|  | Fohlenhof Hau: Hengstfohlen in der Herde |  |  |  |
| | |  | Vorbildliche Sozialisation |  |  |  |
| 1990 haben sich die südlichen Zuchtgebiete (Rheinland-Pfalz/Saar, Hessen, Thüringen, Sachsen, Baden-Württemberg, Bayern) zusammengeschlossen, sicherlich nicht ohne Not, um besser gegen den Norden bestehen zu können.
Im Jahre 2004 sollen in der Münchner Olympia-Reitanlage erstmals die besten Junghengste aus allen sechs Ländern in München gekört werden. Anschließend wird es eine Auktion geben. Damit möchte man sich "im internationalen Hengstbusiness" etablieren. Absolute Transparenz kennzeichnet dieses Geschäft:
Als Prüfungsergebnis wird für jeden Hengst ausgewiesen:
- Gesamtindex
- Teilindex Dressur
- Teilindex Springen
Die Indices sind auf einen Mittelwert von 100 Punkten und eine Standardabweichung von 20 Punkten ausgerichtet.
Fünfjährige und ältere Hengste erhalten einen Altersabzug in Höhe von 5 Prozent des Durchschnitts der drei- und vierjährigen Hengste.
Die Prüfungsergebnisse werden veröffentlicht. Besitzer und Zuchtverband erhalten einen Prüfbericht. | Die Ergebnisse der Veranlagungsprüfung werden differenziert nach Dressur und Springen im Bereich von 1 bis 10, die Hengstleistungsprüfung wird mit einem Gesamtindex bezeichnet, der seinerseits in einen Teilindex Dressur und Teilindex Springen differenziert wird.
Interessanterweise werden die Noten für das Interieur in den abschließenden Listen nicht aufgeführt; hier werden lediglich die beiden sportlichen Teildisziplinen gewürdigt (» Verzeichnis der Hengste - 2003, dort dann die einzelnen Hengste anklicken).
Und so liest der Züchter dann die Leistungsdaten ab (am Beispiel Weltpoet von Weltmeyer, Hannoveraner):
HLP (2001) Neustadt/Dosse Dressur: 120,35 - Springen: 105,31 - Gesamt: 118,32 (5. v. 37) | Und hier wird einmal mehr deutlich, daß von einer eigenständigen Zucht in Baden-Württemberg eigentlich nicht mehr die Rede sein kann. Dieser Hengst ist ein waschechter Hannoveraner.
Dr. Raue nannte ein anderes Beispiel: Ein baden-württembergischer Züchter ist seit 30 Jahren tätig und präsentiert Nachwuchs. Der Vater ist Damenstolz, ein Westfale, die Mutter eine Weltmeyer-Tochter. Es ist nun einmal so: Auch der Pferdezuchtverband Baden-Württemberg kann sich einem einheitlichen Zuchtziel nicht verschließen. Im übrigen, so gibt Dr. Raue zu bedenken, sind inzwischen die EU-Richtlinien in Kraft getreten, laut deren das Ursprungszuchtgebiet die Richtlinien festlegt.
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