Für das menschliche Ohr klingen die Schrill-Laute der Equiden fast wie das Quieken oder Quietschen von Schweinen.
Dieses Signal ist meist defensiv gemeint, signalisiert ablehnende Haltung entsprechend einem "NEIN" und bedeutet insbesondere bei Stuten im Zusammenhang mit Annäherungsversuchen "LAß MICH IN RUHE".
Eddy bringt beim gemeinsamen Spielen seinen Protest durch verhaltenes Quieken immer dann lautstark zum Ausdruck, wenn ich seiner Meinung nach die kameradschaftlichen Spielregeln mißachte.
Spiel ist eigentlich ein Hierarchie-freies partnerschaftliches Miteinander. Ein Kommando meinerseits wird auch beim Spiel befolgt, aber kommentiert durch eine quiekende Lautäußerung.
Wenn wir auf den Fahrwegen durch die Wiesen spazieren gehen, kommt es ab und an vor, daß fremde Pferde auf der Straße vorbeireiten oder daß wir in der Ferne Pferde ausgelassen auf der Koppel herumtoben sehen.
Mitunter ist Eddy dann auch der Meinung, quer durch die Wiese rennen und sich alles aus nächster Nähe betrachten zu müssen. Meinen - aus menschlicher Sicht verständlichen - Wunsch, ausschließlich die Fahrwege benutzen zu wollen, kommentiert Eddy auch mit einem halblauten Quieken.
Eddy ist kein stummer Diener! Er quiekt immer dann halblaut, wenn er Anweisungen respektiert, die seiner Meinung nach unsinnig sind - Eddy gehorcht, aber unter Protest.
Hengste und auch Wallache testen mit lautstarkem Quieken die gegenseitige Nervenstärke. So wird dieses Quieken als "Kampfschrei" zwischen rivalisierenden Tieren eingesetzt - die Randbedingungen bestimmen jeweils die Intensität und die Klangfarbe.
Auf Eddys Anmache (Beschnuppern im Nasen-Maulbereich) quieken manche Stuten mitunter eher leise abwehrend, während bei der Klärung der Dominanz von Stuten wahrliche Kriegstöne ausposaunt werden.
Eddy läßt sich durch das Kriegsgeschrei von Stuten jedoch nicht beeindrucken, er dreht ganz cool seinen "fetten" Hintern in Richtung Schreihals, klappt die Ohren in "Nimm-Dich-in-Acht-Stellung" und setzt sich langsam rückwärts in Bewegung - und schon ist die Sache geklärt.
Rangniedere Wallache schlagen ab und an mit der Vorhand in die Luft - ohne jedoch bewußt nach Eddy zu treten - und quieken dabei laut. Eddy beeindruckt dieses Schlagen und Quieken überhaupt nicht, er ignoriert es einfach - und kurze Zeit später läuft das so gedemütigte Pferd Eddy hinterher wie der Hund seinem Herrn.
Bisher habe ich bei Eddy noch nicht beobachten können, daß er die ihm gut bekannten Artgenossen anquiekt. Bei "feindlichem" Kontakt mit fremden, dominanten männlichen Tieren hebt Eddy auch manchmal die Vorhand und quiekt.
Ab und an scheint Eddy ein leises Quieken vor Freude zu entfahren. Wenn ich Eddy zur Weide führe, ist ihm seine Freude auf das frische Gras am teils piaffierenden Schritt bereits anzumerken. Kaum habe ich die Graskoppel geöffnet, und schon springt Eddy leise quiekend auf die Weide.
Ein sehr leises Quieken, einem Stöhnen (vor Lust) nicht unähnlich, gibt Eddy von sich, wenn er sich genüßlich auf dem mit Holzschnitzeln ausgelegten Hallenboden wälzt. Für ihn scheint das Wälzen ähnlich wohltuend zu sein wie für mich ein heißes Bad. Bei Tinkern ist also ein leises Quieken auch Ausdruck für Vergnügen und Freude.
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