
| | | Heidi Keppel | | | | | Tipps zum Thema Pferdekauf Teil 4 Von › Heidi Keppel
Eine art- und bedarfsgerechte Fütterung ist für das Wohlbefinden eines Pferdes von enormer Bedeutung, sodass sich jeder verantwortungsvolle Pferdebesitzer schon im Vorfeld genauestens erkundigen sollte, wie diese bei den in Frage kommenden Einstellplätzen normalerweise gehandhabt wird. Sowohl die Art der Futtermittel als auch die Fütterungspraxis und die diesbezügliche Bereitschaft zur Flexibilität spielen dabei eine große Rolle, denn gerade Letzteres findet man leider nur sehr selten.
Das Geschäft mit der Pferdehaltung kann natürlich nur dann einigermaßen gewinnbringend sein, wenn der Arbeitsaufwand dafür möglichst gering gehalten wird. Also sind nur die wenigsten Reit-und Pensionsstallbesitzer dazu bereit, jedes Pferd mit individuell gestalteten Futterrationen zu versorgen bzw. verlangen für diese ‘Sonderleistungen’ saftige Aufzahlungen, wobei auch dann oft keine Garantie darauf besteht, dass die verabredeten speziellen Futterwünsche tatsächlich eingehalten werden, wie ich aus mehrfacher eigener Erfahrung weiß.
Meist wird der Einfachheit halber bei allen Pferden − unabhängig von Rasse, Größe, Alter und Art der Beanspruchung − das gleiche Fütterungsschema mit denselben Futtermitteln angewandt, was der Gesundheit vieler Tiere nicht gerade zuträglich ist und unter Umständen sogar zu schweren Verdauungsstörungen und Stoffwechselerkrankungen führen kann. Unangemeldete Kontrollen während der offiziellen Fütterungszeiten können einen Einblick hinter die Kulissen ermöglichen und mit klugen Fragen, welche die eigene Gesinnung ein wenig verschleiern, kann oft sehr rasch die Wahrheit zum Thema Fütterung ans Tageslicht gebracht werden.
Damit der Stallbesitzer bzw. dessen Personal Sie nicht mit scheinbarer Fachkompetenz beeindrucken und von seinen vielleicht Schaden bringenden Anschauungen überzeugen kann, sollten Sie sich bereits vor der Anschaffung eines Pferdes genauestens über optimale Pferdefütterung informieren. Es existieren dazu viele gute Fachbücher und mittlerweile auch Internetseiten, wo Sie einen Einblick in diese komplexe Wissenschaft bekommen.
Allerdings müssen Sie dabei darauf achten, nicht irgendwelchen verstecken Werbebotschaften zu erliegen, die heutzutage vielerorts auch in Fachartikeln zu finden sind. Wird also nur die Güte einer speziellen Futtermittelmarke hervorgehoben, sollten Sie hellhörig werden und dem Bericht nicht vorbehaltlos Glauben schenken. Gleiches gilt auch für diverse Zusatzfutterstoffe, die mehrheitlich völlig unnötig verabreicht werden und somit vorrangig dem Geldgewinn der produzierenden Konzerne dienen.
Viel wichtiger ist jedenfalls eine gute Qualität der Grundnahrungsmittel, weshalb Sie bei jeder Begutachtung eines Betriebes diesbezüglich Nachforschungen anstellen sollten. Ein ehrenwerter Stallbesitzer wird Ihnen gerne einen gründlichen Blick in seine Futterkammer werfen und auch sein Raufutter (Heu, Stroh) näher untersuchen lassen. Überzeugen Sie sich dabei ohne Scheu selbst vom hoffentlich angenehm aromatischen Duft des Heus, seiner trockenen, aber staubfreien Beschaffenheit etc. oder nehmen Sie für eine genauere Beurteilung der einzelnen Futtermittel die Hilfe einer kompetenten, unparteiischen Fachkraft in Anspruch, denn schließlich geht es um das Wohlergehen Ihres zukünftigen Reitpartners, das Ihnen doch sicher sehr am Herzen liegt.
Einige Qualitätskriterien der wichtigsten Einzelfuttermittel und gebräuchlichsten Kraftfuttermischungen sowie persönliche positive und negative Erfahrungen damit möchte ich Ihnen dann zur direkten Unterstützung in meinem nächsten Tipp offen legen!
erschienen 14.06.2009
Siehe auch › Autoren-Messeseite
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