Unerfahren wie ich war (und auch heute noch an vielen Stellen oft genug bin) erwartete ich viel mehr und habe oft falsch reagiert. Oft genug war ich nahe dran ihn wieder zu verkaufen - je schneller desto besser. Irgendwann war ich sogar so weit, dann aber bremste plötzlich Karin, die ihn immer mehr zu schätzen begann, da er eigentlich ein gutes Pferd war, auf dem man anständig reiten lernen und sich selbst verbessern konnte. Gut, so bekam er eine Gnadenfrist nach der anderen, wir lernten und er besserte sich immer weiter, er durfte dann mit Merlin zusammenstehen und freute sich unheimlich darüber, endlich nicht mehr - nach langer Zeit - alleine zu sein, einen Kumpan zu haben. Dann kamen die Fohlen zum Absetzen dazu - nicht ganz ohne Bedenken, aber er ging in seiner Vaterrolle total auf und auch die Fohlen waren glücklich - keine Spur von Absetztrauma, sie hatten ja einen neuen Beschützer. Nur Merlin tolerierte er dann nicht mehr, sodaß der wieder zu den Stuten kam. Die Vaterrolle klappte sehr gut und er erzog die Fohlen und spielte mit ihnen. Abends, wenn es dunkel wurde, brachte er sie immer zum Stall, wo sie "abgestellt" wurden, während er aufpasste. Sie durften dann auch nicht mehr von Ort und Stelle weg - es war zu nett, das mit anzuschauen. Merlin und die Stuten waren auch sehr zufrieden. Dann kam es aber so, daß Preciosa mit 11 Monaten rossig wurde und Elrond begann sie zu decken (Edil zum Glück nicht), sodaß wir wieder umgruppieren mussten. Temsa kam zu einem überglücklichen Edil, zusammen mit dem halbstarken Elrond, Preciosa kam wieder zu ihrer Mutter und Merlin. Mit der Selbstversorgung kamen wir ganz gut zurecht, auch wenn es schon vieler Arbeit bedurfte. Jeden Morgen vor der Arbeit mussten noch die Pferde rausgebracht und gefüttert werden. Aber der Stall war toll, und wir fühlten uns wohl, konnten wir doch alles so machen, wie wir wollten.
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