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Bericht Zum Thema Politik · Politik
Inhaltsverzeichnis Ausgabe 373.06 der Pferdezeitung vom 21.05.06
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Wenn Europäer die Houyhnhnms heimsuchten <br>Quintanilla: Illustrations Gulliver's Travels · Copyright wie angegeben
Wenn Europ�er die Houyhnhnms heimsuchten
� Quintanilla: Illustrations Gulliver's Travels
Im Gegensatz dazu projiziert Marjorie Smith nicht irgendwelche Vorstellungen �ber Menschen auf Pferde, sondern benutzt Erkenntnisse �ber Pferde, um auf menschliche Sachverhalte hinzuweisen. Die politischen Analysen entstehen parallel zu den Einsichten �ber Pferde, diese werden lediglich dazu benutzt, den Blick f�r die menschlichen Verh�ltnisse zu sch�rfen.

Marjorie Smith lebt in den � USA, und die USA nehmen im neuen Jahrtausend eine ganz einzigartige Stellung in der Welt ein. Sie ist �ber ihre Arbeit zur Barhufpflege mit Menschen auf der ganzen Welt verbunden und sieht ihr Land nicht aus einem engen, lokalen Blickwinkel, sondern im gesamten Weltzusammenhang. Die Probleme, unter denen die gesamte Welt und vor allen Dingen die entwickelten Industriestaaten leiden, werden nat�rlich auch und besonders in den USA deutlich, und sie hat sich einen eigenen Reim darauf gemacht.

In der vorletzten Woche erw�hnte ich bereits, da� Marjorie Smith auf ihrer Barhufseite sogleich auf eine politische Widerstandsbewegung hinweist (� NoNAIS Protect Traditional Rights to Farm). Es geht dabei um das Vorhaben der US-Regierung, s�mtliche Tiere elektronisch kennzeichnen zu lassen. Davon profitiere vor allem die Gro�industrie, w�hrend die kleinen Leute f�rchten m��ten, auf der Strecke zu bleiben.

Diese Einsch�tzung der Situation, da� ausschlie�lich die Interessen der Gro�en auf Kosten der Kleinen gef�rdert werden, wird auch bei uns immer popul�rer. Nach dem Zusammenbruch des � Sozialismus und dem endg�ltigen Sieg des � Kapitalismus wird immer deutlicher, da� die schrankenlose Entwicklung des Gro�kapitals die Errungenschaften der letzten Jahrhunderte in k�rzester Zeit beiseite fegen und dies vielleicht sogar schon besiegelt sein k�nnte. In der Rezension einer Studie, die 1999 erschienen ist, lesen wir �ber � Theo Sommer, ehemals Chefredakteur der Zeit:

[...] sieht [er] die Gefahr, dass sich der Sieg des Kapitalismus �ber den Sowjetsozialismus als Pyrrhussieg entpuppen k�nnte, "wenn ein ungez�gelter Kapitalismus im �berschwang seines Triumphes die Idee der Sozialpflichtigkeit des Eigentums beiseitefegte und nur noch vor dem Goldenen Kalb des shareholder value tanzte".
Rezension � Geschichte der Elektrizit�tsversorgung in Ostwestfalen und Schaumburg-Lippe

F�r Marjorie Smith sind diese Gefahren ganz konkret. Im Gegensatz zu Theoretikern besch�ftigt sie sich mit Menschen und entwickelt aus dieser Erfahrung heraus ihre Einsichten und Forderungen. Auf ihrer Barhufseite gibt sie einige wenige Fakten �ber sich selbst preis und bietet dort etwas unscheinbar einen Link auf eine Seite, in der sie ihren abweichenden politischen Standpunkt erl�utert.

Dieser Aufsatz besteht aus zwei Teilen. Der erste ist ein Brief an ihren Bruder. Zeitlich folgt er dem zweiten Teil, der ihre politischen Erfahrungen und Konzepte entwickelt. Der Brief an den Bruder hat offensichtlich einen Anla�. Dem Bruder geht es nicht gut. Er f�hlt sich schlecht, und er schiebt die Schuld daf�r sich selbst in die Schuhe. An dieser Stelle setzt Marjorie Smith an und entwickelt ihre politische Theorie. Diese ist eine Kritik der amerikanischen kapitalistischen Gesellschaft. �hnlich wie Swift �bt sie eine Fundamentalkritik.

Kritik am herrschenden System ist nichts Besonderes - praktisch jeder hat etwas daran auszusetzen. Viele sind auch der Meinung, da� das System von Grund auf falsch ist und die Probleme sich nur versch�rfen k�nnen. Die meisten, die sich Gedanken machen, haben auch ganz konkrete Vorstellungen davon, was ge�ndert werden mu�, damit sich alles zum Guten wendet. Leider k�nnen sie nichts bewirken. Bis auf das Wahlrecht hat einfache B�rger nichts zu melden. Also fragt man sich, warum die Regierung und die Verwaltung nicht in der Lage sind, die Patentrezepte anzuwenden, die �berall wohlfeil angeboten werden. Au�erdem sollten wir doch auch gen�gend kluge K�pfe im Land haben, die Regierung und Verwaltung anst�ndig beraten k�nnen.

Eine der Antworten auf diese Fragen lautet, da� das System korrupt ist und sich nicht selbst stabilisieren kann. Der � Kommunismus behauptete sogar, die grunds�tzlichen Probleme des Kapitalismus verstanden und nachgewiesen zu haben, da� der Kapitalismus an seinen eigenen Problemen notwendigerweise zugrunde gehen m�sse. Im Grunde hat � Karl Marx das schon erwartet, und seit mehr als 100 Jahren konnte man verbl�fft beobachten, da� sich diese "wissenschaftliche" Voraussage nicht verwirklichen wollte. Im Gegenteil, Kommunismus und Sozialismus sind zusammengebrochen, der Kapitalismus hat triumphiert.

Vielleicht wird erst dadurch eine unvoreingenommene und grundlegende Kritik m�glich. Solange Kommunismus und Sozialismus als Schreckgespenst existierten, konnte eine Gesellschaftskritik, die sich auf die eigene Gesellschaft bezog, als unzul�ssig gebranntmarkt werden ("geht doch nach dr�ben"). Nun aber wird deutlich, da� unsere gegenw�rtigen Schwierigkeiten hausgemacht sind. Es gibt keine milit�rische Bedrohung mehr, aber trotzdem gibt es genug Kriege. Die gesellschaftliche Produktivit�t steigt unaufh�rlich, aber trotzdem w�chst die Armut unaufhaltsam. Die Wirtschaft verdient mehr denn je, trotzdem steigt die Arbeitslosigkeit immer weiter. Die Bosse schanzen sich immer h�here Verg�tungen zu, w�hrend die Arbeitnehmer immer mehr Abstriche hinnehmen m�ssen, die Regierung reformiert unaufh�rlich, und hinterher sind die Probleme noch gr��er als vorher. Kann das denn alles richtig sein?






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6   Poster zu Ausgabe 373
  Geschicklichkeit Ein Knappe hält einen Ring hoch.
  Wohl bemerkt der Ring!! Dieser muss aufgespießt werden.
  Zwei Ringe Auf einen Streich? Wohl nicht.
  "Der Herold" Schild, drehbar auf Achse gelagert
  Zielscheibe Mitten ins Schwarze
  Der Sack fliegt Drehimpuls sichtbar gemacht


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