
| | | Heidi Keppel | | | | | Hufe Teil 24 Von › Heidi Keppel
Vorige Woche habe ich Ihnen bereits einige wichtige Homöopathika vorgestellt, welche bei der Behandlung von Strahlfäule zum Einsatz kommen und welche auch bei Hufkrebs gute Dienste leisten können, sofern die Symptomatik übereinstimmt. Meist stehen bei Hufkrebs aber geschwürige Veränderungen und starke Hornwucherungen im Vordergrund, die einer eigenen bzw. zusätzlichen Behandlung mit anderen homöopathischen Heilmitteln bedürfen.
Lachesis D8 (oder auch D12) wird etwa dann verwendet, wenn vorrangig dunkelblau-rote, sehr berührungsempfindliche und zu Blutungen neigende Entzündungsherde, sowie starker Gewebszerfall mit stinkenden Absonderungen von rahmartiger Konsistenz vorliegen. Diese Arznei hilft auch dann noch, wenn bereits Blutvergiftung mit Fieber vorliegt, allerdings sollte sie dann nicht wie normalerweise üblich 2-3mal täglich, sondern je nach Stärke der Erkrankung über 1-2 Tage alle 2-3 Stunden verabreicht werden (jeweils 10-15 Tropfen bzw. Globuli oder 2-3 Tabletten).
Bei allen Stadien der Erkrankung eignet sich auch Mercurius solubilis D12 zur Behandlung. Dieses Mittel wird bei sämtlichen Haut- und Schleimhautentzündungen verwendet, die übermäßige Durchblutung mit Blutungsneigung und geschwürige Veränderungen mit übel riechenden, scharfen, ev. auch eitrigen Absonderungen als Hauptsymptome zeigen. Man gibt davon 1-2mal täglich 10-15 Tropfen bzw. Globuli oder 2-3 Tabletten und genau wie bei Lachesis sollte sich schon nach wenigen Tagen eine deutliche Besserung einstellen.
Geschwürige Veränderungen mit scharfen, stinkenden Absonderungen können oftmals auch sehr gut mit Kreosotum D6 (2-3mal täglich 10-15 Tropfen bzw. Globuli oder 2-3 Tabletten) behandelt werden, wobei diese Arznei vor allem dann zu empfehlen ist, wenn auch andere scharfe (ätzende) Ausscheidungen (z.B. Nasensekret oder Urin bzw. Scheidensekret) zu beobachten sind oder wenn das Tier unter Magengeschwüren leidet.
Thuja D6 wiederum wird vor allem dann eingesetzt, wenn blumenkohlartige Wucherungen der Huflederhaut und des Hufstrahls überwiegen, welche zu Blutungen neigen. Die Dosierung gleicht jener von Kreosotum und wird besonders bei jenen Tieren große Erfolge bringen, die auch im Haut-bzw. Schleimhautbereich zu Zubildungen, wie etwa Warzen oder Tumoren, neigen.
Auch Natrium chloratum C30 und Graphites C30 werden gerne zur Behandlung von Hufkrebs verwendet, wobei hier aber unbedingt auf den Konstitutionstyp des Pferdes geachtet werden sollte, um ein gutes Therapieergebnis zu erreichen. Natrium chloratum passt dabei eher für dünnere, reservierte Tiere, die ein starkes Verlangen nach Salz zeigen, während sich Graphites eher für den fetten, gefräßigen und frostigen Pferdetyp eignet, der zur Verstopfung neigt. Beiden Typen ist die Anfälligkeit für trockene Ekzeme eigen, wobei die Produktion eines honigartigen Sekretes für Graphites spricht.
Da bei diesen Arzneien die Hochpotenzen bevorzugt verwendet werden, muss die Dosierung mit besonderer Sorgfalt erfolgen. Im Normalfall gibt man jeweils 1mal täglich 10 Tropfen bzw. Globuli oder 2 Tabletten über 3-7 Tage, um dann auf 1-2mal wöchentlich 10 Tropfen bzw. Globuli oder 2 Tabletten zu reduzieren. Wichtig ist auch das rechtzeitige Absetzen der Mittel, sobald beim Pferd deutliche Anzeichen einer Genesung feststellbar sind. Sicherheitshalber sollten Sie für die Wahl und Dosierung der Heilmittel jedoch den Rat von Fachleuten, wie homöopathisch geschulten Tierärzten oder erfahrenen Tierheilpraktikern, in Anspruch nehmen.
erschienen 10.08.2008
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