedem dieser Fälle das einzelne Pferd. Ein Warmblüter ohne Springveranlagung wird kein Springpferd, weil die Papiere es nahelegen, und ein solide gerittener Mischling kann im Freizeitbereich jedem Rassepferd überlegen sein. Die Rasse verengt die Auswahl sinnvoll. Die Entscheidung fällt sie nicht.

Wer unsicher ist, dreht die Frage um: Erst den Einsatzzweck, den eigenen Ausbildungsstand und die verfügbare Haltungsform festlegen, dann die Rassen heraussuchen, die dazu überhaupt in Frage kommen. Das Register ist dafür gebaut — die Spalten Stockmaß, Typ und Merkmale beantworten genau diese Vorauswahl.

Häufige Fragen zu Pferderassen

Wie viele Pferderassen gibt es?

Eine feste Zahl gibt es nicht. Je nach Zählweise werden weltweit zwischen rund 300 und über 800 Pferderassen geführt. Die Spannweite entsteht durch unterschiedliche Abgrenzung: Manche Verbände führen regionale Schläge eigenständig, andere fassen sie zusammen, und Farbschläge werden häufig mitgezählt, obwohl sie keine geschlossene Zuchtpopulation sind.

Was unterscheidet eine Rasse von einem Farbschlag?

Eine Rasse ist über eine Zuchtpopulation und ein Zuchtbuch definiert; die Abstammung entscheidet über die Zugehörigkeit. Ein Farbschlag ist über das Erscheinungsbild definiert: Pinto bezeichnet die Scheckung, Palomino die Goldfärbung. Beide treten in verschiedenen Pferderassen auf und werden nicht über die Abstammung bestimmt.

Welche deutschen Pferderassen gibt es?

Zu den deutschen Pferderassen zählen vor allem die regional organisierten Warmblutzuchten wie der Oldenburger, dazu der Trakehner als Edelblutzucht ohne Fremdblutzufuhr, Robustrassen wie der Dülmener sowie das Deutsche Reitpony als eigenständige Ponyzucht.

Was bedeuten Kaltblut, Warmblut und Vollblut?

Die Begriffe beschreiben Typ und Temperament, nicht die Bluttemperatur. Vollblut meint die Reinzuchten Englisches Vollblut und Araber, Warmblut die daraus veredelten Sportpferde, Kaltblut die schweren Zugpferdetypen.

Wonach sollte man eine Rasse auswählen?

Nach dem geplanten Einsatz, dem eigenen Ausbildungsstand und den Haltungsbedingungen. Stockmaß, Bewegungsveranlagung und Temperament des einzelnen Pferdes wiegen schwerer als die Rassezugehörigkeit, denn innerhalb jeder Rasse ist die Streuung groß.

Welche Pferderassen eignen sich für Anfänger?

Entscheidend ist nicht die Rasse, sondern Ausbildungsstand und Alter des einzelnen Pferdes. Als tendenziell nervenstark gelten Haflinger, Fjordpferde, Islandpferde, Quarter Horses und viele Kaltblutkreuzungen. Auch dort gilt: Ein gut gerittenes, erwachsenes Pferd ist für Einsteiger fast immer die bessere Wahl als ein junges Tier einer als ruhig beschriebenen Rasse.

Was ist der Unterschied zwischen Pony und Pferd?

Formal das Stockmaß: Die Grenze liegt in den meisten Regelwerken bei 148 Zentimetern, gemessen am Widerrist. In der Praxis ist die Grenze weniger aussagekräftig als angenommen, weil ein kräftiges Pony mehr tragen kann als ein schmal gebautes Großpferd. Ponyrassen unterscheiden sich zudem im Körperbau und im Stoffwechsel, nicht nur in der Größe.

Welche Pferderassen sind Gangpferde?

Zu den bekanntesten zählen das Islandpferd mit Tölt und Pass, das Tennessee Walking Horse mit Running Walk, der Paso Fino, der Peruano, das Aegidienberger und der Missouri Fox Trotter. Die Anlage für zusätzliche Gangarten ist vererbbar, muss aber trainiert werden, und sie fällt innerhalb einer Rasse unterschiedlich stark aus.

Welche Rasse ist die größte, welche die kleinste?

Zu den größten Rassen zählen das Shire Horse und andere schwere Kaltblüter, die deutlich über 175 Zentimeter erreichen können. Am unteren Ende stehen Falabella und Shetlandpony. Zwischen diesen Extremen liegt die große Mehrheit aller Pferderassen im Bereich zwischen 145 und 170 Zentimetern.

Sind Palomino und Pinto eigene Pferderassen?

Nein. Beide bezeichnen ein Erscheinungsbild: Palomino die Goldfärbung mit hellem Langhaar, Pinto die Scheckung. Sie treten in vielen Populationen auf und werden über Verbände organisiert, die nach Farbe statt nach Abstammung aufnehmen. Eine Rasse setzt dagegen eine geschlossene Zuchtpopulation mit Zuchtbuch voraus.

Was steht im Equidenpass und was in der Zuchtbescheinigung?

Der Equidenpass ist Pflicht, dient der Identifikation über Abzeichen und Chipnummer und hält die arzneimittelrechtliche Einstufung fest. Er ist kein Abstammungsnachweis. Die Zuchtbescheinigung weist die Abstammung nach und ordnet das Pferd einer Zuchtpopulation zu — ohne sie bleibt die Rassezugehörigkeit eine Behauptung.

Welche Robustrassen gibt es und was ist bei der Haltung zu beachten?

Zu den Robustrassen zählen unter anderem Konik, Dülmener, Fjordpferd, Islandpferd, Shetlandpony und Haflinger. Ihr Stoffwechsel ist auf karges Futter ausgelegt, weshalb sie auf mitteleuropäischer Weide schnell zunehmen. Begrenzter Weidegang, strukturreiches Raufutter und Verzicht auf Kraftfutter ohne Arbeitsbedarf sind bei ihnen der Normalfall, nicht die Ausnahme.

Welche Pferderassen kommen aus Deutschland?

Vor allem die regional organisierten Warmblutzuchten, dazu der Trakehner als Edelblutzucht ohne Fremdblutzufuhr, das Deutsche Reitpony als eigenständige Ponyzucht, Robustrassen wie der Dülmener sowie die Kaltblutschläge einzelner Regionen. Gemeinsam ist ihnen weniger ein Typ als der organisatorische Rahmen aus Zuchtbuch und Leistungsprüfung.

Kann man die Rasse eines Pferdes am Aussehen erkennen?

Nur eingeschränkt. Typische Merkmale wie Kopfform, Rahmen und Behang geben Hinweise, aber die Streuung innerhalb einer Rasse ist groß und viele Rassen ähneln einander. Farbe ist als Erkennungsmerkmal weitgehend untauglich. Sicherheit gibt allein die Zuchtbescheinigung.

Was bedeutet Stockmaß und wie wird es gemessen?

Das Stockmaß ist die Höhe am Widerrist, gemessen mit einem Messstab bei ebenem Stand. Es unterscheidet sich vom Bandmaß, das über den Körper gelegt wird und höhere Werte liefert. Für Turnierzwecke und die Pony-Pferd-Abgrenzung gilt ausschließlich das Stockmaß.

Gibt es rassetypische Krankheiten?

Ja, in geschlossenen Zuchtpopulationen treten bestimmte Veranlagungen häufiger auf. Bei mehreren Westernrassen sind die verantwortlichen Mutationen bekannt und über Gentests prüfbar: Robustrassen und Ponys neigen zu Stoffwechselproblemen, Schimmel aller Rassen mit zunehmendem Alter zu Melanomen. Die Rassezugehörigkeit sagt, worauf zu achten ist: den Zustand klärt die Ankaufsuntersuchung.