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Pferdezeitung

Zuchtregister

Trakehner — Rassemerkmale, Herkunft und Stockmaß

Älteste deutsche Reitpferderasse, als Edelblutzucht ohne Fremdblutzufuhr geführt.

UrsprungOstpreußen / Deutschland
Stockmaß160–170 cm
TypWarmblut
Farbschlägealle Grundfarben
Braunes Warmblut im Profil vor schwarzem Hintergrund, trockener Kopf, gut angesetzter langer Hals, rechteckiges Format
Trockener Kopf und langer Hals: das Erbe des Vollbluteinsatzes in der Zucht.
Dülmener: 125–135 cm Konik: 130–140 cm New-Forest-Pony: 130–148 cm Islandpferd: 132–145 cm Camargue-Pferd: 135–150 cm Sorraia: 135–150 cm Fjordpferd: 135–150 cm Tinker (Irish Cob): 135–160 cm Deutsches Reitpony: 138–148 cm Haflinger: 138–150 cm Mérens: 140–150 cm Araber: 145–158 cm Quarter Horse: 145–160 cm Achal-Tekkiner: 150–160 cm Tennessee Walking Horse: 150–170 cm Traber: 150–170 cm Andalusier (P.R.E.): 155–165 cm Friese: 155–175 cm Budjonny: 160–170 cm Deutsches Reitpferd: 160–175 cm Oldenburger: 165–175 cm 148 CM 160 170 cm 120 130 140 150 160 170 180
Stockmaß 160–170 cm im Vergleich zu allen 24 Rassen des Registers (graue Balken). Als Warmblut steht diese Rasse im Register neben 3 weiteren Rassen desselben Typs.

Herkunft und Zuchtgeschichte

Die Trakehner Zucht geht auf das 1732 gegründete Hauptgestüt Trakehnen in Ostpreußen zurück. Ziel war zunächst ein leistungsfähiges Kavalleriepferd; veredelt wurde konsequent über Englisches Vollblut und Araber. Aus dieser Grundlage entstand die älteste noch bestehende deutsche Reitpferderasse.

Das Ende des Zweiten Weltkriegs bedeutete beinahe das Ende der Zucht: Im Winter 1944/45 wurden die Bestände in einem Treck nach Westen gebracht, den nur ein Bruchteil der Pferde überstand. Was die Rasse heute ist, geht auf diese Restpopulation zurück: ein zweiter Fall, in dem eine deutsche Zucht aus wenigen Tieren neu aufgebaut wurde.

Exterieur und Zuchtsystem

Der Trakehner ist trockener und edler gebaut als die übrigen deutschen Warmblutzuchten: feiner Kopf, langer Hals, ausgeprägter Widerrist, elastisches Gangwerk. Als Zeichen führt die Rasse die Elchschaufel, seit 1787 in Gebrauch. Die Unterscheidung zwischen einfacher und doppelter Ausführung war ursprünglich keine nach Geschlecht, sondern nach Geburtsort: die einfache Elchschaufel für Pferde aus dem Hauptgestüt Trakehnen selbst, die doppelte für außerhalb geborene Trakehner. Nach dem Krieg übernahm der Verband die doppelte Elchschaufel für die gesamte Zucht; gebrannt wird heute nicht mehr, das Zeichen ist Verbandslogo geblieben.

Der entscheidende Unterschied liegt im Zuchtsystem. Während die regionalen Warmblutverbände ihre Bücher für andere Warmblutpopulationen offen halten, ist das Trakehner Zuchtbuch geschlossen: Fremdblut ist ausschließlich über Englisches Vollblut, Araber, Shagya-Araber und Anglo-Araber zulässig. Der Trakehner ist damit systematisch eine Edelblutzucht und steht den Reinzuchten näher als den übrigen deutschen Pferderassen.

Verwendung und Charakter

Trakehner sind Sportpferde und in Dressur wie Vielseitigkeit etabliert; im Springen ist die Rasse seltener vertreten als die großen regionalen Zuchten. Wegen der Veredelungsfunktion stehen Trakehner Hengste außerdem regelmäßig in den Zuchtprogrammen anderer Warmblutverbände.

Sensibel, arbeitswillig und leistungsbereit — die Kehrseite eines hohen Vollblutanteils. Ein Trakehner reagiert auf feine Hilfen und ebenso auf Unruhe im Sattel. Für Reiter mit sicherem Sitz ist das ein Vorteil, für Einsteiger eine Anforderung.

Haltung und Gesundheit

Als hoch im Blut stehendes Sportpferd braucht der Trakehner mehr Schutz vor Nässe und Kälte als eine Robustrasse und bei sportlicher Nutzung eine bedarfsgerechte Fütterung. Zugleich ist viel freie Bewegung gerade bei sensiblen Pferden kein Zusatz, sondern Teil der Gesunderhaltung.

Rassespezifische Erbkrankheiten stehen hier weniger im Vordergrund als bei den engen Populationen; relevanter ist die übliche Sportpferdeproblematik aus Sehnen, Gelenken und Rücken. Der Zuchtverband führt Gesundheitsdaten und Leistungsprüfungen — beim Kauf lohnt der Blick in diese Unterlagen ebenso wie in den Röntgenbefund.

Häufige Fragen zum Trakehner

Was unterscheidet den Trakehner von anderen Warmblutrassen?

Das geschlossene Zuchtbuch. Fremdblut ist nur über Englisches Vollblut, Araber, Shagya-Araber und Anglo-Araber zulässig, während die regionalen Warmblutverbände untereinander offen sind. Der Trakehner ist damit eine Edelblutzucht, kein Zuchtgebietsverband.

Woran erkennt man einen Trakehner?

Am Zeichen der Elchschaufel, das der Verband seit der Nachkriegszeit in doppelter Ausführung für die gesamte Zucht führt. Gebrannt wird heute nicht mehr, sodass das Zeichen bei jüngeren Pferden fehlt — verlässlich ist ohnehin nur die Zuchtbescheinigung. Im Typ ist die Rasse trockener und edler als die übrigen deutschen Warmblüter: feiner Kopf, langer Hals, ausgeprägter Widerrist.

Warum gilt der Trakehner als älteste deutsche Reitpferderasse?

Weil die Zucht seit der Gründung des Hauptgestüts Trakehnen im Jahr 1732 durchgehend nach einem definierten Zuchtziel geführt wird. Die regionalen Warmblutzuchten haben ihre heutige Ausrichtung als Sportpferdezucht erst deutlich später bekommen.

Ist der Trakehner ein Anfängerpferd?

In der Regel nicht. Der hohe Vollblutanteil bringt Sensibilität und Leistungsbereitschaft mit, die einen sicheren, ruhigen Sitz voraussetzen. Wie immer entscheidet das einzelne Pferd; ein gut ausgebildeter, erwachsener Trakehner kann deutlich einfacher zu reiten sein als ein unfertiges Pferd einer als ruhig geltenden Rasse.

Wo der Warmblut mit 160–170 cm Stockmaß gegenüber anderen Zuchtrichtungen steht, zeigt die Übersicht aller Pferderassen. Wer ein Pferd dieser Rasse sucht, findet unter den Ablauf vor dem Kauf — die Pferdezeitung führt selbst keine Inserate.

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