| | | Die Gestütsleitung ist gespannt |  |  |  |
| | | | Kann er den Zügel greifen? |  |  |  |
| | | | | Der Hengst streckt die Zunge raus |  |  |  |
| | | | Und noch einmal! Er verarbeitet! |  |  |  |
| | | | Donnerwetter! Da ist ja schon was passiert! |  |  |  |
| | | | Julie Day und ihre Experten |  |  |  |
| "Das Geheimnis der Pferdesprache" ist der Titel des Fernsehfilms, den man leider nicht kaufen kann; ich hatte Glück - jemand hatte den Film mitgeschnitten und hochgeladen, was natürlich verboten ist. Infolgedessen wurde dieser Film wieder gelöscht und derselbe oder jemand anders hat ihn dann wieder hochgeladen und ich konnte zugreifen und ihn mir runterladen.
Wenn Sie bei Google nach dem Titel im Wortlaut suchen und Videos wählen, werden Sie einen entsprechenden Link finden, aber nicht den Film - jedenfalls im Moment, wo ich dies schreibe, nicht, denn ich habe mich gerade davon überzeugt, dass der Film schon wieder gelöscht ist. Das ist schade.
Denn durch die Veröffentlichung wird ja niemand geschädigt und letzten Endes sogar kostenlos Reklame für die Sender gemacht, die diesen Film bezahlt und bereits mehrfach gesendet haben. Die Kostenkalkulation des Senders ist auf jeden Fall aufgegangen; von deren Seite aus muss kein Geld damit verdient werden.
Manche Verlage, der » Der Spiegel oder » brand eins etwa, stellen ihr gesamtes Archiv kostenlos online. Besser kann man für sich selbst nicht werben, und gleichzeitig dient man noch der Sache, um derentwillen man überhaupt gearbeitet und investiert hat.
Das ist besonders fatal für Funkmedien, denn Sendungen versenden sich, wie Funkleute sich ausdrücken. Gemeint ist damit folgendes: Wenn die Sendung vorüber ist, ist alles vorbei. Wer zugehört oder zugeschaut hat, war Zeuge, alle anderen haben es sowieso nicht mitbekommen, und die, die dabei waren, haben es schnell wieder vergessen. Das ist gut, wenn man eine schlechte oder peinliche Sendung abgeliefert hat, aber schlecht, wenn man eine gute Sendung gebracht hat - ganz abgesehen davon, dass eine solche Haltung zu einem Gutteil nihilistisch und destruktiv ist.
Es sei denn, jemand würde die Sendung zu seinem persönlichen Gebrauch mitschneiden. Das darf der. Er darf diese Sendung nur nicht online stellen und damit allgemein verbreiten. Ist jedenfalls die Meinung der Hüter des geistigen Eigentums; ich sehe die Sache anders. Indem ich die öffentlich zur Verfügung gestellte Kopie heruntergeladen habe, habe ich gewissermaßen nachgeholt, was ich selbst hätte machen können, wenn ich entsprechend vorbereitet gewesen wäre.
Vermutlich hätte ich mir auch legal eine Kopie von einem Freund besorgen können; der einzige Stolperstein ist jetzt also die Tatsache, dass ich die Person, die diesen Film online gestellt hat, nicht kenne. Und aus diesem Grund werde ich meine Kopie Ihnen nicht zur Verfügung stellen, obwohl ich das technisch könnte, sogar ohne eine allgemeine Plattform bemühen zu müssen; in diesem Fall könnte man sogar argumentieren, dass Sie als meine Leser eine persönliche Beziehung zu mir haben und deshalb berechtigt wären, meine Kopie ihrerseits zu kopieren.
Als Journalist bin ich auf jeden Fall berechtigt, Schnappschüsse aus diesem Film zur Illustration und Unterstützung meiner Argumente einzusetzen; ich könnte mit derselben Begründung und unter Berufung auf das Zitatrecht sogar Ausschnitte aus dem Film zur Verfügung stellen. Aber das geht ja jetzt an der Sache vorbei. Wünschenswert wäre, dass dieser Film frei verbreitet werden könnte; am besten wäre es natürlich, wenn der Sender selbst sein Archiv öffnen würde. Das würde den noch nicht einmal daran hindern, den Film ein weiteres Mal im regulären Programm auszustrahlen: Für die nämlich, die immer noch nichts davon mitbekommen haben.
Meine Artikelserie zeigt zur Genüge, dass man sich mit so einem Film intensiv auseinandersetzen muss, wenn man ihn wirklich verstehen und begreifen will. Andernfalls rauscht das mehr oder weniger an einem vorüber und man hat nicht wirklich etwas davon. Man weiß ja inzwischen aus eigener Erfahrung, dass man sich schon bei einfachen PowerPoint-Präsentationen nicht gut gleichzeitig auf das Bild und den Ton konzentrieren kann (siehe » IM POWERPOINT-NIRVANA: Beamer an, Hirn aus).
Im Fernsehfilm gibt es eine weitere Szene, die in der DVD fehlt und von der ich gern mehr gesehen hätte, nämlich eine Erläuterung der Sprachvokabel "Stopp". Neuhauser zeigt in einem Kurs in Bayern, welche verschiedenen Gesten mit der Hand was bedeuten und wie man die Hand zu halten hat, wenn man Stopp sagen will. Und dann setzt er noch hinzu, dass dieses Signal weltweit genauso und eindeutig verstanden wird, ohne dass man es erklären muss.
Gut, das ist seine Botschaft, die Körpersprache, aber ich glaube nicht, dass es die Körpersprache allein ist. Es ist auch die Haltung. Im Fernsehfilm wird der "gegenseitige Respekt" betont. Genau das ist es. Neuhauser respektiert das Pferd. Das ist neu und ungewöhnlich. Dass das Pferd den Menschen zu respektieren habe, fordert jeder. Das ist trivial.
Was aber macht man, wenn man das Pferd respektiert, das Pferd einen selbst aber nicht? Mit diesem Problem war Neuhauser in diesem arabischen Gestüt aufs schärfste konfrontiert, und dafür hat er eine Lösung gefunden.
Wie die genau aussieht, was er macht, wie er vorgeht und was dabei herauskommt, das werde ich Ihnen in der nächsten Woche eingehend entwickeln.
Quellen / Verweise
- » Hans-Jürgen Neuhauser
- › DVD HJN-Reiten
- ZDF/ARTE-Dokumentation: Das Geheimnis der Pferdesprache
- » Vollblutaraber
- » Vereinigte Arabische Emirate
- » Trucial States
- » Abu Dhabi
- » Dubai
- » Emirat
- » Föderation Arabischer Emirate
- » Bahrain
- » Katar
- » Schardscha
- » Sultan bin Muhammad al-Qasimi
- » Geschichte der Vereinigten Arabischen Emirate
- » Egon Friedell
- DVD HJN-Reiten, Gesamttext
- » Der Spiegel
- » brand eins
- » IM POWERPOINT-NIRVANA: Beamer an, Hirn aus
- › Kommunikation: Flüstern oder signalisieren?, Die besondere Methode des Hans-Jürgen Neuhauser
› Ausgabe 547 · Teil 1 - › Die Empfindlichkeit der Pferde, Wie sind Pferde, wie geht man am besten mit ihnen um?
› Ausgabe 548 · Teil 2 - › Tanz - neu interpretiert, Körpersprache als Verständigungsmittel einander respektierender Wesen
› Ausgabe 549 · Teil 3 - › Ohne Zügel und Führstrick hilflos, Wenn's in der Herde funktioniert, dann muss es anders auch gehen
› Ausgabe 550 · Teil 4 - › Wie der Mensch das Pferd verwirrt, Die Kommunikation widersprüchlicher Botschaften
› Ausgabe 551 · Teil 5 - › Sei spontan! Komm raus!, Die Körpersprache des Cowboys als Beispiel für Double-Bind
› Ausgabe 552 · Teil 6 - › Arbeit mit der wilden Mustang-Stute, Wie Neuhausers Methode im Wilden Westen funktioniert
› Ausgabe 553 · Teil 7 - › Neuhauser und Monty Roberts: Ein Vergleich, Einfühlung und Machtausübung - zwei Ansätze zur Kommunikation mit Pferden
› Ausgabe 554 · Teil 8 - › Es muss jetzt irgendwas passieren, Aus einem Problempferd wurde in kürzester Zeit ein treuer Freizeitkamerad und Freund.
› Ausgabe 555 · Teil 9 - › Der richtige Sitz, Körpersprache setzt Körperbeherrschung voraus
› Ausgabe 556 · Teil 10
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Abbildungen
› Werner Popken, › DVD HJN-Reiten, ZDF/ARTE-Dokumentation: Das Geheimnis der Pferdesprache
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