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Rasseportrait Zum Thema  Paso Fino · Gesamttext
Inhaltsverzeichnis Ausgabe 264.04 der Pferdezeitung vom 18.04.04
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 Reitvergnügen pur 
 Was Sie schon immer ...  Auffallend schön oder ...  Das Wichtigste - der Tölt
 Tölt-Varianten  Trocha und der Trochador  Trote y Galope  Der elegante Vielseitige  Turniersport mit Paso ...
 Europameisterschaften  Editorial: Postleitzahlen  Rezension: Physiotherapie ...  Tip: Außengalopp  Galerie: Etrusker
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Paso Fino Jungstuten
© » Del Sastre Paso Finos

    Reitvergnügen pur   
    Paso Fino ... Tölt und mehr   
von   Cornelia Schneider


In den letzten Jahren hat neben dem Trend zur Barockreiterei und klassischen Dressur vor allem auch das Reiten auf Gangpferden unterschiedlichster Rassen einen deutlichen Aufschwung erfahren.

Pferde aus aller Herren Länder mit verschiedenen Spezialgangarten fanden ihren Weg nach Deutschland und wurden hierzulande bekannt. Eine der faszinierendsten und vielseitigsten Gangpferderassen überhaupt ist der Paso Fino.

"Paso Fino" bedeutet wörtlich übersetzt nichts anderes "feiner Gang" und als solche sind diese Pferde auch bekannt geworden: "los caballos con el paso fino" - die Pferde mit dem feinen Gang.

Die ersten Paso Finos wurden zusammen mit einigen peruanischen Pasos bereits Mitte der siebziger Jahre von Jean-Claude Dysli und weiteren Gangpferdefreunden nach Europa importiert.

Die im Gegensatz zu den damals bekannten Islandpferden sehr exotisch wirkenden Pasopferde fanden schnell ihre Liebhaber. Engagierte und ambitionierte Freizeitreiter beschäftigten sich intensiv mit den Besonderheiten und speziellen Gangveranlagung der Paso Finos und machten diese in Europa und inbesondere in Deutschland bekannt.

Seit Anfang der neunziger Jahre ist das Interesse an den heißblütigen Südamerikanern enorm gewachsen. Der Pferdebestand hat sich durch eigene Nachzucht und Importe, vorzugsweise aus den USA, vervielfacht.

Inzwischen gibt es in Europa um die 500 registrierte Paso Finos. Es ist eine enorm steigende Nachfrage - vor allem an gut ausgebildeten und gerittenen Pferden - vorhanden, und da die Nachzucht der hiesigen Züchter den Bedarf noch nicht decken kann, müssen immer wieder Pferde aus den USA importiert werden.

Leider ist aufgrund diverser veterinärrechtlicher Bestimmungen der Direktimport aus Kolumbien derzeit noch nicht möglich. Die Rasseverbände in Deutschland und Kolumbien arbeiten jedoch intensiv an einer Änderung der Bestimmungen, so dass der Import qualitativ sehr hochwertiger Pferde zur Blutauffrischung der hiesigen Zuchten auch direkt aus den Ursprungsländern möglich ist.


Was Sie schon immer darüber wissen wollten


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Jungstuten, Gestüt » Del Sastre Paso Finos
Der Paso Fino ist ein sehr ausdrucksvoller, eleganter und temperamentvoller Naturtölter. Er bietet seinem Reiter einen äußerst bequemen Tölt, enorme Trittsicherheit und besondere Wendigkeit.

Nicht ohne Grund werden Paso Finos oftmals auch als der "Cadillac unter den Gangpferden" bezeichnet. Paso Finos sind zugleich edel, sanft, impulsiv und strahlen eine unwahrscheinliche Präsenz aus � eine Kombination von Energie, Arbeitswillen, Menschenbezogenheit und Temperament, die von den Südamerikanern mit dem spanischen Begriff "Brío" bezeichnet wird.

Dieses vielgepriesene Brio ist hervorstechendes Merkmal aller Pasopferde, wird in hohem Maße bei der Zucht berücksichtigt und macht diese Pferde im Gegensatz zu den meisten anderen Rassen einzigartig.

Trotz ihres zuweilen überschäumenden Temperamentes sind die Paso Finos einfach zu regulieren, was zu der Leichtigkeit beiträgt, durch die sich die Rasse neben den extrem weich zu sitzenden Gängen einen Namen gemacht hat.

Wo kommt er her � wo geht er hin?

Anno 1493 brachte Christoph Columbus auf seiner zweiten Reise in die "Neue Welt" und den darauf folgenden Eroberungszügen etliche Pferde aus Spanien mit nach Südamerika. An Bord seiner Schiffe entpuppte sich so manch reinrassiger Spanier dann als Pony oder Kreuzung.

Columbus selbst war ein ziemlich miserabler Pferdekenner und zog als persönliches Fortbewegungsmittel meist ein Maultier vor. Dass die zu allererst mitgebrachten Pferde die feurigen und berühmten Vorfahren der südamerikanischen Pferde waren, darf getrost bezweifelt werden.

Jedoch kamen während der darauf folgenden Jahre noch viele wertvolle Zuchtpferde aus Spanien. Auf den Nachkommen dieser zumeist von Andalusiern und Berbern abstammenden Pferden eroberten die Spanier Südamerika. Die Veranlagung zum Tölt wurde nach Meinung von Rasseexperten durch die heutzutage ausgestorbene spanische Genette in die Rasse gebracht.

Die Zuchtziele für die "neue Rasse" waren schnell gesteckt: man brauchte ein bequemes, gehfreudiges, trittsicheres und wendiges (da es auch für die Rinderarbeit eingesetzt werden sollte) Reitpferd, das problemlos lange Distanzen zurücklegen konnte.

Da der südamerikanische Haciendero damals wie heute auch sehr großen Wert auf ein repräsentatives Reittier legt, züchtete man die Pferde sehr elegant und ausdrucksvoll. Die Pferde sollten "viel hermachen", dabei aber mit dem kleinen Finger zu regulieren sein. So entstand in dieser neuen südamerikanischen Kultur der heutige Paso Fino.

Die Ursprungsländer des Paso Fino sind neben Kolumbien und Puerto Rico der gesamte karibische und lateinamerikanische Raum. Die USA sind inzwischen mit über 38.000 registrierten Paso Finos das größte Nachzuchtgebiet.

Die meisten europäischen Paso Finos leben in Deutschland, es gibt aber auch Paso Finos in der Schweiz und in Österreich, in Großbritannien, Belgien, Schweden, Tschechien und Spanien.


Auffallend schön oder schön auffallend


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Paso Finos im Showoutfit
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Royal Oak, Sabrine, © Petra Gneipel
Der Paso Fino ist ein mittelgroßes, ausdrucksvolles und elegantes Pferd. Im Typ ist vom relativ hochbeinigen, schmalen und zierlichen Vollbluttyp über sehr stark iberisch geprägte Pferde bis hin zum eher kalibrigen Stock Type so ziemlich für jeden Anspruch und Geschmack das Passende vorhanden.

Der Paso Fino hat ein Stockmaß von etwa 140 bis 155 cm. Die Mindestgröße für Stuten beträgt 136 cm, die für Hengste 138 cm. Beachten sollte man, dass Paso Finos eher zu den spätreifen Rassen gehören und erst mit etwa 6 bis 7 Jahren voll entwickelt sind und ihre endgültige Größe erreicht haben.

Der Paso Fino kommt in allen Farben vor. In Kolumbien bevorzugt man eher einfarbige Pferde mit wenig Abzeichen. Am häufigsten kommen Schimmel und dunkle Füchse vor, aber auch Pferde in "Sonderlackierung" wie Falben und Palominos in allen Schattierungen sind keine Seltenheit.

Paso Finos mit puertoricanischer Abstammung weisen oftmals mehr weiße Abzeichen auf. Aus diesen Pferden wurden in den USA auch Pinto Paso Finos (alle Varianten außer Tigerschecken) gezüchtet, die dort heiß begehrt sind.

Dabei entspricht bei diesen Pferden wie oftmals, wenn zu stark nur auf die Farbe und weniger auf Exterieur, Charakter und Gangveranlagung selektiert wird, nicht jedes dieser Pferde dem gewünschten Idealtyp des Paso Finos. Den Kopf des Paso Fino wünscht man sich edel mit möglichst geradem Profil, lebhaften Augen, großen Nüstern und einem auch bei Stuten kräftigen, muskulösen Hals. Der Widerrist ist ausgeprägt mit harmonisch geschwungener Rückenlinie und gerundeter Kruppe.

Auffallend und für das warmblutgewohnte Auge oft sehr gewöhnungsbedürftig ist die stark abfallende Kruppe mit sehr tiefem Schweifansatz. Der Schweif soll nicht erhoben, sondern tief und wie eine Fahne getragen werden.

Ein breiter, tiefer Rumpf, eine gut gelagerte Schulter sowie stabile, trockene Gliedmaßen mit kurzen Röhren runden die edle Erscheinung ab. Die Pferde sollen zierlich und elegant, aber trotzdem belastbar und zäh wirken.


Das Wichtigste - der Tölt


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Reliquia del Juncal
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Ponderosa Cosmos Dos
Obwohl der Paso Fino in der Regel neben dem Tölt auch Schritt, Trab und Galopp zeigt, bewegen sich die meisten dieser Pferde in der ihnen angeborenen Gangart.

Dabei ist die Fußfolge identisch mit dem Schritt. Perfekt ausgeführt ergibt sich dabei eine sehr gleichmäßige, fließende Bewegung, die den Reiter vollkommen ruhig und erschütterungsfrei im Sattel sitzen lässt.

Dabei achtet man besonders auf eine ruhige Kruppe. Die gesamte Aktivität soll sich unterhalb der Rückenlinie des Pferdes abspielen, so dass der Reiter extrem bequem sitzt.

Oberstes Kriterium ist immer die Weichheit des Ganges und nicht eine extreme und überzogene Aktion in Vor- oder Hinterhand. Eher wird noch eine vermehrte Aktion in der Hinterhand toleriert und erwünscht (im Fachjargon als "Hock Action" bezeichnet).

Genauso viel Wert legt man auf die sogenannte "Quickness", die Fähigkeit des Pferdes, den Tölt in einer je nach Veranlagung des Pferdes unterschiedlich schnellen Fußfolge auszuführen.

Verpönt sind bei den Paso Finos jegliche Passtendenzen. Insbesondere der kolumbianisch gezogene Paso Fino ist eher trablastig, findet jedoch unter dem Sattel bei entsprechender Konditionierung und Gymnastizierung sehr schnell zu einem natürlichen Tölt.

Puertoricanische Paso Finos wurden im Laufe der Jahre stark auf Naturtölt selektiert und zeigen oftmals eine stärkere Lateraltendenz, was zu vermehrter Passigkeit unter dem Sattel führen kann und bei Training und Reitweise berücksichtigt werden sollte.

Der typische Tölt des Paso Fino wird in drei unterschiedlichen Tempi und Versammlungsgraden geritten:


Tölt-Varianten


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Tornada De Kfc
Classic Fino

Pferde mit der Fähigkeit, den Classic Fino auszuführen, sind besonders in Südamerika und den USA beliebt und die absoluten Show Stars. Mit ihrem überschäumenden Temperament und den ultrakurzen Bewegungen reißen sie auf Shows und Darbietungen die Zuschauer zu Begeisterungsstürmen hin.

Wenn sie im Viertaktstakkato über den "Fino Strip" (eine Art Holzsteg zur Klangverstärkung) steppen, hält es keinen der Zuschauer auf seinem Sitzplatz.

Die für den Classic Fino benötigte extrem schnelle Fußfolge bei höchster Versammlung und minimalem Raumgriff kann am ehesten mit der Piaffe beim trabenden Pferd verglichen werden und ist nur wenigen Pferden angeboren.

Classic Fino kann man durch Training nicht erzwingen, das Pferd muss die Veranlagung dafür bereits von Geburt an mitbringen. Die Fußfolge ist rasend schnell und teilweise mit bloßem Auge kaum noch wahrnehmbar. Der Raumgriff entspricht dem des versammelten Schrittes.

Pferde dieses Types sind meist sehr sensibel und temperamentvoll, so dass sie eher einen routinierten Reiter mit viel Gefühl erfordern. Trotzdem verfügen sie über das gleiche stabile Nervenkostüm und die Leichtrittigkeit wie jeder andere Paso Fino.

So wurde zum Beispiel "Ponderosa Contadora", eine der wenigen Classic Fino-Stuten in Europa, Deutsche Meisterin im schweren Trail auf den Deutschen Gangpferdemeisterschaften!

Paso Corto

Vergleichbar in der Geschwindigkeit mit dem Arbeitstrab ist der Paso Corto das bevorzugte Tempo im Gelände und für die gymnastizierende Arbeit in der Bahn. Der Raumgriff ist mittel bei ruhiger, gleichmäßiger Vorwärtsbewegung.

Dabei soll das Pferd weder eine übertrieben Aktion noch ein zu hohes Tempo zeigen. Ein gut konditioniertes Pferd kann stundenlang im Paso Corto gehen, ohne dabei sichtlich zu ermüden, was wiederum dem Reiter zugute kommt, der bequem und ausgeruht ans Ziel kommt.

Sicherlich ist ein Paso Fino im Corto nicht so schnell wie manch rasanter Sporttölter, doch er wird seinen gleichmäßigen und weniger aktions- und tempobetonten Gang mit Sicherheit wesentlich länger und ohne große Ermüdungserscheinungen ausführen können.

Paso Largo

Das schnellste der drei Tölttempi ist der Paso Largo. Der Raumgriff und die Schrittlänge bei unterschiedlicher Versammlung sollen im Vergleich zum Paso Corto einen deutlich erkennbaren Unterschied aufweisen und wesentlich größer sein.

Das Tempo variiert dabei von Pferd zu Pferd, da Taktreinheit, Rhythmus und Balance des Tölt nie zu Gunsten der Geschwindigkeit verloren gehen sollten. Talentierte Pferde können im Paso Largo durchaus Galoppgeschwindigkeit erreichen.


Noch mehr Gänge?

In Kolumbien werden alle Paso-Typen unter dem Oberbegriff "Caballo Criollo Colombiano de Paso" zusammengefasst. Diese wiederum unterscheidet man in "Paso Fino Colombiano" (das ist der Pferdetyp, den man im Allgemeinen als Paso Fino bezeichnet), "Trote y Galope Colombianos", "Trocha Pura Colombiana" und "Trocha y Galope Colombianos".

Für den Laien ist spätestens an dieser Stelle die Verwirrung komplett, aber wir werden versuchen, etwas Licht ins Dunkel zu bringen.


Trocha und der Trochador


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Pine Meadows und Marisa
Schlägt man im Wörterbuch nach, findet man unter "Trocha" unter anderem folgende Erklärung: "Ein Pfad durch die Wildnis...".

Anhand dieser Definition könnte man "Trocha" als die Gangart bezeichnen, die viele Paso Finos in unwegsamen Gelände gehen. Sie ermöglicht es den Pferden, kräfteschonend von einem Ort zum anderen zu gelangen.

Trocha ist eine traditionelle Gangart, die hierzulande als Trabtölt bezeichnet wird. Ein Pferd im Trocha hört sich an wie "tras... tras... tras... tras..." (Trab mit Echo) und ist für das Ohr gut wahrnehmbar.

Es ist nicht bekannt, wann der Trocha genau entstanden ist. Aber es ist erwiesen, dass viele der spanischen Conquistadores Trocha und/oder Tölt gehende Pferde bei der Kolonisation der rauhen Gegenden Kolumbiens einsetzten.

Im Zusammenhang mit dem Trocha sollte man sich immer an vergangene Zeiten erinnern, in denen das Pferd gleichzeitig Transport- und Fortbewegungsmittel bei der Bewältigung der täglichen Aufgaben war. Die Trochadores gingen den äußerst komfortablen Trocha, der auf langen Ritten im Wechsel mit dem Tölt geritten wurde, um dem Reiter durch die verschiedenen Gangarten ein wenig Erholung im Sattel zu gönnen.

Auch für die Pferde ist der Trocha weniger anstrengend als der taktklare Tölt und wird von ihnen auf langen Strecken oder in sehr unwegsamem Gelände bevorzugt.

Junge Paso Finos zeigen zu Anfang ihrer Ausbildung unter dem Sattel oft Trocha, ehe sie mit vermehrter Kondition und Gymnastizierung sowie einem besseren Gleichgewicht zu einem taktklarem Tölt finden. Viele Paso Finos sind in der Lage, einen entspannten Trocha zu zeigen, ein echter Trochador hingegen wird niemals tölten.

Trocha-Pferde werden im Gegensatz zu früher, wo man nicht so viele Unterschiede machte, sehr gerne auf Turnieren und Schauveranstaltungen in Kolumbien gezeigt, um dem Publikum die Bandbreite und Vielseitigkeit der kolumbianischen Pferde zu demonstrieren.

Der Trocha hat schon immer eine bedeutende Rolle in der Entwicklung der kolumbianischen Pferde gespielt. Zunächst wurden keine großen Unterschiede zwischen den beiden Gangarten Trocha und Tölt gemacht, da die Pferde als Arbeitspferde genutzt wurden oder zum Vergnügen der Grundbesitzer und anderer Leuten da waren, die das Privileg hatten, ein Pferd mit Brio und weichen Gängen zu besitzen, ganz gleich, ob das Pferd nun ein Tölter oder ein Trochador y Galopero war.


Trote y Galope


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Kansu del Gavilan
Die ländlichen Pferdschauen in Kolumbien, Vorläufer der heutigen großen Shows, waren populär und stets gut besucht; alle Bauern der Gegend kamen dort zusammen, um Vieh, Pferde oder Mulis, ohne die die tägliche Arbeit nicht bewältigt werden konnte, zu kaufen oder zu verkaufen.

Auf diesen Schauen und Ausstellungen gab es keine Ställe oder Reitplätze. Alles spielte sich auf dem zentralen Marktplatz ab und jeder kam dorthin. Die Richter wurden vom Bürgermeister des Ortes und den Veranstaltern benannt.

Als Richter fungierten namhafte Grundbesitzer aus der Gegend, die sich in der Pferdezucht auskannten. Die Richtkritierien waren eher subjektiv und basierten auf den Kenntnissen, der Erfahrung und den Vorstellungen darüber, wie ein gutes Pferd sein sollte.

Es wurde jeweils der "beste Hengst" und die "beste Stute" gekürt, ganz gleich ob das Pferd Tölt oder Trocha ging. In den großen Städten wurden die Schauveranstaltungen später dann in großem Stil organisiert.

Heutzutage werden Schauveranstaltungen in Kolumbien unter der Oberhoheit des Zentralverbandes "Fedequinas" abgehalten, in dem wiederum die zahlreichen Regionalverbände organisiert sind.

Die Klassen werden entsprechend dem Typ der Pferde in Fino, Trocha, Trocha y Galope und Trote y Galope ausgeschrieben und nach Geschlecht sowie Alter unterteilt. Pferde, die auf allen wichtigen Turnieren in ihrer Klasse gesiegt haben, werden als "Fuera de Concurso" bezeichnet, was soviel wie "ausgesiegt" bedeutet. Sie dürfen nur noch außer Konkurrenz starten.

Ein guter Trochador ist fast genauso weich zu sitzen wie ein Paso Fino, strahlt durch seine spezielle Art der Fortbewegung jedoch eine ganz eigene Faszination aus. Trochadores zeigen wesentlich mehr Aktion als Paso Finos und der Rhythmus, der beim Überreiten des Fino Strip zu hören ist, geht sofort ins Blut.

Der Trote ist ein reiner Zweitakt ohne Schwebephase. Dabei springen die Pferde von einem diagonalen Beinpaar auf das andere. Galope ist ein taktklarer und gut durchgesprungener Galopp mit viel Aufrichtung.

Die Pferde werden entsprechend ihrem Naturell im Trote und Galope genauso wie im Trocha in relativ hoher Versammlung geritten. Pferde im taktklaren Trote sind aufgrund des fehlenden Wurfes im Trab sehr weich zu sitzen und bieten sich vor allem für dressurmäßiges Reiten geradezu an. Sie erinnern im Typ und in ihrer Art der Bewegung ein wenig an die mittelalterlichen Pferde auf alten Kupferstichen, wie sie z.B. bei de la Gueriniére zu sehen sind.


Der elegante Vielseitige


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Kansu del Gavilan als Fohlen
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Benticion de la Suiza
In den USA und Europa spielen Trochadores genauso wie Trotones Galoperos neben den Paso Finos bisher eine sehr untergeordnete Rolle. Es gibt nur sehr wenige Pferde dieser Art, aber ihre Anzahl wird in der nächsten Zeit sicherlich steigen, da diese Pferde neben den bequemen Gängen eine ganz eigene Faszination ausstrahlen und neben ihrer Vielseitigkeit jede Menge Talent für die klassische Dressur und Barockreiterei mitbringen.

Wer ein kleineres, elegantes, temperamentvolles und feinfühliges Pferd im iberischen Typ mit extrem bequemen Gängen sucht, ist hier genau an der richtigen Stelle. Ob im Classic Fino oder im rasanten Paso Largo, ein Paso Fino ist immer ein Erlebnis für Reiter und Zuschauer gleichermaßen. Der Paso Fino demonstriert seine unglaubliche Bandbreite nicht nur im Showring oder auf dem Turnierplatz, sondern auch auf Wander-, Gelände- oder Distanzritten, in verschiedenen Westerndisziplinen, bei Reiterspielen sowie tagtäglich als unübertroffen gehfreudiges, trittsicheres, nervenstarkes, handliches und extrem leichtrittiges Freizeitpferd.

Nicht nur in den USA werden Paso Finos wegen ihrer extrem weichen Gänge immer beliebter als Pferde für Reiter mit Rückenproblemen oder Bandscheibenschäden und für therapeutisches Reiten.

Die Unterschiede in Temperament und Begabung sind innerhalb der Rasse weit gefächert. Wer wie die Südamerikaner Spaß an heißen Pferden hat, wird sein Pferd genauso finden wie der Freizeitreiter, der einen zuverlässigen Kameraden für den Gruppenausritt sucht.

Mit diesen Gang- und Charaktermerkmalen ist der Paso Fino der Freizeitkamerad schlechthin, da er gleichermaßen dem sportlich ambitionierten wie dem erholungssuchenden Reiter ein weites Einsatzfeld bietet.

Paso Finos sind problemlos robust zu halten. Selbst aus den wärmeren Gegenden der USA importierte Pferde akklimatisieren sich erstaunlich schnell und sind auch während des Winterhalbjahres bei entsprechender Fütterung gut im Offenstall zu halten.

Wichtig sind wie bei den meisten Südpferden ein geschützter trockener und zugfreier Unterstand und eine dementsprechend angepasste Fütterung. Jedoch sind Paso Finos in der Regel recht leichtfuttrig. Eiweißüberschüsse und zu schnelles Anweiden im Frühling sollten auf jeden Fall vermieden werden.



Turniersport mit Paso Finos


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Halago Sin Par
Wer mit seinem Paso Fino neben anderen Aktivitäten auch sportliche Ambitionen hegt, findet ein recht weit gefächertes Betätigungsfeld, auch wenn die Anreisewege oftmals noch recht lang sind und nicht selten durch halb Deutschland führen. Die » Paso Fino Vereinigung Europa e.V., zuständig für alle Belange rund um Paso Finos in Europa, bietet jährlich mindestens ein rassespezifisches Turnier an, darüber hinaus werden von der » IGV (Internationale Gangpferde Vereinigung) auch Gangpferdeturniere mit speziellen Rasseprüfungen ausgeschrieben.

Typische Prüfungen für Paso Finos sind Pleasure, Performance und Classic Fino. In der Pleasure-Prüfung und auch in der Performance-Prüfung zeigen die Pferde Schritt, Paso Corto und Paso Largo.

Das Pleasure-Pferd soll, wie der Name schon sagt (pleasure = engl. Vergnügen), ein leicht zu händelndes und zu reitendes Pferd mit äußerst bequemen Gängen sein, die in leichter Versammlung und natürlicher Aufrichtung geritten werden.

Besonderen Wert legt man auf die tadellosen Manieren dieser Pferde, die zum Großteil in die Wertung einfließen. Im Gegensatz dazu soll das Performance-Pferd vor Aktion und Temperament nur so sprühen, es soll akzentuierte Gänge mit viel Quickness und Hock Action zeigen, sich versammelter bewegen und mit viel Aufrichtung präsentieren.

In der Classic Fino-Prüfung wird nur die Gangart Classic Fino gezeigt, dazu werden Stopps und enge Wendungen (die sogenannte Figure Eight - eine Acht im versammelten Tölt geritten) verlangt. Jede dieser Prüfungen verlangt zusätzlich das Überreiten des Fino Strip, um die Taktreinheit des Ganges zu bewerten.

Vor allem für Zuchtpferde eine wichtige Prüfung ist die Bellas Formas, die "Conformation Class". Hierbei werden vor allem das korrekte Gebäude und der taktklare, natürliche Gang des Paso Fino bewertet. Die Pferde werden von zwei Vorführern an langen Leinen im Tölt vorgestellt.

Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl von Prüfungen, angefangen von verschiedenen Dressurprüfungen, die von der einfachen Dressurprüfung A mit Bahnfiguren im Tölt geritten bis hin zur schweren Dressurkür, die auch Seitengänge im Tölt beinhaltet, reichen.

Für Paso Finos mit vielseitiger Gangveranlagung gibt es Drei- und Viergang, Versatility, Western Pleasure oder auch Trailprüfungen in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden.

Wer erst in das Turniergeschehen hineinschnuppern möchte, kann das in speziell ausgeschriebenen Einsteiger-Prüfungen tun und auch für junge Paso Fino-Reiter gibt es eigene Prüfungen sowie Turnierklassen mit getrennter Wertung.


Europameisterschaften


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Apassionata del Sastre
Das sportliche Highlight dieses Jahres sind die ersten offenen Europameisterschaften der Paso Finos, Missouri Foxtrotter und Paso Peruanos vom 21. bis zum 25. Juli 2004.

Als Veranstaltungsort ist das Ostbayrische Pferdesport- und Turnierzentrum in D-92286 Rieden/ Kreuth, die grösste Reitsportanlage Europas, ausgewählt worden. Auf Gut Matheshof finden regelmässig grosse Turniere verschiedener Rassen der gesamten Reitsportszene statt und es ist sowohl für die Pferde als auch für Reiter und Zuschauer ein perfektes Ambiente vorhanden.

Jede der teilnehmenden Rassen wird individuell nach dem jeweiligen Regelbuch von erfahrenen Richtern aus den Ursprungsländern gewertet. Für gangpferdeinteressierte Pferdesportfreunde und Zuschauer bietet sich hier eine der seltenen Gelegenheiten, zahlreiche Vertreter dreier Gangpferderassen live zu sehen und fünf Tage lang einen Hauch von amerikanischem Showflair zu erleben.

Bei dieser Veranstaltung werden über 200 Pferde aus ganz Europa teilnehmen und es zeigt sich an allen Tagen ein internationales Starterfeld in über 100 verschiedenen Prüfungen (Einsteiger-, Zucht-, Gang-, Western- und Fahrklassen).

Del Sastre Paso Finos
Cornelia Schneider
Schwartenbergweg 7
09548 Kurort Seiffen
Fon (037362) 8372 Fax 8373




Quellen


  1. » Del Sastre Paso Finos
  2. » Paso Fino Vereinigung Europa e.V.
  3. » IGV, Internationale Gangpferde Vereinigung



Fotos

©   Cornelia Schneider
Petra Gneipel



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Der Herausgeber ist nicht verantwortlich für Leserbeiträge und die Inhalte externer Internetseiten.
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  Ann Kathrin Linsenhoff

 
 
 

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©1999-2004 · ISSN 1437-4528 · Statistik:  Übersicht
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