2717 aktuelle Anzeigen · 1527 » Pferdeangebote · 1190 » Kleinanzeigen · · kostenlos inserieren · Anzeige » aufgeben · Pferd » anbieten

  Haslinger: Kunstmalerin & Bildhauerin Gabriele Haslinger
Bilder und Bronzeskulpturen

Pfeeeeeeeeeeerde-Anzeigen 


wöchentlich · seriös · kostenlos
seit Jan. 1999 · 7. Jahrgang ·  302. Ausgabe

Neu:  FN-aktuell vom 14.01.05
FN-aktuell  Vielseitigkeit
Sponsorenmappe fertiggestellt
 geändert seit 15.01. 09:10 » ElPotro

aktuell  Ringreiten - Folklore mit Pferden
423 Pferde seit » letzter Woche
94 seit » gestern

   

87.173 Seiten  am 14.November
 Pferdemagazin  · » Pferdemarkt · » Anzeigenmarkt · » Pferdemesse
 Neu  - Jetzt mit » Pferde-Suchabo

 Anmeldung ·  Heute neu ·  Merkzettel ·  Menü ·  Presseinfos ·  Termine ·  TV-Tips ·  Hilfe

140  Pferdeanzeigen zum Schnäppchenpreis - z.B.  Esel fritz, Hengst, 2 Jahre, 850 EUR
 70  Umfangreiche Messeseiten - z.B.  Farisha - Vollblutarabergestüt Farisha Arabians: Araber für Zucht, Schau, Sport und Freizeit.
30 Kleinanzeigen in  Rubrik Unterricht, z.B.  Dressurlehrgang am 12.-13.02.2005 in Fuhrberg [...] ...(Angebot)
Pfeeeeeeeeeeerde-Anzeigen 
Pfeeeeeeeeeeerde-Anzeigen 
Pfeeeeeeeeeeerde-Anzeigen 
 Pferdemagazin
» Anzeigenmarkt
 Heute neu
 Pferdemarkt
» Pferdemesse
 Magazinbeiträge
 Archiv
 Berichte
 Editorials
 Kunstgalerie
 Rasseportraits
 Rezensionen
 Tips
 Titelgalerie
 Bildmaterial
 Bildschirmschoner
 Cartoons
 Postkarten
 Poster
 Puzzles
 Informationen
 FN-aktuell
 Leserbriefe
 Links
 Presseinfos
 Terminliste
 Terminkalender
 Zitate
 Besucheraktionen
 Anzeige schalten
 Pferd anbieten
 Presseinfo
 Termin eingeben
 Merkzettel
 Hilfe + Antworten
 Einführung
 Häufige Fragen
 Übersicht
 Geschäftliches
 Autorenhinweise
 Impressum
 Kontaktformular
 Mediadaten
  Pferdemesse: Kennen Sie schon?
Umfangreiche Informationen:  Abée-Shop
...der online - Einkaufsspaß für (Island - )Pferdefreunde.

Pfeeeeeeeeeeerde-Anzeigen 

PferdeTopList


 
Bericht Westernturnier · Gesamttext
Hauptartikel Ausgabe 222.03 der Pferdezeitung vom 29.06.03
Inhaltsmenü Berichte  Der Charme des ...  Sliding Stops  Methoden  Barrel Race
 Zuschauer  Westernpferderassen  Zukunft  Leserresonanz
 Gesamttext 
  Druckversion        


alt=
Vollbremsung mit Handbremse

    Der Charme des Westernreitens   
    Spektakuläre Aktionen und knifflige Aufgaben   
von  Werner Stürenburg



Der hintere Teil der Halle war abgeteilt, um einen zusätzlichen Bereich zum Aufwärmen zu gewinnen. Dort sammelten sich auch die Teilnehmer, die als nächste an der Reihe waren.

Ich hatte Glück: anschließend an die Siegerehrung durften alle Reiter für eine Weile zum Aufwärmen in den restlichen Teil der Halle. Dort war natürlich mehr Platz und ich bekam etwas geboten.

Eine junge Person fiel mir auf, die unentwegt mit großer Routine die Übungen aus dem Reining abspulte: Spins rechts herum und links herum, Galopps auf dem Zirkel in beiden Richtungen, Sliding Stops, Rückwärtsrichten.

Ich staunte: Ein Jugendlicher männlichen Geschlechts, schätzungsweise 14 Jahre alt, absolut cool - den wollte ich doch gerne im Wettbewerb sehen. Später bemerkte ich dann, daß es sich doch um ein Mädchen handelte, und meine Enttäuschung war groß, als ich feststellte, daß ich es nicht im Wettbewerb erleben konnte.

Natürlich: die Teilnehmer sind in Klassen eingeteilt, und ich war bei den Jugendlichen nicht dabei. Vermutlich hat es an einem Wettbewerb teilgenommen, den ich verpaßt habe. Ich hatte allerdings den Eindruck, daß eine ganze Reihe von Leuten dabei sind, die nicht am Wettbewerb teilnehmen, weil sie nicht entsprechend gekleidet waren.

So mußte ich nachfragen: Christel Diekwisch hat mich aufgeklärt. Die Teilnehmer müssen schon korrekt angezogen sein, Bluse, Westernstiefel, aber die meisten ziehen sich erst kurz vor dem Wettbewerb um. Ich habe aber den Sinn der Aktion richtig erfaßt: sowohl Pferd und als auch Reiter sollen sich an die Turnieratmosphäre in der großen Halle gewöhnen.

Am Montag, im Trail-Wettbewerb, konnte man die Folgen des Turnier-Stresses erleben: Mehrere Pferde verweigerten die Brücke, eines das Gatter. Nun haben die Teilnehmerinnen zuhause bestimmt die Brücke ausreichend geübt.

Daß es im Turnier nicht wie gewünscht klappte, liegt mit Sicherheit an der ungewohnten Atmosphäre. Der Trail konnte zwischendurch nicht geübt werden, denn in der Aufwärmphase ging alles durcheinander, der Streß für die Pferde und die Reiter war hier sicherlich am größten.



Sliding Stops

 Home ·  Anfang ·  Menü ·   Druckversion ·   Drucken ·   Weiterempfehlen·   als Startseite

 Pferdemagazin  · » Pferdemarkt · » Anzeigenmarkt · » Pferdemesse


alt=
Mit Volldampf ...
alt=
... vor die Wand
alt=
Und noch einmal und noch einmal
Neben dem routinierten Mädchen fielen mir zwei Männer und eine Frau auf, die mit sehr großem Druck ihre Pferde durch die Bahn hetzten. Ich habe mich selbstverständlich auf das Fotografieren konzentriert. Mit meiner neuen Digitalkamera übe ich jetzt schon ein halbes Jahr lang; dieses Turnier gab mir wieder gute Gelegenheiten, neue Erfahrungen zu machen.

Meine analoge Kamera wäre hier teilweise überlegen, teilweise unterlegen gewesen. Das habe ich aber erst im Laufe der Zeit herausgefunden. Zunächst war ich enttäuscht: durch die mangelnde Möglichkeit, manuelle Einstellungen vornehmen zu können, fühlte ich mich stark behindert. Die Pferde bewegen sich so schnell, die Entfernungen ändern sich ständig; es schien unmöglich, scharfe Fotos machen zu können.

Wenn mir dann mal ein anständiges Foto gelungen ist, schien es mehr Glückssache gewesen zu sein. So zum Beispiel das sensationelle Foto der Frau, die mit vollem Galopp vor die Wand rast: da wird einem beim Betrachten schon fast schlecht. Dieses Foto und andere Szenen gaben mir denn doch zu denken; mit welchen Methoden bringt man die Pferde dazu, sich so zu verhalten?

Wer so etwas machen will, braucht schon eine gehörige Portion Mut und Vertrauen, das leuchtet ein, und zwar sowohl von Seiten des Pferdes als auch von Seiten des Reiters; ich weiß nicht, ob ich mir das zutrauen würde.

Aber abgesehen davon: Ist diese Methode nicht ein bißchen brutal? Wer gewinnen will, muß vielleicht so vorgehen. Wenn meine Beobachtungen mich nicht trügen, arbeiteten die wenigen Männer ausnahmslos mit mehr oder minder großem Druck.

Die Frauen, die im allgemeinen beim Reining nicht richtig überzeugen konnten, schienen es an genau diesem Druck fehlen zu lassen; und diejenige Frau, die mit voller Wucht gegen die Wand bretterte, gewann den Wettbewerb und bewies damit, daß der Erfolg in dieser Disziplin nicht vom Geschlecht abhängt. Zeigt dieser Sieg zugleich, daß der Erfolg doch vom Druck abhängt?

Unter den Männern fiel mir besonders einer auf, weil er ständig zwischen höchster Geschwindigkeit und Vollbremsung wechselte. Das arme Pferd, dachte ich mir. Warum kauft der Mensch sich nicht ein Motorrad? Aber wenn ich mir das vorstelle: Das würde man vermutlich noch nicht einmal mit einem Motorrad so machen, des hohen Verschleißes wegen.

Doch was verstehe ich schon von Motorrädern und von Motorradfahrern? Da geht es doch auch darum, durch extreme Bewegungen Freude am eigenen Körpergefühl zu haben.

Die einen jagen durch das Gelände und fliegen durch die Luft, die anderen legen sich extrem in die Kurve, beschleunigen und bremsen stark (wenn es die Verkehrssituation zuläßt), und wieder andere gondeln gemütlich durch die Gegend und suchen sich kurvenreiche Straßen: die Autobahn ist nur gefragt, wenn man schnell dahin kommen will, wo man eigentlich fahren möchte.

Vielleicht macht es den Pferden ja doch Spaß, gewaltig anzutreten und dann plötzlich zu stoppen - wer weiß? In Springwettbewerben vollbringen Pferde ebenfalls Spitzenleistungen, die man ihnen nicht ohne weiteres zutrauen würde. Kann man daraus schließen, daß die Pferde freiwillig nicht springen würden?

Den Berichten über die Senner entnehme ich, daß diese in der freien Wildbahn zuweilen über erstaunlich hohe Hindernisse gesprungen sind, wenn das Futter auf der anderen Seite verlockend war. Wer sagt, daß sie nicht auch Spaß daran hatten?

Im übrigen kann man allem Anschein nach nicht gewinnen, wenn die Pferde nicht mitspielen und ebenfalls gewinnen wollen. Allein mit Druck ist ein Sieg wohl nicht zu haben.



Methoden

 Home ·  Anfang ·  Menü ·   Druckversion ·   Drucken ·   Weiterempfehlen·   als Startseite


alt=
Sliding Stop am losen Zügel...
alt=
... oder doch nicht?
alt=
Aaahhhh...
Trotz alledem: Wenn ich an die Szenen zurückdenke, will mir daran etwas nicht gefallen. Ich sehe ein, daß Wettbewerb gut ist, und deshalb muß man die verschiedenen Disziplinen üben, das ist klar.

Wir Menschen leiden bei Prüfungen ebenfalls unter Prüfungsstreß; allgemein gilt es als nicht vorteilhaft, kurz vor der Prüfung noch einmal voll aufzudrehen. Im Gegenteil: Vor der Prüfung soll man abschalten. Wer es bis dahin nicht gelernt hat, wird es so kurz vorher auch nicht mehr lernen, er macht sich eher verrückt und weiß dann weniger statt mehr.

Das gilt besonders für sportliche Disziplinen. Man macht Auflockerungsübungen, man spannt sich kurzzeitig an, aber ein 100-Meter-Läufer wird nicht dreimal die 100 Meter laufen, bevor er den Wettbewerb beginnt. Insofern wundert es mich nicht, daß dieser Mann den ersten Preis nicht bekommen hat - vermutlich hatte er die falsche Einstellung.

Das Geschehen erinnerte mich ein bißchen an die Geschichten eines bekannten Trainers, der als Turnierteilnehmer berüchtigt war (ich höre es immer wieder von den verschiedensten Seiten), weil er sein Pferd vorher so gnadenlos quälte. Quälerei will ich das, was ich in Löhne beobachtet habe, nicht gerade nennen, aber schön war es für mich nicht.

Das Verhaltensmuster Sliding Stop gehört wahrscheinlich nicht zum Imponierverhalten oder zur Überlebensstrategie, es ist vermutlich erlerntes Verhalten. Höchste Geschwindigkeit deutet auf Flucht hin, auf Gefahr. Vollbremsung riecht nach noch mehr Gefahr. Aber halt: Bin ich da noch auf der richtigen Fährte?

Die englische Reitweise hat keine entsprechenden Übungen, was sicherlich daran liegt, daß in der Gebrauchsreiterei und der militärischen Reitweise dieses Verhalten nicht gebraucht wurde.

Die Cowboys hingegen haben Rinder gehütet, getrieben und gestellt. Im Cutting sieht man sehr schön, daß die Pferde ganz alleine arbeiten und der Mensch sich lediglich im Sattel festhält und aufpaßt, daß er nicht herunterfällt.

Aber da stellt sich schon wieder eine neue Frage: Wie kommt es, daß Pferde "Cow-Sense" haben? Zum Überleben haben die das sicherlich nicht gebraucht: Rinder sind auf dem Speiseplan der Pferde nicht zu finden.

Wie dem auch sei: Ich habe meine Augen aufgemacht und Fotos geschossen, und was ich gesehen habe, hat mir ganz spontan und intuitiv nicht immer gut gefallen.

Später habe ich dann in aller Ruhe die Fotos betrachten können und festgestellt, daß die Zügel im Regelfall betont locker gehalten wurden, geradezu demonstrativ, aber beim Sliding Stop in den meisten Fällen extrem angezogen wurden.

Bei einem Foto sieht es so aus, als ob das Pferd am losen Zügel stoppt, aber es kann sein, daß der Reiter in diesem Moment bereits wieder losgelassen hat, denn auf einem anderen Foto zieht dieser Reiter die Zügel genauso hart an wie die anderen.

Der Sliding Stop ist natürlich spektakulär und wird höchstens übertroffen vom Cutting, was auf dieser Veranstaltung nicht angeboten wurde. Alle anderen Darbietungen sind für mein Gefühl eher harmlos und für mich unproblematisch. Sensationen muß eine Veranstaltung jedoch haben, denn das Publikum will sich begeistern (und die Fotografen wollen ebenfalls etwas Spektakuläres fotografieren können).

Es läßt die Frage mich nicht los: Wie bekommt der Reiter es hin, daß das Pferd einen Sliding Stop hinlegt? Ein scharfer Galopp aus dem Stand ist vielleicht noch nicht einmal so ungewöhnlich, denn die Pferde sind ja Lauftiere. Das Laufen macht ihnen durchaus Spaß, auch mal ein schneller Sprint. Wie aber bekommt man sie dazu, daß sie so spektakulär stoppen?

Ich hatte aus der Literatur entnommen, daß ein perfekter Sliding Stop ohne Zügelhilfe geritten wird. Jedenfalls dann, wenn das Pferd die Übung beherrscht. Was passiert, bis es soweit ist?

Da erinnerte ich mich, daß ich seit langer Zeit ein Buch im Regal liegen habe, das ich bisher noch nicht besprochen habe, weil es schon sieben Jahre alt ist; ich war mir gar nicht sicher, daß das Buch noch zu haben ist.

Es ist noch zu haben und es ist offenbar immer noch ein Standardwerk. Ich habe nachgelesen und bin jetzt im Bilde. Was ich darin fand, war so interessant, daß ich einen weiteren Artikel schreiben möchte, um darin ein bißchen in die Tiefe zu gehen. Damit Sie sich nicht überfüttert fühlen, werde ich in der nächsten Woche ein anderes Thema dazwischenschalten.



Barrel Race

 Home ·  Anfang ·  Menü ·   Druckversion ·   Drucken ·   Weiterempfehlen·   als Startseite


alt=
Erste und dritte Tonne
alt=
Zweite Tonne
alt=
Endspurt
Das Leistungsgefälle war in allen Prüfungen ziemlich groß. In Bezug auf den Sliding Stop konnte ich feststellen, daß dieser nicht allen Teilnehmern am Wettbewerb gelang. Manche Pferde wollten einfach nicht rutschen. Damit das Pferde rutschen kann, muß es extrem weit untertreten und das Gewicht auf die Hinterhand verlagern. Einige Pferde konnten das nicht und haben deshalb eher gehoppelt.

Eine Methode, das Pferd zur plötzlichen Vollbremsung zu bringen, besteht anscheinend darin, es mit Volldampf gegen die Wand zu reiten und dann kurz vorher den Druck wegzunehmen, so daß das Pferd seinen natürlichen Instinkten folgen kann. Das kann man natürlich im Wettbewerb nicht machen.

Nach meine Beobachtungen haben alle Reiter die Zügelbremse angezogen, und da die Gebisse ziemlich lange Anzüge haben und einen entsprechenden Hebel im Maul, haben die Pferde ihre Mäuler dementsprechend dramatisch aufgerissen.

Bis ich das auch im Foto dokumentieren konnte, verging einige Zeit, und die Bilder sind noch bei weitem nicht so, wie ich sie mir eigentlich vorstelle - da muß ich also noch mehr üben. Es hat ziemlich lange gedauert, bis bei mir der Groschen gefallen ist, aber dann habe ich gesehen, daß meine neue Kamera doch mehr kann als die alte.

Ich bin nämlich endlich darauf gekommen, daß ich auch Serienaufnahmen machen kann. Damit mußte ich nun nicht den richtigen Moment abpassen, sondern konnte einfach draufhalten. Wenn dann noch die Schärfe stimmte, war ich einigermaßen zufrieden.

Die erste Disziplin, die ich beobachtete, war Pleasure. Da gab es nun viel zu schauen. Es waren ausschließlich Paints am Start, eines schöner als das andere (kein Wunder: eine Prüfung der » APHA). Die Reiterinnen waren natürlich ebenso sorgfältig zurechtgemacht wie die Pferde, und alle waren mit großem Ernst bei der Sache. Freude oder auch nur Spaß gehörte nicht dazu.

Trotzdem versuchte ich herauszufinden, warum die Turnierteilnehmer dabei sind. Ich stellte mir vor, welchen Stellenwert das Pferd, das Reiten, die Westernreitweise, das Kostüm im Leben dieser Personen einnehmen, wie ihr Alltagsleben aussieht, mit wem sie sonst zu tun haben, auf der Arbeit, in der Nachbarschaft, und ich glaubte gut verstehen zu können, daß der Aufwand und die Mühe allemal gerechtfertigt sind, daß das Leben durch dieses Engagement wesentlich intensiver, bunter, würziger wird.

Die Übungen selbst schienen mir recht einfach zu sein, es lohnte sich nicht, die Teilnehmerinnen einzeln vorreiten zu lassen: Alle Reiterinnen ritten auf einmal, nicht unbedingt in Formation, und die Richter brachten es fertig, in diesem Durcheinander zu einem vertretbaren Urteil zu kommen.

Es folgte ein Barrel Race, aber man hatte keine Barrels - so griff man kurzerhand zu den Löhner Mülltonnen, die heute auch keine Tonnen mehr sind, sondern fahrbare Deckelbehältnisse. Die gibt es in Löhne in drei verschiedenen Farben, schwarz für den Restmüll, braun für den Biomüll und grün für das duale System und für Papier (Löhne war einer der Vorreiter für die Mülltrennung).

Drei grüne Tonnen, mehr wurden nicht aufgestellt, und auch nicht in einer Linie, wie ich erwartet hatte, da ich mit einem Slalom rechnete, sondern als ein möglichst großes Dreieck. Leider hatten sich zu dieser Übung nur ein einziger Teilnehmer gemeldet, aber der war wenigstens erschienen. Auch das schien mir symptomatisch zu sein: Regelmäßig fehlten einige Teilnehmer, teilweise fast die Hälfte.

Das ist nicht verwunderlich, denn zwischen Anmeldung und Turnier kann allerhand passieren, Reiter und/oder Pferd können indisponiert sein, es kann etwas dazwischen kommen, was auch immer. Umgekehrt ist es auch möglich, kurzfristig nachzunennen, so daß die gedruckten Teilnehmerlisten nicht immer den tatsächlichen Gegebenheiten entsprechen.

Erfreulicherweise sprangen spontan zwei Damen ein, so daß doch noch so etwas wie ein Rennen stattfinden konnte. Hatte ich beim Pleasure noch gemütlich fotografieren können, war hier wirklich Action angesagt. Ich war schockiert, wie unflexibel, geradezu behindert ich mit der Automatik der Digitalkamera bin: es war so gut wie unmöglich, scharfe Fotos zu bekommen.

Das Rennen selbst war einfach genug. Solche "Tonnen" kann man überall auftreiben, und möglichst schnell um diese Tonnen herumzureiten kann man jederzeit üben.

Diese Übung war reiner Spaß, für die Zuschauer und für die Teilnehmer, und es hat mich gewundert, daß so wenige Teilnehmer sich dafür gemeldet haben. Sollte das Turniergeschehen etwa eine ausschließlich ernste Angelegenheit sein, bei der Spaß nichts zu suchen hat?



Zuschauer

 Home ·  Anfang ·  Menü ·   Druckversion ·   Drucken ·   Weiterempfehlen·   als Startseite


alt=
Zuschauer
alt=
Haflinger
Gemessen an der doch enorm hohen Zahl an Nennungen schien mir die Anzahl an Zuschauern relativ gering, und ich hatte den Eindruck, sie sei im wesentlichen aus Angehörigen zusammengesetzt, die ihre Lieben zum Turnier begleiten.

Doch weit gefehlt! Wen immer ich auch fragte, niemand hatte jemanden begleitet. Eine Familie zum Beispiel war da, weil die beiden Töchter gerne reiten. Für ein eigenes Pferd langt es nicht und die Reitstunden sind recht teuer.

Außerdem war die ältere einmal auf einen Pferdehof geschickt worden. Sie hatte hohe Erwartungen, weil man ihr versprochen hatte, daß sie viel Kontakt mit Pferden haben würde. Das war aber nicht der Fall, und deshalb war die Enttäuschung groß. Die ungestillte Sehnsucht nach Pferden wurde also durch einen Besuch beim Pfingstturnier etwas gelindert.

Einen Mann im pensionsreifen Alter erkannte ich anhand seines extremen Äußeren gleich als alten Biker. Sollte dieser Mann etwas mit Pferden zu tun haben? Durchaus, er hatte Pferde gehabt, Warmblüter, Westfalen, und die Frau neben ihm, seine Tochter, war es jetzt leid, Englisch zu reiten. Sie träumte von einem Westernpferd, aber die, so hatte sich herausgestellt, waren zu teuer.

So hatten sie sich nach preiswerteren Alternativen umgeschaut und waren auf Haflinger gekommen. Sie hatten zwar noch keinen im Auge, aber daß es ein Haflinger sein sollte, war schon ausgemacht. Die Haflinger gelten ja als ausgesprochen begabt für das Westernreiten. Natürlich, die Tochter würde auch Turniere reiten wollen.

Soweit ich mich erinnern kann, habe ich nur einen einzigen Haflinger gesehen, einen einzigen Araber, einen Dülmener (es wird mehr Pferde anderer Rassen gegeben haben, ich war ja nur kurzzeitig da); der Rest waren Paints und Quarter Horses, auch einige Appaloosas, eines schöner als das andere und vermutlich auch ziemlich teuer. Dagegen ist ja nichts einzuwenden, wenn man die Ausgaben rechtfertigen kann. Aber es entsteht natürlich auch der Eindruck, als könne man nur mit einem entsprechenden Pferd Westernreiten.

Das ist nicht so, wie ja schon die Ausnahmen beweisen; trotzdem wird sich an der Situation nicht viel ändern, denn wer an einem Turnier teilnimmt, möchte im Prinzip gewinnen, und das kann man vermutlich mit den speziell dafür gezüchteten Rassen am leichtesten. Und wer sich zünftig ausstaffiert, möchte natürlich auch ein passendes Pferd zum Sattel und Hut.

Sogar das andere Lager schaute über die Bande: Zwei junge Mädchen gehörten zum Reitverein, und dort wird selbstverständlich ausschließlich Englisch geritten, die Westernreiter haben da keine Heimat, wenn sie nicht ausnahmsweise zahlende Gäste sind, wie jetzt beim Pfingstturnier.

Die beiden konnten sich für das Westernreiten überhaupt nicht begeistern, obwohl sie ziemlich lange ausharrten. Das fand ich merkwürdig, denn die Vorführungen hatten doch durchaus ihren Reiz. Nein, das Springen fanden sie viel interessanter: Man merkt doch sofort, wenn einer einen Fehler gemacht hat.

Das erinnerte mich an die Klagen des Grooms eines unserer Weltklasse-Vierspännerfahrer, denn der blies in dasselbe Horn: Die Leute fänden das Fahren so langweilig, sie würden, ähnlich wie bei der Dressur, keine Unterschiede sehen, es sei nicht spektakulär genug; beim Springen würde jeder Idiot verstehen, worum es geht, ähnlich wie beim Fußball: "Tooor!!!" Allenfalls das Hindernisfahren sei noch akzeptabel für die Leute, denn wenn ein Ball vom Hütchen fiele, sei das ein eindeutiges und unmißverständliches Zeichen.



Westernpferderassen

 Home ·  Anfang ·  Menü ·   Druckversion ·   Drucken ·   Weiterempfehlen·   als Startseite


Im Veranstaltungsheft werden auch die Westernpferderassen beschrieben. Im Grunde wird dort bestätigt, was ich oben vermutet hatte: Wer gewinnen will, investiert am besten in die richtige Rasse.

alt=
Dülmener im Trail
alt=
Araber im Trail
Die Westernpferderassen

Das Entscheidende beim Westernreiten: Da es ein eigener Reitstil ist, kann Westernreiten grundsätzlich jedem Pferd beigebracht werden, egal welche Rasse oder auch ohne Rassen-Papier. Knabstrupper, Haflinger, Fjords, Norweger, Araber sowie andere Rassen bis hin zum Pony bringen hervorragende Leistungen in der Arena und im Gelände. Ein Western-Horse muß intelligent, sensibel und lernbereit sein, denn die Ausbildung stellt hohe Anforderungen an das Pferd. Es soll vielseitig und sicher im Gelände sein, nervenstark und volles Vertrauen zum Reiter haben. Durch jahrzehntelanges Züchten entwickelten sich drei spezielle Westernpferderassen, die von ihrer genetische Veranlagung bereits bestmöglich den Ansprüchen der Westernreiter gerecht werden: - Quarter Horse - Paint Horse - Appaloosa

Quarter Horse
Das Quarter Horse ist heute mit knapp 4 Millionen registrierten Pferden die größte Pferderasse der Welt. In Deutschland leben derzeit rund 17.000 eingetragene Quarter Horses. Sein Name leitet sich von "a quarter mile race" - ein Kurzstreckenrennen über ca. 400 Meter - ab, das sich bereits in den Pioniertagen der Vereinigten Staaten höchster Beliebtheit erfreute und bei dem besonders die antrittsstarken Quarter Horses dominierten. Von den zarten Anfängen in den siebziger Jahren bis heute hat die Deutsche Quarter Horse Association (DQHA) einen weiten Weg zurückgelegt. Während ein in Deutschland geborenes American Quarter Horse vor 20 Jahren noch eine Ausnahme war und die Importe die Showszene beherrschten, findet der interessierte Käufer heute Pferde aus allen Blutlinien und für alle Disziplinen der Reiterei bei den Züchtern. Mit ca. 2.700 Zuchtstuten und 111 im Hengstbuch I registrierten Hengsten verfügen die Züchter überausreichend Zucht-Material, um Pferde für alle Ansprüche und Verwendungen anbieten zu können. » Deutsche Quarter Horse Association

Paint Horse
American Paint Horses stellen eigentlich keine eigene Rasse dar, sondern sind rassemäßig von den Quarter Horses nicht zu trennen. Paint Horses sind in Herkunft, Abstammung und Eigenschaften ganz einfach gescheckte Quarter Horses, die stutbuchmäßig allerdings von einem eigenen Zuchtverband, der American Paint Horse Association, kurz APHA betreut werden. Nicht nur haben alle Paint Horses eine Quarter Horse-Abstammung, sehr viele haben direkt eine Quarter Horse-Mutter oder einen Quarter Horse-Vater, ja, bei nicht wenigen sind sogar beide Eltern Quarter Horses. Einkreuzungen anderer Rassen sind - wie bei den Quarter Horses auch - nicht zulässig, wobei das Englische Vollblut eine Ausnahme macht, da es an der Entstehung der Rasse Quarter Horse beteiligt war. Wann immer die weißen Abzeichen eines Quarter Horse-Fohlens über ein bestimmtes Maß hinausgehen, das von der American Quarter Horse Association festgesetzt wurde, kann dieses nicht mehr als Quarter Horse eingetragen werden. Dieser Umstand hat 1962/63 zur Gründung des Zuchtverbandes geführt, den wir heute als APHA kennen. Die APHA registriert solche Quarter Horses, die zu viel Weiß haben, gleichberechtigt mit den aus der gezielten Paint Horse-Zucht hervorgehenden Fohlen. » Paint Horse Club Germany

Appaloosa
Alle heute registrierten und gezüchteten Appaloosas basieren auf Pferden, die auf die Zucht der Nez Percé Indianer im Nordwesten der USA zurückgeht. Der Name "Appaloosa" leitet sich vom Palouse River ab, an dessen Ufer die Nez Percé-Indianer einst ihre Weidegebiete hatten. In der 2. Hälfte des vorigen Jahrhunderts wurden die Nez Percé-Indianer gezwungen, in Reservate umzusiedeln. Etwa 800 Stammesmitglieder weigerten sich und zogen unter der Führung ihres Häuptlings Chief Joseph mit 2000 Appaloosa in Richtung Kanada. Nach 108 Tagen und 2500 Meilen mußten sie jedoch vor der kanadischen Grenze kapitulieren. Die meisten ihrer Pferde wurden ihnen weggenommen und in alle Winde verstreut. Glücklicherweise waren einige Rancher von den Appaloosas so begeistert, daß sie die Rasse weiter züchteten. 1938 wurde auf Initiative von Claude Thompson der ApHC (= Appaloosa-Horse-Club) in Oregon gegründet. Mühsam wurden die verbliebenen Appaloosas gesammelt und registriert. Heute sind dort weltweit über 600.000 Appaloosas eingetragen. Hinzukommen jedes Jahr ca. 10.000 Neuregistraturen. Die Appaloosas gehören damit heute zu der zahlenmäßig viertgrößten Rasse der Welt. Der ApHC, mit Sitz in Moscow, Idaho, ist für sämtliche Appaloosa-Vereine der Welt der übergeordnete Ansprechpartner. » Appaloosa Horse Club Germany




Zukunft

 Home ·  Anfang ·  Menü ·   Druckversion ·   Drucken ·   Weiterempfehlen·   als Startseite


alt=
alt=
alt=
Rolf Diekwisch, dessen Firma Diekwisch Events das Pfingstturnier im Auftrag der Ersten Westernreiter Union Deutschland e.V. ausgerichtet hat (» EWU), hat ein Vorwort beigesteuert; darin macht er deutlich, daß diese erste Veranstaltung in der Reithalle in Löhne nicht die letzte bleiben soll:

Herzlich willkommen auf dem ersten Löhner Westernreitturnier!

Wir freuen uns, daß wir in der herrlichen Reithalle des Reitvereins "von Seydlitz" Löhne Werretal e.V. dieses Westernreitturnier durchführen können.

Herzlichen Dank an den Vorstand des Vereins, der uns tatkräftig unterstützt hat. Damit auch an unsere Sponsoren, ohne die ein solches Turnier nicht durchzuführen ist.

Ebenso sind wir stolz auf das Engagement unserer Helfer. Über Pfingsten wird hier eine Qualifikation zur deutschen Meisterschaft der Ersten Westernreiter Union, Deutschland e.V. stattfinden. [...]

Wir hoffen, daß es den Teilnehmern und Zuschauern gefällt, denn wir wollen dieses Pfingstturnier zu einer festen Einrichtung hier in Löhne machen. Diese Veranstaltung soll weiter ausgebaut und verbessert werden, deshalb bitte ich Sie über eventuell kleine Startschwierigkeiten hinwegzusehen. [...]

Startschwierigkeiten sind mir nicht aufgefallen. Insgesamt hat mir das Turnier sehr gut gefallen. Die Westernreiterei allgemein gefällt mir sehr gut. Dieses Turnier würde mir Mut machen, mich selbst einmal auf einen Turnier zu erproben - wenn ich denn Zeit zum Training hätte.

Ich hatte mich früher gewundert, wie schnell Friedhelm Splett Turniererfolg hatte; jetzt kann ich das nachvollziehen. Man muß ja nicht gewinnen, es reicht, dabei zu sein. Man sammelt Erfahrungen, es macht hoffentlich Spaß, für den Reiter und für das Pferd, und die Chance, eine Schleife mit nach Hause zu bringen, ist nicht schlecht, insbesondere bei Wettbewerben, die nur wenige Teilnehmer haben - davon gab es eine ganze Reihe.

Einem Laien kann ich einen Turnierbesuch aus vollem Herzen empfehlen; ob das Turnier einem Fachmann gefallen hätte, kann ich nicht beurteilen, aber ich denke schon: Immerhin ist es von einem alten Hasen organisiert worden und hat erstklassige Teilnehmer gehabt, die um die Deutsche Meisterschaft kämpfen wollen.

Ich freue mich, daß demnächst weitere Turniere in Löhne veranstaltet werden sollen, und hoffe, daß ich dann mehr Zeit zur Verfügung habe, um intensiver recherchieren zu können und mehr vom Programm mitzubekommen. Ich werde dann bestimmt noch besser mit meiner Kamera umgehen können und freue mich schon auf die noch besseren Fotos (siehe auch die Bildschirmschoner und Postkarten zu dieser Ausgabe).

Das Publikum war ebenfalls begeistert und ist natürlich besonders bei den spektakulären Aktionen mitgegangen. Vielleicht könnte man einzelne Teilnehmer und deren Pferde im Programmheft vorstellen, denn wenn man in der Szene nicht drin ist, sagen einem die vielen Namen nichts.

Vielleicht könnte der Moderator die Vorführungen kommentieren, wie das bei anderen Sportarten auch der Fall ist. Wenn einzelne Disziplinen darunter leiden, daß das Publikum die Feinheiten nicht erkennen kann, dann ist dem Publikum doch recht leicht zu helfen.

Der Moderator hat dabei selbstverständlich andere Aufgaben als die Richter: Ich vergleiche die Sachlage mit einem Kommentar bei einem Fußballspiel oder bei anderen Reitdisziplinen. Dort soll das gesprochene Wort den Zuschauern, die nicht mit den Feinheiten vertraut sind, die Orientierung erleichtern, so daß sie folgen und die Veranstaltung angemessen würdigen können.

Oder wollen die Westernreiter unter sich bleiben? Ich glaube nicht. Es muß das Interesse des Verbandes sein, das Westernreiten noch populärer zu machen.



Quellen


  1. » APHA
  2. » Deutsche Quarter Horse Association
  3. » Paint Horse Club Germany
  4. » Appaloosa Horse Club Germany
  5. » Internetseiten der Ersten Westernreiter Union Deutschland e.V.



Abbildungen
©  Werner Stürenburg



Leserresonanz

 Home ·  Anfang ·  Menü ·   Druckversion ·   Drucken ·   Weiterempfehlen·   als Startseite

2 Leserresonanzen zu dieser Ausgabe


Leserbrief  977 zu Ausgabe  222
30.06.03



Westernturnier

Hallo Herr Stürenburg,

es freut mich, daß Ihnen das Turnier trotz einiger unschöner Szenen im Großen und Ganzen doch gefallen hat.

Zu Ihren Gedanken bezüglich der Stops und deren Training möchte ich folgendes sagen: diese Verhaltensweise ist zwar größtenteils erlernt, aber mein Araberhengst hat beim Rennen in der Halle offenbar grossen Spass daran hat zu bremsen, rumzudrehen und mit viel Gas in die andere Richtung loszudüsen. Bei solchen Pferden ist es sehr einfach diese Veranlagung in geregelte Bahnen zu lenken.

Bei mir läuft das Training für die Stops allerdings folgendermaßen ab: ich bringe dem Pferd (wenn möglich) bereits als Baby bei beim Wort How stehenzubleiben, auch am Halfter oder in der Box.

Später übertrage ich das dann auf den Reiter, zuerst schön langsam im Schritt und wenn immer ohne Porbleme klappt und ich garantiert nicht mehr anfassen muss (im Schritt braucht man nie so hart anzupacken) dann weiter im Trab und später in den Galopp. Ich nutze das von Ihnen erwähnte Fencing (vor die Wand rennen) nur insofern (und auch nie volles Tempo und mit ausreichend Abstand zur Wand) als ich dem Pferd so besser sagen kann, daß es seine Hinterfüße weiter runterbringen soll. Die Wand bildet eine Begrenzung und der Sinn ist leichter zu erkennen. Hohe Geschwindigkeiten dabei lehne ich aber ab, da die Pferde leicht nervös werden können und dann oft unsauber stoppen, da sie seitlich weg möchten. So trainierte Pferde haben ihren Stop und die Art dies zu tun selbst gefunden und wenn ich bei irgendeinem meiner Pferde so ziehen würde wie auf ihren Bildern zu sehen, würde keines mehr überhaupt stoppen wollen, da die möglichkeit sich nach vorn auszubalancieren, fehlt. Ich reite meine Pferde auch viel am Halfter oder Bosal an, da dann bei einem Nervöswerden nicht so schnell Schmerz einsetzt und das Pferd noch nervöser macht. Im Allgemeinen nutze ich das Gebiss erst wenn das Pferd die Übung schon beherrscht und wenn eine neue Übung dazukommt ist es eben wieder Halfter, Sidepull oder Bosal.

Zum Barrel Race: Es wird leider viel zu selten ausgeschrieben, da wie in Ihrem Fall leider meist viel zu wenige Teilnehmer nennen. Es gibt aber auch nicht so viele Pferde die den Übergang von Vollgas zu kontrollierter Gelassenheit (wie sie z.B. für Pleasure, Trail oder Horsemanship zwingend notwendig ist) gut verkraften. Die meisten haben dann erst mal mehr oder weniger Unruhe. Ich habe ein solches Pferd. Eine Araberstute, sie hat Siege und Plazierungen in Reining, Pleasure, Horsemanship, Pole Bending (Slalomrennen), Barrel Race, Trail, Team Penning (eine Rinderdisziplin) und Western Riding (eine Disziplin mit vielen fliegenden Wechseln *g*). Aber z.B. eine andere meiner Stuten, eine Paint, würde nach einer Renndisziplin eine Woche brauchen um wieder vernünftig Schritt zu gehen. Sie hat auch viele Siege und Plazierungen in Reining, Pleasure, Trail und Horsemanship. Ich lege Wert auf Vielseitigkeit meiner Pferde, das ist aber recht selten geworden, da oft nur die Spezialisten (die nur eine oder 2 Disziplinen laufen und trainiert werden) vorn liegen.

Meiner Meinung nach sind auch viele andere Rassen für das Westernreiten geeignet. Ich erinnere mich an einen Warmblut Wallach der Deutscher Meister wurde und an verschiedene Araber und Mixe, Haflinger und sogar ein Shetty als deutscher Vizemeister im Trail. Und noch ein Wort zum Spass: ich bin mit meinen Pferden mehrere Hessische - , Deutsche - und Europameisterschaften geritten und war auch öfter gut plaziert, aber ich bin immer aus Spass am Reiten gestartet und habe es nie eng geshen, wenn mal nicht alles Top gelaufen ist, Pferde sind auch bloss Menschen. Vielleicht ist mir deshab auch noch nie ein großer Titel gelungen, aber meine Pferde haben es mir mit viel Arbeitswillen, Treue und Zuverlässigkeit gedankt (z.B. Stute nach 2 Jahren Fohlenpause nach 1 Woche unter dem Sattel ( jeden Tag 1/2 Stunde) auf´s Turnier (natürlich keine wirklich schweren Aufgaben mit Rücksicht auf die mangelhafte Kondition) und direkt plaziert) und ich hoffe, daß sie mir noch lange erhalten bleiben.

Meine Älteste ist vorletztes Jahr im Alter von 41 Jahren verstorben. Puhh, jetzt bin ich aber ausgeschweift, nu ist aber Ende :-)

Mit besten Wünschen und freundlichen Grüßen
Konny


Leserbrief  995 zu Ausgabe  222
27.07.03



Geschichte des Pferdes von Arnim Basche

Lieber Herr Stuerenburg,

ich bin Ihrer Empfehlung gefolgt und habe mir das besprochene Buch kommen lassen. Bislang habe ich es nur etwas durchgeblättert und blieb natürlich erst einmal an den Sachen hängen, die ich von Argentinien aus erster Hand kenne. Dabei fiel mir nur eine Kleinigkeit auf, eine "Fehlleistung", wo mir schlicht "die Luft wegblieb":

Auf Seite 163 wird ein Gaucho bei einem Reiterspiel zu Pferde gezeigt: Die Bildunterschrift benennt das Spiel mit "Caballo" - das ist natürlich Quatsch. "Caballo" ist schlicht und einfach Pferd, genauer: das kastrierte Pferd! (Die "geschlechtsfähigen" Tiere werden nämlich direkt als "yegua", Stute bzw. "padrillo", Hengst, angesprochen.)

Das Reiterspiel heisst "sortija" (Locke, Ring) und der Reiter "fischt" den Ring natürlich nicht mit dem Finger, sondern mit einem schlanken, spitzen Stäbchen, das oft kunstvoll aus Hornmaterial hergestellt wird. (Wenn Sie das Bild genau betrachten, können Sie das auch erkennen. Die Fingerhaltung irritiert vielleicht etwas, da der Reiter das Stäbchen zwischen Daumen und Ringfinger hält.)

So etwas "erschreckt" mich? (Das tut nämlich wirklich "weh", das gibt einem einen "Stich" ...) Warum? Wie es wohl um die andere, reichhaltige Information bestellt sein mag, die ich eigentlich nicht, oder nur schwer überprüfen kann? Ist das Buch da genauso "zuverlässig"? Wieviel man doch in dieser Weise "schluckt", ja "schlucken" muss ...

MfG

Norbert Balk
Verónica - Punta Indio
Argentinien
Lieber Herr Balk,

ich kann Ihr Entsetzen verstehen. So etwas sollte nicht sein! Sie haben Ihren Brief geschrieben, als ich die neue Ausgabe bearbeitet habe. In der Rezension ist mir aufgefallen, daß die Liebhaber Spaniens die Feinheiten der spanischen Sprache nicht beherrschen, und im Zusammenhang mit der Galeriegeschichte bin ich auf Quellen im Internet gestoßen, die offensichtlich unrichtige Angaben machen.

Ich nehme an, alle diese Dinge liegen daran, daß wir Menschen endlich sind, nicht alles wissen können und deshalb Fehler machen. Das Buch "Die Geschichte des Pferdes" ist, wie mir Herr Basche sagte, ursprünglich in England erschienen, und zwar wohl als Reihe. Ich hatte nämlich beim Verlag angefragt, ob ich Bilder aus dem Buch benutzen dürfe. Im Buch selbst gibt es keinerlei Angaben zu den Bildern.

Der Verlag verwies mich an Herrn Basche, was dieser nun wiederum unglaublich fand, denn er hatte mit den Bildern rein gar nichts zu tun. Er hat wohl lediglich den englischen Originaltext ins Deutsche übertragen. Dort, wo er selbst kompetent ist, wird er sicherlich auch korrigierend eingegriffen haben. Aber auch Herr Basche kann nicht alles wissen.

Als Wissenschaftler müssen Sie natürlich entsetzt sein. Nehmen Sie es vielleicht von der sportlichen Seite: Die Informationen des Buches sind ein Hinweis darauf, wie es sein könnte; sollten diese sich bestätigen, desto besser, andernfalls können Sie sich etwas auf Ihr besseres Wissen zugute halten.

Für mich persönlich macht es zum Beispiel keinen Unterschied, ob ich die falsche Information des Buches aufnehme oder die richtige, die Sie mir gerade angeboten haben. Beide sind für mich gleich wahrscheinlich, und auch gleich gut oder schlecht zu überprüfen - abgesehen davon, daß ich Sie für glaubwürdiger halte, weil Sie im Lande wohnen. Aber kann ich mir da so sicher sein? Schließlich sind Sie ein Zugereister. Selbst als Eingeborener kann man nicht alles wissen...

Man könnte sich damit trösten, daß Bilder nicht lügen, aber leider ist das auch nicht wahr. Mit Bildern kann man im Gegenteil sogar ganz wunderbar lügen, indem man zum Beispiel störende Bildelemente einfach ausblendet. Dann stehen die Pferde auf einer wunderbaren Wiese mitten im Grünen, das Wohngebiet und die Fabrik gleich nebenan sind ausgeblendet.

Ich hatte lange überlegt, ob ich ein bestimmtes Bild als Hintergrundbild dieser Woche zur Verfügung stellen sollte. Es zeigt ein Pferd auf seinem Weg durch eine naturwüchsig Wiese, die den Eindruck einer unberührten Natur machte. Für mich hat dieses Bild Anklänge an die endlosen Prärien Nordamerikas oder vielleicht auch die endlosen Pampa Südamerikas, aber das ist natürlich eine "Lüge".

Diese Wiese ist nicht so groß und von einem nicht geladenen Elektrozaun begrenzt. Das zeigt, daß die Wiese einigermaßen abgelegen ist, aber inmitten einer sehr dicht besiedelten Landschaft mit viel Industrie, Eisenbahnen, Autobahnen, großen und kleinen Landstraßen. Wenn man da draußen ist, kann man die Welt, in die diese Idylle eingebettet ist, nicht vergessen, da man überall mehr oder weniger den Verkehr hört.

Es tut mir leid, wenn das Buch Sie enttäuschen sollte. Vielleicht macht es doch ein klein wenig Vergnügen?

Mit freundlichen Grüßen
Werner Stürenburg




Bericht Westernturnier · Gesamttext
Hauptartikel Ausgabe 222.03 der Pferdezeitung vom 29.06.03
Inhaltsmenü Berichte  Der Charme des ...  Sliding Stops  Methoden  Barrel Race
 Zuschauer  Westernpferderassen  Zukunft  Leserresonanz
 Gesamttext 
  Druckversion        


 Home ·  Anfang ·  Menü ·   Druckversion ·   Drucken ·   Weiterempfehlen·   als Startseite


140  Pferdeanzeigen zum Schnäppchenpreis - z.B.  Esel fritz, Hengst, 2 Jahre, 850 EUR
 70  Umfangreiche Messeseiten - z.B.  Farisha - Vollblutarabergestüt Farisha Arabians: Araber für Zucht, Schau, Sport und Freizeit.
30 Kleinanzeigen in  Rubrik Unterricht, z.B.  Dressurlehrgang am 12.-13.02.2005 in Fuhrberg [...] ...(Angebot)
Pfeeeeeeeeeeerde-Anzeigen 
Pfeeeeeeeeeeerde-Anzeigen 
Pfeeeeeeeeeeerde-Anzeigen 

» ElPotro - Sättel und Zubehör: Sättel für alle Disziplinen - über 20 Iberische Sättel! Direktverkauf Spanische Pferde!

» Westernreitcentrum Lippe GbR: Vom Boden in den Sattel - Freizeitreiten im Westernstil


  Pferdemesse: Kennen Sie schon?
Umfangreiche Informationen:  Höveler Futter.
Höveler hat sozusagen das Pferdefutter erfunden - fordern Sie den Fachberater an!

Pfeeeeeeeeeeerde-Anzeigen 

  Pferdemesse, z.B.  Fahrsportzubehör ·  Veranstaltungen ·  Versandhandel ·  Versicherungen ·  Heilbehandlung ·  Kutschen ·  Literatur

Pfeeeeeeeeeeerde-Anzeigen 


Zitat Ulla, 09.03.04: ... Finde die Pferdezeitung sehr informativ, gut recherchiert und optisch ansprechend! Schön dass es sie gibt! ...  mehr



Kein Leserkommentar zu dieser Seite
Ihr Kommentar:  Hier klicken

 Autorenhinweise ·  Mediadaten ·  Kontakt ·  Impressum ·   Leserbrief

www.pferdezeitung.com/Berichte/222/Gesamttext · 16.01.2005 · 09:30
Konsequent in alter Rechtschreibung - ausgenommen Fremdautoren.
Der Herausgeber ist nicht verantwortlich für Leserbeiträge und die Inhalte externer Internetseiten.
Statistik  aktuell
·  Dezember ( Vormonat): 9,25 Mio Hits (-11%), 1,71 Mio Seiten (-5%), 220.813 Besucher (+8%), 296 GB Traffic (-13%) ·  Übersicht
 Pferdemagazin  · » Pferdemarkt · » Anzeigenmarkt · » Pferdemesse

Galerie/118

 Stubbs, Stuten und Fohlen, Studie 1762

Galerie/118

 Stubbs, Stuten und Fohlen, Studie 1762
Das umfangreiche Magazin für Pferdefreunde
Verantw. im Sinne des Pressegesetzes: Dr. Gerd Hebrang
©1999-2003 · ISSN 1437-4528
Tel +49 5744-5115-74 · Mobil +49 172-938 0238
ISIS GmbH & Verlag · Büttendorfer Str. 340 · 32609 Hüllhorst
Germany · HRB 2627 AG Bad Oeynhausen · USt-Id DE811992532