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Pferdezeitung

Zuchtregister

Traber: Herkunft, Stockmaß und Zuchttyp

Auf Trabrennen im Sulky gezüchteter Leistungstyp.

Ursprunginternational
Stockmaß150–170 cm
TypRennpferd
Farbschlägemeist Braune und Füchse
Muskulöses braunes Pferd im Profil vor schwarzem Hintergrund, kräftige abfallende Kruppe, langer Rumpf, kurze Mähne
Kruppe und Rumpflänge sind auf Renngeschwindigkeit im Trab gezüchtet, nicht auf Reitpferdeoptik.
Dülmener: 125–135 cm Konik: 130–140 cm New-Forest-Pony: 130–148 cm Islandpferd: 132–145 cm Camargue-Pferd: 135–150 cm Sorraia: 135–150 cm Fjordpferd: 135–150 cm Tinker (Irish Cob): 135–160 cm Deutsches Reitpony: 138–148 cm Haflinger: 138–150 cm Mérens: 140–150 cm Araber: 145–158 cm Quarter Horse: 145–160 cm Achal-Tekkiner: 150–160 cm Tennessee Walking Horse: 150–170 cm Andalusier (P.R.E.): 155–165 cm Friese: 155–175 cm Trakehner: 160–170 cm Budjonny: 160–170 cm Deutsches Reitpferd: 160–175 cm Oldenburger: 165–175 cm 148 CM 150 170 cm 120 130 140 150 160 170 180
Stockmaß 150–170 cm im Vergleich zu allen 24 Rassen des Registers (graue Balken).

Was der Begriff bezeichnet

Traber ist kein Rassename im engeren Sinn, sondern eine Sammelbezeichnung für Pferde, die auf Renngeschwindigkeit im Trab gezüchtet werden. Die wichtigsten Populationen sind der amerikanische Standardbred, der Französische Traber und der russische Orlow-Traber; drei getrennte Zuchtbücher mit unterschiedlicher Geschichte und unterschiedlichem Typ.

Gemeinsam ist ihnen die Selektionsgrundlage: Aufgenommen wird, wer eine definierte Renndistanz in einer festgelegten Zeit im Trab zurücklegt. Nicht Exterieurbewertung, nicht Abstammung allein, sondern die gemessene Leistung entscheidet. Deshalb ist die Trabrennzucht die konsequenteste Leistungszucht im Pferdesport überhaupt.

Exterieur und Gangwerk

Der Rahmen ist rechteckig, der Rücken lang, die Kruppe kräftig und häufig überbaut. Der Hals sitzt tiefer an als beim Reitpferd, weil im Sulky nicht Aufrichtung gefragt ist, sondern Schub aus der Hinterhand bei niedriger Kopfhaltung. Der Kopf ist trocken, die Gliedmaßen sind trocken und lang.

Ein Teil der Population läuft nicht im Trab, sondern im Pass — beide Beine einer Körperseite greifen gemeinsam vor. In Nordamerika sind Passgänger als eigene Startklasse etabliert, in Europa laufen Trabrennen fast ausschließlich im diagonalen Zweitakt. Die Veranlagung ist erblich und wird bei der Anpaarung berücksichtigt.

Nach der Rennkarriere

Die sportliche Laufbahn eines Trabers endet in der Regel früh, und danach steht ein gesundes, gut trainiertes Pferd im besten Alter zur Verfügung. Als Freizeit- und Wanderreitpferd sind Traber deshalb weit verbreitet; sie sind menschengewohnt, verladeerfahren und im Umgang meist unkompliziert, weil sie von klein auf professionell gehandhabt wurden.

Die Umschulung ist trotzdem Arbeit. Ein Traber kennt den Trab als Renngangart und die Anlehnung aus dem Sulky, nicht das Reitergewicht und nicht den Galopp unter dem Sattel. Wer ein solches Pferd übernimmt, plant Zeit für Muskelaufbau in einer neuen Haltung, für die Galoppausbildung und für die Gewöhnung an Hilfen ein, die es nie kennengelernt hat.

Haltung und Gesundheit

Traber sind an Stall- und Trainingsroutine gewöhnt und stellen an die Haltung keine besonderen Ansprüche. Wichtig ist der Übergang: Wer aus dem Rennstall in eine Offenstallgruppe wechselt, muss Herde, freie Bewegung und kontinuierliches Raufutter erst kennenlernen.

Gesundheitlich verdienen die Vorderbeine Aufmerksamkeit. Rennbelastung hinterlässt Spuren an Sehnen und Gelenken, und ein Röntgenbefund ist bei Pferden mit Rennvergangenheit eher die Regel als die Ausnahme. Entscheidend ist nicht, ob ein Befund vorliegt, sondern ob er zum geplanten Einsatz passt — für ruhiges Freizeitreiten ist vieles unerheblich, was für Turniersport ein Ausschluss wäre.

Häufige Fragen zum Traber

Ist der Traber eine eigene Rasse?

Nicht im engeren Sinn. Der Begriff fasst mehrere Zuchten zusammen, die auf Renngeschwindigkeit im Trab selektiert werden; Standardbred, Französischer Traber und Orlow-Traber sind die bedeutendsten. Sie werden in getrennten Zuchtbüchern geführt.

Kann man einen Traber reiten?

Ja, und es ist der übliche zweite Lebensabschnitt dieser Pferde. Nötig ist eine Umschulung: Anlehnung, Reitergewicht und Galopp unter dem Sattel sind einem Rennpferd fremd. Mit Zeit und sachkundiger Ausbildung werden aus Trabern verlässliche Freizeit- und Wanderreitpferde.

Warum galoppieren Traber im Rennen nicht?

Weil das Reglement es untersagt. Wechselt ein Pferd im Rennen in den Galopp, wird es disqualifiziert. Die Zucht selektiert entsprechend auf Pferde, die auch bei hohem Tempo taktrein im Trab bleiben.

Worauf achte ich beim Kauf eines Ex-Rennpferds?

Auf den Zustand von Sehnen und Gelenken der Vorderbeine und darauf, ob ein vorhandener Befund zum geplanten Einsatz passt. Eine eigene Ankaufsuntersuchung mit Röntgenbildern ist hier weniger verzichtbar als sonst, weil die Vorbelastung systematisch ist.

Wo der Rennpferd mit 150–170 cm Stockmaß gegenüber anderen Zuchtrichtungen steht, zeigt die Vergleich der Zuchttypen. Wer ein Pferd dieser Rasse sucht, findet unter worauf beim Pferdekauf zu achten ist — die Pferdezeitung führt selbst keine Inserate.