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Bericht Zum Thema Wanderreiten · Gesamttext
Inhaltsverzeichnis Ausgabe 248.03 der Pferdezeitung vom 28.12.03
 Menü Hauptartikel 248
 Bad Doberan das Ziel 
 Spektrum der Rastplätze  Reihenfolge  Oranienburg
 Panik um Rucksack  Handpferd  Aufholaktion  Vereinigung
Inhaltsmenü
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Lover Boy im Rennen - und als Freizeitpartner?
© Foto Frank Sorge
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Neuburg, Teilnehmer am Ostseeritt

    Bad Doberan das Ziel   
    Sternritt mit Vollblütern - Teil 2   
von   Eva Richter



Wir waren nun schon über 6 Stunden unterwegs und auch die Pferde hätten sich längst eine Pause verdient. Dann sahen wir auf einmal an einem Feldweg einen Pferdetransporter stehen.

Kurz entschlossen darauf zu (dahinter zeichneten sich die Umrisse eines ehemaligen LPG-Geländes ab), um zu fragen, ob wir kurz rasten dürften und vielleicht Futter für die Pferde kaufen könnten. Uns war schon klar, daß wir wohl in die Nacht hinein reiten müßten, um die geplante Station doch noch zu erreichen.

Alles sah eher unbewohnt aus, es wurde auch immer dunkler, als Birgit abstieg und fragen ging. Hinter einem Fenster im Obergeschoß sahen wir zwei Gesichter und ich stellte mir die Szene vor, wie gleich jemand mit der Winchester rauskäme, um uns zu vertreiben.

Statt dessen kam Birgit zurück und rief, wir sollten hintenrum um den Hof gehen, da wäre der Eingang. Alles war egal, wir hintenrum und eine nette Frau machte uns den Stall auf.

Umgehend alle rein und in dem Moment, als wir aus den Sätteln glitten, ging draußen ein Regenguß runter als solle die Welt untergehen. Ein kleiner, aber sauberer trockener Stall, und wir wurden umgehend auf die Boxen verteilt, Stroh wurde eingestreut und Heu vom Boden runter geworfen.

Natürlich könnten wir hierbleiben. Vor Erleichterung und Erschöpfung fielen einige auf den duftenden Heuhaufen, der sich gerade im Stallgang gebildet hatte. Die ganze Familie des Hofes versammelte sich neugierig, Kaffee wurde gekocht und beim Getränkemarkt schnell Bier, Saft und Cola geholt. Wunderbar.

Als alle Pferde versorgt und gefüttert waren, riefen wir unsere Fahrerin an, damit sie uns abhole, da wir wenigstens in Löwenberg, der eigentlich eingeplanten Station, übernachten wollten.


Spektrum der Rastplätze


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Teilnehmerkarte
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2. Etappe
In der Zwischenzeit erzählten wir von unserem Ritt und es stellte sich lustigerweise heraus, daß die Betreiber des Hofes ehemalige Berliner waren und im Grunde den Hof damals eigentlich gar nicht haben wollten, sondern nur nach einer Datscha suchten.

Welch Glück für uns, daß dieses Vorhaben nicht umgesetzt wurde. So nach und nach renovierten sie Haus und Hof mit viel Sachverstand und wenig Mitteln und wollten zukünftig auch gerne Station für Wanderreiter anbieten. Können wir nur wärmstens weiterempfehlen.

Ganz im Gegensatz zu einer eingetragenen Wanderreitstation, welche wir telefonisch nach Rastmöglichkeit, Tränken und eventuelles Füttern der Pferde (gegen Entgeld) fragten, und diese ablehnten mit der Bemerkung, das störe die Stammgäste, fremde Pferde wollen sie nicht auf dem Hof. Zum Glück für den Betreiber stand der nicht vor mir. Bin ja schon für meine undiplomatische Art bekannt, aber bei so was brennen mir dann doch sämtliche Sicherungen durch.

Der Löwenberger Hof in Löwenberg: welch ein Unterschied zu Helenenau. Helenenau als preiswerte und gute Pension und der Löwenberger Hof als Hotel am Platze (mit dem entsprechenden Preisunterschied). Nach dem Duschen konnte ich mich zu nix mehr aufraffen, alle Knochen taten weh und weder die Aussicht auf Bier oder Essen ließen mich freiwillig nochmals aufstehen.

Am nächsten Morgen berieten wir nun, wie es weitergehen solle. Karten wurden studiert. Es wurde die Idee beratschlagt, daß Drinski und Lover Boy für zwei Tage jeweils die Hälfte der nächsten Strecken zusätzlich gehen sollten, die anderen mit dem Transporter eine Station überspringen würden und wir dann wieder im regulären Zeitplan wären. Birgit wollte unbedingt durch die MeckPomm Seenplatte reiten.......... Einen Versuch war es wert.

Da wir die geplanten Stationen sowieso umstoßen mußten, versuchten wir nun per Handy umzudisponieren. Ausgesprochen schwierig bei dem schlechten Netzempfang. Auf jeden Fall wollten wir erst mal noch eine Nacht im Löwenberger Hof bleiben und sehen, wie weit wir mit den Pferden kamen.

Diese begrüßten uns am nächsten Morgen auf dem Annenhof, hatten schon Hafer und Heu bekommen und wir nahmen die Gelegenheit war, den Hof bei Tageslicht nun mal genauer anzusehen. Eine schöne und pferdegerechte Anlage.

Alle Pferde hatten den gestrigen Tag ohne Probleme weggesteckt. Während unsereiner manchmal schon auf dem Zahnfleisch kroch (ja Birgit, ich weiß ï¿½ du nicht!!!), liefen alle Pferde frisch und mit ungebrochenen Vorwärtsdrang durch die Landschaft.


Reihenfolge


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Über den Hügel kommen sie
Neuburg hatte gleich am ersten Tag deutlich gemacht, daß er an der Spitze geht, sonst Ende Banane. Ausgerechnet der älteste in der Gruppe zeigte die meiste Veranlagung zu Seitwärtsgängen und Hüpfern, sollte seinem Wunsch nicht entsprochen werden.

Und Gabi meinte dazu nur immer wieder, daß sie das überhaupt nicht versteht, da er zu Hause immer eher lahmarschig sei und kaum vorwärtsginge....na ja � wer's glaubt!!!

Damit übernahm dann Gabi automatisch mit der Karte in der Hand die Führung. Dahinter Lover Boy mit Drinki und Mecox mit Black&White.

Und ab nun wurde es eigentlich so, wie es ursprünglich gedacht war. Bis auf einige kleine Unsicherheiten wegen der Richtung kamen wir gut vorwärts. Es gab herrliche Reitwege, Sandboden, wir konnten sogar eine längere Strecke traben. Die Laune war prächtig. So könnte es weitergehen bis zur Ostsee. Auch die Temperaturen wurden langsam wärmer.

Tja, und dann wurden wir jäh gestoppt. Nennt sich Oder-Havel-Kanal. Aus die Maus! Wie laut Karte geplant, kamen wir an der richtigen Stelle an, aber nix, niente, nada Brücke. Nur ein breites blaues Band tiefstes Wasser, links nix, rechts nix, nur Wasser.

Ratlosigkeit. Versucht zu telefonieren, unser Fahrer meinte auch, daß da eine Brücke sein müsse, sie wäre doch auch selber drüber gefahren. Waren wir etwa schon wieder vom Weg abgekommen? Also gut, wir versuchten ein Stück weit flußaufwärts zu reiten in der Hoffnung, hinter irgendeiner Biegung vielleicht eine Brücke erkennen zu können. Niet! Wieder zurück.

Einige Bootsfahrer haben sich bestimmt mehr als nur gewundert über die winkenden Figuren mit Pferden am Ufer, welche versuchten, gegen den Schiffsmotorenlärm anzurufen, um nach einer Brücke zu fragen. Die einzige Auskunft: keine Brücke auf 30km. Was nun? Nochmal in die andere Richtung; dabei mußten die Pferde über einen Wall klettern, in welchem eine Eisenstange gefährlich raus ragte. Aber alles ging gut.

Kein blindes Hinterherstürmen, sondern gesittetes, einzelnes und ruhiges Hinauf- und Hinabklettern ohne Blessuren. Aber auch dieser Trip brachte keine neuen Erkenntnisse; wieder zurück und bald merkten wir, wie uns unsere Pferde wohl für leicht verblödet hielten, als wir zum dritten mal die gleiche Strecke hin und her ritten.

Nochmaliges Telefonieren ohne Ergebnis. Birgit schlug vor, rüberzuschwimmen, und wäre an der anderen Seite die Böschung nicht so steil gewesen, hätten wir sie bestimmt festhalten müssen.

Dafür machte sich ihr faltbarer Eimer aus den unergründlichen Tiefen ihrer Packtaschen nützlich. Während wir noch überlegten, ob unsere Reise hier zu Ende sein sollte, tränkten wir damit unsere Pferde. Typischerweise hielt Lover Boy den Eimer erst mal für ein gefährliches Monster, aber als Mecox vormachte, daß das Ding ok war, wollte er sogar zeitgleich seinen Kopf reinstecken.

Einmal gelernt, danach ohne Probleme. Sowieso war Mecox in dieser Beziehung der Beste von allen. Der hatte als jüngster und erst 8 Wochen aus dem Rennstall raus einfach die Ruhe weg. Ein tolles Pferd.


Oranienburg


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Richtung Ostsee
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Lover Boy und Mecox in Friedrichshagen
Schweren Herzens beschlossen wir nun, zurück Richtung Oranienburg zu reiten, wo in weiterer Entfernung eine Brücke zu erkennen war. Gar nicht so einfach, da uns auf dem Weg noch ein großer Hafen/Lagerplatz für Baustoffe im Weg lag.

Zum Glück kamen wir heil da drum rum und ein noch größeres Glück, daß es noch vor 16 Uhr war, da sonst das ganze Gelände abgesperrt worden wäre, wie wir an der Schranke lasen, durch die wir hindurch mußten.

Und dann waren wir wieder an einem Punkt, wo wir eigentlich gar nicht hinwollten. Oranienburg! Die einzige Chance war, durch die Stadt und auf der Bundesstraße über die große Schleusenbrücke.

Im letzten Drittel bekam ich dann doch leichte Unruhe, da der Boden aus Betonplatten bestand und die Hufe der Pferde darauf laut und hohl klangen, auch meiner drehte den Kopf verdächtig zur Seite und sah ins Wasser. Wenn der da jetzt runterspringt, laß ich ihn los und dann kann er schwimmen -dachte ich nur. Drinski streifte mit dem Arsch kurz einen der dicken blauen Eisenpfeiler, erschrak sich kurz, aber alles ging gut. Vertrauensvoll liefen alle Pferde hinter uns her.

Man hat aber bestimmt die Erschütterung gespürt, als die Felsbrocken von unseren Herzen gefallen sind, als wir alle heil auf der anderen Seite ankamen. Super dickes Lob an alle Vierbeiner!

Und weiter gings. Ein neues Quartier war schon für uns ausgemacht. Durch das Verreiten hinter Bernau und die fehlende Brücke hatten wir nun fast 2 Tage verloren, so daß an ein Einhalten des ursprünglichen Zeitplanes gar nicht mehr zu denken war. Nächste Station wurde daher Friedrichshagen.

Daß die Angaben auf den Karten und der Hinweis von unserem Troß - die nächste links oder rechts - mit der Realität oft nicht übereinstimmte, sorgte wiederum für einige kleinere Umwege, aber alles in allem erreichten wir am Abend den vorgesehene Stall. Mitten im Wohngebiet gelegen, direkt an einer Straßenkreuzung.

Erst mal die Pferde versorgend, brachten wir einige Unruhe und Chaos auf den Hof. Rasch tauchten auch einige Mädchen neugierig auf und sofort hatte Mecox und Black&White wieder die meisten Fans um sich versammelt - wie überall wo wir hinkamen.

Die vorhandenen Boxen waren alle leer, jedoch zogen Birgit und ich es vor, unsere Pferde über Nacht draußen auf dem Reitplatz zu lassen. Mit Litze teilten wir den Platz in 3 Teile und ließen Drinski, Mecox und Lover Boy dort frei. Für Mecox wurde der Zaun jedoch bald enger abgesteckt, da er die Rosen als fressbar einstufte und kaum davon abzuhalten war, den großen Strauch am Rande erheblich zu reduzieren.

Black&White und Neuburg wurden in Boxen untergebracht, während wir den Gasthof gegenüber entdeckten und uns dort günstig durch die Speisekarte fra......upps, sorry, aßen. Durchs Fenster konnten wir Mecox Versuche, an die Rosen zu kommen, im Auge behalten.


Panik um Rucksack


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Gabi im Troßbus
Die Besitzerin des Hofes, welche uns so freundlich und spontan aufgenommen hatte, erklärte, daß ihre eigenen Pferde auf Koppeln vor dem Ort verteilt wären und sie eines der wenigen noch existierenden Thüringschen Kaltblutpferde besäße. Diese Rasse steht auf der Roten Liste und es gibt wohl insgesamt nur noch 200 Stück davon.

Alleine das war für Birgit schon ein guter Grund, vor Ort zu übernachten, um gleich morgens sich dieses Pferd ansehen zu können. Wir holten also den VW-Bus aus Löwenberg.

Wieder wurde es fast Mitternacht, bevor wir im Löwenberger Hof ankamen. Der nächste Morgen sollte unserer Fahrerin endgültig den Rest geben. Beim Frühstück stellte sie fest, ihr Rucksack war weg.

Panik machte sich breit. Außer einer neuen Kamera waren darin wohl alle ihren wichtigen Papiere. Wir suchten zuerst alle Möglichkeiten im Hotel ab, vielleicht war der Rucksack ja irgendwie mit anderem Gepäck bei einem von uns im Zimmer gelandet.

Das Auto wurde von innen nach außen gekehrt, kein Rucksack. Wir versuchten zu rekonstruieren, was passiert sein könnte. Von irgendwo liegenlassen bis Diebstahl gingen wir alle Möglichkeiten durch.

Auch Nachfragen beim Hotelservice sowie den vorigen Stationen brachten uns keinen Schritt weiter. Und dabei lief uns auch noch die Zeit davon. Bis 10 Uhr sollten unsere Pferde vom Hof sein, da dort auf dem Platz Reitstunden stattfinden sollten.

Ihre Nerven lagen verständlicherweise blank. Panisch telefonierte sie bereits mit der Versicherung, versuchte via Handy jemanden als Troßbegleiter zu organisieren, da sie sofort nach Hause zurück wollte. Mit einem Wort: die Schnauze gestrichen voll.

In kürzester Zeit fuhr ich mit dem VW-Bus zum Stall, wo wir schon dringlichst erwartet wurden. Lover Boy sollte nun von Birgit als Handpferd mitgenommen werden, und ich mußte nochmal ins Hotel zurück, die Rechnung begleichen, den Hänger ankoppeln und vielleicht erneut nach dem verschwundenen Gepäckstück suchen.

Beim Betreten der Lobby sah ich einen Rucksack an der Wand lehnen � der Rucksack! Keiner konnte es sich erklären, aber alle waren sich einig, vor kurzem stand der noch nicht dort. Und nichts fehlte. Unglaublich.

Später konnten wir nur folgendes schlußfolgern: vor lauter Übermüdung wurde der Rucksack am Vorabend dort kurz abgestellt und irgendwie vergessen. Die Reisegruppe, welche in der Nacht ankam, hat diesen dann wohl mitgenommen in der Annahme, daß er zu ihren Sachen gehöre, und als morgens festgestellt wurde, daß dem nicht so sei, einfach wieder dort abgestellt. Auf alle Fälle war die Erleichterung groß.


Handpferd


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Lover Boy als Handpferd, daneben Neuburg, dahinter Mecox
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Gestüt zu den Fichten, vorne Neuburg
Manchmal ist es doch von Vorteil, wenn man blond und Frau ist......vor dem Löwenberger Hof traf gerade eine größere Motorradtruppe ein, welche ich nett ansprach, ob mir einer der Männer nicht beim Ankoppeln des Pferdehängers helfen könne...????

Irgendwie funktioniert das doch immer. Kurz bedankt und ab ging's Richtung Pappelhof. Dort sollte ein Hof sein, wo wir kurz rasten könnten und ich wollte mich auch überzeugen, daß es meinem Pferd gut ging. Irgendwie schon ein komisches Gefühl, ihn so aus der Hand zu geben.

Zum Thema Handpferd; darüber werden Bücher geschrieben und tausend teure Tips gegeben, wie man ein Pferd als Handpferd ausbildet. Einige Westernreiter, welche ich kenne, erzählten mir von wochenlangen Übungen, bis das klappte mit ihren Quartern.

Keine 5 Minuten, nachdem wir mit den Autos am Pappelhof standen, kamen schon die Reiter. Gabi hatte inzwischen mein Pferd übernommen und zufrieden lief Lover Boy neben Neuburg her, als hätte er nie was anderes gemacht. Sagenhaft. Es hatte überhaupt keine Probleme gegeben.

Auf besagtem Hof war keiner zu Hause und richtig rasten wollte auch niemand. Konditioniert durch die letzten Tage wurde beschlossen, umgehend weiter zu reiten. Nächste Station: das Gestüt zu den Fichten.

Eine wirklich schöne Anlage, und knapp nachdem wir uns umgesehen und die Boxen kontrolliert hatten, trafen auch schon die Pferde ein. Ganz entspannt und mit guter Laune.

Die Pferde wurden versorgt und konnten sich in großen hellen Boxen ausruhen, welche zur Hofseite hin halboffen waren.

Birgit und Gabi gestanden mir, daß sie meinem Pferd nun beigebracht hatten, nie mehr Drinski oder Neuburg zu überholen. Jedesmal wenn er es versuchte, hätten sie ihm eins über die Nase gegeben. So als Vorsichtsmaßnahme für das Veteranenrennen LOL. Ausgesprochen witzig!

Auf dem Nachbarhof standen 2 mächtige schwarze Angus-Bullen. 1000,00 DM für denjenigen, der sich traut, die zwischen den Ohren zu kraulen. Verzichte gerne. Schon der Anblick des schmächtigen Stromdrahtes der Umzäunung ließ mich zittern. Wenn die mal losgehen............. besser nicht dran denken.

Auf einer der großen Koppel entdeckten wir Turfwind, von Windwurf. Ebenfalls ein Ehemaliger aus Hoppegarten, der wohl nicht schnell genug für die Bahn gewesen ist und nun hier ein glückliches Reitpferdeleben genießt. Überhaupt, hier ließ es sich aushalten. Platz für 30 Pferde, riesige Weiden und Koppeln, und vor allem eine sachgerechte Versorgung. Hier wollen wir wieder mal hin.


Aufholaktion


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Black&White mit Katrins Rücken
Gestüt zu den Fichten
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Auch in der großen Gruppe herrscht Disziplin
Dadurch, daß wir nun 2 Tage hinter der eigentlichen Planung hinterher hinkten, mußten wir nun ernsthaft beratschlagen wie es weitergehen sollte.

Das Wetter wurde wärmer und bis eine vernünftige Entscheidung gefällt werden konnte, versorgten wir unsere Pferde. Leider immer wieder von krampfhaften Lachanfällen unterbrochen, vor allem als Katrin ihr eigenes Pferd in einer fremden Box zu erkennen glaubte und sich ernsthaft wunderte, daß es schon Futter in der Krippe hatte...... Tut mir sehr leid, aber alle standen draußen rum und warteten, wann sie's bemerkt.......

Wildes Telefonieren begann, wobei sich rasch die miserable Funkverbindung bemerkbart machte. Hallo..... hallo........ hallo........... Misttechnik.

Es wurde entschieden, die Pferde am nächsten Tag eine Strecke zu transportieren, um die Zeit wieder aufzuholen. Leider konnte kein LKW für alle Pferde aufgetrieben werden, so daß 3 x gefahren werden mußte.

In Klein-Nienhagen (» Gut Klein-Nienhagen) wurde eine neue günstige Unterkunft gefunden, und Drinki und Mecox begaben sich als erste auf die Reise. Black&White wurde im Einzelhänger gefahren und Lover Boy sollte mit Neuburg zusammen verladen werden. Irgendwie hoffte ich auf die Bindung zwischen den beiden Pferden, aber umsonst.

Es war schon 20 Uhr, als Gabi mit dem Transporter vorfuhr. Neuburg machte sogar die meisten Schwierigkeiten, aber Lover Boy war einfach nicht zu bewegen, in den engen Hänger zu gehen.

So fuhr Gaby erst mal los, Lover Boy blieb auf dem Gestüt und ich mit einem Bekannten, der zwischenzeitlich nachgekommen war, wieder nach Berlin. Auf der Fahrt merkte ich dann, daß all meine Sachen in Gaby's VW-Bus waren und ich weder Klamotten noch Geld noch Wohnungsschlüssel noch sonst was dabei hatte. Toll!!

Merkte auch schnell, daß ich ja noch nicht mal jemanden anrufen könne, da auch keine TelNummern, Adressbuch o.ä. da hatte. Noch besser. Aber zum Glück hatten meine Bekannten Internet, und so versuchte ich am nächsten Tag, darüber die Telefonnummer eine Freundin auszumachen.

Sie verwies mich sogleich weiter an Steffi, welche bereits auf der Autobahn Richtung Ostsee unterwegs sei und diese mich sicher aufgabeln könne, um nach Bad Doberan mitzunehmen.

Und da sage noch einer das Internet wäre zu nix nutze.....

Klappte auch tatsächlich alles. Mit meinen verschwitzten Reitklamotten von vor 2 Tagen saß ich nun in einem schicken BMW Richtung Bad Doberan. Was für ein Abenteuer.

Währenddessen trafen vor Bad Doberan beide Reittruppen zusammen, um die letzte Etappe gemeinsam zurückzulegen.


Vereinigung


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Aufstellung zum Abschluß Gut Klein Nienhagen
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Veteranenparade Bad Doberan
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Abasko
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Neuburg
Alle Pferde haben dieses Abenteuer ohne Blessuren überstanden. Weder angelaufene Beine, noch Satteldruck oder extremer Gewichtsverlust..

Zum Thema Futter, es wurde sehr großer Wert auf hochwertiges Futter gelegt. Im Schnitt wurden 10-15 Pfund pro Tag an Kraftfutter gerechnet, mal mehr mal weniger.

Die Rasse Vollblut, seit Jahrhunderten auf Härte und Leistung gezüchtet, hat ihrem Ruf alle Ehre gemacht und bewiesen, daß sie als Freizeitpartner mehr als geeignet sind.

Wir verbrachten nun noch einige wunderschöne Tage an der Ostsee und wollen mit den nun gemachten Erfahrungen diesen Ritt auf alle Fälle wiederholen.


Teilnehmende Pferde am Ostseeritt

Name
Vater
Mutter
Geschlecht
Alter
Bemerkung
Abasco Aveiro Abdera Hengst

19

Derbysieger der DDR 1986
Belenus Lomitas Beaute Hengst

6

Derbysieger in Hamburg-Horn 1999
Authocrathy Alzao Addabub Wallach

13

 
Black & White Al Hareb Gay Surrender Wallach

10

 
Be my Song Dictators Song Belle Naiade Stute

7

 
Drinski Indian Ridge Glas Y Dorlan Wallach

11

 
Kaminsky Nordance Kirsora Wallach

11

 
Lover Boy Just a Flutter LanternLover Wallach

8

 
Mecox Ashkalani Mondsee Wallach

3

 
Neuburg Meinberg Nana Wallach

20

 
Parisian Whirl Island Whirl Parisian Honey Wallach

13

 
Silent Well Temporal So Lala Stute

5

 
Sabdariffa Dr Devious Saninka Stute

4

 
Tann Mujtahid Taxodium Hengst

8

 
Timbre Tarim Tokamaschi Wallach

23

 


p.s. ach ja, und bevor jemand fragt: "Lover Boy wurde mit einem LKW-Transporter zurückgefahren. Er braucht nur genug Platz und muß frei laufen dürfen, dann ist Fahren mit ihm kein Problem."



Quelle

» Gut Klein-Nienhagen



Text und Fotos

©   Eva Richter

 Teil 1 vorige Woche.



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Bericht Zum Thema Wanderreiten · Gesamttext
Inhaltsverzeichnis Ausgabe 248.03 der Pferdezeitung vom 28.12.03
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