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Pferdezeitung

Sammlung

Zitate

Über die Jahre gesammelte Zitate rund um Pferd, Reiten und Umgang.

Zur Zuschreibung

Zitate werden nur mit Urheberangabe geführt, wenn die Zuschreibung belegbar ist. Weit verbreitete, aber nicht gesicherte Zuschreibungen werden als solche gekennzeichnet statt ungeprüft weitergegeben. Diese Regel klingt kleinlich und ist der Grund, warum diese Sammlung kürzer ausfällt als die meisten Zitatlisten im Netz: Ein erheblicher Teil der Sätze, die als Pferdeweisheit kursieren, lässt sich beim Nachprüfen keiner Quelle zuordnen.

Warum Pferdezitate so oft falsch zugeschrieben werden

Zitate gewinnen an Gewicht, wenn ein bekannter Name danebensteht — und in Sammlungen wandert dieser Name mit, ohne dass jemand die Quelle prüft. Über mehrere Weitergaben wird aus einem anonymen Sprichwort ein Churchill, aus einer Paraphrase ein wörtliches Zitat. Nachvollziehen lässt sich das nur an der Primärquelle: Buch, Kapitel, Ausgabe. Wo diese Angabe fehlt, fehlt der Beleg; unabhängig davon, wie oft der Satz wiederholt wurde.

Was tatsächlich belegt ist

Zu den wenigen sicher zuordenbaren Texten gehört die älteste erhaltene Reitlehre des Abendlands: Xenophons Über die Reitkunst, entstanden im 4. Jahrhundert vor Christus. Sie enthält den Gedanken, dass ein unter Zwang erzwungener Bewegungsablauf weder schön noch verstanden sei — in der Überlieferung meist verkürzt zitiert, im Original ausführlich begründet. Gut belegt ist auch der Leitsatz aus Gustav Steinbrechts Gymnasium des Pferdes, das Pferd vorwärts zu reiten und dabei gerade zu richten. Das Werk erschien 1886 postum, von Paul Plinzner erweitert und herausgegeben — in Literaturverzeichnissen steht dafür bis heute vielfach 1885, was zeigt, dass auch eine Jahreszahl eine Zuschreibung ist, die man prüfen muss. Beides sind Sätze mit nachweisbarer Herkunft, weil das Werk selbst greifbar ist.

Die bekanntesten ungesicherten Zuschreibungen

Der wohl meistzitierte deutsche Pferdesatz ist ein Lehrstück für sich. „Das Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde" hat sehr wohl eine Fundstelle, nur lautet sie anders: Bei Friedrich von Bodenstedt steht 1851 in den Liedern des Mirza Schaffy „Das Paradies der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde, in der Gesundheit des Leibes und am Herzen des Weibes". Bodenstedt selbst führt den Satz als arabisches Sprichwort — ein Beleg dafür fehlt bis heute. Die geläufige Fassung ist also eine verkürzte Umformung eines belegten Verses, dessen eigene Herkunftsangabe unbelegt ist. Ebenso verhält es sich mit dem englischen Satz über das Äußere des Pferdes, das dem Inneren des Menschen guttue: Er wird seit Jahrzehnten Winston Churchill zugeschrieben; die International Churchill Society führt ihn ausdrücklich als nicht belegt. Nachweisbar ist eine ältere Spur: In einem Roman des 19. Jahrhunderts legt eine Figur den Gedanken Lord Palmerston in den Mund. Beide Sätze sind deshalb nicht falsch — nur ohne Autor.

Wie man ein Zitat prüft, bevor man es verwendet

Drei Schritte genügen meistens. Erstens: Gibt es eine Fundstelle mit Werk, Jahr und Seite, oder nur eine Sammlung, die auf eine andere Sammlung verweist? Zweitens: Existiert der Satz in der Sprache, in der die genannte Person geschrieben hat, oder kursiert er nur in Übersetzung? Drittens: Taucht er zu Lebzeiten der genannten Person überhaupt auf? Ein Zitat, das erst Jahrzehnte nach dem Tod des angeblichen Urhebers erstmals belegt ist, stammt mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht von ihm. Wer unsicher bleibt, schreibt „Sprichwort" oder „Verfasser unbekannt" — das ist keine Lücke, sondern die genauere Angabe.

Häufige Fragen

Warum stehen hier weniger Zitate als in anderen Sammlungen?

Weil nur aufgenommen wird, was sich einer Quelle zuordnen lässt. Ein erheblicher Teil der kursierenden Pferdeweisheiten hat keinen nachweisbaren Urheber; solche Sätze werden hier als Sprichwort geführt statt mit einem Namen versehen, der sich nicht belegen lässt.

Stammt „Das Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde" von einem bestimmten Autor?

Ja, aber nicht in dieser Form. Bei Friedrich von Bodenstedt steht 1851 in den Liedern des Mirza Schaffy: „Das Paradies der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde, in der Gesundheit des Leibes und am Herzen des Weibes." Die heute geläufige Fassung mit „Glück" ist eine verkürzte Umformung davon. Bodenstedt selbst bezeichnet den Vers als arabisches Sprichwort — ein Beleg dafür fehlt.

Hat Winston Churchill über Pferde geschrieben?

Der berühmte Satz, das Äußere eines Pferdes tue dem Inneren eines Menschen gut, wird ihm seit Jahrzehnten zugeschrieben, ist in seinen Schriften und Reden aber nicht auffindbar. Churchill ritt und schrieb über Pferde: dieser bestimmte Satz lässt sich ihm jedoch nicht zuordnen.

Welche historischen Reitlehren sind als Quelle gesichert?

Xenophons Schrift über die Reitkunst aus dem 4. Jahrhundert vor Christus ist die älteste erhaltene des Abendlands und vollständig überliefert. Gut greifbar ist außerdem Gustav Steinbrechts Gymnasium des Pferdes, 1886 postum erschienen und häufig fälschlich auf 1885 datiert. Bei beiden lässt sich ein Zitat am Werk selbst prüfen.

Wie erkenne ich eine falsche Zuschreibung?

An drei Punkten: Es fehlt eine Fundstelle mit Werk, Jahr und Seite; der Satz existiert nur in Übersetzung und nicht in der Sprache des angeblichen Urhebers, oder er ist erstmals lange nach dessen Tod belegt. Trifft eines davon zu, ist „Verfasser unbekannt" die genauere Angabe.