Rembrandt van Rijn, Niederlande Der barmherzige Samariter bei der Herberge um 1648/50, 19,7x20,5 cm Federzeichnung, nicht signiert Weimar, Staatliche Kunstsammlungen
Heute die letzte Arbeit von Rembrandt zum Thema "Barmherziger Samariter" (siehe Samariter, Herberge, Barmherzigkeit).
Auch diese Zeichnung ist weder datiert noch signiert. Sie ist völlig anders als die anderen, nicht nur, weil das Pferd durch einen Esel ersetzt worden ist.
Rembrandt van Rijn, 1606-1669 ist nicht nur als Maler, sondern auch als Zeichner und als Radierer berühmt. In jeder Hinsicht wurde seine Kunst im Laufe seines Lebens größer, tiefer und freier. Er ist das Musterbeispiel eines Menschen, der offensichtlich gereift ist, obwohl oder vielleicht gerade weil er kein leichtes Leben hatte. Rembrandt hat im Laufe seines Lebens alles erreicht und alles verloren. Seine Kunst hat darunter aber nicht gelitten.
Kommentar · 27.10.2002 Von Werner Stürenburg
Ich zitiert zunächst aus meiner Quelle:
Rembrandts letzte Darstellung der Ankunft bei der Herberge übertrifft an Aussagekraft alle vorangegangenen. Die genau akzentuierte Hauptgruppe ist soweit wie nur eben möglich in den Vordergrund gerückt worden, so daß der Betrachter stärker als in den vorangegangenen Werken in das Geschehen mit einbezogen wird. Der Wirt und seine Frau beobachten den Samariter dabei, wie er die Stricke losbindet, mit denen er den unter die Räuber gefallenen Mann auf sein Lasttier gebunden hatte. Wie schon in der Radierung von 1633 hält auch hier ein Junge die Zügel des Tieres fest. | |
Kein Wort darüber, daß das Lasttier nunmehr einen Esel ist. Wie das? Nun, die Kunsthistoriker interessieren sich weder für Pferde noch für Esel. Obwohl das Pferd in den vorangegangenen Arbeiten jeweils im Mittelpunkt gestanden hatte, war es dem Autor gleichgültig und nicht erwähnenswert. Wie gut, daß Rembrandt die Sache anders sieht und sich jeweils sehr viel Mühe gegeben hat. Warum aber tauscht er jetzt das Pferd gegen einen Esel aus?
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