Zuchtregister
Pferderasse Islandpferd im Portrait
Mit Tölt und Pass; auf Island gilt ein striktes Wiedereinfuhrverbot.
Herkunft und das Importverbot
Das Islandpferd kam mit den Siedlern der Wikingerzeit nach Island und ist seitdem isoliert geblieben. Seit dem Jahr 982 gilt ein Einfuhrverbot für Pferde, eine der ältesten durchgehend geltenden Zuchtregelungen überhaupt.
Die Regel hat eine strenge Konsequenz: Ein Pferd, das Island einmal verlassen hat, darf nie zurückkehren. Der Bestand ist dadurch genetisch geschlossen und weitgehend frei von Krankheiten, die andernorts endemisch sind; der Preis ist, dass Islands Population gegenüber eingeschleppten Erregern besonders empfindlich wäre.
Exterieur und die fünf Gangarten
Das Islandpferd ist klein, kompakt und kräftig, mit dichtem Winterfell, viel Mähne und harten Hufen. Trotz des geringen Stockmaßes trägt es erwachsene Reiter ohne Weiteres. Fast alle Farbschläge kommen vor — die Rasse ist eine der farblich vielfältigsten überhaupt.
Neben Schritt, Trab und Galopp beherrscht es den Tölt, einen erschütterungsfreien Viertakt ohne Schwebephase, und ein Teil der Population zusätzlich den Rennpass, einen sehr schnellen Zweitakt mit Schwebephase. Fünfgänger beherrschen alle fünf, Viergänger töltten ohne Pass. Beide Veranlagungen sind erblich und werden auf Zuchtschauen getrennt bewertet.
Verwendung und Charakter
In Island wird das Pferd bis heute für den Schafabtrieb im Hochland eingesetzt; außerhalb ist es ein Freizeit-, Wander- und Turnierpferd mit eigener Disziplinstruktur; Tölt- und Passprüfungen auf der Ovalbahn oder der Passbahn.
Selbstbewusst, robust und arbeitswillig, mit ausgeprägtem Sinn für Herde und Gelände. Die traditionelle Aufzucht in großen Gruppen im Freien prägt Sozialverhalten und Trittsicherheit. Für den Reiter heißt das: ein unkompliziertes, aber kein unterwürfiges Pferd.
Haltung und Gesundheit
Witterung ist kein Thema — das Islandpferd gehört ganzjährig nach draußen und braucht kaum mehr als Windschutz und einen trockenen Liegeplatz. Die Fütterung dagegen ist es: Ein auf isländisches Weideland ausgelegter Stoffwechsel führt auf mitteleuropäischer Fettweide schnell zu Übergewicht und damit zu Hufrehe.
Das rassetypische Gesundheitsproblem außerhalb Islands ist das Sommerekzem, eine allergische Reaktion auf Stiche von Gnitzen. Weil diese Insekten auf Island fehlen, hatte die Population nie Gelegenheit, eine Toleranz zu entwickeln; importierte Pferde sind deutlich stärker betroffen als in Mitteleuropa geborene. Ekzemerdecken, insektenarme Standorte und windige Weiden sind die wirksamsten Maßnahmen.
Häufige Fragen zum Islandpferd
Warum dürfen Islandpferde nicht nach Island zurück?
Weil seit dem Jahr 982 ein Einfuhrverbot für Pferde gilt. Es schützt die isolierte, genetisch geschlossene Population vor eingeschleppten Krankheiten. Ein Pferd, das die Insel einmal verlassen hat, darf nie zurückkehren; auch nicht nach kurzer Zeit.
Was ist der Unterschied zwischen Tölt und Pass?
Der Tölt ist ein Viertakt in gleichmäßiger Folge ohne Schwebephase. Der Reiter sitzt erschütterungsfrei. Der Rennpass ist ein Zweitakt, bei dem die Beine einer Körperseite gemeinsam vorgreifen, mit Schwebephase und sehr hohem Tempo. Nicht jedes Islandpferd beherrscht beides.
Was sind Vier- und Fünfgänger?
Fünfgänger beherrschen Schritt, Trab, Galopp, Tölt und Rennpass. Viergänger zeigen alles außer dem Pass. Beide Veranlagungen sind erblich und werden auf Zuchtschauen getrennt bewertet; eine ist der anderen nicht überlegen.
Was ist Sommerekzem und warum sind Islandpferde besonders betroffen?
Eine allergische Reaktion auf Stiche von Gnitzen, die zu starkem Juckreiz an Mähne und Schweif führt. Weil diese Insekten auf Island nicht vorkommen, konnte die Population keine Toleranz entwickeln. Importierte Pferde sind deutlich stärker betroffen als in Mitteleuropa geborene.
Wo der Gangpferd mit 132–145 cm Stockmaß gegenüber anderen Zuchtrichtungen steht, zeigt die Pferderassen von A bis Z. Wer ein Pferd dieser Rasse sucht, findet unter Ankaufsuntersuchung und Kaufvertrag — die Pferdezeitung führt selbst keine Inserate.