 |  | | Finn macht mit: Schweifflechten |  |  |  |
Im Frühjahr 1997 machte ich mit meiner Schwester Leevke einen Ausritt, der bedeutend anders verlief als gewohnt. Wir ritten durch den Ulenburger Wald, eine bezaubernde Gegend in der Nähe einer unserer Weiden.
Meine Schwester und ich trennten uns für eine Weile. Wir wollten einzeln eine Runde reiten und nach einer halben Stunde wieder zusammentreffen.
Eigentlich trennten wir uns so gut wie nie. An diesem Tag aber wollten wir ein wenig die aufgedrehte Stimmung unserer Pferde ausnutzen. Wenn sie sich im Gelände verloren, waren sie entsprechend aufgekratzt und achteten genauer auf ihre Umgebung und auf uns als Reiter.
Ich war kaum zehn Minuten unterwegs, da begegnete ich einem Mädchen mit ihrem Pferd. Leevke und ich hatten sie schon mehrfach auf unseren Ausritten gesehen. Diesmal schien jedoch etwas nicht zu stimmen. Sie kam aufgeregt direkt auf mich zu. "Das ist doch deine Schwester, mit dem Grauschimmel, oder?" Schon in dem Moment setzte mein Herz aus, um sofort in rasendem Tempo weiter zu schlagen.
"Sie hatte einen Unfall. Sie liegt oben an der Straße, aber es ist auch schon jemand bei ihr." Ich ritt sofort zur beschriebenen Stelle. Was ich sah, versetzte mir wieder einen Schock. Leevke lag auf dem Boden. Sie war nur noch ein kleines Häufchen Elend. Ihre Hände und die Nase waren blutverschmiert und sie war leichenblaß.
Ich fragte sie als erstes, wo sie denn Schmerzen hätte. Beide Arme taten ihr weh, auch wenn sie sie nicht bewegte. Die Nase eigentlich nicht. Da diese jedoch so stark geblutet hatte, vermutete ich, daß nicht nur die Arme, sondern auch ihre Nase gebrochen sei.
Ein Mann war bei ihr. Er war offenbar zufällig genau in dem Augenblick mit dem Auto vorbeigefahren, als Leevke gestürzt war, und hatte angehalten, um seine Hilfe anzubieten. Ein weiterer Mann, der gerade mit dem Fahrrad die Straße heraufgekommen war, hatte sich auf die Suche nach Smoky gemacht.
Der Mann mit dem Auto hatte zum Glück auch ein Handy dabei. Er rief zunächst einen Krankenwagen, mit dem Leevke zum Arzt gebracht werden sollte. Dann benachrichtigte er den Bauern, bei dem wir die Pferde untergestellt hatten, damit dieser unsere Mutter informieren konnte, wenn sie kam, um uns abzuholen.
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