Yashar bat hier um die Erlaubnis, die regierungseigenen Pferde, die auf der Rennbahn stehen, sehen zu dürfen. Wir durften! Allerdings nicht, ohne vorher noch ein Telefongespräch anzuhören, von dem wir zwar nichts verstanden, aber durch die Lautstärke und die Tonlage überzeugt waren, es wurden hier schnell noch Anweisungen für das Personal auf der Rennbahn weitergegeben.
Normalerweise hätten wir um diese Uhrzeit unsere knurrenden Mägen, die –dank Yashar- zwar ein paar Kekse, Nescafé und Äpfel als Frühstück gesehen hatten, aber ansonsten ziemlich leer waren, besänftigen sollen, aber wir waren ja nicht in Baku, um an knurrende Mägen zu denken.
Also fuhren wir zum Hippodrom, noch immer mit Chauffeur und "Wolga". Hier wurden uns in blitzsauberen, stroh- oder späneeingestreuten Ställen stehend, alle privaten Karabaghen, aber auch Dilbossen vorgeführt, einer schöner als der andere. Wir kamen aus dem Staunen nicht heraus:
Die erste, die uns vorgeführt wurde war Ayna, eine Arabo-Karabaghstute, die auch hier für das Zuchtausleserennen trainiert wurde, der nächste Karabagh war Lapir, ein Nachzuchthengst von Yashar, danach folgte Sahil, ein weiterer erfolgversprechender Nachwuchshengst mit guter Abstammung, aber auch ein Jährling wurde uns gezeigt, der noch keinen Namen hatte und von Carabin stammte, der im neuen Stall untergebracht war.
Weitere hier zum Training stehende Pferde waren: Apollon – Arabo-Karabagh, 11 Jahre alt, Siavush (von Carabin) 4 Jahre alt, diesen Hengst haben wir (Verena und Hans Peter) anschließend einmal reiten dürfen... herrlich!
Hier sahen wir auch das erste Mal in unserem Leben einen Dilboss ("Pribor"), strahlend weiß, mit arabischem Einschlag, der uns auch vorgeritten wurde, mit einem Sattel, der mehr nach Pad aussah. Verena fragte nach dem möglichen vierten Gang (Tölt) bei Dilbossen, erhielt aber statt einer Antwort nur eine Gegenfrage: was ist denn das? Wir sollten schon noch dahinter kommen.
Zweijährige wurden bereits auf der Rennbahn trainiert, sahen bereits muskulös und wie Dreijährige aus. Einer der Jockeys kannte alle Namen, alle Abstammungen und erinnerte sich auch noch an Inturist.
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