|  | | Mannschaftsweltmeister Springen |  |  |  |
| |  | | Karsten Huck, Bronzemedaille |  |  |  |
| Bei den Olympischen Spielen in Los Angeles hatten die Springreiter nicht viel zu melden. Der beste deutsche Reiter war Paul Schockem�hle mit Deister auf dem siebten Platz. Zwar wurde Schockem�hle 1983 und 1985 mit demselben Pferd Europameister, aber in der Mannschaft blieben die Erfolge aus. Deshalb machte sich eigentlich niemand gro�e Hoffnungen bez�glich der Olympischen Spiele 1988 in Seoul. Desto gr��er die �berraschung: Mannschaft-Goldmedaillen in allen drei Disziplinen, dazu Einzel-Gold in der Dressur und Bronze im Springen - nur bei den Olympischen Spielen in Berlin 1936 war die deutsche Mannschaft erfolgreicher. Erstmals nach 1936 gewann die deutsche Mannschaft mit Claus Erhorn auf Justyn Thyme, Matthias Anreas Baumann auf Shamrock 11, Thies Kaspareit auf Sherry 42 und Ralf Ehrenbrink auf Uncle Todd wieder eine Goldmedaille in der Military. Ludger Beerbaum / The Freak, Wolfgang Brinkmann / Pedro, Dirk Hafemeister / Orchidee, Franke Sloothaak / Walzerk�nig gewann einen vor den Amerikanern den Nationenpreis. Der 24j�hrige Beerbaum, Angestellter von Paul Schockem�hle, ritt das Ersatzpferd von Hafemeister, da sein eigenes Pferd Landlord gesundheitliche Probleme bekam. Wolfgang Brinkmann wurde sp�ter mit dem Fair Play Trophy des Verbands Deutscher Sport-Journalisten ausgezeichnet, weil er zugunsten von Karsten Huck verzichtet hatte; dieser, als Reservist vorgesehen, gewann schlie�lich im Einzelspringen noch die Bronzemedaille. Auch in der Dressurmannschaft hatte es eine Verj�ngung gegeben. Neben dem bew�hrten alten K�mpen Dr. Reiner Klimke, der 1984 in Los Angeles die Goldmedaille gewonnen hatte, traten drei jungen Damen an: Monika Theodorescu, Nicole Uphoff und Ann-Kathrin Linsenhoff, Tochter von Lieselott Linsenhoff, die 1972 in M�nchen als erste Frau die Goldmedaille in der Dressur gewonnen hatte. | |  | | Nicole Uphoff und Rembrandt |  |  |  |
| Drei junge Reiterinnen beweisen eindrucksvoll, da� sie in die Phalanx der etablierten, �lteren Herrschaften auf dem Viereck einbrechen k�nnen. Zu umjubelten Medien- und Publikumsstars werden die 21j�hrige Duisburgerin Nicole Uphoff und ihr elfj�hriger brauner Westfale Rembrandt v. Romadour II-Angelo xx. Selten absolvierte ein Pferd die schwierigen Aufgaben des Grand Prix mit einer solchen Leichtigkeit und Eleganz. Trotz seines Temperaments, da� seine Reiterin immer wieder einen Streich spielen kann, schwebt der Wallach konzentriert und bei gr��tm�glicher Losgelassenheit �ber das Seouler Viereck. Das Potential des Paares war bereits ein Jahr zuvor bei den Europameisterschaften der Jungen Reiter offenkundig. Da� der braune Westfale und seine jugendliche, unbek�mmerte Reiterin schon gut zw�lf Monate sp�ter in der nervenaufreibenden, brodelnden Atmosph�re olympischer Spiele Gold in Einzel- und Mannschaftswertung gewinnen k�nnen, �berrascht doch ein wenig. Silber in der Einzelwertung gewinnt die f�r Frankreich startende Margit Otto-Crepin mit dem Holsteiner Cor de la Bry�re-Sohn Corlandus, Bronze f�llt an Christine St�ckelberger, die mit dem Hengst Gaugin de Lully ein neues Weltklassepferd aufbauen konnte. Die neue junge Dressurgarde repr�sentieren ferner Nicole Uphoffs Mannschaftskameradinnen Monika Theodorescu (25) mit Ganimedes und Ann-Kathrin Linsenhoff (28) mit Courage. Gemeinsam mit Dr. Reiner Klimke und Ahlerich verweisen sie im Grand Prix die Teams aus der Schweiz und Kanada auf den Silber- bzw. Bronzerang. a.a.O., Seite 226 | | | Die Olympischen Spiele stellen einen der H�hepunkte im sportlichen Jahreslauf dar. Zus�tzlich zu den nationalen, kontinentalen und globalen Meisterschaften entwickelten sich in den 80er Jahren weitere Spitzenwettbewerbe, zum Beispiel die Weltcups. Es begann 1978 mit dem Volvo-Weltcup der Springreiter in Stockholm. Eine neue �ra brach an, die der Sponsoren. Der Sport wurde "professioneller", mehr Geld kam ins Spiel, fremde Interessen, schlie�lich auch Doping. | Mitte der achtziger Jahre r�ckt das Thema Doping immer st�rker ins Bewu�tsein. Die FEI-Generalversammlung legt 1984 alarmierende Zahlen vor: 435 Dopingproben wurden auf internationalen Turnieren genommen - bei 54 Pferden wurden mehr oder weniger hohe Werte des gebr�uchlichen Schmerzmittel als Butazolidin in Blut oder Urin festgestellt. Auch wenn in nur vier F�llen der zul�ssige Maximalwert �berschritten wurde, bedeutet dies, da� etwa jedes achte Pferd unter Einflu� der Substanz Phenylbutazon im Turniersport eingesetzt wird. Auch die Deutsche Reiterliche Vereinigung reagiert auf die nicht mehr zu �bersehende Doping-Problematik. Gemeinsam mit dem Direktorium f�r Vollblutzucht und Rennen finanziert sie ein Forschungsprojekt zum Thema Leistungsbeeinflussung. Allein aus dem FN-Haushalt flie�en von 1982 bis 1985 knapp 800.000 Mark in dieses Projekt, das Doping-Papst Professor Manfred Donike, Leiter des Instituts f�r Biochemie der Deutschen Sporthochschule K�ln und Beauftragter des Deutschen Sportbundes f�r Dopinganalytik, verantwortlich betreut. Doping ist bis Mitte der 80er Jahren nur begrenzt nachzuweisen. Die Anwender leistungssteigernder Medikamente sind den Kontrolleuren immer ein wenig voraus. Das soll sich nun �ndern. Donike gelingt es 1985, neue Analysemethoden zu entwickeln und zu verfeinern, die alle verbotenen Substanzen aufsp�ren k�nnen. Und das sind einige: Beruhigungsmittel f�r nerv�se Pferde, Aufputschmittel zur Steigerung einer kurzfristigen Leistung, Anabolika zur F�rderung des Muskelaufbaus oder Schmerzmittel zur Verschleierung von Krankheiten und Lahmheiten. [...] Manche Dopingfalle lauert im Futtersack: So bestraft die FEI 1984 einige Springreiter, bei deren Pferden Coffein nachgewiesen wurde. Die Pferde hatten coffeinhaltiges Fertigfutter gefressen. a.a.O., Seite 215 | | |
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