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Bericht Zum Thema Equus Kinsky · Gesamttext
Inhaltsverzeichnis Ausgabe 218.03 der Pferdezeitung vom 01.06.03
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Kir Royal auf der Euro Cheval
Foto ©  Ted Driesch

    Böhmens goldene Jagdpferde   
    Die seltenen Pferde der Grafen Kinsky    
von  Mandy Riedel



Ein regnerischer trüber Tag im November 2002. Wir befinden uns am Flughafen Amsterdam vor der Tierstation. Es ist der 20.11.2002, wir warten fröstelnd am frühen Morgen auf einen LKW Pferdetransporter.

Um uns herum herrscht geschäftige Eile. Pferde wiehern ab und zu, schnauben leise und scharren aufgeregt mit den Hufen. Auch einige andere Tiere bekommen wir zu sehen im Animal Hotel, dem Umsteigebahnhof und der Quarantänestation des Flughafens für Tiere.

Soeben versucht ein Pfleger mit einem Hund Gassi zu gehen, der gerade erst angekommen ist. Um sicher zu gehen, hat man außen an die Transportboxen immer die Rasse und den Namen des Hundes angebracht. Er öffnet die Box, befestigt die Leine am Halsband des Hundes und nimmt ihn aus der Box.

Dann erst versucht er den Namen außen auf der Box zu entziffern und stellt mit Erschrecken fest, dass der Hund nicht Wolf heißt, sondern ein Wolf ist, der nach Nimwegen NL in den Burger Zoo transportiert werden soll. Schnell und verkrampft und immer noch geschockt aber mit erfahrenen Handgriffen befördert er den Wolf zurück in seine Box.

Die meisten Neuankömmlinge werden schnell vom Zoll und Veterinär abgefertigt und können schnell weitertransportiert werden. Einige müssen für ein paar Tage oder gar Wochen in der Quarantänestation ausharren. Für viele Tiere, beginnt hier bereits das Abenteuer. Allen steht eine aufregende lange Reise bevor, oder sie sind gerade von einer solchen Reise müde angekommen und werden von ihren Besitzern oder einem Spediteur abgeholt.

Nach langem Warten, endlich, am Haupttor sehen wir ihn schon, da kommt unser Transporter. In der Tierstation wird eine Pferdeflugbox, ein übergroßer Aluminiumkoffer auf Rollen und jeweils für drei Pferde geeignet, zum Verladen vorbereitet.

Im Transporter, auf der Ladefläche des Lkws, ist ein ganz besonderes Pferd: Es ist eine Stute der Rasse Equus Kinsky. Diese goldene Stute namens "Kir Royal" hat eine lange Reise vor sich und wird noch heute morgen nach Los Angeles fliegen.


Kir Royal


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Kir Royal auf der Stutenleistungsprüfung
Damit wird "Kir Royal" auch das erste Pferd ihrer Rasse in den USA sein. Gelassen, wie man es von Kinsky Pferden gewohnt ist, steigt die junge Stute langsam aus dem Transporter und sieht sich neugierig um. Gleich hat sie uns erkannt, hebt etwas den Kopf und blickt freundlich in unsere Richtung.

Trotz des nebligen Wetters glänzt ihr Fell golden in den ersten Sonnenstrahlen. Von der Hektik und der Eile vor der Verladehalle unbeeindruckt, lässt sie sich ein paar Runden im Kreis führen und sieht sich weiter wissbegierig um.

Für den Flug werden ihr die Decke und die Transportgamaschen abgenommen, und gleich beginnt man sie in Richtung Rampe zu führen. Gelassen und fast majestätisch ruhig steigt sie auf der Rampe nach oben in die enge Flugbox, erste Kabine rechts.

Sofort hat sie entdeckt dass es ein Fenster auf der rechten Seite gibt, und schon hat kann sie neugierig herausblicken, um nicht zu verpassen, was um sie herum geschieht. Direkt nach ihr werden zwei Rennpferde in die verbleibenden Kabinen verladen, welche die großrahmige Stute auf ihrem Direktflug von Amsterdam nach Los Angeles begleiten werden.

Gerne hätten wir unsere "Kir Royal" auf dem Flug begleitet, nur leider wurden unsere Groomingtickets einen Tag vor dem Abflug gecancelt. Somit müssen wir nach einer weiteren Stunde endgültig Adieu oder bereits good bye sagen.

Leicht fiel uns dieser Abschied nicht, da mit Kir Royal eigentlich unsere Leidenschaft für Kinskypferde begonnen hat. Aber da wir beschlossen haben, nur ein ganz besonders und gutes Kinskypferd in die USA zu exportieren, welches auch die Rasse hervorragend und bestens vertreten kann, ist die Wahl schließlich auf die talentierte Kir Royal gefallen.

Kir Royal ist im tschechischen Kinsky Stutbuch eine Elitestute und sie wurde auch in Deutschland stutenleistungsgeprüft.

Alles begann eigentlich damit, dass wir nur nach einem gutes Jungpferd für Mandy gesucht haben. Es sollte ein spezielles Pferd sein, eines mit Veranlagung für die Vielseitigkeit und eines mit einem besonders menschenbezogenem Charakter.

Gefallen hatten uns die "Kinskys", wie man die Rasse der Kinsky Pferde auch ab und zu nennt, schon immer. Aber bisher hatte es uns an Informationen und an Angeboten gemangelt. Nach langem, langem Suchen und intensiven Recherchen, fanden wir eine Frau im Raum Stuttgart, die uns mit den notwendigen und entscheidenden Informationen weiterhelfen konnte.


Renate Garner


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Koralle auf der Koppel
Renate Garner, die in Tschechien den Club Equus Kinsky mitbegründet hat und selbst Kinskypferde besitzt, lud uns spontan ein, sie, ihre Pferde und die Rasse kennen zu lernen. Dies ließen wir uns nicht zweimal sagen und fuhren im dicksten Winter bei Eis und Schnee in die Schwäbische Alb.

Renate empfing uns sehr gastfreundlich, erzählte uns lange und viel über die Rasse, zeigte uns bis spät in die Nacht Fotos und hat uns am nächsten Morgen einen Ritt auf ihrer Kinskystute "Elza Kinska" angeboten.

Dieser endete allerdings fast im Misthaufen, da Elza übermütig vor Freude durch den weißen Schnee bockte. Dennoch oder gerade darum wurde hier die Entscheidung getroffen - so ein Pferd muss her!!!

Aber sofort stellte sich die Frage, wo bekommt man so ein Pferd, und wie?

Eigentlich sollte es keine Stute sein, sondern ein Wallach, da Mandy "nur" ein Reitpferd für Ihre Zwecke wollte. Renate brachte uns zum Umdenken und stellte sehr schnell einen Kontakt nach Sachsen-Anhalt her. Ein paar Tage später lag ein Video in unserem Briefkasten. Darauf zu sehen war ein junge Stute, ein goldenes Kinskypferd, welches damals noch "Koralle" hieß.

"Koralle" hatte bereits dort in der Fohlenherde ein erhabenes Auftreten und führte eine Gruppe von ca. zehn jungen Stuten an. Edel und galant zeigte sie ihren goldglänzenden Schimmer trotz pelzartigem Winterfell.

Schnell war ein weiterer Entschluss gefasst: Genau dieses Pferd wollten wir haben.

Das einzige, was uns nicht gefiel, war der Name. Daher wurde sie genau so schnell in Kir Royal umgetauft. Damit sie mit ihresgleichen aufwachsen konnte, haben wir sie ebenfalls zu den Pferden von Renate Garner gestellt. Kir Royal wuchs auf den weitläufigen Wiesen und Weiden der Schwäbischen Alb auf und genoss ihre Jugend in einer Jungpferdeherde.

Bereits in diesem jugendlichen Alter war sie Fotomodell für die Zeitschrift Cavallo.

Die Kinskypferde zogen uns mehr und mehr in ihren Bann.

Nachdem Renate Garner eine schweren Hirnschlag erlitten hatte und zum Glück wieder einigermaßen wohlauf ist, übernahmen wir die Rassevertretung für diese wunderbaren Pferde. Als erstes sammelten wir alle Unterlagen, Fotos und Berichte und wir widmeten der Rasse eine eigene Homepage ( Kinsky Hauptseite), da man kaum Informationen bekommen konnte.


Gestütsbesuch


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Kinsky-Pferdefest
Wir fuhren bis nach Tschechien, um die Ursprünge der Kinskypferde zu sehen, und besuchten erstmals das Gestüt, Züchter und ein Kinsky-Pferdefest. Dabei faszinierten uns diese Pferde mit ihrem besonders sanften Charakter immer mehr und wir wurden vollends von dem Kinsky "virus" infiziert.

Kir Royal erhielt schließlich auch den ihr zustehenden Status im Pferdepass, wir bestanden darauf, dass sie nicht als ausländisches Pferd eingetragen wird. So wurde sie als erstes Pferd ihrer Rasse in Deutschland als Equus Kinsky im Pferdepass eingetragen.

Aus einem Besuch in Tschechien wurden zwei, es folgten ein dritter, ein vierter und viele weitere. Bei einem dieser Besuche hatten wir schließlich ein ganz besonderes Anliegen, ein Brandzeichen! Um das zu bekommen, nahmen wir unsere Stute Kir Royal mit nach Tschechien.

Da unserer adligen Stute eins fehlte - das gräfliche Wappen auf dem linken Hinterschenkel, welches sie als Original-Kinskypferd ausweist. Der fehlende Brand kam daher, dass Kir Royal`s Mutter Katy tragend aus der Tschechischen Republik nach Deutschland importiert wurde und somit keine Gelegenheit mehr bestand, das Brandzeichen anbringen zu lassen.

Fam. Pulpan, die Gestütsverwalter, zeigte sich äußerst hilfsbereit und ermöglichte uns, mit Kir Royal nach Tschechien zu kommen, um das Brandzeichen anbringen zu lassen.

Doch bevor wir fahren konnten, mussten wir uns durch die langsamen und mühsamen Mühlen der deutschen Bürokratie kämpfen. Wir bekamen eine riesige Liste mit Punkten und Dokumenten, die wir zu besorgen hatten.

Bei der Industrie- und Handelskammer wurde ein Carnet ATA beantragt, welches normalerweise für den Verkehr von Waren und die vorübergehende Ausfuhr spezieller Ausrüstung (z.B. Kameras eines Filmteams, etc) und anschließender Wiedereinfuhr bestimmt war.

Kir Royal wurde somit im Carnet als Berufsausrüstung deklariert. Anschließend mussten wir mit diesem Carnet ATA zum Zollamt um eine Nämlichkeitsbescheinigung zu erhalten.

Als nächstes war der Amtsveterinär an der Reihe und damit lagen die Nerven blank.


Amtsschimmel


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Schnappschuß vom Gestütsfest
Es konnte uns nämlich keiner sagen, was für ein Dokument benötigt wird, um mit einem Pferd nach Tschechien einreisen und danach wieder ausreisen zu können, geschweige denn uns dieses Dokument, welches offensichtlich existierte, zur Verfügung stellen.

Letztendlich half uns ein freundlicher Amtstierarzt aus dem Bayrischen. Dieser faxte uns als Muster ganz unbürokratisch ein bereits ausgefülltes dreiseitiges Dokument eines anderen Pferdes.

Glücklich kopierten wir das Dokument, löschten die Angaben des fremden Pferdes und füllten unsere ein. Dann faxten wir dieses Dokument unserem Amtstierarzt, um gleich darauf die nächste ernüchternde Nachricht zu erhalten:

Er kann kein Tschechisch und Englisch und das Dokument war nur in tschechischer und englischer Sprache. Somit bestand er auf einem Dokument in deutscher Sprache.

Also haben wir die ganze Nacht damit verbracht, ihm diese drei Seiten zu übersetzen. Zum Glück bestand er nicht noch darauf, die Übersetzung amtlich beglaubigen zu lassen, sondern setzte uns den ersehnten Stempel darauf.

Jetzt konnte das Abenteuer losgehen. Mitten in der Nacht weckten wir Kiara, die ruhig und gelassen auf den Anhänger stieg und während der Fahrt erwartungsvoll aus dem Fenster schaute. Früh um sechs waren wir in Waidhaus an der deutsch/tschechischen Grenze.

Glücklicherweise hat der tschechische Veterinär, im Gegensatz zum deutschen Veterinär, durchgehend Dienst am Grenzübergang. Recht schnell erhielten wir unsere Stempel zur Einreise, und nachdem wir mit einem sprichwörtlichen Laufzettel von deutschem Zoll zu tschechischem Zoll und deutscher Polizei zur tschechischen Polizei und zurück geeilt waren, konnten wir endlich weiterfahren.

Zweieinhalb Stunden später waren wir im Gestüt und konnten unsere Kir Royal ausladen. Allen vorweg bewunderte Fam. Pulpan die schicke großrahmige Stute, man empfahl uns sogleich die Anpaarung mit ihrem Hengst Ondras und zeigte uns ihre Gastbox für die nächsten zwei Tage.

Zum Glück hatte Kir Royal eine dicke Decke dabei, denn der sogenannte Sommerstall hat seinen Namen zu Recht. Normalerweise wird er nur im Sommer genutzt, da man aber zu wenig Platz hatte und Boxen brauchte, wurden diesmal auch noch im Herbst in diesem Stall und den Boxen Pferde untergebracht.


Brand


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Gestüt Chlumec
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Innenhof
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Stallansichten
Leider ist der Stall ziemlich zugig, Fenster beschädigt und auch das Dach ist dringend renovierungsbedürftig. Trotzdem fühlte sich Kir Royal sichtlich wohl unter ihresgleichen, und wir verbrachten den Abend damit, mit der Familie Pulpan über Kinskypferde zu plaudern. Kir Royal plauderte vermutlich mit Ihrer Verwandschaft.

Am nächsten Tag sollte Kir Royal nun endlich ihren ersehnten Brand bekommen. Fam. Pulpan hatte extra ihren Brennbeauftragten, ein Vorstandmitglied des Club Equus Kinsy und einen Veterinär organisiert; man wollte die Stute zusätzlich auch gleich beurteilen, wenn sie schon mal da war. Kir Royal war tapfer und hat nur ein kurzes Zucken gezeigt und würdevoll den Schmerz des heißen Eisens ertragen, das sich qualmend in ihr Fell brannte.

Nachdem die Stute ihren Brand erhalten hatte und ein schönes gräfliches Wappen ihr Hinterteil zierte und endlich ihre Herkunft bestätigte, wurde sie beurteilt. Dann das Ergebnis: Eine Eintragungsnote 7,8 Punkte. Damit ist Kir Royal eine der besten Stuten im tschechischen Zuchtbuch und natürlich eine Hauptstutbuchstute.

Leider konnten wir nicht mehr lange bleiben und mussten uns kurz danach auch schon wieder verabschieden, die lange Heimreise stand uns bevor. An der Grenze angekommen erwartete uns die deutsche Bürokratie und holte uns wieder auf den harten Boden der Tatsachen zurück.

Die deutsche Amtstierärztin sagte uns, wir sollten die damals knapp dreijährige Stute ausladen. Aha,... dachten wir und wo bitte? Der Grenzübergang Waidhaus befindet sich direkt neben bzw. an der Autobahn. Auf dem Parkplatz neben dem Veterinär stand nicht nur unser Pferdetransporter, sondern auch hunderte von LKW´s mit gehetzten Fahrern, welche laut hupend ihre Eile und zügige Abfertigung bekundeten.

Die Tierärztin zeigte auf die Viehrampe, eine sehr rutschige Rampe, welche von einem Stangensystem begrenzt wurde. Stirnrunzelnd lehnten wir diese Möglichkeit der Entladung ab. Dann sollten eben wir die Stute direkt auf dem Parkplatz ausladen.

Eigentlich ist eine solche Aktion unverantwortlich, aber da wir 100 % Vertrauen in den Charakter unser jungen Stute hatten luden wir sie auf dem Parkplatz aus.

Ein LKW-Fahrer, der das als Lücke auserkoren hatte, um schneller weiterzukommen, reagierte mit wütendem Hupen auf die Stute, welche nun mitten auf der Fahrbahn stand. Kir Royal liess sich weder vom Hupen noch von den kalten Händen der Ärztin beeindrucken und gelassen von der Amtstierärztin begutachten und anschließend wieder verladen.

Dann mit den Papieren kam die nächste Ernüchterung. Ein Stempel des tschechischen Veterinärs aus Chlumec war an der falschen Stelle bzw. nicht von der richtigen Stelle ausgestellt und die Amtstierärztin bestand nun darauf, dass dieser Stempel dahin soll, wo er hingehört.

Ihre Empfehlung: Wir sollten zurück nach Chlumec fahren (240 km), den Amtsveterinär den Stempel anbringen lassen und wieder zurück an die Grenze kommen. Den Hänger und das Pferd könnten wir ja stehen lassen, dann wären wir schneller.


Prinzipienreiterei


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Gestütskoppel
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Vorführung
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Mandy auf Marion Kinska
Gleichzeitig gab sie uns aber den Hinweis, dass sie und die Veterinärstelle um Punkt 17 Uhr Feierabend macht und wir dann erst am nächsten Tag einreisen könnten. In dem Fall hätten wir Kir Royal in einem anderen Stall unterbringen müssen, aber eigentlich bescheinigt das Dokument und der Stempel des tschechischen Veterinärs, dass das Pferd aus einem seuchenfreien Bestand kommt.

Aber es ging hier ums Prinzip und kam nur auf den Stempel an. Aha dachten wir, tolle Einstellung, und lehnten entrüsted ab und überlegten uns Alternativen, an diesen Stempel zu kommen. Wir baten z.B. den deutschen Amtsveterinär, uns das Dokument nach Chlumec zu faxen, um so den Stempel zu erhalten. Das wurde aber vom deutschen Amtsveterinär abgelehnt.

Also kletterten wir verbotenerweise über die Absperrung der Autobahn und eilten zu der tschechischen Amtsveterinärstation, in der Hoffnung, dass diese uns das Dokument nach Chlumec faxen könnten, um den Stempel zu erhalten.

Der tschechische Veterinär zeigte sich wesentlich freundlicher und hilfsbreiter und versuchte stundenlang, das Dokument nach Chlumec zu faxen. Mittlerweile hatten wir alle neuen Telefonnummern in Tschechien ermittelt und mit allen verantwortlichen Stellen in Tschechien telefoniert.

Ohne Erfolg, das Fax ging entweder nicht durch oder kam nicht neu gestempelt zurück. Nach 2 Stunden gab der tschechische Veterinär entnervt auf und mit Rücksicht auf das wartende Pferd nahm er eigenständig die Entscheidung in seine Hand und setzte den Stempel in die Papiere. Völlig unbürokratisch.

Endlich konnten wir nach langem Warten mit unserer Stute wieder nach Deutschland einreisen. Auf diesen Besuch in Tschechien folgten viele weitere. Dabei verringerten dich die Abstände zwischen den Reisen immer mehr und schnell war klar, dass es nicht bei einem Pferd bleiben sollte.

So wurde direkt aus Tschechien die Stute "Marion Kinska" importiert und nach langem Nachforschen, Suchen und Handeln konnten wir endlich den begehrten Hengst "Atom" erwerben.

Heute genießt Atom den Ausblick aus einer großen Außenbox und grast auf den Weiden des Gestütes Katharinenhof in Krefeld Fischeln, der Erfolgsschmiede von Familie Thöne. Von dem Pferdewirtschaftsmeister und Grand Prix Reiter Karl-Heinz Thöne, welcher das goldene Reitabzeichen besitzt, und von seiner Frau Christiane wird "Atom" bis Dressur Klasse S professionell beritten und im Sport vorgestellt.


Atom


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Atom
Atom hat ein stattliches Erscheinungsbild mit goldglänzendem Fell und schneeweißem Langhaar.

Gerade hat er den interessanten Duft einer rossigen Stute in die Nase bekommen und flehmt erhaben, um den interessanten Geruch noch intensiver aufzunehmen. Mit einem fordernden Wiehern schwebt der Hengst über seine Koppel, sich sowohl seiner Schönheit, seines imposanten Auftretens als auch seines Adels voll bewusst.

Er hat sicherlich auch die volle Berechtigung und erworbene Lizenz zum Arrogantsein; besitzt er doch nachweislich die beste Hengstleistungsprüfung aller palominofarbenen Warmblüter in ganz Deutschland.

  • Abgelegt hat er die beste Hengstleistungsprüfung mit 108,74 Punkten (trotz einem Altersabzug) in Neustadt/ Dosse.
  • Außerdem ist er in der Dressur bis Klasse S und im Springen bis Klasse M ausgebildet.
  • Er ist ein- und zweispännig gefahren und hat gekörte Nachzucht.

Mehr Leistung kann man von einem Pferd nicht verlangen, zumal er bei der Hengstleistungsprüfung Charakter- und Temperamentsnoten von 9 und 10 erhalten hat. Welches Pferd kann solche Leistungen und Noten miteinander vereinen?

"Atom" ist unser Traumpferd und hat bei uns eine Lebenstellung gefunden. Dieses außergewöhnliche Pferd hat eine besonders bewegte Geschichte. Doch später mehr davon.

Im Laufe der Zeit kamen noch einige Stuten dazu, eine kleine bunte Herde in Palomino, Cremello und Falbe. In Anknüpfung an alte Traditionen in Tschechien haben wir auch eine gute, im Rennsport sehr erfolgreiche englische Vollblutstute, einen Fuchs von Gidron xx, dem erfolgreichsten Rennpferd der DDR Zucht, in unserer Herde aufgenommen. In der Vergangenheit wurden immer wieder gute englische Vollblüter zur Veredelung und Blutauffrischung in der Kinskyzucht eingesetzt.

Nächste Woche mehr...

Kontakt

Mandy Riedel & Ted Driesch
Am Haushof 8
40670 Meerbusch
Tel.: 02159-928247
Fax: 02159-928249
Mobil 0172-7297297 oder 0172-7640476
E-Mail:  [email protected]
oder  [email protected]
Web:  www.Kinsky.de





Quelle

 Kinsky Hauptseite



Abbildungen
©  Ted Driesch


Leserresonanz


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1 Leserresonanz zu Ausgabe 218 vom 01.06.03


Leserbrief  953 zu Ausgabe  218
 
Kommentar zu Seite  /Berichte/218/Gesamttext/


04.06.2003 13:15:16

Grezüberschreitung

Ämter sind schon schrecklich, wo ist da nun wieder der Tierschutz in Amtsperson, wenn nur ein Stempel verkehrt in ein Dokument gemacht wurde. Da sollte ein Tier in einem Anhänger so lange warten bis die Besitzer und Fahrer 240 km zurüch zum Gestüt fahren und dann wieder zur Grenze kommen um einen verkehrten Stempel berichtigen zu lassen.

Amtsschimmel Ade - Amtsteufelei juche.

Melissa Roth


Rezension: Akupunktur


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G�smeier, Ina

Akupunktur
Gesundheit erhalten - Krankheiten heilen mit Akupunktur, Akupressur und chinesischen Kr�utern
Gesundes Pferd

176 Seiten, 6 sw-Abbildungen, 76 Farbabbildungen, gebunden
2003, Cham
ISBN 97832750146210


16,-  EUR      Bestellen


Der Verlag sagt über das Buch:

Klappentext

Heilende Stiche

Akupunktur, Akupressur und der Einsatz chinesischer Kräuter sind Teil der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM), mit der Dr. Ina Gösmeier Pferde erfolgreich behandelt. Ob Husten, Schmerzen oder Verhaltensprobleme - bei vielen gesundheitlichen Störungen haben sich die alten Heilmethoden der Chinesen bewährt. Praxisbezogen und leicht verständlich erklärt die Autorin die Behandlungsmethoden, beschreibt die Bedeutung der Akupunkturpunkte und zeigt mögliche Therapien für eine Vielzahl gesundheitlicher Probleme auf. Für den Pferdehalter ist das Thema Akupressur besonders interessant: Die Stimulierung der Akupunkturpunkte mittels Fingerdruck läßt sich auch von medizinischen Laien einfach erlernen und anwenden. Abgerundet werden diese Behandlungsmethoden durch die Anwendung der Kräutertherapie, die Dr. Ina Gösmeier ebenfalls leicht nachvollziehbar beschreibt.

Dr. med. vet. Ina Gösmeier ist Tierärztin und in der Dressur erfolgreich bis Grand Prix geritten. Sie erwarb die Zusatzbezeichnung Akupunkteurin und erzielt mit der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) beachtliche Erfolge in der Pferdetherapie. Seit 1990 führt die Autorin eine Überweisungspraxis für Akupunktur und Chiropraktik am nördlichen Rand des Ruhrgebietes.



 
W. Popken im Fenster
Selbstportrait 08/2004
 
 
Meine Meinung zu dem Buch:
von   Werner Popken

Die Autorin hat bereits ein Buch über Akupressur vorgelegt, das in der Pferdezeitung 1999 besprochen worden ist. Nun also die Erweiterung für den Fachmann - denn mit Nadeln wollen wir doch nicht operieren, wenn wir nicht selbst Fachmann werden wollen.

So nehme ich dieses Buch zunächst wahr als Hintergrundinformation, um möglicherweise aufgrund dieser Lektüre fachmännische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Dem entspricht der Anspruch der Autorin, formuliert im Vorwort "Gedanken zu diesem Buch" (S. 8):

Die gesamte Lehre der TCM in einem Buch dieses Umfangs zu vermitteln kann nicht gelingen. Ich hoffe jedoch, dass ich Ihnen mit diesem Buch die chinesische Heilkunst und die Anwendbarkeit für Ihr Pferd etwas näher bringen kann und wünsche viel Spaß bei der Lektüre.

Die chinesische Medizin hat einen ganzheitlichen Ansatz. Ganzheitliche bedeutet für die Chinesen, daß

alles Leben Bestandteil des Universums ist, sich in permanenter Abhängigkeit und einem ständigen Kreislauf befindet. Zudem betrachten die Chinesen ein Lebewesen immer als Einheit von Körper und Geist und in Abhängigkeit zu seiner Umwelt. (Vorwort)

© 2008  
Dieser Ansatz ist der westlichen Denkweise fremd. Wir möchten gerne alles positiv haben. Die Chinesen betrachten das Positive immer im Zusammenhang mit dem Negativen, beides sind zwei Seiten derselben Medaille.

Auf Seite 19 befindet sich die bekannte Figur, die die Einheit von Yin und Yang symbolisiert: die weiße Fläche geht aus der schwarzen hervor, die schwarze aus der weißen, und dort, wo die beiden Flächen jeweils am größten sind, erscheint das Gegenteil als Keimzelle.

So ist Yin zwar im westlichen Sinne "negativ": dunkel, statisch, Nacht, starr, chronisch, kalt, Winter, Yang "positiv": Herr, aktiv, Tag, beweglich, akut, heiß, Sommer, aber aus der Aufzählung geht schon hervor, daß die eine Eigenschaft nicht ohne die andere denkbar ist, die eine sich aus der anderen definiert, beide also gleichwertig sind.

Ein Problem liegt aus chinesischer Sicht vor, wenn Yin und Yang nicht ausgeglichen sind. Eine wesentliche Rolle spielt dabei die Lebenskraft Qi, die es in der westlichen Lehre überhaupt nicht gibt. Nach chinesischer Meinung kann ohne Qi "keine weitere vitale Substanz gebildet werden." (S. 20). Für den Westen ist der Körper eine Maschine, die mehr oder weniger gut funktioniert und deren Regeln noch nicht vollständig bekannt sind.

In der chinesischen medizinischen Lehre muß der Arzt also nicht nur mit dem allgemeinen Begriff Qi umgehen. Er kann nur erfolgreich behandeln, wenn er in der Lage ist, die unterschiedlichen Formen und Funktionen von Qi im Körper und in den zugehörigen Organ zu beurteilen. Zum Beispiel kann eine Bronchitis des Pferdes durch einen Mangel an Lungen-Qi entstehen. Möglicherweise ist aber ebenso das Nieren-Qi betroffen, und es müssen zusätzliche Akupunkturpunkte zur Stärkung des Nieren-Qi genadelt werden, sonst tritt keine Heilung ein. (S. 21)

Da der Körper aus herkömmlichen chemischen Grundstoffen besteht und nach allgemeinen physikalisch-chemischen Grundsätzen arbeitet, ist für den westlichen Menschen im Prinzip unverständlich, warum es Leben gibt. Wir können zwar feststellen, daß etwas lebt, was das Leben aber eigentlich auszeichnet, wissen wir nicht. Wenn etwas stirbt, verändert sich der Organismus, obwohl die chemischen Grundstoffe sich nicht ändern. Was sich ändert, ist unbekannt.

"Der Tod tritt ein", sagt die Sprache, die Chinesen würden vielleicht sagen: Die Lebenskraft verläßt den Körper, und das entspricht für mich der Seele, die die westliche Welt entwickelt hat.

Ein Begriff wie Seele scheint im Chinesischen nicht zu existieren. Der Begriff Shen wird mit Verstand, Geist oder Bewußtsein auf übersetzt (S. 27), aber vielleicht ist es ein Übersetzungsproblem. "Seele" kann man als Übersetzer heute wahrscheinlich nicht mehr nehmen, der Begriff ist für Fachleute und Leser sinnleer geworden.

Damit wird die Schwierigkeit deutlich, ein komplettes Weltsystem zu übertragen. Die Autorin bemüht sich, die chinesische Vorstellungswelt deutlich zu machen. Als Leser stelle ich mich dabei innerlich ständig auf den Standpunkt der Chinesen, den ich eigentlich gar nicht verstehen kann.

Für mich als Leser sind diese technischen Einzelheiten und philosophischen Hintergründe eher belanglos. Wenn denn die Methode wirkt, soll es mir egal sein, warum das der Fall ist. Ich habe mich einmal wegen Tinnitus behandeln lassen, aber es hat nichts genützt. Ich habe also keine Meinung zur Akupunktur.

Die Autorin hat offenbar gute Erfolge, und davon liest man natürlich gern. Auf mich wirkt eine technische Aufzählung ermüdend. Ich will auf keinen Fall die Technik selbst erlernen, daher bin ich eher am zweiten Teil des Buches interessiert, wo es um die Praxis geht. Seite 97-99:

Praxis-Beispiel: Immunsystem stärken
In einem Reitstall grassiert seit Wochen eine Atemwegsinfektion. Eine Besitzerin, deren Stute seit zwei Tagen schlecht frißt und matt in der Arbeit ist, aber noch kein Fieber hat, will die Abwehrkräfte ihres Pferdes unterstützen. Die 9-jährige Stute steht im Pi-Typ. Es wird einmal Lu 7, Ni 3 und Di 4 akupunktiert, danach eine Woche lang Lu 7, MP 6, Ma 36 und Di 4 akupressiert. Das Pferd bekam keine Infektion und brauchte keine weitere Behandlung.

Praxis-Beispiel: Rückenmuskelverspannungen nach geistiger Überlastung
Livius, ein fünfjähriger, für den Dressursport sehr gut veranlagter Wallach, sollte für ein großes Turnier vorbereitet werden. Obwohl der im Fei-Typ stehende Livius alle Lektionen sehr schnell begriffen hatte, fiel ihm das konzentrierte Durchhalten während einer Dressuraufgabe schwer. Der Reiter hatte deshalb zweimal pro Tag eine halbe Stunde mit ihm gearbeitet und die Aufgabe immer wieder geübt. Nach einer Woche trabte Livius nur noch mit schleppender Hinterhand und verlor an Appetit.

Das ständige Wiederholen der Dressuraufgabe stellte für das Pferd eine geistiger Überforderung dar, auf die es mit körperlichen Symptomen reagierte. Livius wurde einmal in BI 10 akupunktiert.

BI 10 (Tian Zhu) liegt an der Austrittstelle des Blasen-Meridians aus dem Gehirn. Er stellt einen Sammelpunkt des Qi dar. Dadurch kann er die Konzentration und das Gedächtnis anregen. Der Punkt liegt seitlich am Hals auf dem Atlasflügel des I. Halswirbels, eine Handbreit unterhalb des Mähnenkammes.

TCM-Diagnose: der Punkt leitet Wind aus und klärt das Gehirn. Er ist der Punkt des Meeres, des Qi. Er löst Stagnationen im Blasen-Meridian.

Westliche Diagnose: Schmerzen und Schwindel im Kopf mit Sehstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten und HWS-Syndrom.

Bei Schmerzen der tiefen Rückenmuskulatur wird BI 10 angewendet, weil er einen Stau im Blasen-Meridian, der in der Rückenmuskulatur verläuft, lösen kann. Zur Überraschung des Reiters verschwand die Hinterhandproblematik innerhalb von vier Tagen. Die Akupunkturbehandlung wurde dreimal wiederholt. Da Livius im Fei-Typ steht, wurde beim letzten Mal Lu 7 akupunktiert. Livius bekam mehr Zeit in der Ausbildung und geht heute erfolgreich in Dressurprüfungen der Klasse S.

Dieses Beispiel macht deutlich, warum Vorbeugung und Gesunderhaltung zusammen zu nehmen sind. Ohne die Akupunktur wären die Rückenschmerzen und die Schwäche der Hinterbeine zum Problem geworden. Eine klinische Untersuchung hätte sich auf die schmerzhaften Körperpartien konzentriert und Livius wäre ein Rückenpatient geworden. (S. 98/99)

Akupunktur, Akupressur, TCM sind also Methoden, die zumindest dann versucht werden sollten, wenn andere Methoden nicht helfen. Das brauche ich wohl nicht gesondert betonen: wer keinen Rat und keine Hilfe mehr findet, findet unkonventionelle Methoden von allein.

Dieses Buch kann dazu dienen, die chinesischen Methoden bereits im Vorfeld hinzuzuziehen. Wer gar nicht erst krank wird, muß auch nicht geheilt werden. Die chinesische Medizin kann zerstörte Organe nicht wiederherstellen, aber vielleicht die Zerstörung verhindern.

Angeblich wurden im alten China die Ärzte solange bezahlt, wie die Menschen gesund blieben. Wurde der Mensch krank, bekam der Arzt kein Geld. Das Prinzip gefällt.


erschienen 01.06.03


· Siehe auch  Tipp 218



G�smeier, Ina

Akupunktur
Gesundheit erhalten - Krankheiten heilen mit Akupunktur, Akupressur und chinesischen Kr�utern
Gesundes Pferd

176 Seiten, 6 sw-Abbildungen, 76 Farbabbildungen, gebunden
2003, Cham
ISBN 97832750146210


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Tipp: Zunge geben


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W. Popken im Fenster
Selbstportrait 08/2004
 
 
Zunge geben
Von   Werner Popken

In der Rezension dieser Woche (Akupunktur) habe ich auf Seite 73 ein Foto gefunden, das mich näher hinblicken ließ. Die Bildunterschrift lautet:

Lotus geht erfolgreich in das zu Prüfungen der Klasse M. Der Pi-Typ lernt langsam, aber einmal Gelerntes beherrscht er sicher. Wie alle Pi-Typen läßt er sich die Zunge gerne aus dem Maul nehmen.

Auf dem Foto vermutlich die Autorin, die dem großen Warmblut mit der rechten Hand ins Halfter greift, mit der linken fest die Zunge umfaßt, die extrem lang aus dem Maul hängt. Das erinnerte mich sofort an Silke Vallentin, die solche Übungen gern mit ihrem Friesen macht (siehe Frei in den Hänger).

Die Chinesen haben offenbar verschiedene Dinge in ein System gebracht. Hier eine Charaktereigenschaft, das langsame, aber sichere Lernen, und die Bereitschaft, sich die Zunge aus dem Maul nehmen zu lassen.

Darüber hatte ich noch gar nicht nachgedacht, auf die Idee wäre ich nicht gekommen. Zwar hatte ich die Übung bei Silke Vallentin gesehen, sie aber als Teil der Dominanzübungen abgetan. Die Dominanzübungen nach Parelli interessieren mich nicht besonders, deshalb bin ich nie auf die Idee gekommen, einem Pferd einmal die Zunge aus dem Maul zu nehmen.

Die Bildunterschrift hier interpretiere ich so, daß die meisten Pferde sich die Zunge nicht gerne aus dem Mund nehmen lassen würden. Die Tatsache, daß ein Pferd dies zuläßt, wird nach meiner Lesart so verstanden, daß es sich um einen bestimmten Typ handelt, nicht etwa, daß die Dominanzordnung geklärt ist oder das Pferd besonderes Vertrauen zeigt.

Wenn man den Typ seines Pferdes kennt, kann man mit dem Pferd sicher besser arbeiten. Oder anders herum: Wenn man die Pferdetypen kennt und sich selbst, kann man das richtige Pferd finden, mit dem man glücklich werden kann.

Die Chinesen behaupten, daß es fünf Pferdetypen gibt. Das kann man vielleicht lernen. Es kann jedenfalls nicht schaden, wenn man sein Pferd richtig einschätzen kann. Als Illustration ein Ausschnitt aus der Beurteilung des Pi-Typs (S. 72):

Zu Beginn der Reitstunde ist dieser Typ häufig faul und triebig. Er wird erst, nachdem er warm geworden ist, fleißiger. Die Ausgeglichenheit dieser Pferde wird oft mit Sturheit und Unsensibilität verwechselt. Viele Reiter tendieren dazu, mit solchen Pferden grob umzugehen und übersehen dabei die Vorteile dieses Typs.

Mein Tipp: Wenn Sie Zugang zu Pferden unterschiedlichen Charakters haben, versuchen Sie doch einmal den Test mit der Zunge! Können Sie die chinesische Klassifizierung nachvollziehen? Wenn ja, lohnt sich ja vielleicht eine eingehendere Beschäftigung damit.


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Galerie: Arpad


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Árpád und seine Stammesbrüder