Das Prusten ist ein einfaches, nasales - und mitunter sehr feuchtes - Luftausstoßen, das aber mit dem Blasen nicht verwechselt werden darf.
Pferde prusten meist während des Fressen. Sie reinigen auf diese Weise die Nüstern und signalisieren so auch ihre Zufriedenheit.
Die Meinung eines Autoren, daß dieses Prusten eine ähnliche, aber abgeschwächte Bedeutung wie das Schnauben haben soll, kann ich aufgrund meiner Erfahrungen in keiner Weise bestätigen.
Bei leisem und "feuchtem Ausatmen" (Prusten) steht eindeutig Ruhe und Gelassenheit im Vordergrund, bei lautem und "trockenem Ausatmen" (Schnauben) dagegen Unruhe und Aufregung.
Mutter-Kind-Kommunikation
Da Eddy als 3jähriger nach Deutschland gekommen ist, liegen über ihn keine Erfahrungen vor.
Aber im Stall sind immer wieder Fohlen geboren worden. Und dann ist sogar in Eddys Nachbarbox ist ein Tinkerfohlen namens May zur Welt gekommen, das ich während des Aufwachsens zusammen mit seiner Mutter beobachten konnte.
Erwähnenswert in diesem Zusammenhang ist vielleicht die Tatsache, daß sich dieses Fohlen irgendwie zu Eddy hingezogen fühlt. Sobald ich mich mit Eddy der Koppel nähere, auf der Mutter und Kind stehen, werden wir stets von May mit kindlicher Stimme begrüßt.
Doch zurück zum Thema der akustischen Kommunikation zwischen Mutter und Kind. Verlieren Fohlen ihre Mütter irgendwie aus den Augen, dann geht deren helles hilfesuchendes Wiehern nach und nach in durchdringende Angstschreie über.
Die helle Säuglingsstimme des suchenden Fohlens wird von der Mutterstute mit einem leisen, fast zärtlichen Wiehern beantwortet, das ich als Grummeln bezeichnen möchte, da es sich um tiefe Kehllaute ähnlich dem Begrüßungs-Wiehern handelt, aber doch irgendwie feiner und liebevoller.
Auch bei Angstreaktionen des Fohlens ist dieses beruhigende Grummeln der Mutterstute zu hören. Manche Autoren bezeichnen diese zarten Kollerlaute der Stute als Mutter-Kind-Wiehern.
Nach ein paar Wochen wird das Kindergeschrei mitunter schon nicht mehr so pflichtbewußt beantwortet. Und mit dem Heranwachsen des Fohlens geht das sanfte Grummeln der Mutter immer mehr in ein normales Begrüßungs- oder Kontaktwiehern über.
Wenn die Mutterstute z. B. für einen Ausritt den Hof verläßt, so antwortet sie auf die SOS-Rufe des Fohlens mit kräftigen Lauten, die am besten in die Rubrik Ortungs-Wiehern einzuordnen sind; denn es handelt sich in diesem Fall nicht mehr das Mutter-Kind-Wiehern, um ein tiefes Grummeln, sondern um ein akustisches Signal, das letztendlich dazu dient, den Kontakt über eine größere Distanz aufrecht zu erhalten.
Nicht artgebundene Töne und Geräusche
Unter dieser Überschrift lassen sich alle Töne und Geräusche zusammenfassen, die sich bei Mensch und Tier kaum unterscheiden, wie etwa das Niesen oder Husten. Auch wenn manche Töne oder Geräusche kaum hörbar und mehr durch die Gestik wahrgenommen werden, möchte ich sie der Vollständigkeit halber hier dennoch auflisten.
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