1. Welches Pferd? Welches Pferd ist für mich das richtige? Eine heikle Frage, die nicht erschöpfend und noch weniger allgemein gültig beantwortet werden kann. Auch nicht wesentlich unproblematischer stellt sich die Frage, welches Pferd sich zum Reiten in der hier gelehrten Art am besten eignet [...] Es gibt nicht die Idealpferderasse für den Freizeitreiter. Es kann auch kein Einheitspferd geben, das zu jedem paßt. Der feinnervige, sensible Vollblutaraber kann für eine bestimmte Person das Pferd sein, welches wie ein zarter Frühlingswind in der Traversale dahinschwebt, aber genauso gut eine Geschicklichkeitsprüfung fehlerlos absolviert oder durch dick und dünn furchtlos durchs Gelände zieht. Diese beiden sind sich einig, sie passen zusammen. Ein anderer würde mit einem solchen Pferd vielleicht ein Chaos erleben [...] Dennoch gibt es auch einige feste Vorstellungen über den Körperbau eines Pferdes für das Freizeitreiten. So sollte es möglichst .
2. Die "Software" beim Pferd oder seine Merkfähigkeit Pferde haben bekanntlich ein gutes Erinnerungsvermögen. Bestimmte Erlebnisse und Muster vergessen sie viele Jahre nicht. Wo sie einmal gewesen sind, bleibt ihnen im Gedächtnis. Noch besser klappt es mit der Erinnerung, wenn sie etwas in besonderer Weise beeindruckt hat, sei es positiver oder auch negativer Art gewesen.
Da war ein Quartier, das auf einem wochenlangen Wanderritt, mehrere hundert Kilometer vom eigenen Stall entfernt, aufgesucht wurde. Futter und Unterkunft waren bemerkenswert gut. Ein Jahr später kommt das Pferd auf dem gleichen Wege in seine Nähe. Sofort steuert es zielstrebig sein altes Quartier an.
Ein anderes Pferd erschrickt an einer beliebigen Stelle über etwas X-beliebiges. Später ist der Anlaß zum Erschrecken dort nicht mehr gegeben. Das an dieser Stelle wieder vorbeikommende Pferd wird sich trotzdem erschrecken. Je intensiver der Schreckanlaß auf das Pferd einwirkte, desto länger und intensiver wird es sich ohne noch vorhandenen Anlaß weiterhin an besagtem Ort erschrecken. Es gibt noch weitaus spektakulärere Beispiele für die Merkfähigkeit des Pferdes.
Sein gutes Erinnerungsvermögen ist für das Erlernen der vielen Übungen, die das Reitpferd beherrschen muß, von ungemeiner Wichtigkeit. Geht man bei der Ausbildung mit einem für das Pferd logischen System vor, bleiben die Erfolge nicht aus. Hierdurch können oftmals ungewöhnlich anmutende Leistungen erzielt werden. Wegen der Wichtigkeit der Eigenschaften des Pferdes daher zur Übersicht:
- Das Pferd kann sich äußerliche Einwirkungen und Muster präzise merken und im Gehirn auf lange Zeit speichern.
- Voraussetzung ist, daß die Einwirkungen und Muster absolut eindeutig sind und sich in einem langsamen Ablauf beim Pferd einprägen können.
- Die Wiederholung präzis gleicher Hilfen spielt die wesentlichste Rolle.
- Alle zu erlernenden Schritte dürfen nur langsam und im wahrsten Sinne des Wortes Schritt für Schritt beigebracht werden.
- Ist ein bestimmtes Muster sozusagen als "Software" erst einmal im Gehirn des Pferdes eindeutig gespeichert, so kann dieses Muster jederzeit mit den entsprechenden reiterlichen Hilfen, deren Andeutung zuletzt vollauf genügt, abgerufen werden.
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3. Die "Schokoladenseite" Wie der Mensch, so hat auch das Pferd seine "Schokoladenseite". Gemeint ist die Seite, auf der das Pferd sich besser hohlbiegen läßt und in deren Richtung das Pferd auffallend beweglicher ist. Weshalb das so ist .
4. Die Entspannungsphasen Nichts hat schlimmere Folgen als ein Pferd in der Ausbildung physisch und psychisch zu überfordern. Das ist einleuchtend und brauchte nicht ausdrücklich erwähnt zu werden. Nur: Wann ist ein Pferd überfordert? .
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