| | | K.J.S. schmust mit einer Westfalen-Stute |  |  |  |
Ein Partner - nicht nur für Vollblut Kai Jasper Spengemann - die zweite Karriere eines Pferdemanns von › Werner Popken Zu den Themen Ausbildung, Beratung, Vermittlung, Vollblut |
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"Ein leerer Wagen klappert laut". Dieses chinesische Sprichwort gab mir Kai Jasper Spengemann am Schluß unseres Gesprächs mit, um die Problematik bei der Öffentlichkeitsarbeit zu charakterisieren. Das soll wohl heißen: Wer viel Krach macht, hat nichts zu bieten. Damit spielte er auf ein bekanntes Dilemma an. Man muß auf sich aufmerksam machen, um überhaupt wahrgenommen zu werden. Dabei darf man jedoch auf keinen Fall zu laut klappern, denn das wirkt schnell unseriös - wie die chinesische Weisheit sehr schön veranschaulicht. Wer wirklich etwas kann, wird das nicht allzu laut herausposaunen.
Wenn man anfängt, muß man sich aber doch irgendwie bekanntmachen. Eine Zwickmühle, in der sich viele befinden, auch der Vollblut-Experte Spengemann. Vor zwei Jahren erst hat er sich nämlich mit einem besonderen Dienstleistungsangebot selbständig gemacht: » Partner Vollblut. Kurz darauf bin ich wohl schon auf ihn aufmerksam geworden und hatte ein Interview ins Auge gefaßt. Doch erst jetzt ist etwas daraus geworden. Gut so, denn inzwischen hat Kai Jasper Spengemann so beeindruckende Erfolge vorzuweisen, daß er gar nicht mehr in die Gefahr gerät, zu laut klappern zu müssen. Man nimmt ihn allenthalben als ernstzunehmenden Gesprächspartner wahr. So war er zum Beispiel Held einer Story über Vollblüter im schweizerischen Pferdemagazin Pegasus (Ausgabe März 2007) und auf der gerade abgelaufenen Equitana als Gesprächsteilnehmer eingeladen. Eine Laufschrift auf seiner Web-Seite verkündet stolz:
| Der Thementalk der Reiter-Revue am 14.3.2007 auf der Equitana mit Ingrid Klimke, Frank Ostholt, Dr. Schade und mir war ein voller Erfolg, da wieder etwas für den "GUTEN RUF DER VOLLBLÜTER" getan wurde! a.a.O. | | |
Prompt wurde in einem Forum gemutmaßt, wer mit so illustren Zeitgenossen eingeladen wird, müsse ein berühmter Experte sein. Ob Kai Jasper Spengemann schon berühmt ist, kann ich nicht beurteilen. Immerhin hat die Reiter-Revue ihn als Fachmann für das Thema "Wieviel Blut tut gut?" ausgesucht. Spengemann ist also als Kapazität in Bezug auf Vollblut eingeladen worden. Vollblüter sind, wie schon der Titel seiner Internetpräsenz zeigt, tatsächlich seine Leidenschaft, obwohl sich seine Leistungen nicht ausschließlich auf Vollblüter beziehen. Sein derzeitiger Stall hat 22 großzügige Boxen, die zwar überwiegend mit Vollblütern besetzt sind, aber es finden sich auch einige wenige Warmblüter und sogar Ponies darunter.
"Vollblüter sind auch nur Pferde" betont er denn auch ein ums andere Mal, setzt allerdings gleich hinzu, daß Vollblüter schon besondere Pferde sind. "Ein Pferd, das schlau genug ist, einen Grand-Prix zu lernen, ist dreimal schlau genug, die Schwächen seiner Menschen zu durchschauen." Aha, hier haben wir also schon ein besonderes Kennzeichen dieser Rasse, die bekanntlich seit Jahrhunderten auf Leistung gezüchtet worden ist und zur Qualitätsverbesserung in fast allen anderen Pferderassen gern herangezogen wird. Vollblüter werden als besonders intelligent beschrieben, was auf den ersten Blick verwundert. Inwiefern hat Schnelligkeit etwas mit Intelligenz zu tun? Die Selektion auf die Sieger setzt offenbar auch eine Selektion in Bezug auf Intelligenz in Gang, da ein Pferd nicht nur schnell sein, sondern sich im Gedränge auch nach vorne kämpfen muß.
Monica » Theodorescu, die mit ihrem Vollblüter Arak xx international erfolgreich aufgetreten ist, äußert sich in einem Werbefilm für das Vollblut so:
| Vollblüter lernen sehr schnell, und sie lernen auch Falsches sehr schnell, und das vergessen Sie auch so schnell nicht. Man darf sich auf keinen Fall ärgern mit einem Vollblüter, weil dann kommt eben die Nervigkeit dazu, dann werden sie nervös, wenn sie etwas nicht verstehen. Wenn ein Vollblüter aber behutsam an alles rangeführt wird, wenn er die Möglichkeit hat, die Dinge zu verstehen, die man von ihm verlangt, dann funktioniert das auch auf ewig, weil er das auch nicht vergißt. Ich denke, es sollte eigentlich mehr Reiter geben, die sich damit mal auseinandersetzen, weil es auch eine sehr gute Schulung ist. » Film ab | | |
Es empfiehlt sich also, schlechte Erfahrungen überhaupt gar nicht erst entstehen zu lassen. Dafür setzt sich Kai Jasper Spengemann ausdrücklich ein. Er beschäftigt sich unter anderem mit der "Umstellung" der Rennpferde auf ihr neues Leben als Reitpferde. Denn an Rennpferde werden ganz andere Anforderungen gestellt als an Reitpferde, und wer das nicht weiß, kann eine ganze Menge Fehler machen und damit die Vollblüter ein für allemal gründlich verderben. Das ist vermutlich die Ursache dafür, daß diese einen so schlechten Ruf haben.
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