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Copyright wie angegeben
Blick in den untertägigen Hilfs-Pferdestall des Bergwerks Westerholt (1942)
Foto: Roth-Brüser Repro: E.Holin
"Die Pferde haben ihre Stallung entweder über oder unter Tage. Im ersteren Falle müssen die Pferde täglich ein- und ausgefördert werden, was in der Regel mit dem Förderkorbe geschieht. Sind die Schächte zu eng, so werden die Pferde in Schlingen eingehängt. In Saarbrücken läßt man die Pferde durch besondere einfallende Strecken ein- und ausfahren." (17: Köhler,G.)

In Abhängigkeit von den örtlichen Gegebenheiten wurden auf den einzelnen Sohlen in möglichst zentraler Lage Sammelställe für 30 und mehr Pferde angelegt. Außerdem gab es in still gelegten Strecken so genannte "Hilfsställe", in denen Pferde möglichst nicht weit von ihrer Arbeitsstelle untergebracht waren.

Zur Vorbeugung von Infektionskrankheiten mussten diese Ställe gut belüftbar sein. Außerdem gab es noch "Notställe" entlang der Streckenbahn. Das waren die Plätze, an denen die Tiere zwischen zwei Schichten ihr Futter bekamen, weil ihre Verbringung in den weiter entfernt liegenden Sammelstall zu zeitaufwendig war. Auf die Versorgung der Pferde mit sauberem Wasser wurde großer Wert gelegt. In der Literatur finden sich mehrere Artikel über die baulichen Gegebenheiten und Erfordernissen von Pferdeställen Untertage. (18: Köhler, G.)

Wurden die Pferde zunächst bei geringer Anzahl und geringer Teufe nach Schichtende und für das Wochenende noch in ihre übertägigen Ställe verbracht, so mussten die Tiere größerer Bestände wegen des aufwendigen und schwierigen Transports dauernd Untertage verbleiben.

Da die Bereitstellung der Pferde, ihre Unterbringung, ihr Futter, ihre tierärztliche Versorgung etc. bei der betrieblichen Gewinn- und Rentabilitätsberechnung als Kostenfaktor ordentlich zu Buche schlugen, mussten die Grubenbetreiber/Verleih-Firmen zwangsläufig ein besonderes Interesse am Gesundheitszustand der eingesetzten Pferde haben. Eine Überforderung der Tiere, Mängel bei ihrer Unterbringung, minderwertiges Futter oder auch eine schlechte Behandlung der Tiere, wirkten sich zumindest längerfristig als Kosten steigernde Faktoren aus.

Großes Interesse an der Gesundheit der Tiere

Im Saarland war anfangs die Pferdeförderung inklusive der Bereitstellung und Verpflegung der Tiere an Unternehmer vergeben, die auch das entsprechende Personal wie Pferdepfleger und Futtermeister stellten. In der Literatur finden sich Seiten lange Rentabilitätsberechnungen, die auf hohem mathematischen Niveau das Für und Wider der Vergabe der Pferdeförderung an Fremdunternehmer diskutierten. Ab 1883 ging die Pferdeförderung in die Regie der Grubenbesitzer über.

"Den Grund für diese Übernahme bildeten hauptsächlich die Schwierigkeiten, die sich bei der Vertilgung der Rotzkrankheit unter den Pferden des Unternehmers zeigten. ...Die Möglichkeit einer besseren Pflege der Pferde überhaupt und eine bessere Beaufsichtigung der Pferdeführer...haben dahin geführt, dass jetzt überwiegend die Pferdeförderung in der eigenen Verwaltung der Gruben betrieben wird."

Weiter heißt es: "Durch die Übernahme der Pferdeförderung ist aber außerdem eine Reihe nicht unmittelbar in den Kosten zum Ausdruck kommender Vorteile erreicht worden. Nach übereinstimmendem Urteil haben die Pferde überall ein besseres Aussehen als zur Zeit des Unternehmerbetriebes, weil sie, ...nach scharf beachteter Vorschrift keine zu langen Züge mehr zu ziehen brauchen und in der Regel nicht in zwei aufeinander folgenden Schichten verwendet werden dürfen. Sie bleiben infolgedessen meist längere Zeit als früher dienstfähig. Die früher zahlreichen Mißhandlungen durch die Knechte sind durch deren strenge Bestrafung bedeutend vermindert worden. An einzelnen Stellen hat man auch mit Erfolg Prämien bis zu 50 Pfennig in der Schicht für gutes Aussehen und Unverletztheit der Pferde an die Knechte bezahlt. Alle Pferde werden vor der Indienstnahme gründlich untersucht und dann regelmäßig alle zwei Monate, ebenso wie die Ställe, einer Prüfung auf normalen Zustand unterzogen." (19: Mellien,R.)





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