| Auszug aus dem aktuellen Hauptartikel › Die anatomische Grundlage: | | | Der Sitz des Reiters im Röntgenblick | | | | | In der letzten Woche habe ich mich ein bisschen darüber beklagt, dass die Freude bei der Sitzschulung keinen Platz hat. Damit wird die Bedeutung des richtigen Sitzes natürlich in keiner Weise geschmälert. Und wenn man den richtigen Sitz, den Johann Riegler den geschmeidigen Sitz nennt, durch Sitzschulung schneller oder besser erwerben kann, sollte man von dieser Möglichkeit Gebrauch machen
Das erscheint nur sinnvoll und logisch, und insoweit kann man Bruno Six, Mannschaftseuropameister der Vielseitigkeit, zustimmen, wenn er beklagt, dass die Sitzschulung in der herkömmlichen Ausbildung keinen Platz hat. Dies gilt umso mehr, als ich lang und breit erörtert habe, dass es unglaublich schwierig ist, die entscheidenden Kniffe zu vermitteln. Und gerade weil es so schwierig ist, den richtigen Sitz zu schulen, könnte die DVD › Der geschmeidige Sitz von Johann Riegler, einem der vier Oberbereiter der » Spanischen Hofreitschule in Wien, wichtige Hinweise liefern.
Was aber kann man mit so einer DVD erreichen, was kann man überhaupt durch Lehre vermitteln, wie funktioniert das Lernen denn eigentlich? Der Lehrer kann zeigen, wie es geht, und er kann den Schüler anweisen und korrigieren, und zwar fast ausschließlich mittels seiner Sprache. Das sind beides relativ schwache Hilfen. Nehmen wir nur das Sehen: Wenn der Schüler die Perfektion des Meisters sieht, sieht er möglicherweise gar nichts. Um das Können des Meisters erkennen und würdigen zu können, muss der Schüler eigentlich schon fast so gut sein wie dieser selbst.
Das klingt vielleicht etwas übertrieben, aber ich fürchte, es entspricht doch weitgehend der Wahrheit. Überall kommt es auf die Qualität an, und zwar deshalb, weil es Qualitätsunterschiede gibt und jeder das Bessere dem Schlechteren vorzieht, sogar die Tiere und die Pflanzen. Alles was lebt, entscheidet sich ständig für das Bessere und gegen das Schlechtere, muss also lernen, zwischen beidem zu unterscheiden. Wenn nun jeder sofort erkennen würde, was das Bessere ist, hätte das Schlechtere keine Chance. Das Schlechterer kann sich nur deshalb halten, weil die Qualitätsunterschiede oft nicht leicht zu erkennen sind. › mehr ...
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