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Bericht Zu den Themen  Dressursport,  Rollkur,  Trainingsmethoden,  Weltmeisterschaften
Inhaltsverzeichnis Ausgabe 392.06 der Pferdezeitung vom 01.10.06
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Rollkur künstlerisch: Schachfigur, Samml. Gilbert · Copyright wie angegeben
Rollkur k�nstlerisch: Schachfigur, Samml. Gilbert

    Oh Sport, Du bist der Friede!   
    Der Krieg ist der vornehmste, urspr�nglichste Sport   
von Copyright wie angegeben  Gerd Hebrang

Teil 1:  Siegestaumel
Teil 2:  Nationenwettk�mpfe
Teil 3:  Rollkur siegt
Teil 4:  Die Schrecken des Pferdesports
Teil 5:  Blind reiten - auf Sieg


Die Diskussion um die Rollkur ist undurchsichtig. Die Sache an sich ist altbekannt, die Wirksamkeit der Methode ebenfalls und durch die Bestimmung des Gesichtsfeldes von Pferden verst�ndlich: Das Pferd kann in dieser Haltung nicht sehen, wohin es l�uft, mu� sich also auf den Reiter verlassen und wird deshalb nachgiebiger.

Da� eine solche Haltung f�r das Pferd unbequem, l�stig und m�glicherweise sogar schmerzhaft ist, kann nicht unbedingt als Einwand gelten, da sportliche Bet�tigung als solche zumindest dann ohnehin und regelm��ig in Qu�lerei auszuarten pflegt, wenn es darum geht, in die oberen R�nge aufzusteigen.

Ob die Rollkur zu gesundheitlichen Problemen f�hrt, steht dahin. Dies wird zwar behauptet, der Beweis einer gesundheitlichen Sch�digung ist aber noch nicht erbracht und kann vermutlich auch gar nicht erbracht werden, da es Gegenbeispiele gibt, die bei sch�dlicher Wirkung der Methode die behaupteten Sch�digungen w�rden aufweisen m�ssen, dies aber nicht tun.

Abgesehen von den �sthetischen, traditionellen, medizinischen, sportlichen, tiersch�tzerischen Einw�nden war ein ganz wesentlicher Aspekt der Diskussion die Gegen�berstellung der Deutschen und der Holl�nder.

Ich finde es schade, dass Sie gerade vor der EM und Aachen die Dressurreiterei der Holl�nder derart kritisieren. Es klingt fast so, als w�rden Sie einer anderen Nation als der Deutschen den Sieg nicht g�nnen. [...]
� Leserbrief St. Georg Barbara Moormann, Frankfurt

Ist das nicht merkw�rdig? Wieso mischen sich hier nationale Rivalit�ten mit sportlichen Fragen? Wie ist es �berhaupt zu verstehen, da� im Sport Nationen gegeneinander antreten? Ergibt sich das aus der Natur des Menschen? Sind wir Menschen auf Wettbewerb angelegt? Identifizieren wir uns nat�rlicherweise mit geeigneten Gruppen und rivalisieren wir gleichsam automatisch mit gleichgearteten Gruppen? Ist der Nationenwettbewerb, der im Sport �berall anzutreffen ist und nirgendwo hinterfragt wird, gewisserma�en eine Naturkonstante des Menschen?

Seit sich die Nationen nicht mehr royalistisch definieren, ist der Nationenwettkampf zu einem nationalen Kr�ftemessen �ber den Sport geworden.
� "Massen denken nicht, sie f�hlen"

Mehrfach hatte ich schon vermutet, da� der Hang zum Wettbewerb etwas zutiefst Menschliches ist. Aber ist das wirklich so? Das angef�hrte Zitat behauptet, da� zumindest der sportliche Wettkampf kulturell, soziologisch und politisch zu verstehen ist und keineswegs ein menschliches Naturgesetz darstellt. Es wird aber noch mehr behauptet: Der Nationenwettkampf wird vorausgesetzt und dessen Umformung in den sportlichen Wettkampf historisch gedeutet. Ist demnach zwar nicht der sportliche, aber der Nationenwettkampf eine menschliche Konstante?

Beim Menschen ist es sehr schwer, zwischen vererbten und erlernten Haltungen und Verhaltensweisen zu unterscheiden. Wenn die Lust am Vergleich konkurrierender Gruppen kulturell bedingt w�re, m��te man zumindest gravierende Unterschiede in unterschiedlichen Kulturen nachweisen k�nnen. Sollte es eine Kultur ohne Wettbewerb geben, w�re der Beweis erbracht, da� Menschen als Vertreter der Gruppe nicht unbedingt miteinander rivalisieren m�ssen.

Ich kenne mich in der Anthropologie nicht gut genug aus, um auf Anhieb ein entsprechendes Beispiel zitieren zu k�nnen. Allerdings ist bekannt, da� bei den meisten Tierarten die M�nnchen extrem miteinander rivalisieren. Auf diese Weise scheint ein automatischer Auslesemechanismus eingebaut zu sein, der die Entwicklung der Arten erm�glicht hat und die Weiterentwicklung garantiert. Man darf vermutlich die Schlu�folgerung blind ziehen, da� diese Art von Rivalit�t beim Menschen ganz �hnlich funktioniert und als Bestandteil der menschlichen Natur zu gelten hat.






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©1999-2006 · ISSN 1437-4528 · Statistik:  Übersicht
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