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Heidi Keppel
 
 
Hufe
Teil 26
Von   Heidi Keppel


Mein dieswöchiger Tipp soll der Hufpflege durch den Pferdebesitzer bzw. Reiter gewidmet sein, welche keineswegs einem starren Schema folgen, sondern vielmehr den jeweiligen Umständen angepasst werden sollte. Dabei spielen vor allem der Gesundheitszustand der Hufe und die Haltungsbedingungen, aber auch die Belastung des Pferdes eine große Rolle. Außerdem dürfen auch die verschiedenen Wettereinflüsse in ihrer Wirkung auf die Pferdehufe nicht unterschätzt werden.

Grundsätzlich benötigen alle Hufe regelmäßig Feuchtigkeit, um elastisch zu bleiben, allerdings können diese Bedürfnisse rassebedingt stark variieren. Wüstenaraber oder auch Rassen aus trockenen Steppengebieten sind von der Hufstruktur her auf Wassermangel eingestellt und deshalb diesbezüglich pflegeleichter als Rassen, die aus feuchteren Gegenden, wie etwa Sumpf- und Moorlandschaften, stammen.

Wenn Letztere keine Pferdeschwemme zur Verfügung haben und bei Regenwetter nie ins Freie dürfen bzw. sich nur auf trockenem Sand- und Reithallenboden bewegen können, sollten ihre Hufe mindestens alle 2-3 Tage gründlich mit einem Schwamm oder Schlauch gewaschen oder wenn möglich für einige Minuten in einen Eimer mit Wasser gestellt werden, damit das Hufhorn die dringend benötigte Feuchtigkeit ausreichend aufsaugen kann. (Auch arabische Pferde und ähnliche Rassen profitieren von dieser Prozedur, aber bei ihnen genügt es meist durchaus, sie in wöchentlichen Abständen durchzuführen.)

Vor allem im Hochsommer, wenn große Hitze die Hufe rasch wieder austrocknet, oder im Winter, wenn die Pferdehufe durch längere Stallaufenthalte vermehrt dem Angriff des Ammoniaks aus der uringetränkten Einstreu ausgeliefert sind, kann es auch sinnvoll sein, die Hufe nach dem Waschen mit hochwertigem Huffett gegen Austrocknung und Schadstoffe zu schützen, besonders wenn diese beim Reiten häufig stark beansprucht werden (durch längere flotte Ritte oder auch schlechte Bodenbedingungen).

Wichtig ist dabei, dass das Huffett auf den noch feuchten, aber nicht mehr triefnassen Huf aufgetragen wird, um die Feuchtigkeit im Huf festzuhalten. Das Aufpinseln von Fett auf den trockenen Huf hätte hingegen den umgekehrten Effekt, nämlich dass der Huf trocken bleibt und kein Wasser aus der Umgebung aufnehmen kann. Dies ist also nur dann empfehlenswert, wenn z.B. die Hufstruktur bei Offenstallpferden durch Dauerregen regelrecht aufgeweicht ist und vor dem Eindringen weiterer Feuchtigkeit geschützt werden soll.

In beiden Fällen ist das alleinige Auftragen von Fett im Saum- und Kronrandbereich, wie es oft zur Wachstumsförderung empfohlen wird, nicht ausreichend, es muss vielmehr der ganze Huf damit bepinselt werden. Neigen die Hufe zur Sprödigkeit und zum Ausbrechen sollte unbedingt auch der untere Hufrand und die Hufsohle in die Behandlung miteingeschlossen werden. Dadurch wird der Tragrand nicht nur geschmeidiger und beim Reiten belastbarer, sondern es können im Bereich der Weißen Linie auch vermehrt die Nährstoffe des Huffettes aufgenommen werden.

In diesem Zusammenhang möchte ich Ihnen auch gleich empfehlen, sich die Inhaltsstoffe der in Frage kommenden Huffette genau anzusehen, bevor Sie sich für ein Produkt entscheiden. Wie ich auch in meiner Fachbroschüre "Die natürliche Stallapotheke" (siehe  Angebot der Woche auf meiner Messeseite) erwähnt habe, existieren heutzutage ja jede Menge derartiger Pflegeprodukte, welche neben dem altbewährten Lorbeeröl auch noch andere hochwertige Pflanzenöle und Kräutermischungen enthalten, die keinen unwesentlichen Einfluss auf die Hufgesundheit haben können. Ich möchte hier keine gezielte Werbung für spezielle Markenprodukte betreiben, aber ich persönlich würde z.B. Huffetten mit heilkräftigen Zusätzen wie Arnika, Ringelblume oder Rosmarin sicherlich stets den Vorzug geben.

Dies gilt selbstverständlich auch für diverse Salben, die zur Behandlung strukturgeschädigter Hufe empfohlen werden, doch davon mehr in meinem nächsten Tipp!




erschienen 24.08.2008




Siehe auch   Autoren-Messeseite




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