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Pferdezeitung

Magazin-Archiv

Berichte — Ausgabe 122

Archivdokument. Dieser Beitrag stammt aus dem Magazin-Archiv und gibt den Stand seines Erscheinungsdatums wieder. Er wird nicht rückwirkend aktualisiert. Aktuelle Darstellungen finden sich in den jeweiligen Fachbereichen.

Rund 200 Pferdesport-Interessenten trafen sich am 14.Juli.2001 zu einer Fachtagung "Gesundheit im Pferderücken" in Sibbersdorf bei Eutin. Am Vormittag referierten verschiedene Fachleute zu unterschiedliches Aspekten des Themas, während der Nachmittag praktischen Anschauungen in der Tierklinik gewidmet war. Nach der Eröffnung durch den PM-Deligierten Herrn von Holleuffer begann die Veranstaltung mit einem Vortrag über die Anatomie der Wirbelsäule. Deren Aufbau, Funktion und Schwachpunkte erläutete Dr. med. vet. Mülleng vom veterinär-medizinischen Institut der Universität Berlin. Die Wirbelsäule besteht aus durchschnittlich 54 Knochen, die mit 185 Gelenken verbunden sind. Zur Ansicht hatte Dr. Mülleng Dias und verschiedene Präparate von gesunden und durch Verschleiß oder Kissing Spines erkrankten Pferdewirbelsäulen mitgebracht. Nachfolgend erläuterte Dr. med. vet. Blobel, Ahrensburg, die Ursachen von Schmerzen im Pferderücken, und Dr. med. vet. Detlef sprach über deren Behandlungsmethoden. Nicht immer liegt der Grund der Schmerzen dort, wo er sich zeigt. So müssen bei Rückenschmerzen u.a. auch die Beine als eventuelle Ursache berücksichtigt werden. Schmerzen an den Zähnen strahlen hingegen selten auf den Rücken aus. Ein Erkennungszeichen für den Reiter, daß das Pferd Schmerzen im Rücken hat, ist das unnatürliche Schlagen mit Kopf oder Schweif während des Gerittenwerdens. Hierbei muß unterschieden werden, ob es sich um ein junges Pferd handelt, das sich möglicherweise in einer Lern- und Entwicklungsphase lediglich widersetzlich zeigt, oder ob dieses Verhalten bei einem bereits reiferes Pferd durch eine Überforderung oder Schmerzen auftritt. Rückenschmerzen begründen sich auch in nicht artgemäßen und somit für das Pferd schlechten Haltungsbedingungen. Wie auch in anderen Bereichen der Pferdegesundheit ist es ratsamer, für eine artgemäßere Haltung zu sorgen, statt durch Zufüttern von exotischen Spezialprodukte sein Gewissen und Portemonaie zu erleichtern. Wünschenswert sind in diesem Zusammenhang die "Rückengänger" - das sind Pferde, die in der Art fachgerecht ausgebildet wurden, daß sie ihren Schwung in der Bewegung über den Rücken an die dort aufgehängten Glieder (= Beine) weitergeben. "Schenkelgänger" mit keiner oder geringer Rückentätigkeit sind aufgrund einer nicht fachgerechten Ausbildung abzulehnen. Es wurde ebenfalls deutlich, daß die aktuell beim Pferd auftretende Schädigung bereits vor vielen Jahren schleichend ihren Anfang genommen hat. Zu früh und zu viel wird oft vom jungen Pferd gefordert. Um Überbeanspruchung zu vermeiden, definierte Frau Dr. med. vet Flothow den Begriff "Training" und gab veterinärmedizinische Hinweise auf die Feststellung des Trainingszustandes und dessen Steigerung. So beträgt die Herzleistung eines Pferdes 30 Liter Blut pro Minute im Ruhezustand, unter Leistung steigt dieser Wert auf 230 Liter/Minute an; die Herzfrequenz kann um das achtfache steigen. der Pferdezeitung vom 28.07.01 Gesunder Rücken - Gesundes...

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