Ich war gerade eineinhalb Jahre alt, als ich zum Erstaunen meiner Eltern zu Weihnachten nach einem Pferd verlangte. Mit fünf Jahren kam ich dann in das Alter der großen Enttäuschungen -der Storch bringt nicht die kleinen Kinder und der Weihnachtsmann auch nicht die Geschenke. Aber die Pferde von Pippi Langstrumpf, die gab es wirklich! Ich begegnete ihnen, wenn ich im Sommer die Ferien auf dem Hof meines Onkels verbrachte, der statt Traktoren nur Pferde auf seinem Hof duldete. Knabstrupper, gekreuzt mit schweren Oldenburgern, waren die große Liebe meiner Kindheit. Die Knabstrupperstute Frufru begleitete mich durch meine Jugend. So war ich besonders stolz, als ich im Alter von fünfzehn Jahren meinen Onkel zu einer Kutschfahrt einladen konnte, mit einer selbst restaurierten Kutsche und einer selbst eingefahrenen Knabstrupperstute davor. Leider war es nicht mein eigenes Pferd. Erst als ich nach meiner Ausbildung an der Königlichen Andalusischen Schule für Reitkunst aus Spanien nach Dänemarkt zurückkehrte, konnte ich meinen Traum vom eigenen Knabstrupper verwirklichen. Für viele war es unverständlich, daß ich den Pferden meiner Kindheit treu blieb, hatte ich doch auf meinen Reisen mit Begeisterung über Rassen aus aller Welt berichtet und während meiner Ausbildung von den Pferden von Domecq und Oliveira geschwärmt. Dabei sprach ich immer von deren Pferden. Meine Pferde waren solche, die der naiven farbenfrohen Phantasie eines Kindes entspringen, Pferde, deren schillernde Erscheinung in der dänischen Geschichte stets an ebensolche Persönlichkeiten geknüpft war. Ich wollte ein Pferd, das keinem anderen ähnlich ist - ich wollten einen Knabstrupper! Und jeder Knabstrupperbesitzer weiß, daß keines dieser Pferde wie das andere ist, jedes ein Unikat. Erst als Erwachsener wurde der Traum vom eigenen Knabstrupper wahr.
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