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Bericht Zu den Themen  Ausbildung,  Pferdeflüsterer · Gesamttext
Inhaltsverzeichnis Ausgabe 557.09 der Pferdezeitung vom 29.11.09
 Menü Hauptartikel 557
 Gefährliche Hengste in ... 
 Schardscha  Om El Assadik  Eine halbe Sekunde
 Geheimnis
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Das Eingangstor des Gestüts · © 2009
 
Das Eingangstor des Gestüts
Das Rondell im Vorhof · © 2009
 
Das Rondell im Vorhof
Der Springbrunnen · © 2009
 
Der Springbrunnen
Erfrischende Dusche für die Pferde · © 2009
 
Erfrischende Dusche für die Pferde

» Hans-Jürgen Neuhauser tritt mit dem Anspruch auf, eine universale Pferdesprache gefunden zu haben, die überall auf der Welt funktioniert. Um diesen Anspruch zu untermauern, hat er Reisen in den Wilden Westen und die arabische Welt unternommen; einerseits um mit Pferden zu arbeiten, die mit Menschen so gut wie nichts zu tun hatten, und andererseits mit extrem schwierigen und sogar gefährlichen Pferden.

Über seine Versuche, sich der frisch eingefangenen Mustangstute zu nähern, habe ich bereits berichtet. Dabei wurde vor allem deutlich, dass seine Haltung dem Pferd gegenüber anders ist, als wir das gewohnt sind; er respektiert das Pferd als gleichberechtigtes Wesen mit eigenen Gefühlen, die er ernst nimmt und nachvollziehen kann - seine Einfühlung geht sogar so weit, dass er mit dem Pferd leidet.

Darüber hinaus konnte er mit der Mustangstute zeigen, dass er über seine Methodik der Körpersprache in kürzester Zeit nicht nur Kontakt zu einem extrem verschreckten und gestressten Pferd aufnehmen, sondern sogar auch Vertrauen aufbauen konnte. Auf der  DVD HJN-Reiten werden die näheren Umstände nicht genannt, aber in der ZDF/ARTE-Dokumentation: Das Geheimnis der Pferdesprache wird verraten, dass er zwei Wochen lang mit dem Mustang Cheyenne jeweils 20 Minuten am Tag gearbeitet hat. Mehr kann ein Pferd seiner Meinung nach nicht verkraften.

Es wird leider nicht gesagt, am wievielten Tag die folgende Szene gedreht wurde: Der Strick ist immer noch nicht ab; er kann sie aber schon von hinten stoppen (was nach herrschender Lehre gar nicht möglich ist, weil das die treibende Position sei) und interpretiert dies als Zeichen dafür, dass sein Rang bereits höher ist als ihrer. Das zeigt er mehrmals und sehr überzeugend, vielleicht auch weil diese Szenen in der prallen Sonne im Wilden Westen gedreht sind und nicht unter den schwierigen Lichtverhältnissen in einer deutschen Reithalle.

Dann kommt die Szene, an die ich mich so gut erinnerte, die aber auf der DVD nicht zu finden war: Wo er mit dem Messer den Strick durchschneidet. Er nähert sich ihr nur so weit, wie es nötig ist, damit der Strick so kurz abgeschnitten werden kann, dass sie nicht drauftritt, wenn sie frisst, aber nicht kürzer, um ihr nicht zu nahe kommen zu müssen. Meine Erinnerung war also in Ordnung. (Wenn ich mir beide Filme vor Augen führe, frage ich mich, wie viel Material noch gedreht und weder für den einen noch für den anderen Film verwendet wurde. Und ich merke, dass ich auch den TV-Film mit einbeziehen muss, wenn ich Neuhauser gerecht werden will.)

Die Beweisführung in den USA darf also als gelungen gelten. Obwohl die Besitzerin der Ranch - die für ihre Arbeit mit den Rindern auf ihre Pferde angewiesen ist und deshalb notgedrungen sehr viel von Pferden verstehen muss (sie wird beim Beschlagen gezeigt) - beteuert, dass sie von Hans-Jürgen Neuhauser sehr viel gelernt hat und in den verbleibenden 14 Tagen auch noch viel zu lernen hofft, gesteht sie doch ein, dass sie das Gelernte bisher bei ihren Pferden noch nicht recht anwenden kann.

Sie führt als Grund dafür an, dass diese ja nicht wild seien, sondern ihre Freunde, aber da hat sie ihn wohl vollkommen missverstanden. Neuhauser ist ja gerade zu ihr in den Westen gekommen, weil er es in Deutschland immer mit Pferden zu tun hat, die den Menschen von Geburt an kennen, die von den Menschen in vielen Fällen ebenfalls als "Freunde" angesehen werden. Er wollte durch seinen Besuch zeigen, dass seine Methode eben nicht nur bei diesen Pferden funktioniert, sondern auch bei Pferden, die den Menschen erst seit kurzem kennen und so gut wie ausschließlich negative Erfahrungen mit ihm gemacht haben.




Schardscha


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Stute und Fohlen von dem Direktionsbüro · © 2009
 
Stute und Fohlen von dem Direktionsbüro
Alles im Blick: Die Gestütsdirektion · © 2009
 
Alles im Blick: Die Gestütsdirektion
Gestütsdirektorin Julie Day · © 2009
 
Gestütsdirektorin Julie Day
Om El Assadik, der Stolz des Gestüts · © 2009
 
Om El Assadik, der Stolz des Gestüts
In Arabien war die Problematik eine ganz andere. Dort warteten zwei Hengste auf ihn, die wie bei uns ihr ganzes Leben in der Obhut der Menschen waren. Nicht nur das, sie leben auch wie bei uns in engen Boxen, vergittert durch unüberwindliche Metallkonstruktionen, die möglicherweise sogar aus Deutschland importiert sind.

Und sie werden genau wie bei uns in erster Linie gehalten, um auf Zuchtschauen präsentiert zu werden und dort Preise einzuheimsen. Die Szenen von der Präsentation der arabischen Hengste auf Zuchtschauen sehen ähnlich aus wie in Deutschland: Die Beschäler wirken wie wilde Tiere und schleifen ihre Betreuer ziemlich nach Belieben mit sich herum.

Reiten muss man die für solche Präsentationen nicht unbedingt. Um sie körperlich fit zu erhalten, reicht notfalls auch die Führmaschine, über die das Gestüt selbstverständlich verfügt. Aber wenn man sie nicht einmal mehr putzen kann, wird die Sache bedenklich. Wenn Menschen zu Schaden kommen, sogar kritisch.

Bekanntlich haben die europäischen Herrscherhäuser im 18. und 19. Jahrhundert arabische Pferde importiert, um ihre Zucht zu verbessern, während die einheimische arabische Pferdezucht im 20. Jahrhundert ziemlich gelitten hat.

Erst mit dem neuen Reichtum durch das Öl haben sich die arabischen Herrscher wieder auf ihre kulturellen Wurzeln zurückbesonnen und bedeutende Zuchten aufgebaut, wobei sie ihr Material zum guten Teil in Europa und Amerika einkaufen mussten (» Vollblutaraber). Schöne Pferde gelten dort mehr noch als bei uns als Statussymbol.

Die » Vereinigten Arabische Emirate (VAE) haben sich 1971 gegründet, als die ehemaligen » Vertragsstaaten, auch bekannt als "Piratenküste", von Großbritannien in die Unabhängigkeit entlassen wurden. 1930 hatte man in dieser Gegend erstmals Ölbohrungen vorgenommen, 1960 wurde Öl entdeckt, 1962 das erste Öl gefördert.

Die Herrscher von » Abu Dhabi und » Dubai, Namen, die inzwischen weltweit bekannt sind, beschlossen, ihre » Emirat zu einer Union zusammenzuschließen und dann die Oberhäupter der anderen fünf Emirate einzuladen, der Union beizutreten - nachdem es nicht gelungen war, die » Föderation Arabischer Emirate mit » Bahrain und » Katar zu etablieren.

Zu diesen insgesamt sieben Emiraten gehört auch » Schardscha, dessen Herrscher » Sultan bin Muhammad al-Qasimi sich ebenfalls eine Luxuszucht leistet. Das Wort Schardscha (Englisch: Sharjah) hatte ich im Gegensatz zu den beiden genannten noch nie gehört; dabei war Schardscha bis in die Mitte des letzten Jahrhunderts das bedeutendste Emirat der Region, wo bis dahin die Perlenfischerei ihre Blüte hatte (» Geschichte der Vereinigten Arabischen Emirate).

Schardscha ist neben den beiden anderen das dritte Emirat, das über Ölvorkommen und deshalb erhebliche Finanzreserven verfügt; die anderen vier Emirate haben kein Öl, sind deshalb ziemlich arm und werden von den reicheren Genossen unterstützt.

Das Gestüt des Emirs von Schardscha wird von einer Engländerin geleitet: Julie Day, deren Dialoge, wie so häufig, falsch übersetzt worden sind. Sie duzt Neuhauser angeblich, was völlig undenkbar ist, wenn man ein bisschen mit der Kultur der Engländer vertraut ist. Die englische Sprache kennt ja überhaupt kein "Du"; der Engländer siezt ja sogar seinen Hund, wie » Egon Friedell einmal treffend bemerkte.

Die Gestütsleiterin kann auf 30 Pferdeburschen zurückgreifen, die sich vorbildlich um die luxuriös untergebrachten Stuten und Hengste kümmern. Geld spielt offensichtlich gar keine Rolle. Dumm nur, wenn Probleme auftreten, die man nicht in den Griff bekommen kann.

Um deutlich zu machen, wie gefährlich der Umgang mit einem Hengst sein kann, der einen Menschen angreift, wird in beiden Fassungen ein Film eingeblendet (in der DVD ohne Farben und als Amateuraufnahme gekennzeichnet), der den spielerischen Kampf zweier Junghengste auf einer mit Elektroband eingezäunten Weide zeigt.



Om El Assadik


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Vereinigte Arabische Emirate · © 2009  
» Vereinigte Arabische Emirate
Schardscha · © 2009  
» Schardscha
Neuhauser wird angegriffen ... · © 2009
 
Neuhauser wird angegriffen ...
... und weicht zurück · © 2009
 
... und weicht zurück
Sprecherin: Dieser Kampf zeigt wie massiv zwei Hengste die aufeinander treffen kämpfen. In der freien Natur gibt es in jedem intakten Herdenverband nur einen ausgewachsenen Hengst. Ein Hengst ist bereit seinen vitalen Lebensraum mit seinem Leben zu verteidigen. Wenn zwei Hengste miteinander kämpfen und der schwächere keine Fluchtmöglichkeit hat, besteht die Gefahr das der Sieger den Unterlegenen tötet.

Dieser Hengst hatte noch einmal Glück, der Zaun gab nach. Aber hier gäbe es kein Entkommen im Roundpen. Ein aggressives Tier kann hier extrem problematisch für Menschen werden. Wenn aus Sicht des Pferdes ein menschliches Fehlverhalten vorliegt, kann der Hengst zum Angriff übergehen. Und notfalls tut er dies mit derselben Intensität wie er gegen einen anderen Hengst vorgehen würde.

"Om El Azadik" seines Zeichens ungekrönter König am Hof, Herrscher über Mensch und Tier. Seit er vor sieben Jahren von seiner letzten Weltmeisterschaft aus den USA zurück gekehrt ist, war es unmöglich mit ihm zu arbeiten oder ihn zu trainieren. Trainer aus der ganzen Welt versuchten seine Aggressivität in den Griff zu bekommen. Der fast unbezahlbare Hengst attackierte jeden der etwas in den Händen hielt und damit auf ihn zuging. Somit war es unmöglich die üblichen und herkömmlichen Trainingsmethoden anzuwenden.
DVD HJN-Reiten, Gesamttext

Nun ist diese Darstellung etwas verkürzt. Zwar ist richtig, dass es in einer Herde nur einen Hengst gibt und dieser seine Herde um jeden Preis verteidigen muss, andererseits wird unterschlagen, was die Hengste anstellen, die es nicht schaffen, eine Herde zu bekommen. Die schließen sich nämlich zu Junggesellengruppen zusammen und leben in dieser Gruppe durchaus friedlich.

Diese Argumentation ist für den Film aber zu kompliziert. Hier geht es nur darum, die Gefährdung des Menschen durch die natürliche Disposition des Hengstes deutlich zu machen. Die publizierten Szenen mit den gefährlichen Hengsten sind spektakulär genug und beweisen hinreichend, dass Neuhauser sich der Todesgefahr ausgesetzt hat. Er war sich des Risikos bewusst und glaubte, es auf sich nehmen zu können.

HJN: Sharjah ist ein Emirat, äh, gehört zu den Vereinigten Arabischen Emiraten und ist das drittgrößte Emirat, liegt südlich von Dubai. Ähm, da war die besondere Herausforderung, ich wusste da sind zwei Hengste die so aggressiv sind. An dem weißen, an, an "Om El Assadik", das ist der Hauptbeschäler von Sharjah. Ich wusste das, also, es wurde mir auch zugetragen, ich wusste das es weltweit schon Trainer sich an diesem Pferd versucht hatten, mussten alle aufgeben.

Ich wusste das es sehr gefährlich ist da er schon mehrfach Mensch schwer verletzt hat und sieben Jahre, ist eine sehr lange Zeit. Mir war klar, wenn ich ein Pferd sieben Jahre lang nicht mehr trainieren kann, das der seinen, seinen Herrschaftsanspruch natürlich durchsetzen wird. Und da war ich neugierig.
a.a.O.

Tja, und im Film wird auch ganz deutlich, wie der Hengst das macht: Er steigt den Menschen einfach an.

HJN: Der ist taktisch so gut, der ist taktisch so gut, der, der ist klasse. Der weiß genau wie er es machen muss, das ich nicht agieren kann.
a.a.O.

Neuhauser schaffte es nicht, sich die Aufmerksamkeit des Hengstes zu verschaffen, und wollte auch nicht zur Peitsche greifen oder ihn anbrüllen. Stattdessen dachte er nach und beriet sich mit den Gestütsexperten bei einer Tasse Tee.



Eine halbe Sekunde


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Teerunde · © 2009
 
Teerunde
Ein einfühlsamer Mann · © 2009
 
Ein einfühlsamer Mann
Ist das nicht toll? Da verfällt jemand nicht in blinden Aktionismus, da glaubt einer nicht daran, er müsse sich jetzt und sofort beweisen, sondern gibt zu, dass er keine Lösung hat und auch keine vom Zaun brechen will, denn er weiß, dass das nicht gut gehen kann. Zumindest vermute ich, dass es so gewesen sein könnte.

Ich stelle mir vor, unter welchem Druck Neuhauser in diesem arabischen Gestüt gestanden hat. Geld ohne Ende, die besten Experten der ganzen Welt stehen auf Fingerschnipp zur Verfügung, kostbarste Pferde, größtmögliche Ratlosigkeit, und er soll es jetzt bringen, und hat nicht nur die Erwartungen seiner Auftraggeber im Rücken, sondern auch ein komplettes Filmteam samt finanziellem Risiko. Könnten Sie in einer solchen Situation ruhig bleiben und gut schlafen?

Neuhauser wusste doch, worauf er sich einließ. Er konnte sich vorbereiten, und er wusste, dass er sich mit ziemlicher Sicherheit etwas einfallen lassen musste, wo doch schon so viele Kollegen die Waffen strecken mussten. Die waren doch auch nicht schlecht, die konnten doch was, die ließen sich doch auch nicht von jedem wildgewordenen Hengst ins Bockshorn jagen, die hatten doch auch schon jede Menge Erfahrungen und Erfolgserlebnisse vorzuweisen. Nur was?

Man muss sich wundern, dass Neuhauser sich unter diesen Umständen überhaupt getraut hat. Er kann sich nur auf das verlassen haben, was ihn vor allen anderen auszeichnet. Seine Fähigkeit, sich in das Pferd hineinzuversetzen. Eben nicht mit Gewalt und billigen Tricks seinen Kopf durchzusetzen, sondern mit dem Pferd zu kommunizieren und zu sagen: Hey du, wie geht es dir, wollen wir es mal miteinander versuchen? Und das geht nur, wenn man dem Pferd gegenübersteht. Das kann man nicht im Voraus planen, das kann man nicht allgemein lösen, da muss man eine individuelle Antwort finden.

Am Ende des letzten Abschnitts habe ich wieder etwas verkürzt: Neuhauser wollte zwar nicht zur Peitsche greifen (sicher nicht, um dem Pferd weh zu tun, sondern eher um sich selbst eine Sicherheitsdistanz zu verschaffen), aber er konnte auch nicht; und das zeigt wiederum genau, was Neuhauser anders macht, wie anders er denkt:

HJN: Der weiß, wenn ein Mann mit etwas in der Hand kommt macht's Aua! Und bevor sie ihm weh tun, tut er dir weh. Das heißt du kannst weder mit der Longe wedeln, noch mit einer Longiergerte, Longierpeitsche hingehen, der attackiert dich und du kommst dann nicht mehr raus.

Also musste ich mir etwas überlegen. Ich musste mir also überlegen, ähm, nachdem ich ihn geführt hatte, er mich attackiert, angestiegen hat, war mir klar ich brauch eine halbe Sekunde Zeit.

Ich muss ihn mit irgendetwas verwundern ohne das es ihm weh tut, ohne das ich ihm einen Grund biete mich anzugreifen. Ich brauchte eine halbe Sekunde Zeit ihn zu verwundern, das ich agieren konnte.
a.a.O.

So, und wenn man erst einmal soweit ist, kommt man auch auf andere Ideen. Man weiß, dass man es so, wie die anderen es versucht haben, nie schaffen wird. Wer kommunizieren will, muss erst einmal die Basis zur Kommunikation schaffen, er muss erreichen, dass der Partner ihm eine Chance gibt, dass er überhaupt zuhört, dass er aufmerksam wird. Wie löst man ein solches Problem?

Man fand nicht nur eine Lösung, sondern auch eine unglaublich einfache: Eine mechanische Tröte, angetrieben durch eine Dose mit Druckluft. Damit konnte Neuhauser auf Knopfdruck ein Signal erzeugen, das den Hengst auf ihn aufmerksam machte, ohne sich selbst einbringen, ohne negative Energie aufbringen zu müssen. Fantastisch! Ein einfaches Mittel, das psychologisch vorteilhaft für beide Partner ist. Der Plan ging auf.



Geheimnis


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Die Gestütsleitung ist gespannt · © 2009
 
Die Gestütsleitung ist gespannt
Kann er den Zügel greifen? · © 2009
 
Kann er den Zügel greifen?
Na, was wird das? · © 2009
 
Na, was wird das?
Der Hengst streckt die Zunge raus · © 2009
 
Der Hengst streckt die Zunge raus
Und noch einmal! Er verarbeitet! · © 2009
 
Und noch einmal! Er verarbeitet!
Donnerwetter! Da ist ja schon was passiert! · © 2009
 
Donnerwetter! Da ist ja schon was passiert!
Julie Day und ihre Experten · © 2009
 
Julie Day und ihre Experten
"Das Geheimnis der Pferdesprache" ist der Titel des Fernsehfilms, den man leider nicht kaufen kann; ich hatte Glück - jemand hatte den Film mitgeschnitten und hochgeladen, was natürlich verboten ist. Infolgedessen wurde dieser Film wieder gelöscht und derselbe oder jemand anders hat ihn dann wieder hochgeladen und ich konnte zugreifen und ihn mir runterladen.

Wenn Sie bei Google nach dem Titel im Wortlaut suchen und Videos wählen, werden Sie einen entsprechenden Link finden, aber nicht den Film - jedenfalls im Moment, wo ich dies schreibe, nicht, denn ich habe mich gerade davon überzeugt, dass der Film schon wieder gelöscht ist. Das ist schade.

Denn durch die Veröffentlichung wird ja niemand geschädigt und letzten Endes sogar kostenlos Reklame für die Sender gemacht, die diesen Film bezahlt und bereits mehrfach gesendet haben. Die Kostenkalkulation des Senders ist auf jeden Fall aufgegangen; von deren Seite aus muss kein Geld damit verdient werden.

Manche Verlage, der » Der Spiegel oder » brand eins etwa, stellen ihr gesamtes Archiv kostenlos online. Besser kann man für sich selbst nicht werben, und gleichzeitig dient man noch der Sache, um derentwillen man überhaupt gearbeitet und investiert hat.

Das ist besonders fatal für Funkmedien, denn Sendungen versenden sich, wie Funkleute sich ausdrücken. Gemeint ist damit folgendes: Wenn die Sendung vorüber ist, ist alles vorbei. Wer zugehört oder zugeschaut hat, war Zeuge, alle anderen haben es sowieso nicht mitbekommen, und die, die dabei waren, haben es schnell wieder vergessen. Das ist gut, wenn man eine schlechte oder peinliche Sendung abgeliefert hat, aber schlecht, wenn man eine gute Sendung gebracht hat - ganz abgesehen davon, dass eine solche Haltung zu einem Gutteil nihilistisch und destruktiv ist.

Es sei denn, jemand würde die Sendung zu seinem persönlichen Gebrauch mitschneiden. Das darf der. Er darf diese Sendung nur nicht online stellen und damit allgemein verbreiten. Ist jedenfalls die Meinung der Hüter des geistigen Eigentums; ich sehe die Sache anders. Indem ich die öffentlich zur Verfügung gestellte Kopie heruntergeladen habe, habe ich gewissermaßen nachgeholt, was ich selbst hätte machen können, wenn ich entsprechend vorbereitet gewesen wäre.

Vermutlich hätte ich mir auch legal eine Kopie von einem Freund besorgen können; der einzige Stolperstein ist jetzt also die Tatsache, dass ich die Person, die diesen Film online gestellt hat, nicht kenne. Und aus diesem Grund werde ich meine Kopie Ihnen nicht zur Verfügung stellen, obwohl ich das technisch könnte, sogar ohne eine allgemeine Plattform bemühen zu müssen; in diesem Fall könnte man sogar argumentieren, dass Sie als meine Leser eine persönliche Beziehung zu mir haben und deshalb berechtigt wären, meine Kopie ihrerseits zu kopieren.

Als Journalist bin ich auf jeden Fall berechtigt, Schnappschüsse aus diesem Film zur Illustration und Unterstützung meiner Argumente einzusetzen; ich könnte mit derselben Begründung und unter Berufung auf das Zitatrecht sogar Ausschnitte aus dem Film zur Verfügung stellen. Aber das geht ja jetzt an der Sache vorbei. Wünschenswert wäre, dass dieser Film frei verbreitet werden könnte; am besten wäre es natürlich, wenn der Sender selbst sein Archiv öffnen würde. Das würde den noch nicht einmal daran hindern, den Film ein weiteres Mal im regulären Programm auszustrahlen: Für die nämlich, die immer noch nichts davon mitbekommen haben.

Meine Artikelserie zeigt zur Genüge, dass man sich mit so einem Film intensiv auseinandersetzen muss, wenn man ihn wirklich verstehen und begreifen will. Andernfalls rauscht das mehr oder weniger an einem vorüber und man hat nicht wirklich etwas davon. Man weiß ja inzwischen aus eigener Erfahrung, dass man sich schon bei einfachen PowerPoint-Präsentationen nicht gut gleichzeitig auf das Bild und den Ton konzentrieren kann (siehe » IM POWERPOINT-NIRVANA: Beamer an, Hirn aus).

Im Fernsehfilm gibt es eine weitere Szene, die in der DVD fehlt und von der ich gern mehr gesehen hätte, nämlich eine Erläuterung der Sprachvokabel "Stopp". Neuhauser zeigt in einem Kurs in Bayern, welche verschiedenen Gesten mit der Hand was bedeuten und wie man die Hand zu halten hat, wenn man Stopp sagen will. Und dann setzt er noch hinzu, dass dieses Signal weltweit genauso und eindeutig verstanden wird, ohne dass man es erklären muss.

Gut, das ist seine Botschaft, die Körpersprache, aber ich glaube nicht, dass es die Körpersprache allein ist. Es ist auch die Haltung. Im Fernsehfilm wird der "gegenseitige Respekt" betont. Genau das ist es. Neuhauser respektiert das Pferd. Das ist neu und ungewöhnlich. Dass das Pferd den Menschen zu respektieren habe, fordert jeder. Das ist trivial.

Was aber macht man, wenn man das Pferd respektiert, das Pferd einen selbst aber nicht? Mit diesem Problem war Neuhauser in diesem arabischen Gestüt aufs schärfste konfrontiert, und dafür hat er eine Lösung gefunden.

Wie die genau aussieht, was er macht, wie er vorgeht und was dabei herauskommt, das werde ich Ihnen in der nächsten Woche eingehend entwickeln.



Quellen / Verweise


  1. » Hans-Jürgen Neuhauser
  2.  DVD HJN-Reiten
  3. ZDF/ARTE-Dokumentation: Das Geheimnis der Pferdesprache
  4. » Vollblutaraber
  5. » Vereinigte Arabische Emirate
  6. » Trucial States
  7. » Abu Dhabi
  8. » Dubai
  9. » Emirat
  10. » Föderation Arabischer Emirate
  11. » Bahrain
  12. » Katar
  13. » Schardscha
  14. » Sultan bin Muhammad al-Qasimi
  15. » Geschichte der Vereinigten Arabischen Emirate
  16. » Egon Friedell
  17. DVD HJN-Reiten, Gesamttext
  18. » Der Spiegel
  19. » brand eins
  20. » IM POWERPOINT-NIRVANA: Beamer an, Hirn aus
  21.  Kommunikation: Flüstern oder signalisieren?, Die besondere Methode des Hans-Jürgen Neuhauser
      Ausgabe 547 · Teil 1
  22.  Die Empfindlichkeit der Pferde, Wie sind Pferde, wie geht man am besten mit ihnen um?
      Ausgabe 548 · Teil 2
  23.  Tanz - neu interpretiert, Körpersprache als Verständigungsmittel einander respektierender Wesen
      Ausgabe 549 · Teil 3
  24.  Ohne Zügel und Führstrick hilflos, Wenn's in der Herde funktioniert, dann muss es anders auch gehen
      Ausgabe 550 · Teil 4
  25.  Wie der Mensch das Pferd verwirrt, Die Kommunikation widersprüchlicher Botschaften
      Ausgabe 551 · Teil 5
  26.  Sei spontan! Komm raus!, Die Körpersprache des Cowboys als Beispiel für Double-Bind
      Ausgabe 552 · Teil 6
  27.  Arbeit mit der wilden Mustang-Stute, Wie Neuhausers Methode im Wilden Westen funktioniert
      Ausgabe 553 · Teil 7
  28.  Neuhauser und Monty Roberts: Ein Vergleich, Einfühlung und Machtausübung - zwei Ansätze zur Kommunikation mit Pferden
      Ausgabe 554 · Teil 8
  29.  Es muss jetzt irgendwas passieren, Aus einem Problempferd wurde in kürzester Zeit ein treuer Freizeitkamerad und Freund.
      Ausgabe 555 · Teil 9
  30.  Der richtige Sitz, Körpersprache setzt Körperbeherrschung voraus
      Ausgabe 556 · Teil 10


Abbildungen

  Werner Popken,  DVD HJN-Reiten, ZDF/ARTE-Dokumentation: Das Geheimnis der Pferdesprache




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