| | | Vor dem Aufsitzen: "Umtreten lassen" |  |  |  |
DIE EINFACHEN GALOPPWECHSEL Auch da gibt es noch einiges zu tun für Dich, denn die sind bei Euch beiden noch nicht das Gelbe vom Ei. Du ‘schwimmst' mit KORALLE mehr oder weniger vom Galopp in den Schritt, ein klarer Wechsel mit klaren statt verwaschenen Tritten im Schritt ist da noch nicht zu erkennen. So sollten die einfachen Galoppwechsel jetzt aussehen: zunächst muss Dein Pferd gelassen im ruhigen, klaren Dreitakt galoppieren. Solange Dein Pferd hektisch, flach und womöglich noch gegen die Hand galoppiert, wird Dir kein geschmeidiger Galoppwechsel gelingen. Das bedeutet wiederum, dass Du übungshalber zunächst häufig aus dem Trab und später auch aus dem Galopp zum Schritt durchparieren musst, um KORALLE erst mal etwas durchlässiger zu machen. Solange Du den Widerstand von Genick und Maul in der Hand und im Kreuz noch fühlst, ist das nicht der Fall. Eine kleine Eselsbrücke ist dabei auch wieder gestattet: Suche Dir mindestens vier Punkte in der Bahn (z. B. b ei A, bei B, bei C und bei E) bei denen Du jedes Mal die halben Paraden vom Trab zum Schritt reitest, so dass KORALLE mit der Zeit vor diesen Punkten schon auf Deine entsprechenden Hilfen wartet und Dir bei der halben Parade ‘bereitwillig entgegenkommt'. Nach drei bis vier klaren (!) Tritten im Schritt sollte sie auf Deine Aufforderung hin flüssig wieder antraben. Über die Stärke dieser Hilfen müsst ihr Euch mit der Zeit einigen. Auch hier macht wieder geduldiges, freundliches aber konsequentes Üben den Meister. Das heißt nicht, dass Du ohne Ende immer das Gleiche üben sollst. Schaffe zwischendurch immer wieder kleine Unterbrechungen, in denen Ihr Euch entspannen könnt und /oder etwas übt, was ohne Schwierigkeiten klappt. Und dann kehre wieder zurück zu dem, was auf dem Stundenplan steht. Sobald die halben Paraden vom Trab zum Schritt geschmeidig sind, (das gilt nicht nur insgesamt sondern immer auch innerhalb einer Übungsstunde) setze die halben Paraden fort, aber jetzt aus dem Galopp zum Schritt. Bleibe auch jetzt konsequent bei immer den gleichen Punkten, an denen Du die Wechsel reiten willst, nicht zwei Meter davor oder dahinter, so wischi-waschi, nix Genaues weiß man nicht. Du musst immer versuchen, genau auf den Punkt zu reiten. Dabei machst Du die wichtigen Erfahrungen, wann man zuvor die richtigen Hilfen geben muss. Die Gangart, das Tempo, das Maß der Durchlässigkeit von KORALLE müssen jetzt mehr und mehr von Dir intuitiv erfasst werden, wenn Deine Hilfen entsprechend wirksam sein sollen. Und das intuitive Fühlen erreichst Du nur durch viel geduldiges Üben. Andererseits musst Du natürlich aufpassen, dass Du das Üben an einem Stück nicht übertreibst, damit KORALLE nicht ‘sauer' wird und sich bestraft fühlt. Lobe sie, so oft Du den kleinsten Fortschritt fühlst. Die mentalen Hilfen sind so wichtig wie die physischen. Durch diese halben Paraden vom Galopp zum klaren Schritt und das häufig wieder neu Angaloppieren verbesserst Du nicht nur die Durchlässigkeit Deines Pferdes, sondern Du kommst auch deutlicher zu ‘runden' Galoppsprüngen und zur beginnenden Versammlung, auch wenn Du dabei gar nicht an Versammlung denkst. Auf jeden Fall werden Kraft und Funktionen der Hinterhand durch diese halben Paraden zum Schritt verbessert.
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