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Pferdezeitung

Zuchtregister

Pferderasse Islandpferd im Portrait

Mit Tölt und Pass; auf Island gilt ein striktes Wiedereinfuhrverbot.

UrsprungIsland
Stockmaß132–145 cm
TypGangpferd
Farbschlägenahezu alle Farbschläge
Kleines kräftiges Pferd im Profil vor schwarzem Hintergrund, fuchsfarben mit hellem Langhaar, auffallend dichtes Mähnen- und Schopfhaar, kurze starke Beine
Das dichte Deckhaar ist eine Anpassung an das Klima der Insel und nicht an das Ausstellungsbild.
Dülmener: 125–135 cm Konik: 130–140 cm New-Forest-Pony: 130–148 cm Camargue-Pferd: 135–150 cm Sorraia: 135–150 cm Fjordpferd: 135–150 cm Tinker (Irish Cob): 135–160 cm Deutsches Reitpony: 138–148 cm Haflinger: 138–150 cm Mérens: 140–150 cm Araber: 145–158 cm Quarter Horse: 145–160 cm Achal-Tekkiner: 150–160 cm Tennessee Walking Horse: 150–170 cm Traber: 150–170 cm Andalusier (P.R.E.): 155–165 cm Friese: 155–175 cm Trakehner: 160–170 cm Budjonny: 160–170 cm Deutsches Reitpferd: 160–175 cm Oldenburger: 165–175 cm 148 CM 132 145 cm 120 130 140 150 160 170 180
Stockmaß 132–145 cm im Vergleich zu allen 24 Rassen des Registers (graue Balken). Als Gangpferd steht diese Rasse im Register neben einer weiteren Rasse desselben Typs.

Herkunft und das Importverbot

Das Islandpferd kam mit den Siedlern der Wikingerzeit nach Island und ist seitdem isoliert geblieben. Seit dem Jahr 982 gilt ein Einfuhrverbot für Pferde, eine der ältesten durchgehend geltenden Zuchtregelungen überhaupt.

Die Regel hat eine strenge Konsequenz: Ein Pferd, das Island einmal verlassen hat, darf nie zurückkehren. Der Bestand ist dadurch genetisch geschlossen und weitgehend frei von Krankheiten, die andernorts endemisch sind; der Preis ist, dass Islands Population gegenüber eingeschleppten Erregern besonders empfindlich wäre.

Exterieur und die fünf Gangarten

Das Islandpferd ist klein, kompakt und kräftig, mit dichtem Winterfell, viel Mähne und harten Hufen. Trotz des geringen Stockmaßes trägt es erwachsene Reiter ohne Weiteres. Fast alle Farbschläge kommen vor — die Rasse ist eine der farblich vielfältigsten überhaupt.

Neben Schritt, Trab und Galopp beherrscht es den Tölt, einen erschütterungsfreien Viertakt ohne Schwebephase, und ein Teil der Population zusätzlich den Rennpass, einen sehr schnellen Zweitakt mit Schwebephase. Fünfgänger beherrschen alle fünf, Viergänger töltten ohne Pass. Beide Veranlagungen sind erblich und werden auf Zuchtschauen getrennt bewertet.

Verwendung und Charakter

In Island wird das Pferd bis heute für den Schafabtrieb im Hochland eingesetzt; außerhalb ist es ein Freizeit-, Wander- und Turnierpferd mit eigener Disziplinstruktur; Tölt- und Passprüfungen auf der Ovalbahn oder der Passbahn.

Selbstbewusst, robust und arbeitswillig, mit ausgeprägtem Sinn für Herde und Gelände. Die traditionelle Aufzucht in großen Gruppen im Freien prägt Sozialverhalten und Trittsicherheit. Für den Reiter heißt das: ein unkompliziertes, aber kein unterwürfiges Pferd.

Haltung und Gesundheit

Witterung ist kein Thema — das Islandpferd gehört ganzjährig nach draußen und braucht kaum mehr als Windschutz und einen trockenen Liegeplatz. Die Fütterung dagegen ist es: Ein auf isländisches Weideland ausgelegter Stoffwechsel führt auf mitteleuropäischer Fettweide schnell zu Übergewicht und damit zu Hufrehe.

Das rassetypische Gesundheitsproblem außerhalb Islands ist das Sommerekzem, eine allergische Reaktion auf Stiche von Gnitzen. Weil diese Insekten auf Island fehlen, hatte die Population nie Gelegenheit, eine Toleranz zu entwickeln; importierte Pferde sind deutlich stärker betroffen als in Mitteleuropa geborene. Ekzemerdecken, insektenarme Standorte und windige Weiden sind die wirksamsten Maßnahmen.

Häufige Fragen zum Islandpferd

Warum dürfen Islandpferde nicht nach Island zurück?

Weil seit dem Jahr 982 ein Einfuhrverbot für Pferde gilt. Es schützt die isolierte, genetisch geschlossene Population vor eingeschleppten Krankheiten. Ein Pferd, das die Insel einmal verlassen hat, darf nie zurückkehren; auch nicht nach kurzer Zeit.

Was ist der Unterschied zwischen Tölt und Pass?

Der Tölt ist ein Viertakt in gleichmäßiger Folge ohne Schwebephase. Der Reiter sitzt erschütterungsfrei. Der Rennpass ist ein Zweitakt, bei dem die Beine einer Körperseite gemeinsam vorgreifen, mit Schwebephase und sehr hohem Tempo. Nicht jedes Islandpferd beherrscht beides.

Was sind Vier- und Fünfgänger?

Fünfgänger beherrschen Schritt, Trab, Galopp, Tölt und Rennpass. Viergänger zeigen alles außer dem Pass. Beide Veranlagungen sind erblich und werden auf Zuchtschauen getrennt bewertet; eine ist der anderen nicht überlegen.

Was ist Sommerekzem und warum sind Islandpferde besonders betroffen?

Eine allergische Reaktion auf Stiche von Gnitzen, die zu starkem Juckreiz an Mähne und Schweif führt. Weil diese Insekten auf Island nicht vorkommen, konnte die Population keine Toleranz entwickeln. Importierte Pferde sind deutlich stärker betroffen als in Mitteleuropa geborene.

Wo der Gangpferd mit 132–145 cm Stockmaß gegenüber anderen Zuchtrichtungen steht, zeigt die Pferderassen von A bis Z. Wer ein Pferd dieser Rasse sucht, findet unter Ankaufsuntersuchung und Kaufvertrag — die Pferdezeitung führt selbst keine Inserate.

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