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Hindernisse für die Olympischen Spiele 1988 in Seoul, erbaut von Olaf Petersen · Copyright wie angegeben
Hindernisse f�r die Olympischen Spiele 1988 in Seoul, erbaut von Olaf Petersen

In der letzten Woche haben wir uns mit den Strukturproblemen des deutschen Spitzensports besch�ftigt und gesehen, da� die Schwierigkeiten zwar gro� waren, man sich dieser aber annehmen und nach einer l�ngeren Durststrecke wieder Erfolge einheimsen konnte. Das waren die achtziger Jahre.

Sie begannen mit Olympischen Spielen, die mehr oder weniger geplatzt sind. Das ist nicht ganz korrekt formuliert - die Olympischen Spiele fanden 1980 wie geplant in Moskau statt. Allerdings blieben 40% der Nationen fern. Manche haben sich dem Boykott-Aufruf der USA angeschlossen, andere blieben ohne Begr�ndung zu Hause. Das folgende Zitat wertet die politische Dimension der Ereignisse:

Moskau 1980
Olympia-Boykott als politisches Sanktionsmittel - das sollte in den n�chsten Jahren Schule machen: Nach dem Einmarsch der sowjetischen Truppen in Afghanistan zu Weihnachten 1979 forderte die amerikanische Regierung unter Pr�sident Jimmy Carter Sanktionen gegen die UdSSR. Von diesen Sanktionen blieb schlie�lich nur noch der symbolische Akt des Boykotts der Sommerspiele in Moskau �brig. Die amerikanische Regierung setzte nicht nur das eigene Nationale Olympische Komitee, sondern auch die anderen Regierungen der Welt unter Druck, um die Olympischen Spiele zu verlegen, zu verschieben oder zu boykottieren. W�hrend das IOC genauso argumentierte wie 1936, der Sport habe nichts mit der Politik zu tun, hatte sich die amerikanische Regierung grunds�tzlich gewandelt und benutzte die Olympischen Spiele als Werkzeug, um die Missbilligung der sowjetischen Position zumindest symbolisch zu demonstrieren. An den L�ndern, die damals den Olympiaboykott mitgetragen haben, kann man ablesen, wie sehr die einzelnen Staaten sich von den USA als abh�ngig empfanden - und wie unabh�ngig das jeweilige Nationale Olympische Komitee von staatlichem Einfluss ist. W�hrend auch die britischen und die franz�sischen Parlamente und Regierungen ihren Olympischen Komitees die Teilnahme in Moskau verboten, fuhren beide Mannschaften trotzdem zu den Olympischen Spielen und verzichteten auf das Zeigen der Nationalfahne. Der wegen seiner Staatsn�he oft als abh�ngig gescholtene franz�sische Sport verhielt sich unabh�ngiger als der deutsche. W�hrend der franz�sische protestierte und nach Moskau fuhr, stimmte das Nationale Olympische Komitee f�r Deutschland unter dem Druck der Bundesregierung und des Deutschen Bundestages ab und blieb sehr zum �rger der Sportler zu Hause. [...]

Ist die olympische Bewegung dazu verpflichtet, auf politische Konflikte mit Sanktionen und Ausschl�ssen zu reagieren? Oder ist es gerade in Zeiten internationaler Krisen wichtig, dass alle an den Spielen teilnehmen? Denn die Anerkennung gemeinsamer Wettkampfregeln ist immerhin ein kleiner gemeinsamer Nenner der V�lkerverst�ndigung. Zwischen diesen beiden M�glichkeiten schwankten die Spiele seit jeher - in der Hochphase des Wettr�stens zwischen Ost und West hatte diese Diskussion besondere Brisanz.

Bei den Spielen von 1984 in Los Angeles folgte dann auch prompt die Retourkutsche: fast der gesamte Ostblock kam nicht zu den Spielen. Die Begr�ndung f�r die Nicht-Teilnahme: fehlende Sicherheitsgarantien f�r die Sportler der UdSSR, denn im Vorfeld der Spiele hatte es in Los Angeles anti-sowjetische Kampagnen gegeben.
» Hintergrund: Boykott statt V�lkerverst�ndigung?






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  Sliding Stop zum Zweiten Vor den Augen der Richter
  Ohren nach hinten Der Hut ist draufgeblieben


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