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B10l · Leseprobe
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 Leseprobe aus dem Abschnitt "Der Travers":  Fazit
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  Magazin



Penquitt, Claus

Die neue Freizeitreiter-Akademie
Reiten nach altklassischen, altkalifornischen und iberischen Vorbildern.

301 S. m. zahlr. Farbfotos u. Zeichn. 25,5 cm. Gebunden.
2001, 2. Auflage, überarbeitet · Kosmos Verlag, Stuttgart
ISBN 9783440080528


39,90 EUR      Bestellen

Penquitt, Claus

Die neue Freizeitreiter-Akademie
Reiten nach altklassischen, altkalifornischen und iberischen Vorbildern.

301 S. m. zahlr. Farbfotos u. Zeichn. 25,5 cm. Gebunden.
2001, 2. Auflage, überarbeitet · Kosmos Verlag, Stuttgart
ISBN 9783440080528


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B10l · Warum dieses Buch?


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Es ist immer das gleiche: Frage ich beim Einführungsgespräch zu einem meiner Reitkurse die unglaublich bunte Runde ab, warum sie sich für diesen Lehrgang entschieden haben, so stellt sich heraus, daß die wenigsten wissen, was sie tatsächlich erwartet. Auf jeden Fall wollen sie anders reiten als bisher.

Auch die Vorgeschichten ähneln sich verblüffend, so zum Beispiel die von Anja und Ulrike. Ihre Einstellung zum Pferd, ihre Vorstellungen über Freizeitreiten, ihre Meinung über konventionelles Reiten und ihre Erfahrungen mit solchen Reitern und Reitlehrern, sie alle sind typisch und eine Wiederholung gleicher oder ähnlicher Einstellungen, Vorstellungen, Meinungen, Erfahrungen und Erlebnisse vieler Generationen von Kursteilnehmern.

Anja meint: "Eigentlich bin ich ja nur, wie man so schön sagt, Feld-, Wald- und Wiesenreiterin. Mein Pferd soll auch zu nichts gezwungen werden. Es hat zwar etliche und auch etwas unangenehme Macken, aber mit denen konnte ich bislang leben. Wenn ich so sehe, was die bei uns im Stall alles mit ihren Pferden anstellen und was dabei herauskommt, dann nehme ich lieber das kleinere Übel in Kauf. Dressur oder so was brauche ich nicht. Ich finde sie auch langweilig, und überhaupt, so was paßt nicht zu mir. Abgesehen davon: Mein Pferd ist viel zu spinnerig dazu. Das könnte ich nie dazu kriegen. Was ich eigentlich will, weiß ich noch nicht so genau. Mal sehen, was der Kurs so bringt."

Die Runde nickt zustimmend, und ich mache mir Notizen.

Ulrike: "Ich war mal in den Ferien in England. Da habe ich auf Dartmoor-Ponys mit dem Reiten angefangen. Das war toll. Zu Hause kaufte ich mir ein Pferd und nahm Unterricht. Mit der Reiterei, die man mir dann beibrachte und als 'Englisch Reiten' bezeichnete, will ich nichts mehr zu tun haben. Bei dieser 'Kraftmeierei', so wie ich sie erlebte, habe ich nur mich und mein Pferd abgequält. Ich bin mit meinem Pferd herumgezogen und habe es immer wieder woanders versucht. Was dabei herausgekommen ist, werdet Ihr ja bald erleben. So langsam habe ich die Lust am Reiten verloren. Ja, und nun will ich es hier noch mal versuchen, bevor es ganz zu spät ist. Vielleicht ist es wirklich was Neues."

Wie traurig! Jede Reitart hat doch eigentlich das Ziel, Pferd und Reiter in humaner Weise zu bestmöglicher Harmonie zusammenzuführen. Demzufolge müßte es doch keine guten oder schlechten, sondern nur andere Reitarten geben. Meine Entscheidung dürfte doch nur heißen: "Ich habe mich für diese oder jene Reitart entschieden, weil sie mir persönlich mehr liegt."

Der Traum, die Lebenserfüllung im Partner Pferd zu finden, wurde und wird immer wieder für viele zum Alptraum. Leider. Es ist die Folge der Erstarrung in schablonenhaftem Denken derjenigen, die es eigentlich besser wissen müßten.

Warum, so muß man sich bei dieser Entwicklung fragen, wachen diejenigen, die landauf landab für die Schulung von Pferd und Reiter verantwortlich sind, nicht endlich aus ihrer Erstarrung auf? Eher das Gegenteil ist der Fall. Sehr oft richten sich vielmehr ihre Aktivitäten in unsachgemäßer Weise gegen alles, was anders ist.

Dabei ist anderes Reiten in der Regel absolut nichts Neues. Häufig handelt es sich nur um eine den heutigen Verhältnissen angepaßte Rückbesinnung auf jahrhundertealte Erfahrungen, die auf gesicherten Erkenntnissen beruhen.

Es bleibt doch nicht verborgen, was heute alles im Umgang mit Pferden geschieht. Da wird Geduld durch kommerziell bedingte Zeitrafferausbildung, Sensibilität durch grobe Kraft mit mechanischen Hilfsmitteln ersetzt. Individualität, Charakter und Ästhetik werden ignoriert. Das Pferd wird zum Sportgerät degradiert.

Allein über die Auswirkungen solchen Denkens und Handelns ließe sich ein Buch mit erschreckend vielen Seiten schreiben. Erfreulicherweise aber werden die kritischen Stimmen in ihren eigenen Reihen nicht nur immer lauter, sondern auch gehört. So dürfte eine Neuorientierung nicht mehr allzu lange auf sich warten lassen. Hoffentlich, denn es wird höchste Zeit.

All diese Überlegungen und viele andere mehr kommen immer wieder in den so fruchtbaren Diskussionsrunden eines Lehrgangs zur Sprache, eine unschätzbare Hilfe für meine praktische und theoretische Arbeit. Oft bemerkt niemand, daß es längst Nacht geworden ist. Der nächste Tag wird mit Spannung erwartet. Er wird mit Lernen vollgestopft werden müssen. Es ist ein Kampf gegen die Zeit.

Fünf Tage dauert ein Lehrgang. Fünf Tage müssen genügen, um zu überzeugen,

  • daß Reiten ohne Zwang und ohne Kraft möglich ist, daß dazu aber unbedingte Konsequenz nötig ist,
  • daß ständiges Geradeausreiten bei hingegebenem Zügel falsch verstandenes Freizeitreiten ist,
  • daß durch "Pseudo-Theorien" das Pferd eher geschädigt als geschont werden kann,
  • daß füttern und pflegen, lieb und nett sein nicht genügen, um Zufriedenheit, Gelassenheit, Gehorsamkeit, Bereitschaft und Vertrauen des Pferdes zu gewinnen.
Fünf Tage müssen genügen, damit wenigstens ein Hauch von alldem erkennbar wird. Und tatsächlich: Fünf Tage genügen, um diese Überzeugung einzupflanzen. Nehmen wir nur einmal Anja. Anja, die zu Beginn noch alles, was an Schul- bzw. Dressurreiten erinnern könnte, ablehnte, ist dabei, die neu erlernte Lektion Schulterherein, mit dem für sie neuen Sitz und gleichfalls neuer Körperhaltung sowie neuen Bewegungshilfen, vorzureiten. Ihr Kopf ist hochrot. Die anderen schauen ihr zu. Beifall kommt auf. Einen Dressurrichter würde es zwar noch nicht vom Hocker reißen, aber ihr Lehrer ist vollauf zufrieden.

© 2008  
Wenn man überlegt, daß Anja am ersten Kurstag ihr Pferd beim Aufstellen nicht einmal in der Reihe halten konnte! Es raste los oder stieg, wenn man versuchte, es festzuhalten. Jetzt ist es viel zu beschäftigt, um "spinnerig" zu sein. Dieses intelligente Pferd hatte endlich etwas zu tun, wozu es sein Gehirn gehörig einsetzen mußte. Allmählich dämmert es Anja.

Die Stimmung ist trotz aller Aufmerksamkeit gelöst und heiter. Anja ist verblüfft. Aber auch die anderen können es kaum fassen, wie sehr sich ihre Pferde doch in den wenigen Tagen geändert haben. Schließlich war ja nicht nur Anjas Pferd am Anfang "schwierig", so schwierig, daß man als Lehrer häufig auf der Hut sein mußte, um sich durch einen Sprung zur Seite in Sicherheit zu bringen.

Auch der "neue" Sitz bei "neuer" Körperhaltung kommt gut an. Man braucht im Trab nicht mehr nach jedem zweiten Trabtritt aus dem Sattel hochzukommen. Leichttraben ist "out". Warum? Darüber später. Man kann sitzen bleiben, und manche können es schon, ohne besonders durchgerüttelt zu werden. Am besten geht es im Jog, einer Variante des Trabes.

So sind die Tage wie im Fluge vergangen. Der neue Sitz, die neue Art der Hilfengebung, die neue Gangart "Jog", die neue Zügelführung, die Erklärung der Seitengänge - warum? Wie sollen sie aussehen? Wie wird's gemacht? -, das Schulterherein, der Travers, die Traversale - alles neu, neu, neu .

Die Abschlußbesprechung gleicht der vom letzten Einführungskurs und vielen anderen vorher. Man will so, wie jetzt angefangen, unbedingt weitermachen. Termine für einen Fortbildungskurs werden erörtert. Leider geht wieder mal nichts, das Jahr ist schon ausgebucht. Dann eben später. Man will "am Ball bleiben". Und es ist mehr als erstaunlich: Sie bleiben fast alle dabei. Sie tauchen in den Fortbildungskursen immer wieder auf.

Dabei muß ich an Elke denken. Man nannte sie später "das Himmelfahrtswunder". Ihr schöner Araberkreuzling gebärdete sich in den ersten Kurstagen wie ein kleiner Teufel. Der Kurs wurde durch die beiden recht ungewollt "aktiviert", so daß bei Elke öfter die Tränen kamen und die vorzeitige Abreise anstand. Sie durfte dann doch bleiben, wenn auch einige Übungen für sie ausgesetzt werden mußten. Elke war sehr still. Erst bei der Abschlußbesprechung meldete sie sich. Es ging um einige Notizen, die sich die Teilnehmer machen wollten. Elke, die offensichtlich ein überdurchschnittliches Erinnerungsvermögen besitzt, hatte ein tägliches Gedächtnisprotokoll gefertigt, und ließ die anderen daran teilhaben.

Hiernach übte sie dann zu Hause eisern. Am Ende eines späteren Fortbildungskurses - es war der Himmelfahrtstag - sollte jeder Teilnehmer mit einer kleinen Vorführung etwas von seinem Erlernten zeigen. Und da geschah das "Himmelfahrtswunder": Mit traumhafter Sicherheit und federleichten Bewegungen zeigten die beiden ihre Kür. Eine Lektion ging fließend in die andere über. Ein Medley aus Elementen des altklassischen und des kalifornischen Westernreitens.

Das Publikum und meine Lehrgangsteilnehmer waren lautstark begeistert. Mir verschlug es die Sprache. Später hörte man immer wieder von ihren Erfolgen auf Freizeitreiter-Turnieren. Elkes Pferd glänzte vor allem durch sein ausgeglichenes Verhalten bei Geschicklichkeits-Wettbewerben. Na bitte!

Nicht jeder hat ein so phänomenales Gedächtnis wie Elke. Aber auch sie hätte gern mehr als ihr Protokoll.

Darum - zum Nachlesen, zum Vertiefen und zum Weitermachen - dieses Buch!





B10l · Anders reiten - aber wie?


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1. Anders reiten - wie kam ich darauf?
Wer etwas anders als bisher machen will, hat einen Grund. Etwa, daß einem nicht mehr gefällt, wie man es bisher gemacht hat. Oder daß man, aus welchen Gründen auch immer, daran gehindert wird, so weiterzumachen wie bisher. Nun ja, beides traf bei mir zu. Ich war auf das Reiten, so wie ich es gelernt hatte, ohnehin sauer. Auch eigene Versuche brachten nichts mehr. So mußte sich mein Jammern in Grenzen halten, als bei mir körperlich die Stunde Null kam und nichts mehr ging. Im Klartext: Bei mir waren unter anderem beide Beine gelähmt [...]

2. Anders reiten - als Basis
Um es noch einmal zu sagen: Dieses Buch behandelt das Freizeitreiten in einer Art und Weise, wie es noch nicht gelehrt wurde. Hier wird kein spezielles Training für das Spazierenreiten, Dressurreiten, Springreiten, Westernreiten, für das Distanz- und Jagdreiten oder für das Polospiel angeboten. Das schließt aber nicht aus, daß durch diese Schule für den Freizeitreiter eine wesentliche Grundlage für Pferd und Reiter zu einem anderen Reiten in vielen Disziplinen geschaffen wird [...]

3. Freizeitreiter - wer ist das?
Hier muß etwas geklärt werden. Wer in seiner Freizeit reitet, also nicht beruflich oder für Geld bzw. Sachleistungen, ist doch zweifelsfrei ein Freizeitreiter. Eigentlich logisch, aber weit gefehlt. Wer eindeutig kein Berufsreiter ist, will noch lange nicht als Freizeitreiter bezeichnet werden. Hier gibt es noch viele Unterscheidungsmerkmale und dementsprechende Bezeichnungen. Nach heutigem Sprachgebrauch wollen sich Reiter, die auf Turnieren ihr Glück suchen, ausdrücklich als Turnierreiter von allen übrigen unterscheiden. Ihre Pferde werden ja auch als Turnier- oder Sportpferde bezeichnet [...]

4. Anders reiten - warum?
Falschverstandenes "Freizeitreiten" kann zu größten Schwierigkeiten führen. Wer meint, daß lange Bügel und lange Zügel genügen, um sorgenfrei, sicher und pferdeschonend durch die Landschaft spazieren zu können, der irrt. Körperbau und Psyche unserer heutigen Pferde sind bei weitem nicht so robust, um auf Dauer ohne Schaden die Reiterlast in beliebiger Art zu tragen. Die Anatomie des Pferdes ist so beschaffen, daß das Pferd hiermit hervorragend leben und uralt werden könnte. Die Konzeption stimmt - eigentlich. Nur der Mensch war nicht einkalkuliert. Dieser schwankende, ein ständiges Un-Gleichgewicht verursachende Fremdkörper bringt die recht sinnvolle Statik des Pferdes katastrophal durcheinander [...]

5. Für die Psyche des Pferdes
Es kann nicht oft genug betont werden, daß die intensive Gymnastizierung und Schulung des Pferdes auch zu einer psychischen Veränderung beiträgt. Ein erstaunlicher Vertrauenszuwachs und ausgeprägter Gehorsam sind die Belohnung für den Reiter. Das Reiten und der allgemeine Umgang mit dem Pferd verändern sich im positiven Sinne [...]

6. Mit anderen Mitteln
Diese Mittel sind nicht etwa andere Hilfszügel, andere Sperrhalfter oder andere Mittel zum Manipulieren. Die Mittel, die hier gemeint sind, bestehen im Einfallsreichtum der verschiedensten Übungen, im anderen Sitz als dem üblichen, in den anderen Einwirkungen auf das Pferd, in der Verlagerung ihrer Prioritäten und ihrer Intensität. Bedeutende Dinge werden bedeutungslos oder umgekehrt [...]

7. Nach welcher Methode?
Freizeitreiten in der Art, wie es hier verstanden wird, soll locker, aber elegant sein. Leichtigkeit und Präzision sollen bestimmend sein, nicht die Hilfen! Die Basis dieser Schule bilden die altklassischen Lektionen, wie sie der große Reitmeister Francois Robichon de la Guérinière seinerzeit lehrte. So gehören Schulterherein, Travers, Traversale, Renvers sowie weitere Biegearbeiten wie Volten zur Standardausbildung. Aber auch Elemente aus dem altkalifornischen Reiten fließen mit ein. Gemäß der Denkweise des iberischen und südfranzösischen Raumes wird dem Reiten die "Kraft" und die Auffassung als "Arbeit" genommen und ihm statt dessen Leichtigkeit und Nonchalance gegeben [...]

8. Im altklassisch-altkalifornischen Stil
© 2008  
Zwischen dem Westernreiten, wie es in Europa praktiziert wird, und dem, was in dieser Schule darunter verstanden wird, bestehen auch in den Lehrmethoden gravierende Unterschiede, die erklärt werden müssen. Wer in einem eleganten, altkalifornischen Stil reiten möchte, ist in dieser Schule gut aufgehoben. Hier werden alle Voraussetzungen für ein gutes Reiten in diesem Stil geschaffen. Natürlich können auf dieser Basis ausgebildete Reiter und Pferde, ohne neu anfangen zu müssen, auch in den Western-Turniersport einsteigen. Es gibt genug Beispiele hierfür, und manch einer wählt von vornherein diesen Ausbildungsweg [...]

9. Mit iberischem Einschlag
Wie bereits erklärt, wird die Schule für den Freizeitreiter auch durch Elemente des iberischen Reitens beeinflußt. Die Zusammenhänge wurden bereits eingehend begründet. Schließlich waren es die Spanier, welche mit ihrer Reitweise die Grundlage für das Westernreiten bildeten. Man merkt übrigens sehr deutlich, daß der Westernsattel aus dem iberischen Stierkampfsattel, mit dem auch Dressur in der Tradition eines Francois Robichon de la Guérinière geritten wird, entwickelt wurde [...]





B10l · Begriffsbestimmung


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1. Die Definition der Begriffe
In diesem Buch soll etwas mit aller Konsequenz strikt vermieden und etwas anderes strikt eingehalten werden. Strikt vermieden wird der Fachjargon. Schon mancher Lernbesessene kam durch ihn auf den Nullpunkt. Die Beherrschung eines Vokabulars von Begriffen, die Insidern nur so von den Lippen fließen, sollte hintenan gestellt werden. Gutes Reiten Lernen ist gefragt [...]

2. Begriffe in der Praxis
Was ist nun "innen" und was ist "außen" beim Reiten? Diese Frage ist wichtig zum zweifelsfreien Verständnis der Erklärungen zur Körperhaltung und zu der Hilfengebung des Reiters [...]





B10l · Zum Pferd


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1. Welches Pferd?
Welches Pferd ist f�r mich das richtige? Eine heikle Frage, die nicht ersch�pfend und noch weniger allgemein g�ltig beantwortet werden kann. Auch nicht wesentlich unproblematischer stellt sich die Frage, welches Pferd sich zum Reiten in der hier gelehrten Art am besten eignet [...] Es gibt nicht die Idealpferderasse f�r den Freizeitreiter. Es kann auch kein Einheitspferd geben, das zu jedem pa�t. Der feinnervige, sensible Vollblutaraber kann f�r eine bestimmte Person das Pferd sein, welches wie ein zarter Fr�hlingswind in der Traversale dahinschwebt, aber genauso gut eine Geschicklichkeitspr�fung fehlerlos absolviert oder durch dick und d�nn furchtlos durchs Gel�nde zieht. Diese beiden sind sich einig, sie passen zusammen. Ein anderer w�rde mit einem solchen Pferd vielleicht ein Chaos erleben [...] Dennoch gibt es auch einige feste Vorstellungen �ber den K�rperbau eines Pferdes f�r das Freizeitreiten. So sollte es m�glichst .

2. Die "Software" beim Pferd oder seine Merkf�higkeit
Pferde haben bekanntlich ein gutes Erinnerungsverm�gen. Bestimmte Erlebnisse und Muster vergessen sie viele Jahre nicht. Wo sie einmal gewesen sind, bleibt ihnen im Ged�chtnis. Noch besser klappt es mit der Erinnerung, wenn sie etwas in besonderer Weise beeindruckt hat, sei es positiver oder auch negativer Art gewesen.

© 2008  
Da war ein Quartier, das auf einem wochenlangen Wanderritt, mehrere hundert Kilometer vom eigenen Stall entfernt, aufgesucht wurde. Futter und Unterkunft waren bemerkenswert gut. Ein Jahr sp�ter kommt das Pferd auf dem gleichen Wege in seine N�he. Sofort steuert es zielstrebig sein altes Quartier an.

Ein anderes Pferd erschrickt an einer beliebigen Stelle �ber etwas X-beliebiges. Sp�ter ist der Anla� zum Erschrecken dort nicht mehr gegeben. Das an dieser Stelle wieder vorbeikommende Pferd wird sich trotzdem erschrecken. Je intensiver der Schreckanla� auf das Pferd einwirkte, desto l�nger und intensiver wird es sich ohne noch vorhandenen Anla� weiterhin an besagtem Ort erschrecken. Es gibt noch weitaus spektakul�rere Beispiele f�r die Merkf�higkeit des Pferdes.

Sein gutes Erinnerungsverm�gen ist f�r das Erlernen der vielen �bungen, die das Reitpferd beherrschen mu�, von ungemeiner Wichtigkeit. Geht man bei der Ausbildung mit einem f�r das Pferd logischen System vor, bleiben die Erfolge nicht aus. Hierdurch k�nnen oftmals ungew�hnlich anmutende Leistungen erzielt werden. Wegen der Wichtigkeit der Eigenschaften des Pferdes daher zur �bersicht:

  • Das Pferd kann sich �u�erliche Einwirkungen und Muster pr�zise merken und im Gehirn auf lange Zeit speichern.
  • Voraussetzung ist, da� die Einwirkungen und Muster absolut eindeutig sind und sich in einem langsamen Ablauf beim Pferd einpr�gen k�nnen.
  • Die Wiederholung pr�zis gleicher Hilfen spielt die wesentlichste Rolle.
  • Alle zu erlernenden Schritte d�rfen nur langsam und im wahrsten Sinne des Wortes Schritt f�r Schritt beigebracht werden.
  • Ist ein bestimmtes Muster sozusagen als "Software" erst einmal im Gehirn des Pferdes eindeutig gespeichert, so kann dieses Muster jederzeit mit den entsprechenden reiterlichen Hilfen, deren Andeutung zuletzt vollauf gen�gt, abgerufen werden.


3. Die "Schokoladenseite"
Wie der Mensch, so hat auch das Pferd seine "Schokoladenseite". Gemeint ist die Seite, auf der das Pferd sich besser hohlbiegen l��t und in deren Richtung das Pferd auffallend beweglicher ist. Weshalb das so ist .

4. Die Entspannungsphasen
Nichts hat schlimmere Folgen als ein Pferd in der Ausbildung physisch und psychisch zu �berfordern. Das ist einleuchtend und brauchte nicht ausdr�cklich erw�hnt zu werden. Nur: Wann ist ein Pferd �berfordert? .





B10l · Zur Ausrüstung


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  • 1. Grundsätzliches
  • 2. Zum Sattel
    • Welcher?
    • Der konventionelle Sattel
    • Der Westernsattel
    • Der iberische Sattel
    • Sonstige Arbeitssättel
  • 3. Zäumungen
    • Die Gebißlosen: Das Bosal, die mechanische Hackamore
    • Die Trense: Das Snaffle-Bit
    • Die Kandarre: Das Half Breed, Das ganz besondere Bit
    • Hilfszügel und ähnliches
  • 4. Sporen und Gerte






B10l · Der Sitz


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  • 1. Ohne richtigen Sitz kein richtiges Reiten
  • 2. Warum so und nicht anders?
  • 3. Mit dem Schwerpunkt im Einklang?
  • 4. Das Aussitzen noch leichter gemacht
  • 5. Der ganze Körper ist beteiligt
    • Der Oberkörper
    • Arme und Hände
    • Beine und Füße
    • Der Kopf
  • 6. Der Sitz auf einen Blick


    © 2008  
    © 2008  






B10l · Die Hilfen


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  • 1. Was, warum, weshalb so?
  • 2. Die Gewichtshilfen
    • So reagiert das Pferd - aber warum?
    • Die feinste Gewichtshilfe: Der Bügeltritt
  • 3. Die Schenkelhilfen
    • Der Zeitpunkt oder das Timing
    • Die Intensität der Schenkelhilfen
  • 4. Die Zügelhilfen
    • Geht es auch ohne Zügel?
    • Wieviel Zügel?
    • Welcher Zügel wohin?
    • Einhändige Zügelführung wann?
    • Zügelhilfen: Vorwärts, Stopp oder rückwärts
    • Welcher Zügel welche Wirkung?


so detailliert geht es weiter mit dem Inhaltsverzeichnis, deshalb an dieser Stelle nur noch die Haupt-Überschriften und eine Leseprobe zu dem Travers.





B10l · Zu den Gangarten


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  • Stoppen und Rückwärtstreten
  • Biegen und Beugen
  • Ecken, Zirkel, Volten und dergleichen
  • Die engen Wendungen
  • Das Schulterherein
  • Der Travers
  • Die Traversale
  • Die Volltraversale
  • Das Renvers
  • Übungen mit wechselnden Seitengängen
  • Hilfsmittel (Pylonen, Cavalettis, etc.)
  • Trail-Übungen
  • Kombinierte Lektionen







B10l · Leseprobe aus dem Abschnitt "Der Travers":


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© 2008  
F�r die Schule des Freizeitreitens ist der Travers, in der hier gelehrten Art, eine wichtige und unverzichtbare Lektion. Sie stellt eine weitere Stufe der Gymnastizierung des Freizeitpferdes dar und liegt, ohne besondere Schwierigkeiten zu bereiten, im Rahmen des Erlernbaren. Der Travers kann, richtig geritten, Ausdruck und Gestalt des Pferdes so vorteilhaft ver�ndern, da� ein Au�enstehender glaubt, ein anderes Pferd vor sich zu sehen

Man geht davon aus, da� die biegsamere Seite des Pferdes meistens die linke ist. Darum wurde mit dem Schulterherein zum leichteren Erlernen f�r Pferd und Reiter linksherum begonnen. Zwischen Schulterherein und Travers besteht in bezug auf die Schulterbeweglichkeit ein Zusammenhang. Geht ein Pferd im Schulterherein linksherum besser als rechtsherum, so ist die linke Schulter beweglicher. Eine gut gel�ste linke Schulter aber erm�glicht dem Pferd ein leichteres Erlernen des Travers rechtsherum [...]

Zuerst wird das Pferd nicht in die Bewegungsrichtung gebogen werden k�nnen. Allein nur den Kopf des Pferdes geradezuhalten wird schon reichlich M�he kosten. Solange das Pferd noch nicht gen�gend gymnastiziert ist, f�llt es ihm n�mlich wesentlich leichter, beim Travers den Kopf nach au�en (links), das hei�t, entgegen der Bewegungsrichtung, zu halten [...]

Auch der Travers wird anfangs erst mit einer 30 -Schr�gstellung ge�bt. Deutlich erkennbar geht hierbei das �u�ere Hinterbein in der Spur des inneren Vorderbeins. Das Pferd geht also auf drei Hufspuren [...]

© 2008  
Wie wird`s gemacht?

Die K�rperhaltung des Reiters

  • 1. Der �u�ere Schenkel soll etwas hinter dem Gurt anliegen.
  • 2. Die innere Z�gelhand soll tief gehalten am Widerrist anliegen.
  • 3. [...]


Erl�uterungen zur K�rperhaltung des Reiters
  • zu 1. Wie weit der �u�ere Schenkel zur�ckgelegt werden mu�, richtet sich nach dem K�rperbau des Pferdes. Im Normalfall etwa eine Handbreit hinter den Gurt. Bei einem kurzen Pferd wird er direkt hinter dem Gurt angelegt.
  • zu 2. und 3. Diese Z�gelf�hrung gilt nur f�r die Dauer der Ausbildung im Travers. Sp�ter, wenn das Pferd das Muster im Gehirn gespeichter hat, [...]



Die Bewegungshilfen des Reiters
  • 1. Der �u�ere Schenkel treibt durch entsprechenden Druck das Pferd seitw�rts.
  • 2. Der innere Z�gel sorgt durch entsprechendes Verk�rzen f�r die Biegung des Pferdes nach innen. Die Z�gelhand h�lt durch Druck gegen den Widerrist die Vorderbeine auf dem Hufschlag [...]
  • Erl�uterungen zu den Bewegungshilfen des Reiters
  • zu 1. und 2. Der �u�ere Schenkel und die innere Z�gelhand arbeiten eng zusammen. Sie "werfen" sich gewisserma�en "die B�lle zu". Dieser Schenkel treibt das Pferd seitw�rts und sorgt f�r die seitliche Abstellung der Hinterbeine des Pferdes nach innen [...]


Die h�ufigsten Fehler des Reiters und deren Folgen [...]
  • 1. Der Oberk�rper h�ngt nach au�en. Er ist in der H�fte abgeknickt. Der innere Schenkel liegt nicht mehr am Pferd. Folge: Das �u�ere Beinpaar wird zu stark belastet. Es kann nicht vorw�rts-seitw�rts �ber das innere Beinpaar kreuzen. Travers ist nicht mehr m�glich.
  • 2. Der Oberk�rper f�llt vorn�ber. Folge: Das Pferd wird r�ckw�rts vom Hufschlag wegdr�ngen, das �u�ere Beinpaar kann nur noch seitw�rts treten. Travers ist nicht mehr m�glich [...]


Wann, wie oft, wie lange und in welchen Gangarten?
Die Lernstunde beginnt mit dem obligatorischen Warmreiten des Pferdes. Dann geht es mit Schulterherein weiter, jeweils eine Runde im Schritt links- und rechtsherum. Danach folgt eine Bahnrunde im ruhigen Trab bzw. Jog, um den Schwung wiederzufinden. Anschlie�end dann Erholung f�r das Pferd im ruhigen Schritt. Geht das Pferd im Schulterherein schon recht fl�ssig, so folgt jetzt jeweils eine Runde [...]





B10l · Fazit


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So detailliert und nachvollziehbar, illustriert mit Zeichnungen und Fotos wird jede Übung beschrieben. Damit wird es dem Leser ermöglicht, die Claus Penquitt-Reitweise Schritt für Schritt zu erlernen und so irgendwann auf die Art zu reiten, die Jutta von Grone in ihrem Vorwort zu diesem Buch wie folgt beschreibt:

" [...] mit leichter, lockerer Eleganz, mit Pep und Präszision, bei feinst abgestimmten - für den Zuschauer kaum sichtbaren - "Hilfen".




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Konsequent in alter Rechtschreibung - ausgenommen Fremdautoren.
Der Herausgeber ist nicht verantwortlich für Leserbeiträge und die Inhalte externer Internetseiten.
Tip: Deutsch/Englisch-Übersetzung: » dict.cc


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Verantw. im Sinne des Pressegesetzes: Dr. Gerd Hebrang
©1999-2008 · ISSN 1437-4528 · Statistik:  Übersicht
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