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Pferdezeitung

Zuchtregister

Pferderasse Camargue-Pferd im Portrait

Halbwild in der Camargue gehaltene Landrasse; Fohlen werden dunkel geboren.

UrsprungFrankreich
Stockmaß135–150 cm
TypLandrasse
FarbschlägeSchimmel (dunkel geboren)
Kleines kräftiges Schimmelpferd im Profil vor schwarzem Hintergrund, schwerer Kopf, kurzer starker Hals, dichte helle Mähne
Schimmel ist bei dieser Rasse die einzige zugelassene Farbe — die Fohlen kommen dunkel zur Welt.
Dülmener: 125–135 cm Konik: 130–140 cm New-Forest-Pony: 130–148 cm Islandpferd: 132–145 cm Sorraia: 135–150 cm Fjordpferd: 135–150 cm Tinker (Irish Cob): 135–160 cm Deutsches Reitpony: 138–148 cm Haflinger: 138–150 cm Mérens: 140–150 cm Araber: 145–158 cm Quarter Horse: 145–160 cm Achal-Tekkiner: 150–160 cm Tennessee Walking Horse: 150–170 cm Traber: 150–170 cm Andalusier (P.R.E.): 155–165 cm Friese: 155–175 cm Trakehner: 160–170 cm Budjonny: 160–170 cm Deutsches Reitpferd: 160–175 cm Oldenburger: 165–175 cm 148 CM 135 150 cm 120 130 140 150 160 170 180
Stockmaß 135–150 cm im Vergleich zu allen 24 Rassen des Registers (graue Balken). Als Landrasse steht diese Rasse im Register neben einer weiteren Rasse desselben Typs.

Herkunft und Zuchtgeschichte

Das Camargue-Pferd lebt im Rhône-Delta an der französischen Mittelmeerküste, einer Landschaft aus Salzwiesen, Lagunen und Sumpf. Es ist dort seit Jahrhunderten belegt und hat sich in weitgehend halbwilder Haltung an ein Umfeld angepasst, das die meisten Pferderassen nicht ernährt.

Ein Zuchtverband entstand 1964, der Rassestandard folgte 1976, das Zuchtbuch 1978. Es ist insofern ein Sonderfall unter den europäischen Zuchtbüchern, als es nicht nur die Abstammung führt, sondern auch den Geburtsort: Eingetragen werden drei Kategorien — Pferde, die im festgelegten Zuchtgebiet aus einer Manade stammen und vor dem Absetzen gebrannt wurden (sous berceau), solche aus dem Gebiet ohne Manade-Herkunft, und solche, die außerhalb des Gebiets geboren wurden (hors berceau). Die Herkunft schließt also nicht von der Eintragung aus, sie wird aber ausgewiesen.

Exterieur und Farbe

Der Bau ist gedrungen und funktional: kurzer, kräftiger Hals, breite Brust, kurze, sehr feste Gliedmaßen und auffallend harte, breite Hufe, die im weichen Untergrund tragen. Der Kopf ist eher schwer und zeigt ein gerades bis leicht geramstes Profil.

Farblich sind alle eingetragenen Tiere Schimmel. Aber sie kommen dunkel zur Welt. Fohlen sind braun oder rappfarben und schimmeln über die ersten Lebensjahre aus, bis das Fell weiß erscheint. Wer ein dunkles Camargue-Fohlen sieht, sieht kein Ausschlusskriterium, sondern den Normalfall der Rasse.

Verwendung und Charakter

Die eigentliche Aufgabe des Camargue-Pferds ist die Arbeit am halbwild gehaltenen schwarzen Stier: Die Gardians treiben und sortieren die Rinder beritten, was Wendigkeit, Nervenstärke und Selbstständigkeit verlangt. Diese Arbeit hat die Rasse geformt und wird bis heute ausgeübt.

Daneben ist das Camargue-Pferd ein verbreitetes Wander- und Ausrittpferd in der Region. Im Charakter gilt es als ausgesprochen unerschrocken, ausdauernd und eigenständig — Eigenschaften, die aus der Herdenhaltung im offenen Gelände stammen und im Umgang klare, ruhige Führung verlangen.

Haltung und Gesundheit

Die Rasse ist auf Nässe, Salz, Insekten und mageres Futter eingestellt und in ihrer Heimat ganzjährig draußen. Genau das macht sie in mitteleuropäischer Haltung anspruchsvoll; auf nährstoffreicher Weide nimmt sie schnell zu, und Übergewicht ist auch hier der Einstieg in Stoffwechselprobleme.

Die harten, breiten Hufe sind an weichen, feuchten Untergrund angepasst. Auf trockenem, hartem Boden verändert sich das Hornwachstum, und die Bearbeitung muss darauf eingehen. Ein Camargue-Pferd außerhalb seiner Herkunftsregion braucht deshalb einen Hufbearbeiter, der die Form der Rasse kennt und nicht auf ein Warmblutschema hin korrigiert.

Häufige Fragen zum Camargue-Pferd

Sind Camargue-Pferde wild?

Halbwild. Sie leben in Manaden; Herden im offenen Gelände, die einem Besitzer gehören und zugesehen werden, aber nicht im Stall stehen. Für Arbeit und Behandlung werden sie eingefangen und wieder freigelassen. Echte Wildpferde sind sie nicht.

Warum sind Camargue-Pferde immer Schimmel?

Weil das Zuchtziel den Schimmel festschreibt. Die Fohlen kommen dunkel zur Welt — braun oder rappfarben, und schimmeln über die ersten Lebensjahre aus. Der Vorgang ist normal und kein Hinweis auf eine Abweichung.

Wofür wird das Camargue-Pferd eingesetzt?

Traditionell für die berittene Arbeit an den halbwild gehaltenen Stieren der Region, ausgeübt von den Gardians. Daneben dient es als Wander- und Ausrittpferd. Für den klassischen Turniersport ist es nicht gezüchtet.

Kann man ein Camargue-Pferd außerhalb Frankreichs halten?

Ja, mit zwei Einschränkungen: Die Fütterung muss restriktiver geplant werden als bei Sportpferden, weil der Stoffwechsel auf karges Futter ausgelegt ist. Und die Hufbearbeitung sollte die rassetypische breite, harte Hufform berücksichtigen statt sie an ein Warmblutschema anzugleichen.

Wo der Landrasse mit 135–150 cm Stockmaß gegenüber anderen Zuchtrichtungen steht, zeigt die Übersicht aller Pferderassen. Wer ein Pferd dieser Rasse sucht, findet unter den Ablauf vor dem Kauf — die Pferdezeitung führt selbst keine Inserate.

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