| | | Horst Selbach (SK), Wilfried Stephan (StBd) |  |  |  |
| | | | Elfriede Stüwe-Kobusch (CDU) |  |  |  |
| Einem Kollegen wollte diese Trotzreaktion der Versicherungsgesellschaft nicht einleuchten. Immerhin hat die Brandkasse von der und für die Region gelebt; er sah die Unterstützung gemeinnütziger Unternehmungen offenbar als Verpflichtung an. Die stellvertretende Bürgermeisterin betonte aber schnell ohne Anzeichen einer Voreingenommenheit gegenüber dem untreuen früheren Partner, daß solche freiwilligen Leistungen selbstverständlich nicht einklagbar sind. Die Ausschreibung bezeichnete sie als einen ganz normalen Vorgang und hinterfragte die Entscheidung der Versicherung nicht weiter. Bestimmt hat man sich seitens der Stadt darüber geärgert, aber sie ließ davon nichts spüren.
Rolf Ehlers hat, wenn ich das richtig verstanden habe, in dieser Angelegenheit mit einer übergeordnete Institution in München telefoniert (vermutlich habe ich mich verhört, denn die Brandkasse kooperiert mit der Provinzial in Düsseldorf: » Lippische Brandkasse schlüpft unters Dach der Provinzial), allerdings zeigte man dort kein Interesse an dieser kleinen Region in Ostwestfalen - eine Werbewirksamkeit sei nicht gegeben. Natürlich nicht, die Brandkasse ist jedem in der Region ohnehin bekannt und allgegenwärtig. Diese Entscheidung wird dem Unternehmen vermutlich nicht schaden, die Investition wäre umgekehrt wirtschaftlich nicht zu rechtfertigen.
Was tun? Rolf Ehlers entschloß sich, die Situation zu akzeptieren und Flucht nach vorn anzutreten. Er schrieb alle Sportler an, erklärte ihnen offen den Sachverhalt, kündigte an, daß die Preisgelder infolgedessen drastisch gekürzt werden müssen, und bat die Reiter, trotzdem dem Turnier die Treue zu halten und wieder nach Bad Salzuflen zu kommen. Auf Nachfrage nannte er später Zahlen: Insgesamt wurden 16.000 EUR Preisgelder gestrichen, allein der Hauptpreis im Grand Prix Special wurde von 20.000 EUR auf 12.000 EUR zurückgeschnitten, der Grand Prix ist statt mit 8000 nur mit 5000 EUR dotiert usw.
Aber nicht nur die finanziellen Schwierigkeiten plagten ihn, sondern auch der Terminkalender, denn parallel zur Veranstaltung in Bad Salzuflen findet in » Wiesbaden das » 72. Internationale Wiesbadener Pfingstturnier 2008 statt. Nun ist Wiesbaden nicht nur ebenfalls Kurort, sondern bietet als Landeshauptstadt einen ganz anderen Rahmen. Von sich selbst sagen die Hessen, daß sich bei ihnen die "Weltelite der Reiter im einmaligen Wiesbadener Schlosspark zum Kräftemessen trifft". Haben Bad Salzuflen und Rolf Ehlers angesichts dieser Konkurrenz überhaupt eine Chance, unabhängig von der Gewinnsumme?
Mit großer Befriedigung konnte der Veranstalter verkünden, daß sein Appell Früchte getragen hat. Von acht Kaderreitern treten fünf in Bad Salzuflen an, höchstens drei können in Wiesbaden auftreten. Das sind die Vorjahressiegerinnen » Nadine Capellmann und » Monica Theodorescu sowie Klaus Husenbeth, als Neuzugang » Carola Koppelmann, ziemlich spät sagte » Hubertus Schmidt zu, und nicht zuletzt freut sich Rolf Ehlers auf Matthias Rath, den Stiefsohn von » Ann Kathrin Linsenhoff, die Ende letzten Jahres aus dem aktiven Sport ausscheiden mußte, weil sie sich wegen einer » Borreliose-Erkrankung körperlich nicht mehr belasten darf. Vor einer Woche hatte sich Matthias Rath in Hagen mit einem der Spitzenpferde seiner Stiefmutter sensationell nach vorn geschoben; Thomas Hartwig von der FN titelte: "Matthias Rath und Sterntaler-Unicef Shooting Stars in Hagen":
| Den Grand Prix Special gewann Isabell Werth (Rheinberg) mit ihrem Paradepferd Satchmo überlegen mit 79,120 Prozent. Bereits den Qualifikations-Grand Prix hatte das Paar für sich entscheiden können. Die Shooting Stars in Hagen waren Matthias Alexander Rath (Kronberg) und Sterntaler-Unicef. Schon im Grand Prix kam der 23-Jährige mit dem ehemaligen Toppferd seiner Stiefmutter Ann Kathrin Linsenhoff (Kronberg) blendend zurecht und belegte Platz drei. Im Special konnte sich das Paar sogar noch um einen Platz verbessern und verwies mit 73,600 Prozent Nadine Capellmann (Würselen) mit Elvis VA (72,800 Prozent) auf den dritten Platz. Viertbeste deutsche Reiterin in dieser Prüfung war Monica Theodorescu (Füchtorf) mit Whisper auf Platz fünf (71,080 Prozent).
» CDI***/CSI*** Hagen: Deutsche Reiter siegen in den Hauptprüfungen | | |
Rolf Ehlers bezeichnete die Beteiligung befriedigt als "sehr gutes Feld" - was vielleicht sogar ein bißchen tiefgestapelt ist. Zusätzlich zu den Reitern darf er auch noch die Bundestrainer Dressur und Pony, den Vorsitzenden des Dressurausschlusses, den Vorsitzenden des Fördervereins für den olympischen Reitsport sowie den Mannschaftsarzt begrüßen. Dieser Erfolg dürfte gerade durch den direkten Wettbewerb mit Wiesbaden sowohl den Rang des Turniers in Bad Salzuflen als auch die Wertschätzung der Sportler für den Veranstalter unterstreichen; Rolf Ehlers ist allerdings wohl zu bescheiden, um dergleichen zu formulieren. Immerhin betonte er, daß er niemals Geschenke verteilt, womit gesagt ist, daß er sich die Zusagen nicht erkauft hat. Die Ausschreibung erfolgte wie immer. Ich nehme an, man muß aus dieser Aussage umgekehrt schließen, daß andere Veranstalter mit Geschenken nicht sparen.
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