| | | |  | | Aus der Reitkunstvorführung am 16.12.2004 |  |  |  |
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Ziele und Geschichte einer Hofreitschule Von Fürsten, Westernreitern und Pferderassen von Werner Popken |
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Geschichte wird von Menschen geschrieben, von Menschen, die die Initiative ergreifen und Fakten schaffen, die wiederum andere wahrnehmen und zum Anlaß nehmen, ihrerseits aktiv zu werden. Mit Leidenschaft, Durchhaltevermögen, Ausstrahlungskraft, Fleiß und Initiative kann man viel bewegen. Aber ein bißchen Glück gehört auch noch dazu.
Ein solcher Glücksfall ergab sich für die Eheleute Krischke, deren "Fürstliche Hofreitschule Bückeburg" ich in der letzten Woche vorgestellt habe ( Wiederbelebung einer Tradition). Der Marstall, der besichtigt werden kann und ein kleines Museum enthält, und das Reithaus auf dem Gelände des Schlosses in Bückeburg, in denen die Vorführungen stattfinden (» Reitkunstvorführungen), wurden Anfang des 17. Jahrhunderts erbaut.
Im 16. Jahrhundert gestaltete der damals regierende Graf Otto IV. von Schaumburg die im 14. Jahrhundert errichtete Wasserburg Bückeburg zu einem Schloß im Stil der Weserrenaissance um. Anfang des 17. Jahrhunderts erhob Graf Ernst Bückeburg zur Residenz und ließ Stadtkirche, Marstall, Schloßtor und Ballhaus erbauen; aus letzterem wurde später das Reithaus (» Geschichtliche Hintergründe).
Seit 1946 hatte der Reitverein Bückeburg diese Gebäude benutzt. Ende 2003 löste sich der Reitverein auf, und damit ergab sich eine unglaubliche Perspektive. Anfang 2004 begannen die Krischkes, die Gebäude für den neuen Zweck herzurichten. Am 7. Mai konnte Alexander, Fürst zu Schaumburg-Lippe, die » Fürstliche Hofreitschule Bückeburg eröffnen.
Damit besitzt Bückeburg eine neue Attraktion und die Reitkünstler der Tjoster Veranstaltungsges. mbH haben eine neue Heimat. Von hier aus können ganz andere Impulse gegeben werden, als das bisher der Fall war. Die Zielsetzung ihrer Arbeit kann vor diesem Hintergrund viel weiter gefaßt werden.
Die Tjoster haben zusammen mit anderen Pferdekünstlern jede Gelegenheit ergriffen, ihr Können in der Öffentlichkeit zu präsentieren. Zuletzt traten sie im Abendprogramm auf der Pferd & JAGD in Hannover auf ( Die Nacht der Pferde - MAMBOLEO). In Kürze werden sie auf der Equitana 2005 in Essen zu sehen sein.
Mit solchen Auftritten verdienen die Reiter den Unterhalt für sich und ihre Pferde. Im Mittelpunkt stehen historische Inszenierungen vom Mittelalter bis zum Barock, was auch im Namen der Firma zum Ausdruck kommt: » Tjoster Veranstaltungsges. mbH (Tjost = ritterlicher Lanzenritt). Die Aktionen müssen publikumswirksam sein - Sensationen sind gefragt - man muß sich gut verkaufen (siehe z. B. Pressebericht » Das Mittelalter boomt!).
Der kommerzielle Aspekt ist auch bei der Fürstlichen Hofreitschule Bückeburg nicht zu übersehen. Die Krischkes wissen, wie man Shows inszeniert und vermarktet. Die Hofreitschule wird sich zweifellos zu einer Hochburg der Klassischen Reiterei entwickeln. Die in der vorigen Ausgabe vorgestellten » Abendgalas haben sich bereits als Knüller herausgestellt: die letzten beiden Veranstaltungen (Renaissance-Abend am 28.8., Spanischer Abend am 25.9.) waren ausverkauft (» Aktuelles).
Es geht den Krischkes mit der Hofreitschule aber trotz dieser eindeutigen Zeichen in erster Linie nicht um das Geldverdienen, sondern um wesentlich mehr. Im Programm der Fürstlichen Hofreitschule Bückeburg werden die eigentlichen Ziele ganz deutlich zum Ausdruck gebracht:
| Die Fürstliche Hofreitschule ist eine Einrichtung zu Erhaltung und Wiederbelebung historischer Reitkunst aus ihrer Blütezeit vor 300 und 400 Jahren. » Die Hofreitschule stellt sich vor | | |
Eine solche Aussage läßt aufhorchen. Die Fürstliche Hofreitschule reiht sich damit in die kleine Gruppe der Institute ein, die sich der Pflege der Klassischen Reiterei verschrieben haben: » Spanische Hofreitschule, » Königlich-Andalusische Reitschule, » Portugisische Reitkunstschule, » Reitinstitut Egon von Neindorff, » Cadre Noir.
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