
| | | Heidi Keppel | | | | | Tipps zum Thema Pferdekauf Teil 3 Von › Heidi Keppel
Ein rundum passendes Pferd zu finden ist schwer, doch die Suche nach dem wirklich idealen Einstellplatz gestaltet sich oft auch nicht einfacher. Auf den ersten Blick erscheinen viele Reitanlagen zwar sehr einladend, doch häufig erfüllen sie nicht unsere Erwartungen, selbst wenn die Stallbesitzer diesbezüglich gerne großzügige Versprechungen machen. Auch alles ganz genau zu hinterfragen, nützt bisweilen nicht viel, wenn etwa in manchen Fällen bewusst getäuscht wird oder der Besitzer gar nicht weiß, was seine Angestellten manchmal so treiben.
Die Missstände bei billigeren Einstellplätzen sind häufig auch für Laien leicht ersichtlich. Oft wird dort an allen Ecken gespart, sodass die Pferdeboxen, Reitplätze, Zäune etc. aus eher minderwertigem Material bestehen oder sich in einem desolaten Zustand befinden. In manchen Bereichen spielt dies zwar nur eine untergeordnete Rolle, doch leider kommt es auch immer wieder mal vor, dass zertrümmerte Boxenwände, abstehende Zaunlatten, schotterige, vernachlässigte Reitplatzböden oder etwa auch Stacheldraht starke Verletzungsgefahren in sich bergen.
Verborgene Gefahrenquellen sind hingegen vor allem im Bodenbereich zu finden und gar nicht selten kann man diese sogar in Reitgehöften der gehobeneren Preisklasse antreffen. Boxenböden aus Holz, die stellenweise eingebrochen sind, werden gerne mit einer dicken, tarnenden Strohschicht bedeckt, weshalb es sich lohnt, diesbezüglich einen genaueren Blick in die zukünftige Behausung des eigenen Pferdes zu riskieren. Wenn der Stallbesitzer dies zu verhindern versucht oder wenn leerstehende Boxen nur fertig eingestreut präsentiert werden, ist besondere Vorsicht angezeigt.
Auch auf scharfe Kanten an Futtertrögen oder vorstehende Nägel sollte man achten, denn solche ‘Kleinigkeiten’ können neben harmlosen Kratzern z.B. auch böse Augenverletzungen oder schlimme Risswunden bewirken, welche unter Umständen sogar lebensbedrohliche Blutvergiftungen nachsichziehen können. Jeder verantwortungsvolle zukünftige Pferdebesitzer sollte dies also nicht auf die leichte Schulter nehmen und mit seiner wohl überlegten Stallwahl für ordentliche Haltungsbedingungen sorgen.
Selbstverständlich müssen dabei auch die individuellen Bedürfnisse des jeweiligen Pferdes bedacht werden, denn der bestgepflegteste Stall kann etwa mangelnden Auslauf und Kontakt zu Artgenossen nicht ersetzen. Leider ist es aber häufig gerade bei teuren Einstellplätzen so, dass die Tiere nur stundenweise auf die Koppel gebracht werden und dort aufgrund der Verletzungsgefahr oft nur alleine die Zeit totschlagen dürfen.
Wenn diese Koppel dann auch noch relativ klein und ohne Grasbewuchs ist, entwickeln vor allem lebhafte und sehr kontaktfreudige Pferde aus Langeweile meist relativ rasch diverse Unarten oder werden depressiv bzw. aggressiv. Intelligente Vollblüter, die ständige Beschäftigung benötigen, sind diesbezüglich sehr gefährdet und gelten unter solchen Bedingungen ganz zu Unrecht als besonders schwierig, aber auch bei anspruchsloseren Rassen kann diese unnatürliche Haltungsform zu mehr oder weniger großen körperlichen und seelischen Problemen führen. Daran kann auch ein regelmäßiger und ausgiebiger Beritt meist nicht viel ändern!
Derartige Schwierigkeiten werden noch verstärkt, wenn auch die Fütterung nicht passt, sodass dieses Thema bei einer Stallbesichtigung ebenfalls immer zur Sprache gebracht werden sollte. Worauf man hier im Detail achten sollte, erfahren Sie dann in meinem nächsten Tipp!
erschienen 07.06.2009
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