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Pferdezeitung

Zuchtregister

Araber: Herkunft, Stockmaß und Zuchttyp

Ältestes Reinzuchtpferd der Welt; Ausdauer und Hitzeverträglichkeit prägen den Typ.

UrsprungArabische Halbinsel
Stockmaß145–158 cm
TypVollblut
FarbschlägeSchimmel, Fuchs, Brauner, Rappe
Schimmel im Profil vor schwarzem Hintergrund, deutlich konkav eingesenktes Kopfprofil, große Augen, kurzer Rücken, hoch getragener Schweif
Das eingesenkte Kopfprofil und die hohe Schweifhaltung sind die beiden Merkmale, an denen die Rasse am sichersten zu erkennen ist.
Dülmener: 125–135 cm Konik: 130–140 cm New-Forest-Pony: 130–148 cm Islandpferd: 132–145 cm Camargue-Pferd: 135–150 cm Sorraia: 135–150 cm Fjordpferd: 135–150 cm Tinker (Irish Cob): 135–160 cm Deutsches Reitpony: 138–148 cm Haflinger: 138–150 cm Mérens: 140–150 cm Quarter Horse: 145–160 cm Achal-Tekkiner: 150–160 cm Tennessee Walking Horse: 150–170 cm Traber: 150–170 cm Andalusier (P.R.E.): 155–165 cm Friese: 155–175 cm Trakehner: 160–170 cm Budjonny: 160–170 cm Deutsches Reitpferd: 160–175 cm Oldenburger: 165–175 cm 148 CM 145 158 cm 120 130 140 150 160 170 180
Stockmaß 145–158 cm im Vergleich zu allen 24 Rassen des Registers (graue Balken).

Herkunft und Zuchtgeschichte

Der Araber stammt von der Arabischen Halbinsel und wurde dort über Jahrhunderte von Beduinenstämmen gezüchtet, die Abstammungslinien mündlich weitergaben. Er ist die älteste heute noch bestehende Reinzucht und hat als Veredler an der Entstehung nahezu aller europäischen Warmblut- und Sportpferderassen mitgewirkt.

Die Reinzucht ist streng: Aufgenommen wird nur, wessen Abstammung vollständig aus der Rasse stammt; ein geschlossenes Zuchtbuch schließt Fremdblut aus. Daneben bestehen Anpaarungszuchten wie der Shagya-Araber und der Anglo-Araber, die als eigene Populationen geführt werden und nicht mit dem Vollblutaraber gleichzusetzen sind.

Exterieur und Erscheinungsbild

Charakteristisch sind der kurze, breite Kopf mit konkavem Profil, große Augen, weit geöffnete Nüstern und ein hoch getragener Schweif. Der Hals ist schwanenartig geformt, der Rücken kurz, das Fundament trocken. Die Rasse ist im Verhältnis zu ihrem Stockmaß auffallend gut tragfähig.

Farblich kommen Schimmel, Fuchs, Brauner und Rappe vor; Schecken und aufgehellte Farbschläge sind ausgeschlossen. Verbreitet ist die Angabe, der Araber habe weniger Rippen und Schweifwirbel als andere Pferde — die Zahl schwankt individuell und taugt nicht als Merkmal zur Rassebestimmung.

Verwendung und Charakter

Das natürliche Feld des Arabers ist der Distanzsport, wo er die internationalen Ergebnislisten dominiert. Grundlage sind Ausdauer, Thermoregulation und ein effizienter Stoffwechsel — Eigenschaften, die in der Wüstenzucht über Generationen selektiert wurden.

Daneben wird er im Freizeitbereich, in der Dressur und in Schauklassen vorgestellt. Im Charakter gilt er als sensibel, aufmerksam und ausgesprochen menschenbezogen; die Beduinenhaltung in unmittelbarer Nähe zum Menschen wirkt bis heute nach. Wer ihn über Druck arbeiten will, kommt nicht weit.

Haltung und Gesundheit

Der Araber ist genügsam und kommt mit weniger Futter aus als vergleichbar große Sportpferde. Bei sportlicher Nutzung braucht er dennoch eine bedarfsgerechte Versorgung, und wie jedes hoch im Blut stehende Pferd schätzt er Schutz vor anhaltender Nässe.

Für die Rasse sind mehrere rezessive Erbkrankheiten bekannt und über Gentests prüfbar: der schwere kombinierte Immundefekt SCID, die zerebelläre Abiotrophie CA und das Lavender Foal Syndrome. Alle drei treten nur auf, wenn beide Elterntiere Träger sind: die Frage nach den Testergebnissen der Eltern gehört deshalb in jedes Kaufgespräch.

Häufige Fragen zum Araber

Was unterscheidet Vollblutaraber, Shagya-Araber und Anglo-Araber?

Der Vollblutaraber ist die geschlossene Reinzucht ohne Fremdblut. Der Shagya-Araber ist eine auf arabischer Grundlage aufgebaute eigene Zucht, der Anglo-Araber eine Anpaarung von Araber und Englischem Vollblut. Alle drei werden in getrennten Zuchtbüchern geführt.

Warum sind Araber im Distanzsport so erfolgreich?

Weil Ausdauer, Wärmeregulation und ein effizienter Stoffwechsel über Generationen in der Wüstenzucht selektiert wurden. Diese Eigenschaften entscheiden über lange Strecken stärker als Grundgeschwindigkeit oder Rahmen.

Welche Erbkrankheiten sind beim Araber bekannt?

SCID als schwerer kombinierter Immundefekt, die zerebelläre Abiotrophie CA und das Lavender Foal Syndrome. Alle drei werden rezessiv vererbt und sind über Gentests prüfbar; betroffen sind nur Fohlen aus der Anpaarung zweier Träger.

Hat der Araber wirklich weniger Rippen?

Die Angabe ist verbreitet, aber als Merkmal untauglich. Die Zahl der Rippen und Schweifwirbel schwankt individuell und lässt sich am lebenden Pferd nicht als Rassenachweis heranziehen. Maßgeblich ist die Zuchtbescheinigung.

Wo der Vollblut mit 145–158 cm Stockmaß gegenüber anderen Zuchtrichtungen steht, zeigt die Rasseregister mit Stockmaß und Typ. Wer ein Pferd dieser Rasse sucht, findet unter die Kaufberatung — die Pferdezeitung führt selbst keine Inserate.