Wochenmagazin · Die ganze Welt der Pferde
10. Jahrgang · aktuell  Ausgabe 505

   Magazin 
    › Pferdemarkt    › Anzeigenmarkt    › Messe

 Archiv

 Pferd verkaufen

 Anzeige aufgeben

 Mediadaten

 


 
interessant: » Arnulf Rating: Zur Woche des Grundeinkommens

 News: FN-aktuell vom 27.11.08
 Presse-Info: CHIO Aachen ...
 FN/DOKR, z.B. Ordnungsverfahren
 Westphalen: geändert seit 30.11.


    Magazin: jeden Montag neu
Neu:   Dominanz und Co.
Die Lautäußerungen des Pferdes
Hallo   Pferdefreund!

   

  Menü    Hilfe-FAQ    Login    Newsletter     Bücher    Notizen    Presse    Termine  TV

 
  Heute neu
  Magazin 
  Pferdemarkt
  Anzeigenmarkt
  Messe
  Artikel
 Archiv
 Bachblüten
 Berichte
 Editorials
 Kunstgalerie
 Rasseportraits
 Rezensionen
 Tips
 Titelgalerie
 Zufallstitel
 Bildmaterial
 Bildschirmschoner
 Cartoons
 Comics
 Fotoalben
 Kalender
 Postkarten
 Poster
 Puzzles
 Informationen
 EWU-Presseticker
 FN-aktuell
 FN-Ergebnisdienst
 FN-Presseticker
 FN-Turniervorschau
 Leserbriefe
 Links
 Pferdenamen
 Presseinfos
 Suchstatistik
 Terminliste
 Terminkalender
 Zitate
 Besucheraktionen
 Anzeige aufgeben
 Login
 Link eingeben
 Newsletter-Abo
 Notizen
 Pferd verkaufen
 Presseinfo neu
 Termin eingeben
 Hilfe + Antworten
 Einführung
 FAQ
 Übersicht
 Geschäftliches
 Autorenhinweise
 Bannerwerbung
 Bildwerbung
 Impressum
 Konditionen
 Kontaktformular
 Mediadaten
 Service
 Textwerbung
 
Bericht Zum Thema Irish Cob (Tinker) · Gesamttext
Inhaltsverzeichnis Ausgabe 184.02 der Pferdezeitung vom 05.10.02
 Menü Hauptartikel 184
 Wie das Quieken von ... 
 Unbehagen  Quieken  Wiehern
 Begrüßung  Röhren  Prusten  Stöhnen  Gähnen
 Schlußbemerkungen  Leserresonanz
Inhaltsmenü
Inhaltsmenü
Inhaltsmenü
  Druckversion   Lesezeichen
  Magazin
  Magazin
  Magazin


Copyright wie angegeben
Schnauben, Quieken, Wiehern und Prusten
©   Norbert Kaiser

    Wie das Quieken von Schweinen   
    Die Lautäußerungen des Pferdes   
von   Norbert Kaiser

Teil 1:  Liebesverhältnis der besonderen Art

Teil 2:  Sprich mit deinem Pferd!
Teil 3:  Huch, Mietzekatze im Futter!


Vorbemerkungen

Die Literatur listet als Laute-Repertoire der Equiden Schnauben, Quieken, Wiehern und Prusten. Andere Laute haben nach Meinung der Autoren keine besondere spezifische Bedeutung.

Gewiß, auch Eddy verfügt nicht über eine hochentwickelte Lautsprache. Aber er setzt die oben aufgeführten Laute sehr differenziert ein.

Schnauben

Das Schnauben ist ein "trockener" Nasenlaut, der durch kräftiges Ausatmen mit Hilfe der Nüstern als Resonanzboden gebildet wird.

Eddy äußert einen reinen Nasenlaut einmal oder auch mehrmals kurz hintereinander relativ laut mit gekräuselten Nüstern, wenn er sich hin- und her-gerissen fühlt zwischen Neugier und Unbehagen: Eddy hat in unmittelbarer Umgebung etwas entdeckt, das sein Interesse erregt, ihm zugleich in gewissem Sinne auch Furcht einflößt.

Das Wort Angst möchte ich in diesem Zusammenhang bewußt vermeiden, da die Körperhaltung von Eddy - gesenkter Kopf, neugierig blickende Augen, nach vorne gestellte Ohren - nicht eine Fluchtbereitschaft aufgrund von Angst signalisieren.

In der Regel wird in mittlerer Lautstärke geschnaubt, um irgendeine Veränderung in der vertrauten Umgebung anzuzeigen, ein neu aufgestelltes Verkehrsschild, ein verlorenes Kleidungsstück oder etwas ähnliches.

Auf SCHNÜFF-SCHNÜFF hin untersucht Eddy dieses Etwas dann näher: Je nach Gegenstand wird nur mit den Augen aus "sicherer" Entfernung betrachtet, mit den Nüstern intensiv beschnüffelt, mit den Lippen zart betastet oder aber auch mit dem Vorderhuf auf Trittfestigkeit geprüft.

Ab und an mißbraucht Eddy beim Spaziergang dieses Schnauben, um beim Überprüfen der Situation schnell mal ein Maul voll Gras erhaschen zu können. Und manchmal habe ich den Eindruck, daß Eddy einfach so aus Übermut schnaubt - denn ein Warnlaut paßt nicht zum Imponiergehabe.



Unbehagen


  Home     Anfang     Menü     Druckversion     Drucken     Empfehlen     als Startseite



Copyright wie angegeben
Copyright wie angegeben
Planenübung
Wenn bei Eddy das Unbehagen stärker ist als die Neugierde, wird das Schnauben durch Vibrationen der Nüstern von einem Tremolo begleitet, das für unsere Ohren wie ein hart ausgesprochenes R-R-R-R-R klingt. Ein typisches Auslösemoment für ein R-Schnauben ist bei Eddy der an manchen Tagen aus Kanalschächten entweichende befremdliche Geruch.

Befindet sich ein beunruhigendes Objekt in der Ferne, so schnaubt Eddy eher leise, die Hab-Acht-Stellung (erhobener Kopf, angespannte Muskulatur) verraten seine Erregung und ggf. Fluchtbereitschaft. Die Botschaft "hier könnte irgendwo eine echte Gefahr lauern" signalisiert Eddy eher mit der Körperhaltung und Mimik als durch lautes Schnauben.

Deshalb kann ich folgende Vermutung eines Autors nicht bestätigen: "Das Schnauben ist wohl eher ein erschrecktes Prusten, das Einhufern beim Auftauchen einer vermeintlichen oder realen Gefahr entfährt und so auf die in der Nähe befindlichen Artgenossen wie ein Warnlaut wirkt".

Wenn dieser "Warnlaut" nicht zusätzlich durch Körpersprache bekräftigt wird, scheint er quasi ungehört zu verhallen. So reagieren auch Eddys Artgenossen in keiner erkennbaren Weise darauf, wenn er mit gesenktem Kopf mißtrauisch den Elektrozaun anschnaubt. Dabei liegt es sicher nicht daran, daß in diesem Fall bei seiner argwöhnischer Betrachtung das Schnauben durch scharfes Einziehen der Luft produziert wird.

Mit oder ohne vorheriges Schnauben: Wenn Eddy den Kopf hebt und losgaloppiert, dann folgt die Herde in der Regel unverzüglich, selbst dann, wenn er mir nur möglichst schnell entgegen kommen und mich begrüßen will.

Ich habe bisher bei Eddy keine Gefühlsäußerung registrieren können, wenn sich die Stute Lucy über dieses oder jenes schnorchelnd aufregt oder wenn der Junghengst Dator sein Unbehagen laut schnaubend zum Ausdruck bringt.

In einem Herdenverband wird offenbar nicht jedes hysterische Schnauben sofort als Warnung vor einer Gefahr interpretiert - nur der kräftige Atemstoß eines Leittieres scheint bei entsprechender Gestik akzeptiert zu werden.

Bei vermeintlichen Gefahren (fehlende Neugierde) habe ich Eddy in der Regel auch nicht schnauben hören, er nimmt sofort Hab-Acht-Stellung ein und wartet auf meine Reaktion.

Falls ich durch einen akustischen Reiz selbst zusammenzucke, hat Eddy manchmal bereits einen Bocksprung gemacht und beobachtet fluchtbereit mit weit geöffneten Augen und Nüstern mein weiteres Handeln.

Schnauben ist nach meiner Erfahrung mit Eddy nicht ausschließlich ein Warnsignal, sondern eher allgemeines Zeichen für Erregung. So schnaubt mich Eddy auch an, wenn er nach einer just-for-fun-Vorführung "Ich bin ein WILDPFERD" zu mir her galoppiert kommt und fragt: "WAR ICH NICHT GUT?".

Schnauben ist also eine generelle Ausdrucksform starker Emotionen - situationsbedingt steht Schnauben für negative Eindrücke wie Abscheu oder Besorgnis oder für die positive Ausdrucksformen jedweden Imponiergehabes und Freude.


Quieken


  Home     Anfang     Menü     Druckversion     Drucken     Empfehlen     als Startseite



Copyright wie angegeben
Copyright wie angegeben
Copyright wie angegeben
Copyright wie angegeben
Copyright wie angegeben
Copyright wie angegeben
Rückwärtsrichten
Für das menschliche Ohr klingen die Schrill-Laute der Equiden fast wie das Quieken oder Quietschen von Schweinen.

Dieses Signal ist meist defensiv gemeint, signalisiert ablehnende Haltung entsprechend einem "NEIN" und bedeutet insbesondere bei Stuten im Zusammenhang mit Annäherungsversuchen "LAß MICH IN RUHE".

Eddy bringt beim gemeinsamen Spielen seinen Protest durch verhaltenes Quieken immer dann lautstark zum Ausdruck, wenn ich seiner Meinung nach die kameradschaftlichen Spielregeln mißachte.

Spiel ist eigentlich ein Hierarchie-freies partnerschaftliches Miteinander. Ein Kommando meinerseits wird auch beim Spiel befolgt, aber kommentiert durch eine quiekende Lautäußerung.

Wenn wir auf den Fahrwegen durch die Wiesen spazieren gehen, kommt es ab und an vor, daß fremde Pferde auf der Straße vorbeireiten oder daß wir in der Ferne Pferde ausgelassen auf der Koppel herumtoben sehen.

Mitunter ist Eddy dann auch der Meinung, quer durch die Wiese rennen und sich alles aus nächster Nähe betrachten zu müssen. Meinen - aus menschlicher Sicht verständlichen - Wunsch, ausschließlich die Fahrwege benutzen zu wollen, kommentiert Eddy auch mit einem halblauten Quieken.

Eddy ist kein stummer Diener! Er quiekt immer dann halblaut, wenn er Anweisungen respektiert, die seiner Meinung nach unsinnig sind - Eddy gehorcht, aber unter Protest.

Hengste und auch Wallache testen mit lautstarkem Quieken die gegenseitige Nervenstärke. So wird dieses Quieken als "Kampfschrei" zwischen rivalisierenden Tieren eingesetzt - die Randbedingungen bestimmen jeweils die Intensität und die Klangfarbe.

Auf Eddys Anmache (Beschnuppern im Nasen-Maulbereich) quieken manche Stuten mitunter eher leise abwehrend, während bei der Klärung der Dominanz von Stuten wahrliche Kriegstöne ausposaunt werden.

Eddy läßt sich durch das Kriegsgeschrei von Stuten jedoch nicht beeindrucken, er dreht ganz cool seinen "fetten" Hintern in Richtung Schreihals, klappt die Ohren in "Nimm-Dich-in-Acht-Stellung" und setzt sich langsam rückwärts in Bewegung - und schon ist die Sache geklärt.

Rangniedere Wallache schlagen ab und an mit der Vorhand in die Luft - ohne jedoch bewußt nach Eddy zu treten - und quieken dabei laut. Eddy beeindruckt dieses Schlagen und Quieken überhaupt nicht, er ignoriert es einfach - und kurze Zeit später läuft das so gedemütigte Pferd Eddy hinterher wie der Hund seinem Herrn.

Bisher habe ich bei Eddy noch nicht beobachten können, daß er die ihm gut bekannten Artgenossen anquiekt. Bei "feindlichem" Kontakt mit fremden, dominanten männlichen Tieren hebt Eddy auch manchmal die Vorhand und quiekt.

Ab und an scheint Eddy ein leises Quieken vor Freude zu entfahren. Wenn ich Eddy zur Weide führe, ist ihm seine Freude auf das frische Gras am teils piaffierenden Schritt bereits anzumerken. Kaum habe ich die Graskoppel geöffnet, und schon springt Eddy leise quiekend auf die Weide.

Ein sehr leises Quieken, einem Stöhnen (vor Lust) nicht unähnlich, gibt Eddy von sich, wenn er sich genüßlich auf dem mit Holzschnitzeln ausgelegten Hallenboden wälzt. Für ihn scheint das Wälzen ähnlich wohltuend zu sein wie für mich ein heißes Bad. Bei Tinkern ist also ein leises Quieken auch Ausdruck für Vergnügen und Freude.


Wiehern


  Home     Anfang     Menü     Druckversion     Drucken     Empfehlen     als Startseite



Copyright wie angegeben
Copyright wie angegeben
Copyright wie angegeben
Copyright wie angegeben
Copyright wie angegeben
Verladen
Beim Wiehern unterscheiden viele Autoren nur laut und leise - quasi nach der Lautäußerung bei offenem oder fast geschlossenem Maul. Desmond Morris differenziert feiner nach Werbungs-Wiehern, Mutter-Kind-Wiehern, Ortungs-Wiehern, Begrüßungs-Wiehern und Röhren.

Das Werbungs-Wiehern

Die Literatur weist dem diktatorischen Wiehern von Hengsten einen klaren, durchdringenden und unverwechselbar metallischen Klang zu. Dieser Hengstschrei wird vor allem dann ausposaunt, wenn sich Stuten seiner Sicht entziehen oder er ihre Ankunft erwartet. Mitunter ruft der Leithengst so auch Tiere seiner Herde zur Ordnung.

Sobald sich Stuten in Imponierhaltung nähern, geht die Lautäußerung in eine Art Grunzen ähnlich dem Begrüßungs-Wiehern über. Desmond Morris beschreibt diese Kollerlaute für das Werben aber als länger, tiefer und in mehr Einzeltöne gebrochen als die tremolierenden Kehllaute der Begrüßung.

Ich habe Eddy zwar schön öfter beim Piaffieren beobachtet, wenn er einer Angebeteten seines Herzens imponieren will - aber ein typisches Werbungs-Wiehern - wie von Desmond Morris beschrieben - habe ich von Eddy noch nicht gehört, lediglich Lautäußerungen, die sich eher wie eine verstimmte Trompete anhören.

Das Ortungs-Wiehern

Diese über etliche Kilometer hinweg hörbare Art des Wieherns ist eine kräftige und ausgedehnte Lautäußerung eines Pferdes. Dieses Kontakt-Wiehern ist in der Lautstärke moduliert: der laute Ruf wird von sehr kurzen und leisen Tonpassagen rhythmisch unterbrochen.

Das Ortungs-Wiehern dient vornehmlich der Standort-Verständigung der Herdenmitglieder untereinander, wenn kein Sichtkontakt möglich ist. Auf den bei uns meist räumlich sehr begrenzten Weiden besteht bei den Pferden kaum eine Notwendigkeit für diese akustische Kommunikation.

Wenn sich ein Pferd jedoch einsam fühlt, wenn es von anderen isoliert ist, wenn es auf sich aufmerksam machen will, oder wenn es in der Ferne Artgenossen entdeckt, dann wird es mit genau diesem Wiehern Kontakt suchen.

So wiehert Eddy z. B. beim Transport im Hänger immer dann, wenn etwa bei Kurvenfahrt mein ihm vertrautes Fahrzeug hinten aus dem Blickfeld verschwindet. Und in den ersten Stunden an einem neuen Standort wiehert Eddy laut und auffordernd, wenn ich mal weggegangen bin, er mich aber hört (Stimme, Schritt) oder in der Ferne sieht.

Auch bei Ausritten im Gelände scheint ein einzelner Tinker, also nicht nur Eddy, immer mal wieder das Bedürfnis zu haben, laut nach anderen Artgenossen zu rufen. Bei Eddy ist dies immer dann der Fall, wenn wir tags zuvor mit anderen Pferden im Gelände unterwegs gewesen sind.

Und: Wenn ich Eddy quasi ins Wort falle mit der Bemerkung, daß ich schließlich auch noch da sei und er nicht allein wäre, fährt er nur seine Lautstärke herunter und wiehert halblaut weiter.

Interessant ist, daß Eddy die Rufe der Herdenmitglieder grundsätzlich nicht beantwortet, wenn ich ihn z. B. zur Graskoppel zu den anderen führe oder wenn wir von einem Ausritt zum Stall kommen. Auf die Kontaktsuche fremder Pferde gibt er ab und an ein kurzes und lautes Statement ab.

Wenn Eddy mein Fahrzeug an der Koppel vorbeifahren sieht und/oder hört, läuft er sofort zielstrebig Richtung Ausgang - Eddy folgert aus der Ankunft meines Fahrzeuges also meine zwingende Anwesenheit am Stall - und ruft nach kurzer Zeit laut nach mir, wenn ich nicht auftauche.

Andere Tinker reagieren auf die motorisierten Fahrzeuge ihrer Bezugspersonen auf ähnliche Weise - und natürlich auch auf andere hörbare Reize wie die typische Schrittfolge, die Stimme etc.


Begrüßung


  Home     Anfang     Menü     Druckversion     Drucken     Empfehlen     als Startseite



Copyright wie angegeben
Copyright wie angegeben
Copyright wie angegeben
Copyright wie angegeben
Copyright wie angegeben
Zirkus
Das sogenannte Begrüßungs-Wiehern ist kein typisch intensives Wiehern mit geöffnetem Maul, sondern ein tiefer, tremolierender Kehllaut, der gemeinhin auch als Grunz-, Grummel- oder Kollerlaut bezeichnet wird.

Bei Eddy habe ich vier Varianten dieser Kommunikationsform feststellen können:

Wenn Eddy mich zum ersten Mal an einem Tag sieht, er sich aber aufgrund meines Verhaltens nicht sicher ist, ob auch ich ihn gesehen habe, dann grummelt er laut vernehmlich einige Sekunden lang. Der Willkommensgruß besteht aus einigen aneinander gehängten Kollerlauten.

Wenn bei der ersten Begegnung am Tag sofort Blickkontakt hergestellt worden ist, signalisiert lediglich sein Kopf ein freundliches "GRÜß GOTT" - meine verbale Begrüßung "EDDY" wird aber mit zwei kurzen Knurrlauten quittiert.

Manchmal ist bei Sichtkontakt seine akustische Antwort so leise wie das Blubbern einer Stute, die ihr Fohlen beruhigen will. Es ist fast mehr das Kräuseln und Vibrieren der Nüstern als das Hören eines Tones.

Eine etwas andere Form von "HALLO, SCHÖN DICH WIEDER AM BODEN ZU SEHEN" verwendet Eddy, wenn ich nach einem für ihn interessanten Ritt absteige. Mit einem tremolierenden und laut vernehmlichen Grunzlaut, der dann aber in ein fast dumpfes Stöhnen übergeht, wird jedoch nur - wie bereits erwähnt - ein interessanter Ritt belohnt.

So ist absolut nichts zu hören, wenn ich mich nach einem harten Arbeitstag mehr oder weniger lustlos von ihm umhertragen lasse und dann absteige.

Eine ähnliche Bewertung meiner Reitweise hat bei meiner Ausbildung im Westernreiten durch die Warmblutstute Laska stattgefunden: Je unabhängiger mein Sitz und je harmonischer die Bewegungen gewesen sind, um so intensiver, sprich länger und lauter, ist beim Absteigen gegrunzt und gestöhnt worden.

Bei der Bedeutung "FUTTER" nimmt der Kehllaut fast bittenden Tonfall mit beigemischten Blubbergeräuschen an. Interessant ist, daß andere Pferde auf dieses Bub-Bub-Bub sofort reagieren, entweder mit einer Wiederholung der Lautäußerung oder aber zumindest mit einem raschen Blick in die Richtung, aus der das Futter kommen muß. In der Regel ist es so, daß ein Pferd die Botschaft "FUTTER" verkündet und dann die Antwort Bub-Bub-Bub der anderen wie im Chor folgt.

Manche Pferde, offenbar die weniger redseeligen, reagieren auf das Bub-Bub-Bub mit Tritten an die Boxentür unter dem Motto "ICH-WILL-AUCH-FUTTER".

Grundsätzlich weiß Eddy immer als erster, wenn ich mich auf dem Stallgelände befinde. Einige der anderen Pferde im Stall begrüßen mich mit entsprechendem Kollerlaut erst, wenn Sie mich die Stallgasse betreten sehen.

Interessant in diesem Zusammenhang ist, daß nahezu alle Pferde im Stall Begrüßungslaute ausstoßen, wenn Eddy nach Abwesenheit (Ausritt etc.) den Stall betritt. Fast wie im Chor "kollern" ihm die Laute entgegen. Sei es nun Ehrerbietung oder Respektbezeugung - irgendwie drängt sich mir ein Vergleich zum Militär auf, wenn z. B. ein Offizier den Raum betritt.


Röhren


  Home     Anfang     Menü     Druckversion     Drucken     Empfehlen     als Startseite



Copyright wie angegeben
Copyright wie angegeben
Copyright wie angegeben
Fellpflege
Desmond Morris schreibt, daß ein Röhren - und helles Schreien - mitunter zu hören ist, wenn Pferde ernsthaft miteinander kämpfen oder wenn sie sehr erregt sind - sei es aus Wut oder Angst. Bei domestizierten Pferden kämen diese Lautäußerungen aber kaum vor, höchstens in freilebenden Herden.

Andere Autoren berichten, daß sich in die Kampfschreie, in das schrille und laute Quieken, manchmal röhrende Untertöne mischen.

Bei anderen Hengsten habe ich selbst bisher nur Lautäußerungen der Erregung vernommen, die sich eher nach einer Mischung aus Wiehern und lautem Röcheln bzw. Schnorcheln angehört haben.

In Verbindung mit hengstigem Imponiergehabe gibt auch Eddy Laute von sich, die wie ein Stoß aus einer verstimmten Trompete klingen und sicher auch als Röhren bezeichnet werden könnten.

Kämpfe im namentlichen Sinne zwischen Eddy und anderen Hengsten habe ich nicht beobachten können, es sind immer nur Spiele, in denen er gekonnt seine Körperfülle eingesetzt hat. Auch bei einer etwas ernsteren Auseinandersetzung mit einem Pony-Hengst habe ich Eddy nicht schreien hören. Allerdings habe ich außer dem aggressiven Gesichtsausdruck auch die rötliche Glut in seinen Auge gesehen, als ich ihm befohlen habe, von dem kleinen Frechdachs abzulassen, der geglaubt hat, Eddy immer wieder ungestraft attackieren zu können.

Aber bei unseren Spaziergängen habe ich Eddy ab und an vor Aufregung oder Wut röhren hören. Einmal ist es ein junger Hirschbock in etwa hundert Meter Entfernung gewesen, der uns (wahrscheinlich aber nur Eddy) lautstark klar machen wollte, wem das Revier gehört. Eddy in Kampfstellung, dann mehr ein Brüller als ein Röhren, und weg ist er gewesen, der Hirschbock.

Ein anderes Mal sind wir auf den Fahrwegen zwischen den Wiesen unterwegs gewesen - auf dem ACKERWEG in Richtung WIESENWEG. Aus der Ferne haben wir sie kommen sehen, den Schäfer und seine Herde. Aber dann sind sie quer über jene Wiesenfläche gelaufen, die Eddy absolut nicht betreten darf. Vielleicht hat Eddy deshalb das Tun der Schafe ab und an in Hab-Acht-Stellung mit Argusaugen beobachtet.

Als jedoch die ersten Schafe "seinen," den ihm als WIESENWEG bekannten Weg betreten haben, ist es mit seiner Beherrschung vorbei gewesen: ein paar Sprünge, und Eddy hat auf "seinem" WIESENWEG gestanden, majestätisch, imponierend, die Vorderhufe in der Luft - aus meinem friedlich grasenden Pferd ist eine Bestie geworden, die gebrüllt hat, wie ich bis dato noch kein Pferd habe schreien hören.

Und im Umkreis von 20 Metern ist plötzlich kein erwachsenes Schaf mehr gewesen, nur noch ein "weinendes" Schafkind. Das Mutterschaf hat sich vor lauter (Ehr)Furcht nicht einmal getraut, ihr auf halbem Weg zurück gebliebenes blökendes Kind zu holen. Und der Hund, ein kleiner Mischling, hat mit eingeklemmtem Schwanz beim Schäfer gesessen. Für die Beteiligten scheint es offenbar eine Begegnung der anderen Art gewesen zu sein.

Während mich die mannigfaltigen Ausdrucksformen von Eddy eher erstaunen, scheinen sie bei unbedarften Zeitgenossen mitunter pure Angstgefühle auszulösen. Aber ich muss zugeben: Eddy ist schon eine beeindruckende Erscheinung, 800 kg schwer und auf den Hinterbeinen stehend mit ausschlagenden Vorderbeinen nahezu vier Meter groß. Und dann noch sein Kampfschrei!


Prusten


  Home     Anfang     Menü     Druckversion     Drucken     Empfehlen     als Startseite



Copyright wie angegeben
Copyright wie angegeben
Copyright wie angegeben
Übermut
Das Prusten ist ein einfaches, nasales - und mitunter sehr feuchtes - Luftausstoßen, das aber mit dem Blasen nicht verwechselt werden darf.

Pferde prusten meist während des Fressen. Sie reinigen auf diese Weise die Nüstern und signalisieren so auch ihre Zufriedenheit.

Die Meinung eines Autoren, daß dieses Prusten eine ähnliche, aber abgeschwächte Bedeutung wie das Schnauben haben soll, kann ich aufgrund meiner Erfahrungen in keiner Weise bestätigen.

Bei leisem und "feuchtem Ausatmen" (Prusten) steht eindeutig Ruhe und Gelassenheit im Vordergrund, bei lautem und "trockenem Ausatmen" (Schnauben) dagegen Unruhe und Aufregung.

Mutter-Kind-Kommunikation

Da Eddy als 3jähriger nach Deutschland gekommen ist, liegen über ihn keine Erfahrungen vor.

Aber im Stall sind immer wieder Fohlen geboren worden. Und dann ist sogar in Eddys Nachbarbox ist ein Tinkerfohlen namens May zur Welt gekommen, das ich während des Aufwachsens zusammen mit seiner Mutter beobachten konnte.

Erwähnenswert in diesem Zusammenhang ist vielleicht die Tatsache, daß sich dieses Fohlen irgendwie zu Eddy hingezogen fühlt. Sobald ich mich mit Eddy der Koppel nähere, auf der Mutter und Kind stehen, werden wir stets von May mit kindlicher Stimme begrüßt.

Doch zurück zum Thema der akustischen Kommunikation zwischen Mutter und Kind. Verlieren Fohlen ihre Mütter irgendwie aus den Augen, dann geht deren helles hilfesuchendes Wiehern nach und nach in durchdringende Angstschreie über.

Die helle Säuglingsstimme des suchenden Fohlens wird von der Mutterstute mit einem leisen, fast zärtlichen Wiehern beantwortet, das ich als Grummeln bezeichnen möchte, da es sich um tiefe Kehllaute ähnlich dem Begrüßungs-Wiehern handelt, aber doch irgendwie feiner und liebevoller.

Auch bei Angstreaktionen des Fohlens ist dieses beruhigende Grummeln der Mutterstute zu hören. Manche Autoren bezeichnen diese zarten Kollerlaute der Stute als Mutter-Kind-Wiehern.

Nach ein paar Wochen wird das Kindergeschrei mitunter schon nicht mehr so pflichtbewußt beantwortet. Und mit dem Heranwachsen des Fohlens geht das sanfte Grummeln der Mutter immer mehr in ein normales Begrüßungs- oder Kontaktwiehern über.

Wenn die Mutterstute z. B. für einen Ausritt den Hof verläßt, so antwortet sie auf die SOS-Rufe des Fohlens mit kräftigen Lauten, die am besten in die Rubrik Ortungs-Wiehern einzuordnen sind; denn es handelt sich in diesem Fall nicht mehr das Mutter-Kind-Wiehern, um ein tiefes Grummeln, sondern um ein akustisches Signal, das letztendlich dazu dient, den Kontakt über eine größere Distanz aufrecht zu erhalten.

Nicht artgebundene Töne und Geräusche

Unter dieser Überschrift lassen sich alle Töne und Geräusche zusammenfassen, die sich bei Mensch und Tier kaum unterscheiden, wie etwa das Niesen oder Husten. Auch wenn manche Töne oder Geräusche kaum hörbar und mehr durch die Gestik wahrgenommen werden, möchte ich sie der Vollständigkeit halber hier dennoch auflisten.


Stöhnen


  Home     Anfang     Menü     Druckversion     Drucken     Empfehlen     als Startseite



Copyright wie angegeben
Copyright wie angegeben
Copyright wie angegeben
Podestübung - gaanz entspannt
Bei den Stichworten Stöhnen und Ächzen listet die Literatur meist nur große Anstrengungen (schwere Arbeit, Deckakt) oder schmerzhafte Wehen in der Austreibungsphase als Ursachen.

Tinker geben - wie bereits erwähnt - auch im Schlaf die seltsamsten Geräusche von sich, darunter auch Töne, die als Stöhnen bezeichnet werden können.

Eddy stöhnt außerdem in hellen Tönen immer dann, wenn er beim Wälzen Kopf und Hals genußvoll im Hallenboden reibt. Ich bin versucht, zu glauben, daß es sich quasi um ein unterdrücktes Lust-Quieken handelt.

Das Blasen

Als Blasen bezeichne ich das sanfte Ausatmen durch die Nüstern, durch das Pferde nach dem Nasenkontakt ihre Duftprofile austauschen, bevor sie mit dem gegenseitigen Mähnenkraulen anfangen - oder sich im anderen Extremfall quiekend voneinander trennen.

Beim Putzen im Hals- und Brustbereich dreht Eddy mitunter seinen Kopf herum und bläst mir ganz sanft seinen Atem ins Gesicht - oder beim Auskratzen der Vorderhufe in die Haare.

Bei einer Katze in meiner Kinderzeit war das Blasen des Atems in die Haare "ihres" Menschen ein Ausdruck höchster Zuneigung.

Das Geräusch des Riechens

Wenn beim Einatmen weniger die Luftzufuhr als vielmehr die Auswertung von Geruchstoffen im Vordergrund steht, atmet Eddy stoßweise ein.

Das Luftholen zerfällt dann hörbar in viele kurze Atemzüge mit einer Frequenz von mehr als einem Schnaufer pro Sekunde.

Beim Reiten ohne Sattel ist bei Eddy das "SCHNÜFF-SCHNÜFF" auch durch den eigenartigen Bewegungs-Rhythmus im Brustbereich deutlich zu spüren.

Das Entspannungsausatmen

Eddy scheint seine Entspannungsphase (Augen schließen sich halb, Unterlippe fällt herunter) gern mit einem langen deutlich vernehmbaren Ausatmen einzuleiten.

Dieses geräuschvolle Entweichenlassen (nicht Auspressen) der Luft aus der Lunge gleicht meiner Meinung nach dem Ausatmen des Menschen beim Gedanken "geschafft!".


Gähnen


  Home     Anfang     Menü     Druckversion     Drucken     Empfehlen     als Startseite



Copyright wie angegeben
Unterwürfigkeit: ich bin ganz klein...
In meiner direkten Gegenwart habe ich Eddy noch nie gähnen sehen, obgleich ich ihn zu den unterschiedlichsten Tages- und Nachtzeiten besuche, um mit ihm zu arbeiten oder zu spielen.

Andere Pferde, insbesondere jene, die tagtäglich mehr oder weniger nur ein Standardprogramm ausführen, habe ich in Gegenwart von ihren Reitern häufiger gähnen sehen, ganz so, als ob Gähnen auch bei Equiden ein Ausdruck von Langeweile ist.

Mit einem dem Gähnen sehr ähnlichen Bewegung des Unterkiefers signalisiert mir Eddy, daß er eine Diskussion nicht vertiefen möchte. Eddy sucht nicht die Konfrontation, er bietet so etwas wie eine Entschuldigung an, er bittet um Versöhnung - jedoch ohne jede Demutshaltung.

Anders als das Versöhnungs-Gähnen zeigt eine Kaubewegung bei weniger weit geöffnetem Maul - etwa im Sekundentakt ausgeführt - immer die Unterwürfigkeit gegenüber einem Ranghöheren an. Insbesondere bei Fohlen und Jungtieren ist dieses Verhalten zu sehen, wenn sie Sanktionen von ranghöheren Tieren fürchten.

Weitere akustische Signale

Zur akustischen Kommunikation gehören meines Erachtens auch jene hörbaren Signale, die ein Pferd bewußt oder unbewußt verursacht, um damit etwas mitzuteilen.

Ein typisches Signal für eine Art Langweile oder Ungeduld ist beispielsweise das Scharren mit den Vorderhufen. Auch Eddy scharrt auf dem Putzplatz, wenn es seiner Meinung nach zu lange dauert, bis wir endlich mit der Arbeit anfangen.

Durch bewußt kurzfristig hartes Auftreten versucht Eddy meine Aufmerksamkeit ihm gegenüber zu erhöhen. Manchmal habe ich bei der Bodenarbeit mit Eddy auch den Eindruck, daß dieses Stampfen eine Art Trotzreaktion ist unter dem Motto, "ICH MACH JA WAS DU WILLST, ABER ..."

Eine andere Art, die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, ist das Klopfen mit dem Huf an die Boxenwand - ein typisches Spiel, wenn das Futter nicht schnell genug in den Trog kommt.

Eddy tritt zwar nicht mit dem Huf an die Boxentür, aber er stemmt sich ab und an rhythmisch mit der Brust dagegen, was dann auch einen entsprechenden Lärm verursacht. Und als offenbar jemand Eddy einmal geneckt hat (Futter gezeigt, aber nicht gegeben), ist er einfach durch die geschlossene Boxentür durchgelaufen: eine Hälfte hing an den Scharnieren, die andere am Schloß - so die Bilanz des Schadens.

Mit dem geräuschvollen Um- oder Herunterwerfen von Gegenständen verfolgen Pferde meines Erachtens keine andere Absicht als die reine Befriedigung ihres Spieltriebes. Mitunter erschrecken sie selbst mehr über ihr Tun als die Umwelt.

Bei verspannter Muskulatur, z. B. beim Übergang von Schritt in Trab, ist bei Wallachen mitunter ein dumpfes Schmatzen des Hodenbeutels zu hören. Ein männliches Pferd signalisiert durch dieses Schmatzen des Hodenbeutels auch nach längerem Trab seine "negative" Gemütsstimmung - weit vor einem pferdetypischen Schweifschlagen.

Bei Wallachen ist deren Unzufriedenheit mit der aktuellen Situation aufgrund von Muskelverspannungen bei schneller Gangart offenbar hörbar.


Schlußbemerkungen


  Home     Anfang     Menü     Druckversion     Drucken     Empfehlen     als Startseite



Copyright wie angegeben
Gymnastik
Es ist naheliegend, daß trotz vieler Gemeinsamkeiten die akustischen Ausdrucksformen von Pferderasse zu Pferderasse variieren und daß jedes einzelne Pferd seine individuelle Art hat, sich mitzuteilen, die selbst von Artgenossen nicht auf Anhieb, sondern erst nach längerer Zeit im Herdenverband verstanden wird.

Auch bei Menschen werden selbst in einer Landessprache verschiedene Begriffe für den gleichen Sachverhalt eingesetzt. Und die Art der Betonung sowie das Maß der Lautstärke können bei bestimmten Worten unterschiedliche Botschaften transportieren - die Bandbreite reicht von sanfter Aufforderung über herben Befehlston bis hin zum Hilferuf.

Ähnlich ist es bei der Pferdesprache: So signalisiert ein verhaltenes Quieken Freude, ein deutlich wahrnehmbares Quieken zeigt eher die Abwehrreaktion und ein laut geschrienes Quieken drückt Aggressionen aus.

Der Hauptunterschied in der akustischen Kommunikation zwischen Equiden und Menschen liegt aber nicht im stark eingeschränkten Vokabular, sondern vornehmlich im Anwenden der Lautsprache:

Pferde äußern sich akustisch nur bei bestimmter, um nicht zu sagen, bei besonderer Gemütslage: bei positiver, negativer oder sexueller Erregung. Der überwiegende Teil der alltäglichen Unterhaltung wird immer über eine pferdetypische Körpersprache abgewickelt - auch uns Menschen gegenüber.