Nützlich zu wissen ist außerdem: Aserbaidschan hat etwa die Größe und Einwohnerzahl von Österreich (86.600 qkm / 8 Millionen). 90% der Bevölkerung sind Aseri, 3,2% Dagestani, 2,5% Russen, 2,3% Armenier. Entsprechend sieht die Sprachenverteilung und die Religionszugehörigkeit aus: 93% sind schiitische Muslime, 2,5% russisch orthodox, 2,3% armenisch orthodox. Aseri hat Anklänge an das Türkische.
Baku hatte 1990 etwas über eine Million Einwohner, heute, wenig mehr als zehn Jahre später, etwa 2,5 Millionen. Nahe der Stadt liegen riesige Ölfelder, die Hauptindustrie besteht in der Raffination des Rohöls. Öl wurde bereits im achten Jahrhundert nach Christus gewonnen, Baku selbst wird erstmals 885 erwähnt.
Archäologische Funde legen nahe, daß die Region bereits mehrere Jahrhunderte vor dem 11. Jahrhundert v. Chr. besiedelt worden ist. In der Nähe finden sich über 4.000 Ritzzeichnungen auf Felsen, deren Alter auf 14.000 Jahre geschätzt wird.
Besonders auf der Halbinsel Apsheron, auf der Baku liegt, gab und gibt es vielleicht noch sehr viele spontane Erdgas-Abfackelungen, die zu einem Feuerkult in Zusammenhang mit der Verehrung von Zarathustra führten (Feuer-Tempel). Manche Forscher meinen, daß der Name Aserbaidschan "Land des Feuers" bedeutet.
Seit dem 15. Jahrhundert wird Petroleum für Lampen aus überirdischen Ölquellen gewonnen. 1848 wurde der weltweit erste Ölbrunnen in Baku gebohrt, 1859 wurde die erste Raffinerie in Baku gegründet. Die moderne Erdölgewinnung setzt 1872 ein; nur die Förderanlage in Rumänien ist älter. 1879 engagieren sich die Brüder Nobel in Baku, 1885 Rothschild, 1892 wird die erste Pferdebahn in Betrieb genommen, 1896 die erste Hochschule für Frauen eröffnet, 1897 die erste Pipeline in Betrieb genommen. Baku hatte sich zu einer der größten Industriestädte Rußlands entwickelt.
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