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Editorial zu Ausgabe 471

 
W. Popken im Fenster
Selbstportrait 08/2004
 
 
06.04.2008

Symmetrie

Wir Pferdefreunde sind oftmals auch Hundefreunde und beschäftigen uns vielleicht noch mit vielen anderen Tieren. Warum wohl? Warum nehmen wir alle diese Mühen auf uns, die Tiere uns aufbürden? Zweifellos bekommen wir etwas zurück, Freude, Nutzen, was auch immer.

In dieser Woche bin ich zufällig auf einen Artikel von » Paul Lutus gestoßen, der sich mit dem Symmetrie-Prinzip beschäftigt: » The Symmetry Principle, das er eine trügerisch einfache Idee nennt, die wir alle verstehen müßten.

Paul Lutus ist ein interessanter Mensch, manchen bekannt als Autor eines kostenlosen HTML-Editors (» Arachnophilia). Er hat die Schule abgebrochen, beim Raumfahrtprogramm der NASA mitgearbeitet, dort aus Gewissensgründen gekündigt, dann mehr oder weniger durch Zufall das erste Textprogramm erfunden (Apple Writer für den » Apple II), ist dadurch zu Wohlstand gelangt und anschließend zu einer dreijährigen Ein-Mann-Segeltour auf einer Zehn-Meter-Yacht aufgebrochen. Diese Reise hat er beschrieben und bietet das Buch als Web-Dokument kostenlos auf seiner Internet-Seite an: » Confessions of a Long-Distance Sailor.



Symbiose

Der erwähnte Artikel wurde durch den Beitrag eines Psychologen provoziert, der behauptet hatte, daß Zusammenarbeit in der Natur die Ausnahme darstelle, woraus er dann die wildesten Schlüsse für die Natur des Menschen, unsere Gesellschaft und das Zusammenleben zog. Dem widerspricht Lutus vehement und weist nach, daß im Gegenteil Zusammenarbeit in der Natur die Regel ist und üblicherweise alle Beteiligten davon profitieren. Statt des Begriffs Symbiose zieht er allerdings den der Symmetrie vor, weil sich das Phänomen nicht auf die Biologie beschränkt und die Ausgeglichenheit der Verhältnisse für ihn im Vordergrund steht.

Die genannten Beispiele werden durch wundervolle Fotos und eine putzige Erlebnisschilderung illustriert. Lutus unternahm 2007 eine Wanderung in Alaska, unter anderem um Bären zu beobachten und zu fotografieren. Während er auf einem Baumstumpen saß und eine Bärin mit zwei Jungen beobachtete, bemerkte er, daß diese sich nicht mehr auf den Lachsfang konzentrieren konnte, weil mehrere männliche Bären ihre Jungen bedrohten. Die Bärin näherte sich ihm daraufhin und plötzlich bemerkte er, daß sie schon zu nah war und er sich nicht mehr hätte retten können.

Ihre Untersuchung ergab offenbar, daß er den perfekten Babysitter für ihren Nachwuchs darstellte, weil die männlichen Bären aus schlechter Erfahrung einen weiten Bogen um Menschen machen. Sie deponierte ihre Jungen bei ihm und widmete sich anschließend in aller Ruhe dem Fischfang, während er zu seinen sensationellen Fotos kam. Beide Seiten profitierten.



Evolution

Man könnte die Zusammenhänge als Illustration der » Goldenen Regel auffassen:

Was du nicht willst, das man dir tu', das füg' auch keinem andern zu.

Lutus formuliert es anders:

Erwarte, nicht anders behandelt zu werden, als du andere behandelst.

Der Unterschied fällt auf den ersten Blick nicht sofort auf. Das Problem mit der Goldenen Regel ist, daß der andere möglicherweise das, was man selbst für wünschenswert hält, abscheulich findet. Die Menschen sind eben verschieden, man kann nicht wissen, wie der andere drauf ist. Deshalb lenkt Lutus den Blick auf die Evolution. Da die Symmetrie in der Natur so weit verbreitet ist, muß sie einen evolutionären Vorteil bieten, auch wenn dieser in jeder Generation nur winzig klein ist.



Wie Du mir, so ich dir

Die Entwicklung der Computer hat der modernen mathematischen Spieltheorie enormen Aufschwung gegeben. Man kann verschiedene Szenarien experimentell durchspielen und damit revolutionäre Prozesse simulieren. Lutus führt ein berühmtes Beispiel an: das » Gefangenendilemma. Wenn man dieses nämlich über mehrere Generationen spielt, wird es schnell vollkommen unübersichtlich. Damit hat man aber eine eher realistische Situation, denn unsere Handlungen werden ja durch unsere Erfahrungen gesteuert. Wir werden also die neue Entscheidung davon abhängig machen, welche Erfahrungen wir vorher gemacht haben. Hat uns der andere reingelegt, werden wir anders entscheiden, als wenn er kooperiert.

Da sich keine theoretische Lösung abzeichnete, hat der Mathematiker und Politikwissenschaftler » Robert Axelrod einen ungewöhnlichen Weg beschritten:

In zwei Programmierwettbewerben ließ er verschiedene, zum Teil sehr ausgeklügelte Strategien zusammentreffen. Die Programme stammen von vielen Personen aus unterschiedlichen Fachbereichen, darunter Mathematiker, Informatiker, Sozialwissenschaftler, Wirtschaftswissenschaftler und Psychologen. Es zeigte sich, dass sich in einem iterierten Gefangenendilema kooperative Strategien durchsetzen.

Überraschenderweise stellte sich heraus, dass eine sehr einfache Strategie beide Male am erfolgreichsten war: Tit for Tat, auf Deutsch Wie Du mir, so ich Dir, gewann beide Wettbewerbe und bekam insgesamt, summiert über alle Spiele eines Turniers, die meisten Punkte. Tit for Tat setzte sich gegen ausgeklügelte statistische Verfahren und gegen Strategien, die trickreich versuchten, die anderen zu übertölpeln, durch. Tit for Tat besteht darin, beim ersten Zusammentreffen mit einem anderen Spieler zu kooperieren und in allen weiteren Runden dann stets dessen Verhalten aus der Runde davor nachzuahmen.

a.a.O., dort weitere Einzelheiten




Hoffnungsschimmer

Man kann das Ergebnis mit Lutus auch so interpretieren: Die Ruchlosen werden auf Dauer verlieren. Das Internet ist ebenfalls ein gutes Beispiel: Die Netiquette bestraft diejenigen, die nicht kooperieren, die nur nehmen, nicht geben, die täuschen und betrügen - letzten Endes betrügen die sich selbst. Lutus nennt diejenigen, die nur zu ihrem eigenen Vorteil handeln, "Narzisten". Aufgrund des beschriebenen Mechanismus machen sich diese Leute in kurzer Zeit in ihrer Umgebung unmöglich und müssen wegziehen. Oder anders gesagt: Wegen dieser Narzisten neigen die Menschen dazu, nur mit denjenigen Geschäfte und Verträge zu machen, die sie kennen und denen sie vertrauen.

Wenn sich also jemand schlecht verhält, bekommt er es bei nächster Gelegenheit heimgezahlt und wird innerhalb der Gemeinschaft isoliert, wenn er sich nicht ändern kann. Wer das Spiel lernen kann, kann sein ganzes Leben in der Gemeinschaft verbringen und sich wohlfühlen. Die anderen müssen gehen und halten es nirgendwo lange aus. Narzisten hingegen, so wie er es versteht, sind unfähig zu lernen und müssen neue Dummköpfe finden, die ihnen vertrauen und die sie mißbrauchen können. Durch die Mobilität der amerikanischen Gesellschaft opfern manche das Vertrauen, das sie erworben haben, und müssen es anderweitig mühsam wieder aufbauen, während andere einfach den Konsequenzen ihrer Handlungen entfliehen.

Das erfolgreiche Prinzip wird von ihm als Bottom-up-Modell bezeichnet, da sich immer nur einzelne Personen miteinander in Beziehung setzen und Vertrauen gewinnen können, während in der Politik das Top-down-Modell herrscht, wo einzelne Menschen ohne Kontakt zur Bevölkerung den Druck von oben nach unten weitergeben. Charakteristischerweise landen nach seiner Sichtweise die Narzisten in der Wirtschaft und Politik oben, wo sie sich den Konsequenzen ihres Handelns regelmäßig entziehen. Wie in der Natur ist seiner Meinung nach der Fortschritt in Technik und Wissenschaft jedoch ebenfalls dem Einzelnen geschuldet, und selbstverständlich ist er, Paul Lutus, einer von diesen Einzelgängern, die Gutes tun und dadurch wirken.

Als Pferdefreund sind Sie jemand, der in diesem Sinne von unten arbeitet und mit dem Pferd oder dem Hund oder welchem Tier auch immer kooperiert. Jeden Tag aufs neue werden die Regeln ausgetestet, und jeden Tag aufs neue werden die Konsequenzen gezogen. Pferde haben ein sehr gutes Gedächtnis, eine schlechte Erfahrung kann nur sehr mühsam wieder ausgebügelt werden. Außerdem lassen sie sich durch aufgesetzte Egos nicht täuschen. Das erarbeitete Vertrauen läßt dann aber Unglaubliches möglich werden. Man tut also gut daran, auf die Symmetrie der Beziehung zu achten.

 
Chefredakteur und Herausgeber
 
 




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