| Der Hauptinhalt der Olympischen Spiele ist und war Wettkampf. Dass Wettkampf nicht Frieden ist, nie war und nie sein kann, daf�r sollen hier die Olympischen Spiele stellvertretend f�r alle konkurrenz-, leistungs- und profitorientierten Veranstaltungen, Systeme und Ideologien stehen. [...] Allein die Zusammenstellung der olympischen Disziplinen, die sich �ber die Zeit herausbildete ist aufschlussreich: Die Wettk�mpfe setzten sich aus Laufen, F�nfkampf, Kampfsport und Wagenrennen zusammen. Unter den Kampfsportarten war es vor allem der Faustkampf der die Brutalit�t antiken olympischen Sports offenbart. Geschlagen wurde auf Kopf und Gesicht, mit der nackten Faust oder mit Schlagriemen, die sp�ter z.T. mit Metallspitzen versehen wurden. Weiterhin gab es Ringkampf, f�r den die Athleten durch spezielle Di�ten zu schwergewichtigen Kampfkolossen gem�stet wurden, und das Pankration bei dem schon mal der eine oder andere K�mpfer zu Tode kam. Unter den Laufdisziplinen ist vor allem der Waffenlauf hervorzuheben, der sich aus der milit�rischen Phalanxordnung, der Schlachtaufstellung bei Kriegen, heraus entwickelte. "Der milit�rische Charakter dieses Laufs war offensichtlich und sollte wohl daran erinnern, dass der sportliche Wettstreit auch der Wehrhaftigkeit des Mannes diente � das Ganze war sicher weniger ein Appell an panhellenische Verteidigungsbereitschaft als wohl vielmehr eine Mahnung an jede einzelne Polis der Agonistik (griech.: Wettkampfwesen, Anm. d. Verf.) auch aus milit�rischem Aspekt den ihr geb�hrenden Wert zuzumessen".(3) (3) Ebert, Joachim und Autorenkollektiv: Olympia, Von den Anf�ngen bis zu Coubertin, Leipzig, 1980, S. 53. � Das Leistungsprinzip zertr�mmern | | | Obwohl die Olympischen Spiele ein Fest der Sportler sein soll, ist es zugleich auch ein Wettbewerb der Nationen. Jeder Sportler tritt als Repr�sentant seines Landes an, womit die L�nderk�mpfe den Charakter eines "friedlichen" Krieges bekommen. Zu Zeiten des Kalten Krieges war dies ganz offensichtlich. Die Sportler wurden insbesondere im Ostblock ganz offen f�r die politischen Zwecke mi�braucht (� Abriss Olympia oder ... Der Geschichten genug). Die Verbindung des Sports mit milit�rischer Ert�chtigung besteht bis zum heutigen Tage. Die Bundeswehr f�rdert den Sport und insbesondere auch den Pferdesport ganz offen und massiv. Umgekehrt haben sich die Disziplinen des Pferdesportes aus der milit�rischen Tradition entwickelt, wie in aller Ausf�hrlichkeit in der Serie �ber die Geschichte der FN zu entnehmen war. Bis in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg haben Milit�rs auf Turnieren und den Olympischen Spielen den Ton angegeben. Aber nicht nur milit�rische Gr�nde gab es, sich f�r den Sport zu interessieren. Heutzutage spielt die Verbindung des Sports zum Milit�r eine eher untergeordnete Rolle, w�hrend die Rolle des Sports in der Gesellschaft von Jahr zu Jahr w�chst. Manchmal hat man den Eindruck, der Sport sei die wichtigste Sache der Welt, und zwar nicht nur w�hrend der Fu�ball-Weltmeisterschaft oder der Weltreiterspiele. Insofern mu� man sich die Frage stellen, wie Sport mit unserem t�glichen Leben zusammenh�ngt, warum Sport so wichtig ist, welche Funktion Sport in unserem Leben und in unserer Gesellschaft erf�llt. Im 19. Jahrhundert haben sich die Gesellschaften der sogenannten Ersten Welt durch die Industrialisierung grundlegend und irreversibel ver�ndert, und zwar bekanntlich zuerst in England. Diese Wandlung war extrem schmerzlich und hat zu gro�em Leid gef�hrt, was sich zuweilen sogar in Aufst�nden entlud (z. B. im � Weberaufstand, � Hungerrevolte). Der industrielle Proze� erforderte eine Anpassung des Menschen. Neue Tugenden wurden gebraucht. Das war Coubertin vermutlich klar, denn aus dem englischen Erziehungssystem �bernahm er die Idee des "self government". Das gesellschaftliche System, das sich in dieser Zeit erstmals herauskristallisierte, wurde bekannt unter dem Namen Kapitalismus.
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