
| | W. Popken im Fenster Selbstportrait 08/2004 | | | | 23.05.2004 Logout Es ist nicht einfach, es allen recht zu machen. Von Anfang an habe ich mich bemüht, den Umgang mit der Pferdezeitung für den Leser so einfach wie möglich zu gestalten. Es hat mich selbst immer sehr genervt, wenn ich mich irgendwo einloggen mußte. Wer will sich all die Passworte merken? Passwörter sollen die Sicherheit erhöhen. Da sich aber niemand so viele Passwörter merken kann, wie benötigt werden, ist die logische Konsequenz, daß jedermann mit einer Handvoll Passwörtern operiert. Eines mit vier Ziffern, eines mit sechs Stellen, Ziffern und Buchstaben gemischt, und was dergleichen Anforderungen noch sein mögen. Die Folge ist eine Abnahme der Sicherheit. Wer ein Passwort kennt, hat damit den Schlüssel zu vielen Wohnungen. Das kann es nicht sein. Ich will mir keine Passwörter ausdenken müssen, die ich mir nachher merken muß, aber nicht merken kann. Noch schlimmer sind die Passwörter, die mir zwangsweise zugeteilt werden. Die muß ich mir merken. Deshalb arbeitet die Pferdezeitung anders. Wenn man das erste Mal die Pferdezeitung benutzt und dabei die Adreßdaten eingibt, wird automatisch ein Passwort generiert. Dieses Passwort wird zwar in der Bestätigungs-E-Mail mitgeteilt, aber im Normalfall nicht benötigt. Denn gleichzeitig wird auf der Festplatte des Benutzers das Passwort in verschlüsselter Form abgelegt, und zwar als Cookie. Als die Pferdezeitung im Januar 1999 startete, galten Cookies noch als böse und manche Leute haben Cookies nicht zugelassen. Diese Zeiten sind erfreulicherweise längst vorbei. Wer Böses anrichten will, kann dies auch ohne Cookies tun. Cookies sind weder gut noch böse, sondern ein angemessenes Hilfsmittel, so wie ein Küchenmesser, auf das man keinesfalls verzichten kann, obwohl man damit auch Unfug anrichten könnte. Wenn der Benutzer die Pferdezeitung wieder anwählt, schickt der Browser des Benutzers diesen Cookie mit. Der Server der Pferdezeitung kann das Passwort heraussuchen, verschlüsseln und mit dem Cookie vergleichen. Ohne Zutun des Benutzers wird dieser also legitimiert und kann auf seine Daten zugreifen. Sollte der Leser von einer anderen Maschine aus auf seine Daten zugreifen wollen, kann dieser Mechanismus natürlich nicht funktionieren, weil die andere Maschine kein Cookie hat. In diesem Fall wird das Passwort benötigt. Da sich der Kunde das Passwort im Normalfall nicht gemerkt hat, muß er es sich zuschicken lassen. Diesen Mechanismus kennt heutzutage jeder. Wenn man an seine E-Mails herankommt, kann man also auch von fremden Maschinen aus auf seine Daten zugreifen. Das hat bis vor kurzem einwandfrei funktioniert. Neuerdings häufen sich die Probleme. Wie kommt das? Wir hatten eben gesehen, daß die Legitimierung an die Maschine gekoppelt ist. Wenn ich normalerweise vom Büro aus auf die Pferdezeitung zugreife und dort legitimiert bin und dies ausnahmsweise von Zuhause aus tun will, schadet es nicht, wenn ich auch von dort aus automatisch legitimiert bin. Sollte ich im Urlaub sein und von einem Internetcafé aus zugreifen wollen, funktioniert die Sache mit dem Cookie nicht. Oder besser gesagt: sie sollte nicht funktionieren. Denn nicht nur die Pferdezeitung arbeitet mit Cookies, und wenn die Maschine als solche legitimiert ist, kann jeder, der anschließend an dieser Maschine arbeitet, auf meine Daten zugreifen, was immer es ist. Deshalb funktioniert die Pferdezeitung auch ohne Cookies durch sogenannte Sessions. Solange man sich innerhalb der Pferdezeitung bewegt, wird die Legitimierung mitgeschleppt. Wenn man die Pferdezeitung verläßt, ist die Legitimierung verloren. Man kann also auch im Internetcafé bequem mit der Pferdezeitung arbeiten, muß sich in diesem Falle aber das Passwort merken und jedesmal einloggen. Nun häufen sich aber die Berichte, daß fremde Personen mit vorhandenen Identitäten gearbeitet haben. Es ist dabei kein Schaden entstanden. Die Leute haben einfach die Pferdezeitung benutzt und nicht bemerkt, daß sie eine fremde Identität genutzt haben. Sie haben z. B. auf eine Kleinanzeige geantwortet. Der Besitzer der Identität bekommt dann automatisch eine Kopie des entsprechenden Schreibens und wundert sich. Die Erklärung ist einfach. In jedem Fall hat diese Person eine öffentlich zugängliche Maschine benutzt, bei der Cookies funktionieren. Es sind mir Fälle bekanntgeworden, wo dies in einer Firma passierte oder in einer Universität. Von einem Internetcafé habe ich noch nicht gehört; wie man dort inzwischen mit Cookies umgeht, weiß ich nicht. In Universitäten hat man sich gezwungen gesehen, Cookies zu ermöglichen, weil die Studenten z.B. E-Mail-Accounts benutzen, die Cookies voraussetzen. Und nun ist die logische Konsequenz die, daß der Benutzer anschließend die Identität wieder löschen muß: Logout. Ich habe also einen entsprechenden Menüeintrag hinzugefügt und meine Hilfetexte beim Versand von E-Mails entsprechend angepaßt. Ich hoffe, daß damit jeder zufrieden ist. Wer den Komfort genießen kann, braucht nichts zu tun, wer auf fremden Maschinen arbeitet, kann sich anschließend ausloggen. Allerdings muß er sich beim nächsten Mal wieder einloggen - sorry, es geht nicht anders. Falls das auf die Dauer nicht funktionieren sollte - der Benutzer muß etwas tun! - müßte ich einen Mechanismus einbauen, der die Legitimierung nach einer gewissen Zeit automatisch beendet, wie man das etwa vom Onlinebanking kennt. Damit wäre natürlich der gesamte Komfort futsch. Das möchte ich vermeiden. Werbung Vor ein paar Tagen habe ich mich vollkommen in die Irre führen lassen. Eine aufmerksame Leserin beschwerte sich über unangemessene Werbung. Ich wußte nicht, worüber sie redet, und habe sie mißverstanden. Dieses Mißverständnis war verständlich, denn am Abend zuvor hatte ich eine Änderung eingebaut und konnte mir nichts anderes vorstellen, als daß diese Änderung der Stein des Anstoßes sein müsse. Wortreich habe ich den Leserin versucht zu erklären, warum ich diese Änderung vorgenommen habe und was der Sinn der ganzen Geschichte ist - alles voll daneben! Erfreulicherweise hat sich die Leserin durch meinen Roman nicht verschrecken lassen und noch einmal geantwortet. Immer noch war ich verwirrt, wußte nicht, was gemeint war, aber sie hatte mir einen Hinweis gegeben, der mir endlich ein Licht aufsteckte. Eine bestimmte Anzeige war gemeint, und weil noch zwei weitere, ähnliche geschaltet worden waren, hatte die Leserin Alarm geschlagen. Jemand hatte unter Pferdeanzeigen ein Gebiß inseriert. Das ist ganz klar ein Mißbrauch, nämlich ein Mißbrauch der Zeit des Lesers, der ein Pferd sucht. Er wird belästigt und beschwert sich zu Recht. Das war der Inserentin nicht bewußt. Sie hatte es nicht bös gemeint. Zwar bietet sie Reitartikel in einem Shop an, aber in diesem Falle handelte es sich nicht um irgendeinen beliebigen Reitartikel, sondern um ein spezielles Gebiß, nach dem sie selbst lange gesucht hatte. Sie war der Meinung, daß andere Leute sich freuen müßten, wenn sie erfahren könnten, wo man ein solches Gebiß kaufen kann. In dieser Annahme geht sie sicher nicht fehl. Eine solche Anzeige gehört nur an eine andere Stelle. Tatsächlich hatte sie dieses Gebiß auch zweimal in anderen Rubriken geschaltet, die durchaus angemessen sind. Es geht bei Handel und Wandel um Austausch. Der eine hat etwas, was der andere gerne hätte. Bevor dieser Austausch stattfinden kann, muß die Nachfrage das Angebot finden. Dazu betreibt der Anbieter Werbung. Kein Problem. Und wenn die herkömmlichen Möglichkeiten nicht den gewünschten Erfolg bringen, muß man sich etwas anderes einfallen lassen. Die Pferdezeitung bietet dazu die Pferdemesse. In der Pferdemesse können professionelle Anbieter sich angemessen darstellen. Gerade in der Verbindung mit Kleinanzeigen, Pferdeanzeigen, Deckanzeigen, Terminkalender und Presseerklärungen kann das Onlinemedium seine Stärken ausspielen. Und mit dem "Angebot der Woche" kann der Anbieter aktiv an die Leser der Pferdezeitung herantreten. Das muß sich nur noch herumsprechen. 
| | Chefredakteur und Herausgeber | | | |
|