Aussehen
Unter Westfalen-Pferden versteht die Öffentlichkeit, wie wir oben gesehen haben, weitgehend die Warmblutzucht auf Hannoverscher Basis mit gelegentlicher Einmischung von Vollblut oder auch anderen Linien, z. B. aus Frankreich. Dieses Bild entspricht jedoch nicht ganz der Wahrheit. Das Landgestüt in Warendorf betreut insgesamt 4 Rassen:
Die Warmblüter unterscheiden sich im Aussehen für mich nicht von Hannoveranern, Oldenburgern oder Holsteinern. Das ist vermutlich aufgrund der Blutlinien und Zuchtziele auch nicht verwunderlich.
Die Kaltblüter spielten sowohl in der Landwirtschaft als auch im Bergbau eine bedeutende Rolle.
Das Land Nordrhein-Westfalen fühlt sich deshalb dieser Rasse auch besonders verpflichtet und legt Wert auf die Erhaltung, obwohl sich zunächst, abgesehen von spektakulären Auftritten bei den Hengstparaden, keinerlei Verwendung abzeichnete (links der populäre Hengst "Nippes"). Inzwischen werden Kaltblüter wieder im Wald zum Holzrücken eingesetzt.
Aus welchen Gründen in Warendorf neben Warmblut und Kaltblut Haflinger und Ponies gepflegt werden, ist mir unbekannt geblieben.
Die Haflinger stehen heute durch Einkreuzung von Arabern ganz im leichten Typ, so daß Puristen von einer neuen Rasse sprechen. In der Tat haben diese modernen Haflinger mit denen des alten Typs wenig gemein (siehe auch Rasseportrait Haflinger).
Nordrhein-Westfalen ist Deutschlands größtes Ponyland. Bei den Ponies werden die Rassen "Deutsches Reitpony", " Shetland Pony", "Shetland Pony Mini", "New Forrest", " Connemara" und " Welsh Pony" der verschiedenen Typen gepflegt. Im Vergleich zum Warmblut gibt es im Land etwa halb so viele Pony-Stuten, jedoch mehr als doppelt so viele Pony-Hengste. |